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"Jesus Christ Superstar" wird nicht in ehemaligem Vernichtungslager aufgeführt

Eigentlich sollte das Musical von Andrew Lloyd Webber im Vernichtungslager Majdanek stattfinden, wo 230.000 Menschen durch die Nazis ermordet wurden. Nach Protesten aus der ganzen Welt zog jetzt der Leiter der Gedenkstätte die Genehmigung zurück.

Edward Balawejder will nicht, "dass die Aufführung die Funktion dieses Ortes stört". Der Regisseur Robert Skolmowski hatte bewusst die Gedenkstätte gewählt, um auf die Intoleranz bei beiden Geschehnissen hinzuweisen.

Besonders jüdische Organisationen protestierten gegen eine Aufführung des Jesus-Musicals. Schewach Weiss, der Vorsitzende des Rates der Gedenkstätte Jad Vaschem sagte zu der geplanten Aufführung: "Jesus ist nicht der Gott der Juden."


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WebReporter: thothema
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Christ, Superstar, Jesus, Vernichtung
Quelle: www.spiegel.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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20.04.2006 20:04 Uhr von thothema
 
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Sicher etwas problematisch. Die Musik (für mich ist es das beste Webber-Musical) ist ja vielleicht nicht sehr geeignet, zwischen Häftlingsbarack und Krematorien gespielt zu werden. Aber manchmal kann so etwas auch Gräben überbrücken helfen.
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20.04.2006 20:13 Uhr von ciaoextra
 
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Gräben überbrücken, ja: aber dafür muß man nicht unbedingt "Jesus Christ Superstar" einsetzen wollen. Und die Brücken kann man immer noch bauen. Muß nur nicht durch so´n Medienzirkus sein.


Außerdem (und das ist meine persönliche Meinung) ist das/jedes KZ ein Friedhof - auf einem Friedhof tanzt und singt man nun mal nicht.
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20.04.2006 20:39 Uhr von exekutive
 
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lal: tut mir leid aber bekloppter geht das nun wirklich nicht mehr..

okay vom prinzip her ist boden boden und ort bleibt ort.. ob irgendwo 8 milliarden menschen getötet wurden, oder "nur" einer...

aber wenn jemand dann mit absicht provozieren will und sich dadurch berühmt machen will, in dem er ein "jesus superstar" musical in nem ehemaligen vernichtungslager auführen will (überwiegend jüdische menschen umgebracht wurden) bleibt nicht nur nen anarchristischer
(vorsicht wortspielOo) nach geschmack hängen...

in meinen augen sollten die "schöpfer" eher inna klappse etwas aufführen..

ja stimmt schon.. provozieren ist teilweise auch ganz angenehm, um den eingerossteten menschen mal ordenlich in den arsch zu treten... aber irgendwie gefällt mir das trotzdem net so richtig.. auch wenn mir extreme dinge sehr gut gefallen.. das hat halt einfach keinen niveau

kann jetzt auch sein das ich da irgendwas falsch verstanden habe.. erstrecht weil ich den herrn oder frau webber net kenne.. scheiß wissenslücken *Arg*
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20.04.2006 21:16 Uhr von CheGuerillia
 
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unpassend: meiner meinung nach komplett unpassender ort und ne billige masche der macher um in die schlagzeilen zu kommen. einer solche stätte sollte man mit mehr respekt begegnen!
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20.04.2006 21:47 Uhr von ccwm
 
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Geschmacksfrage: Über Geschmack kann man bekanntlich streiten und das ist auch gut so, wie langweilig wäre diese Welt, wenn alle den selben Geschmack hätten?

Ob sich diese jüdischen Organisationen genauso aufregen, wenn man "Anatevka" dort aufführt?
Ist es nicht etwas fragwürdig, daß Schewach Weiss so tut, als hätten die Juden ein "Monopol" auf den Holocaust, als wären die KZ´s rein jüdische "Kultstätten"? Das Grauen des dritten Reiches betrifft alle Menschen aller Religionen, und wenn´s dabei hilft, daran zu erinnern, warum nicht auch ein "christliches" Musical...
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20.04.2006 23:51 Uhr von FleurMia
 
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hmm naja... ich kann zwar verstehen, dass man mit dieser Aktion auf Intoleranz hinweisen will (an sich auch sehr wichtig), aber ich kann es mindestens genauso gut verstehen, dass das viele Leute nicht wollen... vor allem, weil es um die jüdischen Menschen geht, die dort zu Tode kamen und diese glauben eben nicht an Jesus...
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21.04.2006 00:27 Uhr von exekutive
 
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@ccwm: "Ist es nicht etwas fragwürdig, daß Schewach Weiss so tut, als hätten die Juden ein "Monopol" auf den Holocaust,"

da musste man glatt mal lachen ^^
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21.04.2006 00:58 Uhr von ccwm
 
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@exekutive: wenn du lachen mußt, dann hast du es falsch verstanden. Mit "Monopol" meinte ich, die Juden waren nicht die einzigen Opfer, es kamen z.B. auch unzählige Sinti und Roma um. Daher finde ich etwas anmaßend, wenn Herr Weiss mit den Worten "Jesus ist nicht der Gott der Juden" daherkommt und damit einen großen Teil der Opfer ignoriert.
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21.04.2006 09:19 Uhr von Generalstreik
 
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Schwerer Umgang mit dem Gedenken: Prinzipiell finde ich solche Projekte nicht verkehrt. Das Mahnen und Gedenken wird doch dadurch nicht beeinträchtigt, sondern bringt viel eher zusätzliche Gäste die sich mit der Materie auseinander setzen.
Die bornierte Haltung des Jad Vaschem Chefs a la "Jesus ist nicht unser Gott" ist leider typisch für die Pflege von Stereotypen, wie soll es denn zu einem wahren Dialog und zu einem Brückenschlag kommen wenn sich die Herren zieren wie die Jungfrau vor dem Bette.
Was hier fehlt ist ein lebendiger Umgang mit der Geschichte, so wie es auch der Film "Zug des Lebens" propagierte und wer könnte mehr als Bild der Versöhnung dienen als Jesus Christus? Es geht doch um das Gedenken und das können eben nur die Lebenden.
Ich kann nur jedem empfehlen zu Allerseelen nach Polen zu fahren und deren Umgang mit ihren Verstorbenen zu betrachten. Ihr werdet überrascht sein wie im Dunkeln die Friedhöfe von Kerzenlicht erstrahlen und sich die Verwandten um die Gräber scharen, trinken und essen und gemeinsam feiern und die Verstorbenen dabei in Gedanken mit einbeziehen. So wird in Polen der Verstorbenen gedacht, deshalb ist die Veranstaltung in Majdanek(Polen) sicherlich für die Anwohner auch nichts Ungewöhnliches.
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21.04.2006 15:21 Uhr von ottokar VI
 
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Dann wird es eben nicht aufgeführt: Die Menschheit hätte sowohl die Aufführung als auch die Nichtaufführung ertragen !!
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22.04.2006 22:46 Uhr von md2003
 
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das sollte nicht unbedingt in einem Vernichtungslager aufgeführt werden....

Aus Respekt an den ermordeten Menschen dort....

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