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Hauptschule am Ende? Berliner Senat im Streit

Die öffentliche Diskussion um die Berliner Rütli-Schule hat offenbar weiter reichende Folgen für das Schulsystem, zumindest in der Hauptstadt. Im Berliner Senat unter der Regie von SPD und Linkspartei.PDS ist ein reger Streit zu verzeichnen.

Der Bildungssenator der Spree-Metropole, SPD-Politiker Klaus Böger, will für den Erhalt des bestehenden Schulsystems eintreten. Dazu gehöre eben auch die Hauptschule.

Im Gegensatz dazu steht die Auffassung des Senators für Arbeit, Harald Wolf. Das Mitglied der Linkspartei.PDS sieht das dreigliedrige Schulsystem nicht mehr als potent an, Zukunftsprobleme im Bildungsbereich erfolgreich anzugehen.


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WebReporter: lukiluke
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Berlin, Streit, Ende, Senat
Quelle: www.nd-online.de

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06.04.2006 10:43 Uhr von rolf.w
 
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Da sollte: "Im Gegensatz dazu steht die Auffassung des Senators für Arbeit, Harald Wolf."

Da sollte er doch mal lieber in seinem Clientenkreis dafür sorgen, das Hauptschulabsolventen auch vernünftige Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Denn genau das scheint doch eines der Hauptprobleme zu sein.
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06.04.2006 10:47 Uhr von PruegelJoschka
 
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Weitreichende Folgen? Guckst Du! Wie ein Hauptschulabgänger seine Zukunft sieht, möchte ich mir garnicht ausmalen. Ich denke, daß diese Sicht erst kurz vor dme Filmriss nach übermässigem Alkoholkonsum einigermassen erträglich wird. Es ist doch eigentlich nicht möglich, daß eine Hauptschulmutti und ein Hauptschulpappi eine Famillie mit einem Kind auf eigenen Beinen ernähren können. Vielleicht schaffen sie es die Miete aufzubringen, vielleicht mit viel Sparen und extremen LowBudget Programm beim Aldi die Famillie zu ernähren´, das Benzin zu bezahlen und die Raten auf Möbel und Auto abzuleisten. Urlaub ist da aber kaum drin. Und das ist der Zustand heute, während die Prognosen für die nächsten Jahre schlimmer aussehen. Die Highlights bilden sicherlich die wegfallenden Arbeitsplätze, die 100% versteuerte Rente ab 2020, die verschwindenden Leistungen der Krankenkassen und das steigende Rentenalter zur verringerung der Rente. Und am Ende des Tages darf man sich von einem Politiker aus Berlin anhören, wieso man doch nicht vor Freude sein ganzes Vermögen im Kaufhaus lässt, wo es doch allen so gut geht.

Und die Lösung:

Haptschulen Abschaffen ... (... ist gut gegen Armut and Perspektivlosigkeit).

Komisch, und ich dachte die Abschiebung wäre die Lösung aller Probleme. So kann man sich täuschen. Aber es gibt ja genug demokratische Beispiele, wo man versucht sein eigenes Leben in schöner Unwissenheit weiter zu führen, indem man die Probleme einfach verschweigt, wegschiebt, versteckt und an Orte verlegt, die man selber bewusst meidet.

Deutschland hat riesige Probleme und so viele Lösungsvorschläge, daß die 2 oder 3 Gescheiten, in der Masse der pamperstragenden verantwortungslosen Polemie gänzlich untergehen.
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06.04.2006 10:57 Uhr von Cenor_de
 
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Gesamtschule ist keine Lösung: das würde nur dazu führen die restlichen Schüler ähnlichen Verhältnissen auszusetzen.

Das immer weitere Absacken der Hauptschule führt aber zu Problemen in den beiden anderen schulformen, denn immer mehr Eltern melden ihre Kinder, jenseits der Leistungsfähigkeit, aufs Gymnasium an. (Hie in BaWü geht das zum Glück nicht, da kommt man ohne Schulempfehlung nicht auf eine andere Schulform)

Der vernünftigste Schritt ist einen vierte Schulform unterhalb der Hauptschule zu etablieren, die das leistet, was die Hauptschule nicht leisten kann, die Schulpflicht für Leistungsschwache zu gewährleisten.

