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Bolivien will von Chile ein Stück der Pazifikküste zurück haben

«Jetzt ist es Zeit, zwischen Volk und Volk zu verhandeln», erklärte Boliviens Präsident Evo Morales zum „Tag des Meeres“ und forderte die Organisation Amerikanischer Staaten mit auf, bei einer Sitzung über einen Küstenstreifen Chiles zu verhandeln.

Vor ungefähr 130 Jahren hatte Bolivien einen Teil seines Territoriums am Pazifik an Chile in einem Krieg verloren. Die Bolivianer wollen nicht nur ans Meer, um dort am eigenen Strand Urlaub zu machen, sie würden auch gerne einen Hafen besitzen.

Chile hat sich bisher dem Ansinnen verweigert. Allerdings könnten die neuen politischen Konstellationen beider Länder, in Chile wie in Bolivien wurde eine Linksregierung gewählt, ein dem Wunsch entsprechendes Verhandlungsergebnis ermöglichen.


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WebReporter: la_iguana
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Chile, Stück, Bolivien, Pazifik
Quelle: www.euronews.net

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19 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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24.03.2006 23:26 Uhr von la_iguana
 
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Wenn, dann wird Chile allerhöchstens eine Konzession gewähren. Zudem wäre auch die Aushandlung eines „trockenen Kanals“, einer Transitstrecke nach Bolivien einzurichten, zu verhandeln – die wäre aber nicht umsonst zu befahren.
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25.03.2006 10:53 Uhr von Negative Creep
 
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130 Jahre: Sollen wir Europa denn nicht auch dann nach dem Vorbild von vor 130 Jahren aufbauen?

Deutschland wäre ein bisschen größer. Hätten wir wieder genug Land für weitere Weltkriege...^^

Aber mal im Ernst, irgendwann muss man ne Grenze ziehen. Sonst kann Frankreich ja auch sagen "Unter Napoleon" und die Italiener hatten ja das römische Reich.

Geschichte ist Geschichte.
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25.03.2006 12:04 Uhr von Spix Ara
 
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Südamerika nicht gleich Europa: Ich denke, dass man das nicht miteinander vergleichen kann. Meine Freundin ist Bolivianerin, von daher weiß ich, wie die Leute dort unter dem Entzug des einzigen damaligen Küstenstreifens leiden. Deutschland hat immer noch, trotz der zu leistenden Reparationen in Form von Land, genug Küste. Mal abgesehen davon sind Bremen, und Hamburg erst recht, eine der größten Hafen der Erde. Jedenfalls ist Bolivien das ärmste Land in Südamerika, gerade auch weil die Bolivianer teuer für den Transport ins eigene Land bezahlen müssen. Dazu kommt, dass Bolivien in einer Reihe von unglücklich verlaufenen Kriege, nach der Unhabhängigkeit, riesige Landteile verloren hat (Die Abtretung von Schlesien oder Königsberg sind ein Witz dagegen!). Dazu will ich noch sagen, dass Deutschland offiziell die Grenze zu Polen erst nach der Wende engültig akteptiert hat. Abgesehen davon können wir froh sein, dass die damaligen Allierten große Angst vor dem Kommunismus hatten, sonst könnte es heute ganz anders aussehen (Ich denke da z.B. an den Marshall-Plan!).
Jedenfalls würde es Chile bei so viel Küste nicht weh tun ein Stück anzugeben. Gerade auch, weil es mehr Stabilität und wirtschaftlichen Aufschwung in die Region bringen würde. Und ich denke, dass das wichtiger ist, als irgendetwas anderes zur Zeit.
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25.03.2006 12:22 Uhr von Parramatta
 
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Guter Artikel und ein ebenso gute Reaktion aus erster Hand.
Deutschland kann froh sein, dass es in der heutigen Form überhaupt existiert. Hätte es um 1945 keine Interessensphären für die USA gegeben ("Kalter Krieg") Deutschland wäre wirtschaftlich nie wieder auf die Füße gekommen (vergl. Ex-DDR).
Bolivien gebührt ein Zugang zum Pazifik, allein deshalb, um den Frieden in der Region langfristig zu sichern.
Nichts anderes wurde mitten in Europa getan, als Bosnien-Herzegowina ein Zugang zur Ägäis zugesprochen bekam.
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25.03.2006 12:35 Uhr von Negative Creep
 
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Okay: ist eine andere Situation, aber abgesehen davon, dass ich Bolivien das Stück Küste gönnen würde, wollte ich eigentlich nur fragen:

Steht es ihnen zu?
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25.03.2006 13:01 Uhr von Benares
 
