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Fünf Jahre Berlusconi: "Er glaubt an seine Lügen. Er hat keine Scham."

Indro Montanelli, ein italienischer Publizist, umschreibt Silvio Berlusconi als Phänomen und als einen schamlosen Lügner. Die "Berliner Zeitung" nahm die Wahl in Italien zum Anlass, einige seiner Sprüche aus fünf Jahren Regierungszeit aufzulisten.

Als Demokrat meinte Berlusconi im Jahr 2003, Moussolini sei sanftmütig gewesen und habe die Leute in die Verbannung geschickt "damit sie Ferien machen konnten" und "Die Justiz ist ein Krebsgeschwür des Rechtsstaats, das wir ausrotten müssen."

Der Mann und Übermensch Berlusconi meint von sich: "Keiner meiner Minister ist so gut bestückt wie ich" (2004) und "Ich bin der Jesus Christus der Politik" (Februar 2006). Ob er den Bezug zur Wirklichkeit verloren habe, ist auch der BZ ein Rätsel.


WebReporter: la_iguana
Rubrik:   Entertainment
Schlagworte: Jahr, Silvio Berlusconi, Scham
Quelle: www.berlinonline.de

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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08.04.2006 16:51 Uhr von la_iguana
 
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Also wer sich das genauer anschaut, muss sich fragen, wo die Grenze zwischen Humor und Schrecken liegt. Mich bringen solche Sprüche nicht nur zum Lachen.
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08.04.2006 17:12 Uhr von Gnomeo
 
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wow, was ganz neues: also mal ganz ehrlich leute, wenn ihr jetzt erst aufwacht und merkt, dass berlusconi ein größenwahnsinniger w****** ist, dann könnt ihr euch ruhig wieder hinlegen und darauf warten, dass die maden an euch rumknabbern.
der kerl ist sowas von das letzte und wenn er die wahl gewinnt, dann werd ich italien bis an mein lebensende hassen, so dämlich darf doch kein volk der welt sein, wenn es schon die wahl hat!
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08.04.2006 17:15 Uhr von rheih
 
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Berlusconi: Dass dieser Mann an der Spitze eines europäischen Staates steht, ist einfach nicht auszuhalten!

Hoffentlich verliert er die Wahl!

Alles andere wäre tragisch.....
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09.04.2006 14:25 Uhr von Schwertträger
 
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Die Leute bekommen genau das, was sie verdienen.

Wenn jemand wie Berlusconi so weit nach oben kommen kann, dann nur, weil er immer wieder auf ein Umfeld trifft, dass solche Typen tolereirt, oder sogar braucht.

Genau deshalb wird es bei der Wahl auch keine Überraschungen geben.


Ich will das alte Thema nicht wieder aufwärmen, aber auch ein gewisser Herr H. wurde damals von der Mehrheit gewollt, obwohl gewisse Tendenzen schon früh phrophezeibar waren. Da waren unsere deutschen Vorfahren auch ´blöd´.

Ich würd´s deshalb (auch jetzt bei den Italienern) nicht unbedingt blöd, sondern auf speziellem Auge blind, nennen.

Der Ablauf ist altbekannt und nur sehr schwer zu durchbrechen, weil die einzelnen Schritte klein und unscheinbar daherkommen: Ein Volk hat bestimmte Probleme, die ihnen mittels entsprechender Berichterstattung (absichtlich oder auch nicht) ins Hirn gehämmert werden. Irgendwann geht dadurch der nötige Abstand und die gesunde Urteilsfähigkeit verloren. Danach braucht´s dann nur noch jemanden, der diese speziellen Probleme zu lösen verspricht und scheinbare, erste, noch so kleine Anfangserfolge vorweisen kann, um die Leute zu seinen begeisterten Anhängern werden zu lassen, egal, was für negative, grausame, grössen- oder allgemein wahnsinnige Seiten dieser Mensch sonst haben mag. Ist nun mal so, wie´s aussieht.
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09.04.2006 15:54 Uhr von chaoslogic
 
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Die Medien haben die Macht. ZAPP...
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09.04.2006 17:07 Uhr von rainerZ
 
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Wer die (Medien-) Macht hat der hat so viele Vorteile in einem Wahlkampf, dass es so etwas eigentlich nicht geben dürfte. Aber Italien ist da etwas anders. Wenn Romano Prodi tatsächlich die Wahl gewinnt, ist das nicht hoch genug einzuschätzen....
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09.04.2006 17:47 Uhr von Cpt.Proton
 
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Tja: Die Leute stehen halt auf Demagogie, deswegen hat die PDS auch ohne jedes Konzept, mit Hilfe ihrer Lügen, den Einzug in das Parlament geschafft.
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09.04.2006 20:21 Uhr von Schwertträger
 
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@chaoslogic @silence_sux: @Chaoslogic: Nö, nicht die Medien haben die Macht, sondern die Menschen, denen die Medien gehören bzw. denen, die sie nutzen. Sie sind eigentlich nur ein mächtiges Werkzeug.
Und das auch nur, weil wir, das Werkstück, sich so gut damit bearbeiten lässt!