Gesamtschulen würden nur das Niveau weiter absenken, und auf Schulhöfen, wo die faust regiert, werden nicht die Schwachen von den Starken (Geistig) lernen, sondern die Starken (körperlich) die Schwachen beherrschen und tyrannisieren.

Ich weiss wir wünschen uns es wäre anders, aber Steine fallen zu Boden.
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06.04.2006 11:32 Uhr von fraggle16
 
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Stimme Cenor_de voll zu: Ich weiß von meinem Cousin, der zur Zeit eine Gesamtschule besucht, dass dort auch nicht alles eitel Sonnenschein ist.
Aber sehen wir es realistisch. Die Unterschiede liegen doch nicht alleine an der Schulform sondern auch an der Örtlichkeit.
Eine Schule in einer Großstadt besuchen ist was anderes als eine Schule in einer mehr ländlichen Gegend zu besuchen.
Zur meiner Zeit auf der Hauptschule (liegt ca. 15 Jahre zurück) hat man auch schon Witze gerissen, dass die es zu nichts bringen würden. Gerade von den Gymnasiasten. Meine Genugtuung damals war, das ein Teil, der das Maul soweit aufgerissen hat, noch nach mir den Abschluss bei uns an der Schule gemacht hat *lol*
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06.04.2006 11:33 Uhr von summertime
 
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am besten: die Leute ans Gymnasium und die Hauptschule auflösen. Dann gehts da auch noch bergab ;)
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06.04.2006 11:33 Uhr von One of three
 
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Vorsicht: Ich würde nicht von "Leistungsschwachen" sprechen - da gibt es genug, die gerne Hilfe annehmen würden und sich auch bemühen.

Ich würde bei der aktuellen Klientel von "Leistungsunwilligen" sprechen, die durch ihr Verhalten allen anderen Schülern das Leben und Lernen schwer machen.

Diese Gruppierung verdient wirklich einen eigene Schulstufe ...
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06.04.2006 11:41 Uhr von Flutschfinger
 
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eltern haften für ihre kinder: hier sollte man die wirklichen verantwortlichen vor den karren pissen: den eltern.diese haben eindeutig in der erziehung versagt und sind eher mit nachwuchs produzieren als mit erziehung des vorhandenen nachwuchses beschäftigt.
der einzige stress, den man diesen gören machen kann geht über die eltern.sanktionen direkt an die eltern weitergeben,sprich diese müssen schmerzensgeld an misshandelte schüler zahlen, für sachbeschädigungen aufkommen, geldstrafen für schulschänzerei, beleidigung usw.
die eltern würden sich umgehend für eine passendes "argument" umschauen.und zwar eines was in ihrer heimat üblich ist: eine ordentliche tracht prügel.

der schmusekurs muss ein ende haben.solange die schuld bei anderen gesucht wird (übrigens auch in den medien) solange werde diese spinnerbalgen in ihrem verhalten bestätigt fühlen.
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06.04.2006 11:44 Uhr von MIgg
 
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@Cenor_de: Ich seh das ähnlich.

Interessant finde ich übrigens, wie viele Schüler heutzutage Nachhilfe bekommen (in allen Schulformen). Kenne eine 10-jährige, die 8 h Nachhilfe pro Woche hat, was ja auch ein erheblicher finanzieller Aufwand ist (400-500 Euro/Monat).

Vor 15 Jahren war Nachhilfe eher die Ausnahme als die Regel, aber da die Schule den Stoff alleine wohl nicht mehr vermitteln kann, werden es wohl zunehmend wohlhabende
Eltern sein, die sich Hilfe für bessere Noten holen können.
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06.04.2006 11:47 Uhr von PruegelJoschka
 
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@Flutschfinger: Wenn Du dieses "in ihrer Heimat" weglässt und durch "in iherer Kindheit" ersätzt, so daß es auf alle Menschen zutrifft, dann gebe ich dich 100%-iges Recht!
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06.04.2006 12:13 Uhr von Cenor_de
 
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@MIgg: Ja die Situation ist die einer geschlossenen Gemeinschaft.

Meine Tochter beginnt gerade das 8jährige Abitur. Die Geschwindigkeit des Stoffes und die gleichzeitige masse an Hausaufgaben, sind ohne Hilfe der Eltern nicht zu schaffen.
Und die Eltern helfen auch kräftig, nur ein Kind in der Klassse, wo nicht mindestens ein Elternteil Abitur hat. (In der Regel beide - zudem sassen beim Elternstammtisch wohl gelassen 30 akademische Abschlüsse am Tisch).

