29.03.06 10:14 Uhr
 2.658
 

Müntefering lässt geplantes Gesetz zum Kündigungsschutz stoppen

Der Arbeitsminister Deutschlands, Franz Müntefering, hat die Durchsetzung der beschlossenen Veränderungen zum Kündigungsschutz gestoppt.

Die Bundesregierung plante, die Probezeit bei Neueinstellungen auf zwei Jahre zu verlängern. Müntefering will keine generelle gesetzliche Frist ansetzen.

In diesem Monat sollte das neue Gesetz zum Kündigungsschutz beschlossen werden.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: alexolaf
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Gesetz, Kündigung, Franz Müntefering, Kündigungsschutz
Quelle: www.n-tv.de

Jetzt Deinen
Kommentar abgeben!
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

30 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
29.03.2006 10:28 Uhr von PruegelJoschka
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
2 Jahre wieso soll die Probezeit 2 Jahre dauern? Reicht ein halbes Jahr nicht?

Kann mir jemand den Sinn dahinter erklären, aber bitte ohne "ausbeuterische" Begründung, denn die vorteile der Arbeitgeber sind mir schon klar.
Kommentar ansehen
29.03.2006 10:39 Uhr von blazebalg
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
joschka: du hast die lösung schon genannt, es gibt einfach keine vorteile für die kleinen leute. nirgends.
Kommentar ansehen
29.03.2006 10:45 Uhr von alexolaf
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@PruegelJoschka: Da geht es nur um die Interessen der Arbeitgeber.Nach der Probezeit kannst Du eigentlich nicht mehr so einfach entlassen werden, bei Betrieben ab (ich glaube) acht Mitarbeitern.Sollte es trotzdem zu einer Kündigung kommen, die Du nicht verursacht hast, muß der Arbeitgeber genau nachweisen das die Kündigung gerechtfertigt ist. Da muß er aber warscheinlich schon Konkurs sein... Andernfalls werden die Geschäftsbücher geöffnet.... und das möchte wohl kein Arbeitgeber.
Kommentar ansehen
29.03.2006 11:28 Uhr von «azero»
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Das ist einfach, PrügelJoschka. :): > Kann mir jemand den Sinn dahinter erklären,
> aber bitte ohne "ausbeuterische" Begründung, ...

Ohne "ausbeuterische" Begründung lautet die Aussage so:

Die Verlängerung der Probezeit hat den positiven Effekt, dass die Kündigungsfrist nicht verkürzt werden muss, um mehr Fluktuation in den Unternehmen zu ermöglichen.

Dabei ist "Fluktuation" keineswegs ein böses Wort, gibt es den Menschen doch die Möglichkeit, ihr Leben in unserer Spaß-, Freizeit- und Abenteuergesellschaft ein bisschen aufregender zu gestalten: Wie langweilig muss ein Leben sein, in dem man eine Arbeit hat, und morgens mit dem Gedanken aufwachen kann, diese auch übermorgen noch zu haben?!

Um wieviel spannender ist doch das Leben, wenn man eben NICHT weiß, was übermorgen ist und ob man das Auto, das Haus, das Boot oder den Urlaub wirklich bezahlen kann.

Allein dieser zusätzliche Adrenalinschub verbessert die Gesundheit der Bürger erheblich, sorgt doch das Adrenalin in besonderer Weise dafür, dass die Arterienverkalkung verlangsamt und damit die Kosten für das Gesundheitssystem gesenkt werden.

Abgesehen von diesen Faktoren wissen wir doch alle, wie unsicher die Menschen sind. Manch einer wähnt sich in seinem Traumjob und stellt dann nach Jahren fest, dass er einem Irrtum unterlegen ist.
Diese Menschen bekommen so die Möglichkeit, quasi "spontan" die Firma wechseln zu können, ohne sich dabei mit lästigen Kündigungsfristen herumplagen zu müssen.

Und nicht zuletzt sollten wir beachten, dass wir gleiches im täglichen (Privat-)Leben ebenfalls machen: Nehmen wir die Beziehungen. Die allermeisten von uns "probieren" erst jahrelang einen Partner aus, bevor sie sich entschließen, sich fest an ihn zu binden. Oder heiratest du auch schon nach ein bis sechs Monaten?

Und ein Arbeitsverhältnis ist nichts anderes als eine "Hochzeit mit einem Unternehmen". Warum es also nicht mit Wilhelm Busch halten: "Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht doch ´was bessres findet."?!