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Ne schwierige Situation: bolivien hat keine möglichkeiten, druck auf chile auszuüben. das land ist arm, auch wenn die politischen verhältnisse seit den 80ern relativ stabil sind. vor 130 jahren war krieg noch ein anerkanntes politisches mittel, das ist heute in großen teilen der welt leider immer noch so. aber dennoch: bolivien hat diesen küstenstreifen verloren, das ist über 130 jahre her, was heißt in der antofagaste-provinz heute kein einziger mensch mehr lebt, der als bolivianer geboren wurde.
welchem land die menschen dort sich momentan zugehörig fühlen, kann ich nicht sagen, aber ich denke, dass bolivien keinen anspruch mehr auf die region hat, einfach weil es zu lange her ist. indien gehörte auch mal zum britischen empire.
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25.03.2006 13:31 Uhr von Slipknot1
 
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seltsam: 130 Jahre ging es ohne Hafen und Strand und jetzt wollen sie plötzlich wieder was zurück !?!
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25.03.2006 13:39 Uhr von Andre1977
 
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ich bin grad in chile: hallo,

ich bin nun schon einige monate in chile u meine freundin ist auch eine chilenin. die chilenen können jedenfalls nur müde lächeln über die forderungen von bolivien. auch über den bolivianischen präsidenten, aber das ist ein anderes thema ,-)

ich finde es lächerlich, sich nach einer so langen zeit zu melden, um wieder zugang zum meer zu bekommen. das ist nunmal einfach pech für bolivien.
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25.03.2006 16:02 Uhr von Commandante
 
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Bolivien hatte noch nie einen Hafen! Der Artikel ist so nicht richtig, Bolivien besass noch nie Kueste! Das Gebiet was Chile eroberte gehoerte zu Peru und das werden die sicher nicht hergeben. Und wer so etwas schreibt wie "Die haben ja genug Kueste", hat keine Ahnung von der Situation. Der Norden ist strategisch sehr wichtig, alle Haefen sind Umschlagplaetze, dazu die Rohstoffvorkommen (die groesste Mine der welt liegt im Norden).

Ebenfalls wuerde man Bolivien nachgeben, kaeme gleich Peru mit Forderungen. Das Land gehoert Chile und niemanden anders. Dazu hat Bolivien einen Zugang, Chile gewaehrt Bolivien einen Hafen, sie duerfen ihre Produkte darueber verschiffen
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25.03.2006 16:41 Uhr von Muta
 
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@Commandante: "Bolivien hatte noch nie einen Hafen!"
Schlichtweg falsch. Im Salpeterkrieg (danach im Vertrag 1884 auch offiziell geregelt) zwischen Chile und Bolivien+Peru verlor Bolivien die Provinz Atacama einschließlich des Hafens Antofagasta an Chile. Das Gebiet gehörte Bolivien vorher auch offiziell, wurde 1874 in einem Grenzvertrag geregelt.
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25.03.2006 17:09 Uhr von Commandante
 
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falsch: schau in die Geschichte von Bolivien.
Bolivien wurde von Bolivar gegruendet. Dieser beanspruchte ganz einfach bei der Gruendung seines Staates ein Teil der Kueste, was aber schon immer Chile war. Das ist Fakt, ich lebe in Chile.

Dazu bat Chile ein Teil der Kueste an, dieses Angebot wurde aber abgelehnt. Zum einen weil der Teil nicht viel Wert hat (aber immerhin Zugang zum Meer) und zum anderen wuerde Peru es nicht wollen.

Aber wie schon gesagt Chile gibt ihnen Zugang zum Meer, sie muessen eben nur dafuer bezahlen
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25.03.2006 17:38 Uhr von Muta
 
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Ob du in Chile lebst oder nicht: spielt herzlich wenig eine Rolle, wenn wir über Geschichte aus dem 19. jahrhundert reden (Es würde ja auch niemand sagen dass er in Deutschland lebt und sich deswegen zwangsläufig übelst mit Bismarck auskennt). Das bedeutet höchstens, dass du natürlich die chilenische Version im Geschichtsunterricht hattest.

Ich zitiere aus Wikipedia:
"Im Salpeterkrieg (1879-1883) verlor Bolivien große Teile des seit der Unabhängigkeit umstrittenen Territoriums mit Zugang zum Pazifik an Chile..."
http://de.wikipedia.org/...