Das Kind ohne elterliche Hilfe, ist völlig chancenlos.
Aus der Arbeiterschicht können nur noch Hochbegabte mithalten. Für diese Kinder braucht man Ganztagsbetreuung und Hausaufgabenhilfe.
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06.04.2006 12:17 Uhr von bueyuekt
 
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@Flutschfinger: Du hast echt nichts verstanden. Das Problem ist
nicht eine Kultur oder so, sondern die Perspektiv-
losigkeit von Haupt-/Sonderschülern!!

Und du schiebst die schuld auch an Eltern, die es
sowieso so schwer haben, mit ihrem Geld klar
zukommen. Vor lauter Arbeit haben sie kaum Zeit
für ihre Kinder und dann willst du sie noch
bestrafen, weil sie einen schlecht bezahlten job
haben??
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06.04.2006 12:32 Uhr von swald
 
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@ Cenor_de: "Der vernünftigste Schritt ist einen vierte Schulform unterhalb der Hauptschule zu etablieren, die das leistet, was die Hauptschule nicht leisten kann, die Schulpflicht für Leistungsschwache zu gewährleisten."

Nicht nötig, es gibt schon zwei davon:

1. Die Schule für Lernhilfe
Sonderschule für die (geistig) schwächeren Schüler.

2. Die Schule für Erziehungshilfe
Sonderschule für die Verhaltensauffälligen Schüler.


Diese Schulformen sollten nur konsequenter genutzt werden.
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06.04.2006 12:36 Uhr von PruegelJoschka
 
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@bueyuekt: Geld hin oder her. Eltern sind für ihre Kinder verantwortlich und nicht nur Erziehungsberechtigt sondern viel eher Erziehungsverpflichtet. Also, was das angeht, zieht für mich kein Argument.

Wer soll sonst die Kinder erziehen? Die Schule soll sie bilden und nicht erziehen. Der Staat kann die Rolle übernehmen, aber dann wird eine bestimmte Kultur dem Kind anerzogen, die u.u. von der der Eltern abweicht. Finde ich nicht schlimm, aber vielleicht einige Eltern ...
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06.04.2006 12:39 Uhr von Flutschfinger
 
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@bueyuekt: ach, die ärmsten! seltsam, meine eltern stammen auch aus der arbeiterschicht.hatten ebenfalls schlecht bezahlte jobs.und trotzdem hatten die es geschaft micht zu erziehen und eben WEIL sie nicht wollten das ich irgendwann schlecht bezahlt werde haben sie mich so erzogen das ich respekt vor anderen habe und mir immer bewusst bin das ich meine zukunft selbst gestalten kann/muss.auch wenn es zum teil für einen arbeiter schwieriger ist da keine nachhilfe durch eltern oder nachhilfelehrer. wenn das kind eine gewisse grundintelligenz mitbringt kann es durch richtige erziehung mindestens auf gesamtschul- wenn nicht sogar auf realschulniveau bringen.
hier ist aber klar, das diese kinder NULL erziehng genossen haben.für erziehung bedarf es keiner bildung.
hier wird den kinder schwachsinn eingebläut wie "deutsche mädechen alle huren" usw.ich habe es selbst oft genug erlebt.
und um nochmal klarzustellen, es gibt diese defizite auch auf deutscher seite.gibt jede menge asi-familien die ebenfalls nur zucht aber keine aufzucht betreiben.
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06.04.2006 12:47 Uhr von naddelth
 