Bei Dir klingt mir das schon wieder viel zu viel nach "die da" !
Wenn wir Radionachrichten täglich prinzipell in fünf verschiedenen Versionen hören würden (russisch/kommunistisch, unsere eigenen, die arabischen und vielleicht noch etwas aus dem asiatischen und afrikanischen Raum), was uns jeweils bestimmt nachdenklich stimmen würde (!!), weiterhin keine Zeitungen und Boulevardzeitschriften kaufen und vor allem vor allem diesen Sch...fernseher abgeschaltet lassen würden, bräche diese Medienmacht über Nacht zusammen.

Es ist selten, dass es so ist, aber hier ist eigentlich das Werkstück mächtiger als das Werkzeug!!



@Silence_Sux: Ja, das passt recht gut.
Ich habe bei Lektüre des Buches auch sehr lange über diesen Satz nachgedacht, mich gefragt, was ich getan, wieviel ich bemerkt hätte und wieviel ich jetzt in der Gegenwart bemerke und was für Konsequenzen ich daraus ziehe - kurz, wie mündig ich wirklich bin.
Das Fazit war nicht schlecht, aber auch nicht berauschend. Auf jeden Fall kann ich die Leute nicht mehr allgemein verurteilen. Leute, wie die Junge nicht und auch nicht die paranoide Gegenseite, die prinzipiell gegen alles ist.

Was mir aber aufging, war, wie sehr man in der Hinsicht vom Elternhaus abhängig ist. Sophie Scholl war Bildungsbürgertochter, brachte also von zuhause schon politische Neugier, Kritikfähigkeit und eine politische Basis mit. Das macht es eher selbstverständlich, sich mit Politik überhaupt zu befassen und ausserdem einfacher, einen persönlichen Filter zu entwickeln, durch den man überhaupt erst etwas wahrnimmt.
Weiterhin qälen Töchter aus gutem Hause weniger Sorgen um´s spätere Leben oder die Angst um einen guten Job, was deutlich mehr Selbstbewusstsein und weniger Unterwürfigkeit produziert.

Traudl Junge dagegen bekam in der Hinsicht von zuhause nicht viel mit. Sie war unpolitisch und sah im Berliner Arbeitsplatz die Chance rauszukommen, selbstständig zu sein, einem Leben in spiessiger Tristess zu entkommen. Zu dem Punkt, nach Erreichen/Abhaken dieser Ziele überhaupt erst Sophie Scholls Sicht auf die Dinge zu erreichen, musste Traudl Junge erst kommen. Kam sie auch, leider viel zu spät. Es ist sehr schwer und sehr anstrengend, eine Sophie Scholl zu sein, wenn man nicht wenigstens zufällig per Geburt die richtigen Voraussetzungen dafür hat!
Insofern ist Traudl Junge ein sehr gutes Beispiel dafür, warum sich Geschichte wiederholt, solange sich die Grundbedürfnisse der Menschen wiederholen, wenn Du auch wahrscheinlich auf das genaue Gegenteil hinaus wolltest.

Wenn man jetzt schaut, wieviele Traudl Junges es in der Gesellschaft hat und wieviele Sophie Scholls, wird einem klar, warum Typen wie Berlosconi eine Chance haben. Und man kann den Junges noch nicht mal so richtig einen Vorwurf machen.

Traurig ist nur, dass auch Typen, die Sophie Scholls Hintergrund, Bildung und Rang haben, aus Vorteilsnahme hinter sowas stehen, obwohl sie´s eigentlich besser wissen. Und da gehen wir wahrscheinlich konform, oder?!
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09.04.2006 21:34 Uhr von moppsi
 
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Und was bringt´s dir, wenn du nicht schweigst? Dann darfst gleich mitkommen!
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11.04.2006 16:53 Uhr von Schwertträger
 
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Sie leben mit dem Wissen, was auf was folgt? Genau den Punkt meine ich, wo wir nicht übereinstimmen.

Die meisten jungen Menschen wissen noch nicht einmal, wo sie sich in einem einigermassen intakten Umfeld einordnen sollen, geschweige denn, verschiedene Umfeldszenarien zueinander in Bezug zu setzen.
Sie regen sich über bestimmte einzelne Punkte auf, die im Gesamtzusammenhang jedoch recht nichtig sind, einfach nur, weil gerade ihr Augenmerk darauf gelenkt wurde.

Und das gilt nicht nur für Jugendliche. Hinter der allgemeinen Gleichgültigkeit steckt viel Angst, ausserhalb der Norm zu sein. Schon nicht ´in´ zu sein, ist bei sehr vielen heutigen Menschen ein ernst gemeinter Besorgnispunkt im täglichen Leben. Und Leute, die absichtlich nicht ´in´ sind, haben dann Angst, den Erwartungen ihrer jeweiligen Anti-´in´-Gruppe nicht zu genügen.

Eine Einzelposition zu beziehen ist heute nicht leichter als damals.

Es gehört schon Mut dazu, sich dem Abschleppen der Freundin durch damals als reguläre staatliche Kräft anerkannte Geheimpolizisten zu stellen, wohl wissend, dass die Chance, das sich weitere Personen anschliessend für die eigene Rettung einsetzen, kleiner zehn Prozent ist. Dazu kommt noch, dass manche Menschen einen Funken losschlagen, also andere mitreissen können, die meisten können das aber eben nicht.

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