09.04.06 13:40 Uhr
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Philips-Krise: Beschäftigte kämpfen um Abfindung

Die Beschäftigten des Aachener Werkes zur Herstellung von Flachbildschirmen, welches bereits als pleite gilt, haben am Freitag das Werktor blockiert. Ihr Ziel ist die Durchsetzung von Ausgleichszahlungen von Philips-Deutschland.

Durch die Pleite der Firma ist der zuvor ausgehandelte Sozialplan nicht mehr gültig, obwohl die Belegschaft dafür auf weitere Leistungen der Firma im Vorfeld verzichtete.

Die Forderungen der Arbeitnehmer belaufen sich auf neun Millionen Euro. Mit dem Betrag sollen die Finanzierung einer Transfergesellschaft als auch die ausstehenden Abfindungen gesichert werden.


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WebReporter: lukiluke
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Krise, Abfindung, Beschäftigte
Quelle: www.jungewelt.de

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3 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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08.04.2006 21:18 Uhr von lukiluke
 
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Arbeitnehmer müssen heute eben selbst für Gelder ihrer eigenen Abwicklungb und Entlassung kämpfen. Traurig!
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23.04.2006 10:50 Uhr von Bil
 
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Insolvenzverfahren: Sehr geehrte Damen und Herren,


die LG. Philips Displays Glass Germany GmbH (Glasfabrik Aachen) befindet
sich seit dem 27. Januar 2006 im Insolvenzverfahren.

Bisher stellte das Unternehmen (380 Mitarbeiter, 22 Auszubildende) herkömmliche
TV-Geräte her, konnte sich auf dem europäischen Markt aufgrund wachsender Fernsehtechnologien (LCD und Plasma) aber nicht mehr behaupten.

Gebildet wurde die LG. Philips Displays Glass Germany GmbH im Jahre 2001
durch einen Jointventure der Konzerne Royal Philips und LG. Electronics.

Der Skandal: Obwohl die Beschäftigten der Glasfabrik Aachen schon vor Jahren
auf 50% ihres Weihnachtsgeldes verzichteten und mit kostenloser Anhebung der Arbeitszeit das Unternehmen zu stützen versuchten, wurden mit der Insolvenz seinerzeit abgeschlossene Standortsicherungsverträge und ein Sozialplan von heute auf morgen vernichtet. Dies löste bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Glasfabrik, Gewerkschaften, Parteien und Verbände größte Empörung aus, da dies – machen solche Vorgehensweisen in Deutschland Schule – das Ende von Sozialplänen in Deutschland bedeutet und Standortsicherungen zukünftig nicht mehr ermöglicht.

In einer kurzfristig angelegten Blockade des Philips-Glühlampenwerkes (Aachen)
ist es den Beschäftigten der Glasfabrik gelungen von Philips Deutschland einen Teilbetrag der angesprochenen Verträge zu erstreiten, die sie zumindest in die Lage versetzt über die Dauer von 12 Monaten eine Transfergesellschaft zu gründen. Eingezahlte Darlehen zur seinerzeitigen Stützung des Unternehmens können jedoch nur noch teilweise, Abfindungen überhaupt nicht gezahlt werden.

LG. Electronics – der operative Teil des Jointventures – hat sich nach anfänglich ebenfalls erzwungenen Gesprächen nun doch nicht bereit erklärt seinen finanziellen Beitrag zur Erfüllung unserer Verträge zu leisten. In nicht vorstellbarer Weise entzieht man sich damit seiner sozialen Verantwortung und ignoriert die berechtigten Forderungen der Beschäftigten, deren Löhne seit fast 3 Monaten nicht mehr gezahlt werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

bisher haben sich die Stadtverwaltungen Aachen, Herzogenrath, Alsdorf, Oberhausen
und Übach – Palenberg aufgrund der vorstehend geschilderten Gegebenheiten mit den Beschäftigten der Aachener Glasfabrik solidarisch erklärt und bekannt gegeben bis auf weiteres auf den Kauf von Produkten des Herstellers LG. Electronics zu verzichten.
Solidarisch erklärten sich auch viele Gewerkschaften, Parteien und Verbände.

Wir möchten auch Sie bitten, uns im Kampf zum Erhalt unserer Forderungen zu unterstützen und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bitten bis zur Erfüllung unserer Verträge Kaufzurückhaltung bei Produkten des Unternehmens LG. Electronics zu üben.

Herzlichen Dank für Ihre Solidarität!

Weitere Informationen unter: http://www.aachener-glassfront.de

.... / 2

Offene Fragen, die man sich beantworten lassen sollte:



· Warum entzieht sich LG. Electronics völlig seiner sozialen Verantwortung und ignoriert die berechtigten Forderungen der Beschäftigten?

· Warum zog sich LG. Electronics nach Gefahr von Aktionen auf der weltgrößten Computermesse CeBit in Hannover und anfänglichem Interesse an der Situation
in Aachen wieder zurück?

· Warum hat sich – wenn dies auch positiv zu werten ist – Philips als ehemalige, langjährige Mutter nicht nur mit einem Teil seiner Leistungen an den berechtigten Forderungen der Beschäftigten beteiligt, sondern übernimmt nach Verweigerung von Leistungen aus Richtung LG. Electronics nicht die vollständige soziale Verantwortung?

· Warum wirkt Philips nicht auf LG. Electronics ein, wieder Gespräche mit der
LG. Philips Displays Glass Germany GmbH aufzunehmen?

· Warum werden leitende Angestellte, Mitglieder des Managements und
noch nicht einmal der Glasfabrik zugehörige Personen mit einer Abfindung bedient, obwohl eine solche Zahlung für die Beschäftigten der Glasfabrik nun aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht mehr möglich ist und weshalb
verzichtet man nicht aus Solidarität auf diese Leistungen?

· Warum weigert man sich nach wie vor den Jointventure-Vertrag zwischen Royal Philips und LG Electronics offen zu legen und so Vermutungen entgegen zu wirken, dass die Insolvenz von langer Hand strategisch vorbereitet war, um sich so den Zahlungen von Sozialplänen zu entziehen?

· Warum wurden – auch wenn dies Vertragsbestandteil war – 650.000 Euro auf die Übernahme von Auszubildenden “angerechnet“, obwohl diese während der Blockade des Aachener Glühlampenwerkes bereits zugesagt wurde?

· Warum wurden Medienkosten einer Schmelzwanne „angerechnet“, die später zur Produktion noch benötigter TV-Gläser benötigt wurde?

· Warum wurden die Gewinne aus der Restproduktion herzustellender
TV-Gläser für Philips – die während des Insolvenzverfahrens erzielt wurden –
nicht zur Erfüllung der angesprochenen Verträge verwendet?
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23.04.2006 11:59 Uhr von Bil
 
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LG entzieht sich bis heute! LG sponsert mit unserem Geld lieber den DFB bei der Fußball WM in Deutschland als Premium Partner.Dieser skrupellose Konzern hat in Deutschland und Europa nichts mehr zu suchen,vor allem nichts zu verdienen!

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