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@cenor_de: ich denke das ganze geschrei auch um das 8 jährige Abitur ist eigentlich für die Katz. Ich hab mein Abi in 6 Jahren gemacht (ab Klasse 7 bis 12)
und hab es gut gemacht, persönlich würde ich mich als durchschnittlich intelligent bezeichnen, nicht irgendwo hervorstechend, sondern eben normal. ich bin der Meinung, aufs Gymi nur wer aufs Gymi gehört und das würde bei uns wie auch in BaWü durch die Schulempfehlung geregelt. Aber egal, das tut hier nichts zu sache. Es geht um die hauptschulen und da muss wirklich was getan werden. Lehrer an hauptschulen müßten, denke ich wie auch Sonderschullehrer eine besondere pädagogische Ausbildung bekommen, da es nun mal wirklich so ist, dass sich auf der Haupschule oftmals die sammeln, die es aus Intelligenz Gründen nicht auf die Realschule geschafft haben. Hier müssen Schüler mit anderen Mitteln unterrichtet werden. Kleinere Klassenstärken, mehr sozialpädagogische Betreuung von Anfang an und vorallem müßte aber jeder, der kann auch die Möglichkeit bekommen, auf die Realschule zu wechseln. Die Zusammenarbeit mit den Eltern müßte gefordert und auch gefördert werden. Denn die Kinder stehen oft allein da bzw. sind die Eltern mit dem, was die Kinder heute in der Schule lernen absolut überfordert und können nicht wirklich helfen. Doch durch mangelnde finanzielle Unterstützung gibt es zu wenige Lehrer und auch Sozialpädagogen, die das ganze in Angriff nehmen könnten.
Einstellungsstopp, überfüllte Klassen, aber reduzierte Stunden sind doch heute die Realität. Auch wenn es heute weniger Kinder sind, so sollte man doch das beste daraus machen. Fördert die Übriggebliebenen...
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06.04.2006 13:01 Uhr von bueyuekt
 
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@PruegelJoschka, @Flutschfinger: Natürlich haben die Eltern in erster Linie die
Verantwortung...Aber wir leben in einem Staat,
da können Kinder ab 14 machen was sie wollen
und Eltern haben keinen Einfluss darauf....

Da kann man als Eltern noch so viel geleistet gutes
haben, ab 12,13,14 heisst es nur hoffen, das es
was gebracht hat....

Trotz allem, kann man sich es nicht so einfach
machen und sagen, Eltern schuld....Sie haben
die Kinder schlecht erzogen!!!

@Flutschfinger:
Wieso müssen immer Leute kommen und
irgendwelche Beispiele von sich preis geben
und behaupten so sind alle, oder zumindest so
müsste es bei allen sein!!
Klar bei dir bestätigen Ausnahmen wohl auch die
Regel....

Deutschland lebt vom Ausland und viel sollten es
endlich kappieren, das man sinnvolle Lösungen
zum zusammen leben braucht, weil verschreckt
man das Ausland....kommen die Probleme, die
man doch so einfach abgeschoben hat wieder hier
her!!!! Aber dann sind es nicht Ausländer die man
einfach "abschieben" kann, sondern Deutsche die
keinen Job oder perspektive haben!
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06.04.2006 13:18 Uhr von HHAG
 
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Hauptschulabsolventen und der Arbeitsmarkt: > Da sollte er doch mal lieber in seinem Clientenkreis
> dafür sorgen, das Hauptschulabsolventen auch
> vernünftige Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekommen.

Das steht wohl kaum in seiner Macht. Der Grund ist einfach: Die Hauptschule qualifiziert für einfache, ausführende Tätigkeiten. Diese Tätigkeiten werden aber heutzutage immer weniger gebraucht: Entweder sie werden automatisiert oder computerisiert oder in Billiglohnländer verlagert.

Die Zukunft Deutschlands liegt in geistiger Arbeit. Verwaltungen gehen nicht nach Polen oder die Ukraine, immer nur die Produktion. Mit dortigen Löhnen *kann* man schlicht nicht konkurrieren, man kann lediglich (sehr langwierig und sicher nicht von heute auf morgen) versuchen, die dortigen Lohnniveaus an das westliche anzugleichen.

Hinzu kommt die Tatsache, dass heutzutage das Gymnasium zur Massenschule geworden ist. Längst keine Elitenschmiede mehr, man geht heutzutage nach dem Abitur auch problemlos in einer Ausbildung, bewirbt sich beispielsweise als Bankkaufmann (früher ein klassisches Job mit Mittlerer Reife). Warum soll der Bankdirektor also einen Real- oder gar Hauptschüler einstellen, wo doch 10 Abiturienten Schlange stehen?

Diese Entwicklung wird man nicht mehr verändern können. Höhere Qualifizierung ist das einzige Zauberwort.

Die Hauptschule weiterhin als gleichberechtigte Schulform im dreigliedrigen Schulsystem anzubieten, ist eine Mogelpackung.
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06.04.2006 13:19 Uhr von rolf.w
 
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@Naddelth: "Es geht um die hauptschulen und da muss wirklich was getan werden."