Du siehst also, es sprechen viele Faktoren dafür, die Probezeit auf mindestens zwei Jahre auszuweiten. Und die wenigsten davon "nutzen" dem Arbeitgeber, sind also "ausbeuterisch" motiviert. Nein, PrügelJoschka, es ist - EINZIGE - Intention unserer Regierung für Spaß und Vorfreude zu sorgen und gleichzeitig deine Gesundheit zu fördern. Und all das am Vorbild des realen, dir vertrauten Lebens.

Dabei spielt die profane sogenannte "Ausbeutung", die sowieso nur von den Sozis und Kommunisten behauptet wird, aber in der Neuzeit zumindest in den entwickelten Industrienationen noch niemals nachgewiesen werden konnte, absolut keine Rolle. Wer anderes behauptet lügt!
Kommentar ansehen
29.03.2006 11:29 Uhr von Perleberger
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Schutz vor Kündigung? Wo gibt es das denn wirklich.

Jedes Jahr werden in D rund 3,5 Millionen Arbeitsverhältnisse beendet. Nur rund 10% davon landen als Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht. Davon werden wiederum über 95% im ersten Gütetermin durch Vergleich bestätigt, d.h. der AN verliert seinen Arbeitsplatz gegen Zahlung einer Abfindung von max. 0,5 Monatsgehältern pro Jahr Betriebszugehörigkeit.

Kein AG legt da seine Bücher offen.

Die Zahl, ab der KüSchutz gilt, ist von 5 auf 10 und runter auf 5 und wieder auf 10 geändert worden in den letzten 10 Jahren - Neueinstellungen hat das nicht befördert.

Zudem konnte ohne Angabe von Gründen ein Arbeitsverhältnis bis 2 Jahre befristet werden; ältere Arbeitslose über 52 Jahren haben praktisch keinen Kündigungsschutz.

Es wird nur wieder das Märchen verkündet: Das machen wir auch noch, dann kommt es zu massenhaften Neueinstellungen in den Betrieben.

Märchen ersetzen Politik - Deutsche hören seit den gebrüder Grimm gerne Märchen.
Kommentar ansehen
29.03.2006 11:39 Uhr von fNORD
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Die Lage spitzt sich zu... daher Angst. Man braucht sich ja nur die heutige Gesellschaft anzusehen, lebt in einem manischen Zustand vor sich hin und ist natürlich produktiv, zumindest die die arbeit haben, manscieh bevorzugt. Denn diese arbeiten viel, zuviel, werden workaholics, aber das ist ja erwünscht. Immer alles schneller, nach dem Motto: "Ich, das, jetzt sofort". Zusätzlich werden solche die keine Arbeit haben als Menschen zweiter Klasse stigmatisiert und die meist schon psychisch angeschlagenenen weiter untzer Druck gesetzt, bis ja bis sie wirklich psychotisch werden und Amoklaufen sich umbringen... Diese Gesellschaft wird eines Tages, dafür bezahlen, das ist klar. Diese Gesellschaft wird regelrecht überrollt werden von ihren Problemen.

Es zeichnet auch schon langsam ab wie das laufen wird. Das in Frankreich, so spektakulär die Bilder auch sein mögen von den brennenden Geschäfter und Autos, ist nur ein kleiner Teil dessen was passieren könnte.

Wenn dieses Ausbeuten noch weitergeht, dann kann es wirklich zu massiven Aufständen führen, die Folgen wären dann, Bilder wie in Frankreich auch in Deutschland und den Rest von Europa.

Dann noch ein paar Terroranschläge oder sonstige zusätzliche Naturkatastrophen, ein paar scharmützel im Osten und der WW3 ist nicht mehr so weit.

Ich bin sicher das man es jetzt noch abwenden könnte, wenn man sich nun ernsthaft mit dem lösen der inneren Probleme beschäftigen würde, es ist aber fast zu spät daher ist da wirklich eile geboten.

Der Abbau der Rechte, führt halt auch wieder zu den alten Zuständen, sollte man sich mal überlegen.
Kommentar ansehen
29.03.2006 12:11 Uhr von Finn.W
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Gibt es hier nur noch Klageweiber und Memmen? Egal welche Reform auf dem Arbeitsmarkt oder an den Sozialsystemen von einer beliebigen Regierung angegangen wird, sofort wird gejammert. Wir haben zwar einige strukturellen Probleme in Deutschland, aber insgesamt geht es uns doch gut hier. Damit das so bleibt, müssen aber weitere Reformschritte gegangen werden.