Ich zitiere aus Encarta:
"In den 1866 und 1874 unterzeichneten Verträgen über die politische Zugehörigkeit der an Salpetervorkommen reichen Atacamawüste wurde der 24. Breitengrad als Grenze zwischen Chile und Bolivien bestimmt. 1879 kam es zwischen beiden Staaten zum Salpeterkrieg, bei dem Bolivien von Peru unterstützt wurde. Bolivien erlitt eine Niederlage und musste die Küstenprovinz Antofagasta an Chile abtreten, wodurch es seinen einzigen Zugang zum Pazifischen Ozean verlor"

usw. (also das was ich vorher bereits schrieb)


"Aber wie schon gesagt Chile gibt ihnen Zugang zum Meer, sie muessen eben nur dafuer bezahlen"
Ist nicht falsch, hat aber mit dem oben Gesagten trotzdem nichts zu tun.
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25.03.2006 18:04 Uhr von Muta
 
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Noch kurz als Zusatzanmerkung: Was in der "offiziellen" (also z.B. in Schulbüchern) Geschichtsschreibung in Chile über den Salpeterkrieg steht, ist mir nicht bekannt.
War jetzt nur eine Vermutung (aufgrund "Commandantes" Aussagen), da ja der Konflikt über den Meerzugang zwischen beiden Ländern bis heute existiert (was aber jetzt unter den eher linken Regierungen evt. geändert werden kann).
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25.03.2006 19:15 Uhr von Borgir
 
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fände ich ok: wenn sie das stück land bzw. strand zurück bekommen. da sollte chile sich nicht so dranstellen.
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25.03.2006 19:25 Uhr von Curse
 
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Bolivien hat das in einem Krieg verloren, also haben sie auch keinen Anspruch mehr darauf... Ich frage mich wirklich, was manche Leute hier denken oder wie die sich das vorstellen. Als ob irgendein Land der Welt etwas zu verschenken hätte.
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25.03.2006 20:41 Uhr von Latinoboy
 
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Geschichtsverzerrung: Tja,

leider sagen Lexikas wie wikipedia was ganz anderes...schau mal unter Salpeterkrieg nach!

sag mal Comandante denkst du wirklich das die Chilenischen Unternehmen die sich in Antofagasta niederliessen nicht wussten das sie sich in bolivianischen Territorium befanden? Von der Unabhänigkeit Boliviens (1825)
bis zum Salpeterkrieg (1879) sind schliesslich mehr als 50 Jahre vergangen.

Nur die chilenischen Geschichtsbücher verzerren diesen Krieg um sich zu rechtfertigen, das ist mir völlig klar.


Das einzige Dumme an der Geschichte ist, das die Bolivianer ein Meerzugang wollen, das eigentlich peruanisches Territouim war. Aber der Allerheil ein eigenen Hafen zu besitzen wird die Situation auch nicht merklich verbesser, solange die Binnenwirtschaft nicht besser wird. Es gibt Freihandelszonen von Peru und Chiles Seite die von Bolivien kaum ausnutz, schade eingentlich.

best regards

Latinoboy
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25.03.2006 20:56 Uhr von Muta
 
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Hmm mal so interessehalber: hat denn jemand nen link dazu, wie die Geschichte des Salpeterkrieges in Bolivien und Chile geschrieben ist?
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25.03.2006 23:44 Uhr von la_iguana
 
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@muta: damit haben sich anscheinend schon andere auseinandergesetzt:

http://www.bolivia.com/...

die chilenisch unnatürlich knappe Version gibts (natürlich) bei
http://icarito.tercera.cl/...
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27.03.2006 10:49 Uhr von maria eugenia chavez
 
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Leopard Panzer für Chile: Im Vertrag von 1904 wird Bolivien einen Zugang zum Meer zugestanden. Peru müsste einverstanden sein, da Arica früher Peru angehört hat. Nun haben ausgerechnet Peru und Chile Probleme wegen der Fischereirechte vor dieser Küste. Bolivien könnte in diesem Konflikt der Gewinner werden. Doch da mischen sich die Europäer. Am 12.2.2006 hat der deutsche Bundesrat die Lieferung von zusätzlich 200 Leopard Panzer nach Chile beschlossen. Damit ist Chile noch stärker bewaffnet. Wenn es noch Recht auf Erden geben sollte, könnte die Internationale Gemeinschaft behilflich sein, damit Bolivien und Peru gemeinsam den Hafen Arica betreiben und ein Konflikt vermieden wird. Zur Zeit baut Chile einen Megahafen in Iquique. Die Straßen "transoceánicas" führen dahin. Das ist unsinnig, weil der Handel nach Norden gerichtet ist und zunächst gen Süden transportiert wird. In den vergangenen Jahren sprach man über einen Gebietsaustausch (Hector Vega, Bolivia: Salida al mar), weil Chile an einer Enklave in Puerto Suarez an der Grenze zu Brasilien interessiert ist, um Zugang zum Atlantik zu haben. Das verfolgen auch die separatistischen Bewegungen von Santa Cruz und vor allem vom gasreichen Tarija. Die von Europa unterstützten Autonomie könnte den Zerfall Boliviens beschleunigen und Chile behilflich sein. Chile würde dann zugreifen und hätte Energie und Zugang zum Atlantik. Europa und USA stehen an der Seite Chiles, weil sie den Hafen, der Güter nach Asien transportiert kontrollieren möchten.

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