Du kannst doch allein an den Schulen(egal welcher Gattung) nicht ausbügeln, was 10 Jahre lang vorher versaubeutelt wurde. Es will mir doch wohl niemand sagen, dass es an den Kindergärten, Grundschulen und auf den Spielplätzen anders aussieht.
Ich wohne hier ländlich(Gott sei dank) aber auch hier kann man es beobachten. Ich hole meine Tochter vom Kindergarten ab, zeitgleich mit einer türkischen Mutter. Feine Frau, kein Kopftuchgeschwader, angepasst und integriert, meint man - aber was macht sie, sie unterhält sich mit mir und anderen in gutem Deutsch, ihre Tochter kommt und sie spricht nur türkisch mit ihr. Ja was soll das Kind denn lernen? Türkisch oder Deutsch? Es ist geboren in Deutschland, lebt in Deutschland, wird erwachsen in Deutschland und lernt in der Familie nur Türkisch. Sich anzupassen und zu integrieren heisst doch nicht, seine Wurzeln zu vergessen oder gar zu verleugnen. Die Heimat dieses Kindes ist Deutschland und es sollte doch Deutsch als Muttersprache haben.
Ich will ihr das Türkische ja nicht verbieten, aber ich habe den Eindruck, dass die Vernunft oftmals dem Weg des geringsten Wiederstands nachgibt. Die Probleme sind vorprogrammiert.
Das ist kein Einzelfall und ist mmer wieder, auch bei anderen Migranten, zu beobachten. Auf Spielplätzen, an Kindergärten und Grundschulen findet man ein ähnliches Verhalten. Wir können Abermillionen in die Integrationsförderung pumpen und kommen doch in die Familien nicht hinein, um "das Übel" an der Wurzel zu packen. Was nutzen und hier die ganzen Sozialarbeiter und toll ausgebildeten Pädagogen? Nichts, sie dienen als weiteres Alibi für eine gewisse Zeit.
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06.04.2006 13:32 Uhr von Cenor_de
 
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@naddelth: Es geht um das dreigleidrige Schulsystem, und da spielt es schon eine Rolle, daß die obere Ebene immer mehr zum Treffen einer geschlossenen Gesellschaftsgruppe wird.

Ich z.B. bin ein Arbeiterkind und habe mein Abitur ohne die Hilfe meiner Eltern erledigen können und auch müssen, schon ab Klasse 6-7 konnte man bei meinen Eltern keinerlei Stoffkenntnisse mehr voraussetzen.

Aber: Wir hatten 9 Jahre bis zum Abitur und Samstagsuntericht. Unsere Lehrer haben sich an gewisse Regeln gehalten, was die Menge der Hausaufgaben in Klausur-Wochen anging z.B.

In der Unterstufe hatten wir 30 Wochenstunden, davon 4 am Samstag. ie zweit Fremdsprache kam in Klasse 7.

Meine Tochter hat 36 Wochenstunden + 2 Freistunden.
An 3 Tagen die Woche kommt sie erst um 16:00 nach Hause. Hinzu kommen: 2 Stunden Musikuntericht.

So nun ist die 40 Stundenwoche voll: Nun kommen die Hausaufgaben. Neben den normalen zum Untericht gehörenden hausaufgaben kommen da diverse Dauerprojekte dazu.
a) Internetrecherchen für Referate (es wird davon ausgegangen, daß die Kinder online sind) - 1h die Woche
b) Lesetagebuch. Die Kinder bekommen eine Bücherliste, die bis zum Ende des Schuljahres gelesen sein muss (sind 8 Bücher, die nicht der lehrmittelfreiheit unterleigen). Zu jedem Kapitel müssen sie eine Zusammenfassung schreiben, Bilder malen und das ganze noch schön einbinden (hier wird auch das Aussehen benotet) - Nochmal 1-2h die Woche.
c) Experimente für Naturkunde mit Bastelanleitung nochmal ne Stunde in der Woche.
d) Bastelarbeiten für Erdkunde (der dickste Brocken)
Vom Schwarzwaldhaus mist zum Queerschnitt der Alb aus Gips und selbstgebautem Globus hatten wir schon ne menge (damit schlägt papa sich am WE herum)

So und nun hat mein Kind also ne 50 Stundenwoche.
Nebenher managen wir dann noch das Ausweniglernen für schulaufführungen, das nachbereiten von Exkursionen oder den monatlichen kuchenverkauf.