Was ist an einer änderung des Kündigungsschutzes verkehrt? Wieviel kleinere Handwerksbetriebe stellen keine Leute ein, weil sie befürchten das sie diese nicht wieder los werden bei Auftragsrückgang? Es ist doch besser wenn ich als Arbeitsloser einen befristeten Job oder eine Anstellung auf Probe erhalte, als gar nicht zu Arbeiten. Es sei denn ich habe keinen Bock auf Arbeit. Sollte es nach zwei Jahren zu einer Kündigung kommen, habe ich 2 Jahre mehr Geld gehabt, Erfahrung in meinem Job erlangt und hoffentlich etwas für meine Altersvorsorge getan. Danach muss ich mir halt einen anderen Job suchen.
Kommentar ansehen
29.03.2006 12:15 Uhr von PruegelJoschka
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Finn: Und da reicht ein halbes Jahr nicht?
Kommentar ansehen
29.03.2006 12:33 Uhr von alexolaf
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Finn.W: Erstmal kann hier jeder seine Meinung vertreten, ohne von jemanden als Memme hingestellt zu werden. Zweitens kann ein kleiner Betrieb unter zehn Angestellten entlassen wie er will und wenn es 15 Mitarbeiter sind hat der Arbeitgeber die Chance, befristet einzustellen. Ist zwar auch nicht die beste Lösung, aber möglich. Dann sollte man das aus der Sicht von beiden Seiten sehen. Es gibt auch Arbeitgeber die das schamlos ausnutzen würden... Ich finde, sollte man die Zeit (2Jahre) nicht Probezeit nennen dürfen. Diese ist eigentlich dazu da, um zu sehen und einzuschätzen was der Eingestellte kann und wie er arbeitet. Da braucht man aber keine zwei Jahre. Um aber bei dem Thema zu bleiben, Müntefering hat diesen Plan ja gestoppt, also Hoffnung das es so bleibt wie es ist.
Kommentar ansehen
29.03.2006 12:34 Uhr von Finn.W
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@PruegelJoschka: Darüber läßt sich streiten, besonders da es bei der Novellierung des Kündigungsschutz ja nicht nur um die hier in der News genannte Zeit geht. Z.b. soll nach der Koalitionsvereinbahrung im Gegenzug die Möglichkeit entfallen, Arbeitsverhältnisse ohne sachlichen Grund auf zwei Jahre zu befristen.
Ich kann Münteferings zögern nicht verstehen. Ein Weg wurde zwischen beiden Parteien ausgehandelt, warum soll der jetzt nicht umgesetzt werden. Die anderen Störfeuer aus den Reihe der Union zu dem Thema sind zu vernachlässigen. Aber je länger die große Koalition währt, desto kleiner werden die Reformschritte werden. Ich befürchte ähnliche Verzögerungen schon bei der Föderalismusreform.
Kommentar ansehen
29.03.2006 12:42 Uhr von vst
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
das alles gehört dringend reformiert: >Zweitens kann ein kleiner Betrieb unter zehn Angestellten entlassen wie er will und wenn es 15 Mitarbeiter sind hat der Arbeitgeber die Chance, befristet einzustellen.<
und? was soll das?
ich arbeite seit zwanzig jahren als freier mitarbeiter in verschiedenen architekturbüros.
die dürfen mich ohne angabe von gründen von einem tag auf den andern an die frische luft setzen bzw. den auftrag entziehen, mir keinen neuen geben.
genauso kann ich von einem tag auf den andern gehen wenn ich was besseres finde.

bei kleinen und mittleren betrieben finde ich das super.
ich wollte nicht mehr anders.

ist sicher nicht überall anwendbar, aber in meinem beruf eine super sache.
Kommentar ansehen
29.03.2006 12:47 Uhr von alexolaf
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@vst: "freier Mitarbeiter" das bedeutet das Du kein Angestelltenverhältnis hast und das hat gar nichts mit dem Thema zu tun.
Kommentar ansehen
29.03.2006 12:59 Uhr von SyntaxError
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
ja ja "genauso kann ich von einem tag auf den andern gehen wenn ich was besseres finde..."

