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Afghanistan: Wird der konvertierte Rahman für unzurechnungsfähig erklärt?

SSN berichtete bereits über den Fall des zum christlichen Glauben konvertierten Abdul Rahman. Derzeit scheint die Sachlage darauf hinauszulaufen, dass Rahman für unzurechnungsfähig erklärt wird.

Nach der Scharia kann nämlich nur eine Person, die völlige geistige Gesundheit aufweist, vom Glauben abfallen. Es ist jedoch keine Dauerlösung, in Zukunft jeden Menschen, der zu einem anderen Glauben konvertiert, für verrückt zu erklären.

Das eigentliche Problem liegt in der afghanischen Verfassung, die sowohl den allgemeinen Menschenrechten als auch der "heiligen Religion des Islam" verpflichtet ist. Die Scharia sieht für "Abtrünnige" die Todesstrafe vor.


WebReporter: cozmixx
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Afghanistan
Quelle: www.nn-online.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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25.03.2006 11:15 Uhr von cozmixx
 
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Menschenrechte und Scharia vereinigt in einer Verfassung - das ist ein Widerspruch in sich. Im Kern vereinen alle Religionen meiner Ansicht nach gleich gute Grundsätze.
Die Scharia jedoch widerspricht allem, was gut und menschlich ist.
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25.03.2006 13:29 Uhr von st4ch
 
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irgendwie paradox: ZITAT
Nach der Scharia kann nämlich nur eine Person, die völlige geistige Gesundheit aufweist, vom Glauben abfallen.

wieso soll er dann zu unzurechnungsfähig erklärt werden wenn nur personen, die eine völlige geistige gesundheit aufweisen vom glauben abfallen können?
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25.03.2006 13:57 Uhr von cozmixx
 
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Erklärbär: Das bedeutet, dass das eine unzurechnungsfähige Person auch nach Scharia nicht für seine Taten verantwortlich ist.
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25.03.2006 14:11 Uhr von kwikkwok
 
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Gute News, mäßiger Kommentar: Sorry, aber DIE Scharia gibt es halt nu leider genausowenig wie DEN Islam, übrigens aus ähnlichen Gründen. Zusätzlich zum Mangel an formeller Kirche fehlt es diesem Rechts´system´ nämlich buchstäblich an einer westlichen Maßstäben auch nur annähernd genügenden Kodifizierung. Oder, um Widerspruch gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: An einem Übermaß an Kodizes;)

Richtig ist der Hinweis auf in der afghanischen Verfassung nie ernsthaft ausgeräumte Widersprüche zwischen Menschenrechten westlicher Prägung und dem Bezug auf die jeweilige Auslegung der Scharia bzw. ihrer Grundlagen.

PS: An dieser Stelle mal ein Hinweis, der leider nie gegeben wird: Der Angeklagte war sich dieser Gefahr selbstverständlich immer bewusst. Die wirklichen ´Verbrecher´ sind in meinen Augen in erster Linie jene Verwandte, die, um in einem anderen Konflikt mit dem Mann die Oberhand zu erhalten, skrupellos zu diesem Mittel gegriffen haben.
PPS: Angesichts solcher Vorfälle sollten sich insbesondere unsere Politiker doch mal Gedanken darüber machen, wie sie eigentlich glauben, am schnellsten und nachhaltigsten den Menschenrechten auch in einem Land wie Afghanistan zur uneingeschränkten Geltung zu verhelfen. Vielleicht mit weniger Lautstärke? Wie lange und wie ´fest´ wird der installierte Karsai beispielsweise im Sattel sitzen bleiben, wenn er regelmäßig in solchen Fällen weltöffentlich im Sinne westlicher Intervention, die sonst so gern beschworene Gewaltentrennung jeweils aufhebend, ´eingreift´. Etc. pp.
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25.03.2006 15:40 Uhr von cozmixx
 
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Erklärbär II. @Kwikkwok: Der Kommentar darf ruhig etwas mäßig sein, dieser fließt bekanntlich nicht mit in die Bewertung ein.
(Ui, das reimt sich sogar ;) ).