Mit dem Pensum dürfte auch ein alleinerziehender Akademiker langsam überfordert sein.

Bei mir war beim Transponieren von Musikstücken (haydn nich alle meine Entchen) schluss, aber das kann meine Frau. Ich denke mit Physik is bei mir ab der 10. ende (da hab ic das abgewählt) mit chemie halt ich bis zum Abi mit.

Notfalls berapp ich halt die Kohle für Nachhilfe. In einer Arbeiterfamilie ist das nicht zu leisten. Bei Arbeitslosen Eltern ist dann ganz schluss.
Der monatliche Kostenaufwand ist einfach zu hoch. Von dem Marken-kleidungsterror, den Kinder von Besserverdienenden (was ja die meisten sind) will ich garnicht reden.

So wir haben also einen schulform in die niemand sein Kind schicken will und eine in die nur die wenigsten ihr Kind schicken können.

Und die Zange geht auseinander. Und in der Mitte tummelt sich der Rest und längst nicht mehr um uns später am bankschalter zu beraten oder Aufgaben in der Verwaltung zu erledigen.

Wir brauchen ein gymnasium mit ganztagsbetreung neben dem regulären Gymnasium und wir brauchen eine reguläre Schulform unterhalb der hauptschule.

Ein viergliedriges schulsystem mit einer zweigeteilten Spitze.
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06.04.2006 13:35 Uhr von rolf.w
 
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@HHAG: "Die Hauptschule qualifiziert für einfache, ausführende Tätigkeiten. Diese Tätigkeiten werden aber heutzutage immer weniger gebraucht: Entweder sie werden automatisiert oder computerisiert oder in Billiglohnländer verlagert."

Das stimmt nur bedingt. Oder wer räumt Deinen Müll weg, sorgt für aufgeräumte Regale im Supermarkt? Wer repariert Dein Auto oder Dein Dach wenns durchregnet? Wer kehrt Deinen Kamin oder pflastert Dir die Auffahrt? Wer bessert die Strassen aus und wer verbreitert die Autobahnen? Wer sorgt dafür, dass Dein Koffer auch mit in den Ferienflieger kommt oder dafür, dass Du frische Brötchen hast? Wer pflegt Dich im Krankenhaus, oder im Seniorenheim? Wer zimmert Dir Deine Treppe oder baut Dein schmiedeeisernes Tor, wer schneidet Dir die Haare?
Teils einfache Tätigkeiten die sich gar nicht verlagern lassen. Wenn man weiss wie es geht und entsprechendes Werkzeug hat, sind fast alle (handwerklichen) Tätigkeiten leicht.
Als ich in meine Ausbildung zum Betriebsschlosser ging, das ist jetzt gut 20 Jahre her, wurden Abiturienten von vornherein als Theoretiker abgelehnt. Die wollte keiner haben. Und es ist ja auch nicht so, als ob es keine arbeitslosen Abiturienten und Studienabgänger gibt. Ein Abitur ist mit Sicherheit heute die besser Ausgangsbasis für eine Ausbildungsstelle, wenn es nicht um eine handwerkliche Ausbildung geht aber ein Garant ist es nicht.
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06.04.2006 13:45 Uhr von Cenor_de
 
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@rolf.w: Als ich vor bald 30 jahren in die 11. des Gymnasiums kam, bekemne wir eine Menge neue Mitschüler. Die meisten von denen konnten dem Stoff prima folgen, einige sogar besser als die schwächeren der Gymnasiasten.

Daraus folgt, die besten Hauptschüler waren nach der 10. Klasse den Gymnasiasten noch ebenbürtig. Die weniger guten dürften trotzedem keinerlei Schwierigkeiten mit 3-satz oder Bruchrechnung gehabt haben.
Und das ist heute nicht mehr so. Der Onkel meiner Frau ist Hauptschullehrer und dessen Frau auch.

Was die erzählen (und die unterichten nicht in Berlin sondern im beschaulichen Ulm), lässt mir die Haare zu Berge stehen. Die Qualität der hauptschule muss wieder angehoben werden und das geht nur, wenn man denen di lernen wollen, jene vom leib hält, die ihre Schulpflicht absitzen.
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06.04.2006 13:53 Uhr von Krähenschwarm
 
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Nur mal so als Anmerkung,
im Prinzip haben wir schon ein viergliedriges Schulsystem, siehe Sonderschule. Aber das ist doch keine Lösung

In Bayern und auch anderen Bundesländern muss man schon in der vierten Klasse entscheiden auf welche Schule das Kind kommt. In Berlin ist das erst in der sechsten der Fall.