Leute, hört doch auf zu träumen. Wie naiv muss man denn noch sein ???
Denkt Ihr wikrlich, dass diese Lockerung der Kündigungsschutzes mit 24 Mon. Probezeit nur deswegen kommt damit die Arbeiter ohne Probleme wechseln können ???

träumt weiter...

Ich kann euch sagen was passieren wird: Es wird keinen festen Arbeitsplatz mehr geben. Der Arbeitgeber wird jeden neuen Mitarbeiter nach 24 Mon. kündigen und dafür einen einstellen.
Grund: Er hat immer junge Mitarbeiter, er muss keine Abfindung zahlen, der Arbeitneher arbeitet mit max. Energie um auf eine feste Stelle nach 24 Mon. zu hoffen und und...

am Ende ist der Arbeitnehmer der Arsch. Die in Frankreich machen das schon richtig.
Und Ihr ? gute Nacht, igrendwann werdets Ihr auch aufwachen aber dann wird es zu spät sein.


Kommentar ansehen
29.03.2006 13:22 Uhr von PruegelJoschka
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Finn: Bleibt dabei! Wieso 2 Jahre anstatt 6 Monate? Eine sinnvolle Begründung hast Du nicht gelifert und was in dem Koalistionsvertrag steht ist für den Sinn des Gesetzes nicht von Bedeutung. Du beschimpfst hier Leute als Jammerlappen und kritisierst ihre Meinung; hast selbst aber keine Argumente für die Einführung dieses Gesetzes. Irgendwie traurig?
Kommentar ansehen
29.03.2006 13:33 Uhr von Teppichratte
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Sollte es: Herr Müntefering tatsächlich mit der Angst zu tun bekommen, oder beginnt schon der Wahlkampf ?

Die zwei Jahre Frist, haben den einzigen Sinn, feste Arbeitsplätze abzubauen, und einen Großteil der Angestellten nach Berdarf zu halten.

Gleichzeitig plärren die Familienpolitiker rum, dass zu wenig Kinder in die Welt gesetzt werden, welche junge Familie setzt denn ohne jede Planungssicherheit Kinder in die Welt?
Kommentar ansehen
29.03.2006 13:40 Uhr von Finn.W
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@SyntaxError: "Es wird keinen festen Arbeitsplatz mehr geben. Der Arbeitgeber wird jeden neuen Mitarbeiter nach 24 Mon. kündigen und dafür einen einstellen.
Grund: Er hat immer junge Mitarbeiter, er muss keine Abfindung zahlen, der Arbeitneher arbeitet mit max. Energie um auf eine feste Stelle nach 24 Mon. zu hoffen und und..."

Ich kann mir nicht vorstellen das du als Chef damit gut beraten wärst. Auf die Erfahrung meiner Mitarbeiter würde ich nicht verzichten. Auch würde ich als Chef lieber gute Mitarbeiter behalten, als immer wieder "die Katze im sack" einzustellen. Aber wenn sich jemand nach 24Monaten immer noch nicht lernfähig zeigt oder keine Leistung bringt, würde ich die Probezeit auch sicher nicht verlängern.
Kommentar ansehen
29.03.2006 13:48 Uhr von vst
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
och: alexolaf
war ja nur als beispiel, dass es auch anders geht.
und wenn du meinen beitrag durchgelesen hättest hättest du gesehen, dass es nur ein beispiel für meinen speziellen fall war.

SyntaxError
"genauso kann ich von einem tag auf den andern gehen wenn ich was besseres finde..."
Leute, hört doch auf zu träumen. Wie naiv muss man denn noch sein ???

was hat das mit naiv zu tun?
erst vor einem dreiviertel jahr geschehen.

>Denkt Ihr wikrlich, dass diese Lockerung der Kündigungsschutzes mit 24 Mon. Probezeit nur deswegen kommt damit die Arbeiter ohne Probleme wechseln können ???<
natürlich nicht. wie bei alexolaf. wenn du meinen beitrag gelesen hättest und nicht nur diesen einen satz, wüsstest du, dass es in meinem beispiel nicht um die probezeit ging, sondern um die kündigung und dies in meinem speziellen fall.