Bei der Erwähnung der Scharia muss ich zwangsläufig an die unzähligen Frauen weltweit denken, die in erster Linie unter dieser merkwürdigen "Gesetzgebung" (ich weiß Kwikkwok, das Wort trifft auch nicht wirklich zu) gelitten haben, bzw. noch immer leiden. Vielleicht erklärt das meinen Kommentar ein bisschen.

Im übrigen hat sich jetzt auch Conny Rice eingemischt, den Artikel hab ich vorhin scheinbar übersehen:
http://www.nordbayern.de/...
Die Info, dass Rahman bereits vor 10 Jahren vom Islam zum Christentum übergetreten ist, finde ich auch interessant - gerade was Kwikkwoks Anmerkung, die eigentlichen "Verbrecher" sind die Verwandten, betrifft (da pflichte ich ihm durchaus bei).

Aber man sieht auch, dass das Thema Durchsetzung der Menschenrechte in fundamentalistisch geprägten Ländern leider wenig Interesse hervorruft. Schade.
:-(
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25.03.2006 17:12 Uhr von kwikkwok
 
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@cozmixx: Klar, drum habe ich das ja auch fein säuberlich getrennt, Kommentar und News. Mit dem Reim bin ich aber nicht so ganz glücklich, denn es hapert bisserl arg mit dem Versmaß;)

Condy Rice: Genau das habe ich gemeint; steht ihr ja völlig frei, da Einfluss zu nehmen. Nur sollte das eben in keiner Zeitung stehen... Vor allen nicht in solchen, deren Inhalte der afghanischen Bevölkerung zugänglich gemacht werden werden.

Die Durchsetzung der Menschenrechte wird nur erfolgreich sein, wenn niemand sie mehr als Durchsetzung empfindet, insbesondere im islamisch geprägten Teil der Welt. Aber auch anderswo. Es ist ein unaufhebbarer Widerspruch in sich, Rechte, die für ALLE IMMER gelten MÜSSEN, mit Macht- und Druckmitteln von außen durchzusetzen.

Klar, die Scharia hat für viele Frauen viel Unheil gebracht und fährt fort, das zu tun. Dass die muslimischen Herren der Schöpfung da auch ziemlich darauf angewiesen sind, zeigte sich z. B. einst in Tunesien: Kaum hatte Staatsgründer Bourguiba den Frauen das Wahlrecht gegeben und später das Familien- und Eherecht französisch-zivilem Vorbild angepasst, schnellte die Selbstmordrate unter tunesischen Männern signifikant nach oben. Sich nicht mehr einfach durch dreifaches Ausstoßen der Formel ´Ich verstoße Dich´ scheiden lassen zu können, traf die tunesischen Männer offenbar sehr hart. (Nein, nicht alle, nicht immer, natürlich nicht, aber viele, meistens.)
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25.03.2006 18:35 Uhr von cozmixx
 
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Kwikkwok: ok, ein fünffüßiger Jambus war das nicht ;-)

Rest zur Kenntnis genommen, zugestimmt und im Oberstübchen abgespeichert :)
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25.03.2006 21:40 Uhr von kirschholz
 
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Wie wäre es wenn man alle islamischen Fundamentalisten für unzurechnungsfähig erklärt? Dann wären sie bei den wahren Moslems unglaubwürdig, und es gäbe diesen ganzen Ärger nicht.
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26.03.2006 15:08 Uhr von zocs
 
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Die wiedersprechen sich selbst denn der Koran sagt eindeutig, das es keinen Zwang zum Glauben gibt ... PUNKT.
Die schneiden sich ins eigene Fleisch und werden sich, wenn Menschen deshalb ums Leben kommen, vor Allah verantworten müssen ...

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