Und so schlimm ist die Gesamtschule nun auch wieder, war selbst auf einer und dank dem Kurssystem konnte man die Schüler nach ihren Leistungen unterrichten.

Man sollte sich mal Gedanken machen ob das dreigliedrige Schulsystem noch aktuell ist und nicht darüber ob da nicht noch was darunter kommen soll.

Ach ja, für Sachen, wo man früher nur den Hauptschulabschluss brauchte, benötigt man inzwischen Mittlere Reife.

Gruß die Krähe
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06.04.2006 14:35 Uhr von rolf.w
 
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@Cenor_de: "Daraus folgt, die besten Hauptschüler waren nach der 10. Klasse den Gymnasiasten noch ebenbürtig."

Ja und warum ist das heute nicht mehr so? Sind die Lehrer schlechter geworden? Gibt es schlechtere Schulbücher? Nein, aber wir hatten damals weniger Migrantenkinder, bei Dir wahrscheinlich noch weniger als bei mir. Polen und Russen gab es gar nicht, wenn überhaupt dann Türken und Italiener. Und davon gab es zu wenige, als dass sie ein Pulk hätten bilden können. Die waren mit uns Deutschen zusammen, haben mit uns gelernt. Bei den 2-3 in der Klasse gab es die Möglichkeit zu helfen, denn sie liessen sich auch helfen. Ich war nur auf der Realschule, nicht auf dem Gymnasium, aber auch damals waren auf dem Gymnasium nicht nur Deutsche. Schon damals war die Hauptschule stark "migrantenbehaftet", aber Szenen wie sie heute dort ablaufen gab es nicht. Dennoch sind die meisten Heute mit Eigenheim, Auto und Familie ausgestattet. Und deren Kinder verhalten sich nicht so, wie die, die man in den Beiträgen sehen konnte. Deren Kinder werden zu Respekt und Anstand erzogen und deren Kinder gehen auch weiter auf höhere Schulen oder studieren. Wie Du schon sagst und wo ich auch zustimme, man muss denen die lernen wollen die, die nur ihre Zeit absitzen, vom Hals halten. Die Frage ist nur, was macht man mit denen? Wer nicht lernen will und nichts gelernt hat, wird der jemals arbeiten wollen oder können?
Wollen sie wirklich nicht lernen, oder haben sie frustriert aufgegeben, weil sie es nicht schaffen?
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06.04.2006 14:50 Uhr von Reefer187
 
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Nichts wird einem in den Arsch geschoben: Oh man die heutige Jugend ist einfach ein verwöhntes pack. denken es wird ihnen alles in den arsch geschoben.

wie wärs mal mit eigeninitiative? mal mit intensiver einsatz?

papa kann dir bmw kaufen, teure klamotten, aber einen job kann man nicht kaufen, da muss man was dafür tun.

und sorry, aber mir wird schlecht wenn ich die aussage höre von nem ausländer, ich will hartz 4 werden!!!
soviel zum thema helft den ausländern!

wieso soll ich denen helfen, wenn sie eh nur einen auf sozial und IV machen???

und kommt mir jetzt ned mit, es sind ned alle so. die die nicht so sind die arbeiten!! siehste den unterschied?
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06.04.2006 15:25 Uhr von Cenor_de
 
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@rolf.w: Die Migranten sind sicher ein Grund (bei mir gab´s damals keine). Als die ersten "Gastarbeiter" kamen war ich schon inder Schule und hatte Vorsprung.
Auf dem Gymnasium gab es einen Ausländer, der war aber kein Migrantenkind im klassischen Sinne, der war Türke der Vater war imo Chefarzt an der Uni-Klinik. (der galt also nicht)
In der Siedlung inder ich damals lebte, gibt es heute keine Deutschen mehr. Warum ist das so? Weil deutsche familien nicht mehr in 35qm mit Klo auf dem Flur leben.

Und da kommen wir dazu, warum die Migranten nicht die eigendliche Ursache sind. Die ursache ist die Distanz zwischen leistungsfähigkeit und Anspruchsprofil auf der einen und Konsum&Wohlstanderwartung auf der anderen Seite.