>am Ende ist der Arbeitnehmer der Arsch. Die in Frankreich machen das schon richtig.
Und Ihr ? gute Nacht, igrendwann werdets Ihr auch aufwachen aber dann wird es zu spät sein.<
ach ja? die machen es richtig?
dann gehen wir doch jetzt auch auf die straße, randalieren, schmeißen schaufensterscheiben ein.
das ist richtig?

um das nochmals klarzustellen.
ich finde probezeit an sich schon unsinnig.
ein arbeitgeber stellt jemanden ein, wenn einer der beiden merkt es ist nicht, kann man das arbeitsverhältnis auflösen.
mit einer gewissen kündigungsfrist.

alles andere ist unsinn.
Kommentar ansehen
29.03.2006 14:33 Uhr von naddelth
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Finn: im Großen und Ganzen geb ich dir Recht. Die Menschen sind ans Jammern gewohnt und jede Umstellung (Reform) bedeutet Stress weil Umgewöhnung und der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Es ist aber auch so, dass man bei einer Probezeit von zwei Jahren nicht wirklich in die Zukunft planen kann. Viele nehmen in ihrer Probezeit keinen Urlaub, einerseits weil es vom Arbeitgeber nicht gewünscht wird, andererseits, weil man denkt, das kann ich nicht bringen. Daher würde eine zweijährige Probezeit eher Stress bedeuten, allerdings kann das ja auch zu Höchstleistungen beflügeln. Vielleicht sollte man überlegen, ob man die Probezeit zwar auf zwei Jahre verlängert, allerdings so, dass man eine Staffelung der Frist bedenkt. Wie wäre es mit im 1 Monat 1 Tag, 2 Monat 2 Tage und so weiter, bis hin zu 14 Tage oder vielleicht 20 oder so. Denn ob einen Monat oder 14 tage machen doch keinen Unterschied im Thema der "Neujobfindung". Zeige mir den, der in 4 Wochen schneller einen Job findet als in zwei Wochen. Wenn mich die Kündigung überrascht benötige ich mindestens 2 Monate bis ich was neues hab. Allerdings wenn ich mich von der Firma wegbewerbe, habe ich bei einer zweiwöchigen Frist vielleicht eher eine Chance. Denn ich habe das am eigenen Leib gespürt. Ich war noch angestellt und hab mich beworben, trotz mehrerer Gespräche hagelte es nur Absagen. Dann war ich meinen alten Job los und hatte innerhalb von 2 Monaten einen neuen. Ich denke danz so verkehrt ist es nicht, wenn man den Kündigungsschutz etwas lockert, man muss nur einen Zwischenweg finden...
Kommentar ansehen
29.03.2006 14:52 Uhr von «azero»
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
FULL ACK, vst in deinem Beruf --- und absolut auch in meinem. Hier - also in meiner Branche - würde ich sogar eine entsprechende "Zwangsflexibilisierung" begrüßen, würde sie doch zulassen, dass viel häufiger "frischer Wind" in die Firmen kommt. (Um ehrlich zu sein, würde ich sogar auf reine "project driven employment" umstellen wollen ... quasi "zwangsweise Freiberuflichkeit für alle, deren berufliche Anforderungen einer umfangreichen und schnellen Entwicklung unterliegen".)

Allerdings gilt das für die meisten anderen Branchen - und vor allem Berufe und Tätigkeiten - eben nicht. Während die meisten Leute in unseren beiden Branchen ziemlich unique sind, was ihre Qualifikationen und Erfahrungen angeht, werden Leute in weniger spezialisierten Berufen extrem leicht austauschbar. Und DAS ist die eigentliche Gefahr. Denn es geht mitnichten darum, "Bedarfsanstellungen" zu realisieren. Das ist bereits heute in sehr großem Umfang machbar. Zeitarbeit, Leiharbeit, Zeitverträge, Arbeitskooperationen und auch die allseits beliebter werdende "Praktikantenarbeit" reichen - in Verbund mit der bestehenden Gesetzgebung - problemlos aus, nahezu jedes (Arbeits-)Problem zu bereinigen und (fast) beliebige Spitzen auszugleichen.

Interessant wird also ein anderer Fakt: Die beliebige Austauschbarkeit binnen kürzester Frist.

Zu teuer? Kein Problem: Entlassung.
Zu aufmüpfig? Kein Problem: Entlassung.
In der Gewerkschaft? Kein Problem: Entlassung.
Kind gekriegt? Kein Problem: Entlassung.
Auto kaputt? Kein Problem: Entlassung.
Verschlafen? Kein Problem: Entlassung.
Krank geworden? Kein Problem: Entlassung.

DAS sind die - einzigen - Intentionen, die bis heute noch nicht wirklich umfangreich befriedigt werden. Denn selbst wenn man will, man braucht einen einigermaßen glaubhaften Grund und einige Monate Geduld, um solche Mitarbeiter loszuwerden.