Die Werbung gaukelt uns ein Leben im Luxus vor. Dabei sind Maschien längst billiger geworden als Tariflöhne.

Dieser Luxus, der nun den Mindestlebensstandard bestimmt ist mit einfacher Arbeit nicht mehr zu bezahlen.
Ich bin mit meinen Eltern in einer 35qm Wohnung aufgewachsen. mein vater war Chemiefacharbeiter, meine Mutter Hausfrau, bis ich 12 war. Wir hatten kein Auto, keine Badewanne, einen Kohleofen in der Küche und ein kleines Heizgerät um mein Kinderzimmer, vor dem Schlafengehen kurz anzuwärmen.
Einmal im jahr sind wir sogar in urlaub gefahren, in den Hundsrück zum wandern (kleine Selbstversorgerwohnung).
Und soll ich Dir was sagen, ich hatte eine sehr schöne Kindheit.
Niemand in unserer Siedlung hatte ein Auto, oder fuhr dick in Urlaub, das war auch normal, wir waren ja Arbeiterkinder.

Wir haben Wohlstandserwartungen geweckt, politisch, die die Industrie nicht einzulösen imstande war, und die sie, dank Globalisierung auch nie wieder einlösen kann.
Bei uns ist jemand ohne Handy arm und die Müllberge unseres Luxus kann man bis zum Mond stapeln.

Die Unterschicht ist weggebrochen und hat nix mehr, auch keinen Stolz. Und vorallem keine Arbeit, für die ihre Qualifikation ausreicht.
Würde es in de keinen einzigen Migranten geben, die Probleme wären ähnlich, wir haben eine entwurzelte Unterschicht im Konsumterror-Land.
Wenn der starke Arm es will, dann stehen nur die Räder in der Drehtür zum Sozialamt.

Nicht umsonst ist die PDS keine Arbeiter- sondern eine Arbeitslosenpartei.

Ich weiss daß will keiner hören, wo doch alle gedacht haben, die Tarifabschlüsse der 70er würden eine Zukunft im Wohlstand für alle greifbar machen.
Der Wohlstands-Fetisch muss überwunden werden.
Materialismus, der immer mehr für alle fordert ist ja sowieso nur auf Kosten der 3. Welt möglich.
Nun schlagen die Schwellenländer zurück. Ihre Fähigkeit zur Armut ist ihr Kapital.
Man muss mit dem leben können was man hat. Das bezahen, was man kann. Das Wachstum ist vorbei. das findet grad in China und Bulgarien statt.
Und die haben es auch nötiger als wir.

Wer keine Hose hat ist arm. Wer keine Markenhose hat ist nur fiktiv arm, aber er empfindet es so.
Und wenn er weiss, daß er sich nie eine Hose (also eine auf der ein Schildchen ist, nicht eine die ihren Zweck erfüllt) leisten kann, der kann nur resignieren oder stehlen.

Kostenlose Schuluniformen z.B. wären ein vernünftiger Schritt. (von mir aus auich mit optionalem Kopftuch.)

Die, die nix haben können da wenig machen, auch wenn sie deutsch lernen. Junge Türken bekommen ja nicht nur keine Jobs, weil sie schlecht deutsch sprechen, sondern auch weil sie Türken sind (und dagegen können sie nix tun)
Die Diskriminierung der Schwachen durch die Starken muss eingegrenzt werden und nicht indem man ALG2 erhöht.
Wer eine Zukunft hat, der ist auch bereit sich dafür anzustrengen.

Wenn ich ein 15 jähriger Türke wäre, dann würd ich auch draf scheissen, und mir mein leben so einrichten wie´s mir gefällt, und ich würd mich nicht integriren, weils mir nix nützt. Und besonders geil würd ich es finden, wenn man mir die schuld gibt.
Die Migranten sind nicht Täter, sondern Opfer (auch wenn das auf den ersten Blick anders aussieht)

Wenn die "Gastarbeiter" wirklich unsere Gäste waren, dann ist es um unsere gastfreundschaft sehr schlecht bestellt.
Oder waren sie nich doch Lohnsklaven, für die sich keine sau interessiert hat, und die jetzt als Sündenböcke für alles herhalten müssen, weil das so schön zur rassistischen grundhaltung passt, die die eigendliche Ursache des problems ist?

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