Ein extrem vereinfachter Kündigungsschutz verkürzt übrigens auch gleich mal die Lohnverhandlungen drastisch: "Ach ja, Herr Müller, ab morgen zahlen wir Ihnen 450 Euro weniger. Wenn Ihnen das nicht passt, können Sie ab morgen zu Hause bleiben. Vor der Tür stehen mittlerweile über 5 Millionen andere, die gern arbeiten wollen.".

Und anders als du oder die meisten Leute in meiner Branche können sich Maurer, Bäcker, Verkäufer, Monteure, Gärtner, Maler, Elektriker, und wie sie sonst noch alle heißen mögen, nicht wirklich wehren: Sie sind nun mal nahezu beliebig austausch- und ersetzbar.

Die logische Folge des hire-´n´-fire kann man in den USA bewundern: ... working poor ... Leute, die zwei, drei, vier oder sogar fünf Jobs haben, um wenigstens die laufenden Verbindlichkeiten decken zu können...
Kommentar ansehen
29.03.2006 17:06 Uhr von Cpt.Proton
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
oh mann: Wo wohnst du eigentlich, bzw. wer bezahlt dich eigentlich für deine Lügen azero ?

>>>In der Gewerkschaft? Kein Problem: Entlassung.
Kind gekriegt? Kein Problem: Entlassung.
Auto kaputt? Kein Problem: Entlassung.
Verschlafen? Kein Problem: Entlassung.
Krank geworden? Kein Problem: Entlassung.<<<

Den Fall zeig mir mal, Herr Lügenbaron.
Kommentar ansehen
29.03.2006 17:25 Uhr von loxlay
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Finn.W: Du meinst ja, die Betriebe würde die Leute dann nicht mehr los werden, wenn die Probezeit weiterhin auf 6 Monate bleiben würde.

Warum geben die Betriebe den Mitarbeitern dann nicht einfach immer nur befristete Verträge für ein Jahr ?
Ist nach einem Jahr keine Arbeit mehr vorhanden, wird der Vertrag nicht mehr verlängert. So einfach ist das. Mit der Probezeit auf zwei Jahre kann er dich dagegen jederzeit kündigen, was ich wirklich nicht gut finden kann. Es gibt genügend schwarte Schaafe die das gnadenlos ausnutzen würden.
Kommentar ansehen
29.03.2006 17:42 Uhr von mira1
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Cpt.Proton: les doch mal das ganze posting:

"DAS sind die - einzigen - Intentionen, die bis heute noch nicht wirklich umfangreich befriedigt werden. Denn selbst wenn man will, man braucht einen einigermaßen glaubhaften Grund und einige Monate Geduld, um solche Mitarbeiter loszuwerden."
Kommentar ansehen
29.03.2006 18:31 Uhr von ThomasHambrecht
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Man sollte die Regierung 6 Monate auf Probe wählen dürfen.

Lieber Herr Münterfering, das wäre doch mal interessant.
Kommentar ansehen
29.03.2006 20:07 Uhr von Il_Ducatista
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
lachbrüll: lachbrüll, lachbrüll ....
ich kann mich nicht mehr halten vor lachen.
In DLand ist die Regierung doch tatsächlich intellegenter als ihr Volk.
Ich habe seit Wochen gesagt, in Frankreich kommt es zu einem halben Volksaufstand und in DLand wird dasselbe abgezogen und an Proteste kann überhaupt niemand denken, geschweige denn umsetzen. Dei beiden Länder sind nur durch einen Fluss voneinander getrennt.
Wenn man denen also etwas glauben können sollte, wird demnächst in DLand die Beschäftigung um 40% anziehen und die Franzfirmen werden nach DLand flüchten. oder was ?
Zusammenfassend kann man sagen dass die franz Demonstranten die Klasse der Unterlasser in Nadelstreifen mal so richtig lächerlich gemacht haben.
Kommentar ansehen
29.03.2006 20:13 Uhr von Linuxu
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
vieleicht hat herr müntefering: auch erkannt das so ein gesetz völliger blödsinn ist.
solange es die möglichkeit gibt personal 2 jahre befristet einzustellen solage brauchen wir kein neues gesetzt.
2 jahr befristet=2 jahre probezeit

so einfach ist das.

Refresh |<-- <-   1-25/30   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?