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Heiner Geißler (CDU): «Gier zerfrisst Hirn» - Kritik an Wirtschaft und Politik

Gegenüber der Zeitung "Die Welt" äußerte der ehemalige CDU-Generalsekräter heftige Kritik an Politik und Wirtschaft. Jesus würde die heutige kapitalistische Wirtschaftsordnung im Gegensatz zur Botschaft des Evangeliums sehen, so sein Fazit.

Die Globalisierung müsse human gestaltet werden, die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft scheiterten daran, weil das Streben nach immer höherer Kapitalrendite und Shareholder-Value «das Hirn zerfrisst».

Politiker seien Anhängsel einer neoliberalen Marktideologie, was die Bürger bei der letzten Bundestagswahl aber abgelehnt hätten, die CDU habe mit dieser marktradikalen Politik, die nichts mit Reformen zu tun habe, ihr schlechtestes Wahlergebnis erhalten.


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WebReporter: Ferkelwämser
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Politik, Wirtschaft, Kritik, CDU, Hirn
Quelle: www.welt.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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09.03.2006 15:33 Uhr von Ferkelwämser
 
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Weise Worte. Wie in einer anderen SN-News berichtet, ging Geißler auch mit der Kirche ins Gericht. Schon in der Vergangenheit äußerste er sich kritisch zur wirtschaftlichen Situation.
Beide "Volksparteien" haben ihre Wurzeln verraten und nutzen sie nur noch als wahlkampftaktisches Alibi - die SPD die Arbeitnehmerbewegung und die Union die kirchliche Soziallehre.
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09.03.2006 15:49 Uhr von umn
 
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Der richtige Mann: Wenn die Parteien sich immer nur gegenseitig kritisieren, nimmt das keiner Ernst, nach dem Motto "Was geht uns deren Geschwätz an?". Von daher ist Geißler genau der richtige Mann für diese Art der Kritik, den ihm kann man (in dem Fall die CDU) nicht vorwerfen, Parteipolitik für "die anderen" betreiben zu wollen.
Zum Inhalt der Kritik kann ich nur sagen: Meine Zustimmung hat er.
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09.03.2006 15:53 Uhr von Ferkelwämser
 
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Chronische Altersweisheit: Zwei ältere Zwischenrufe von Heiner Geißler:

»Wo bleibt Euer Aufschrei?«
146 Jahre später warten in Deutschland – als ob es nie eine Zivilisierung des Klassenkampfes gegeben hätte – Zehntausende von Arbeitern auf den nächsten Schlag aus den Konzernetagen von General Motors, Aventis, Volkswagen und Continental, der sie in die Arbeitslosigkeit und anschließend mit Hilfe der Politik auf die unterste Sprosse der sozialen Stufenleiter befördert.
...
Die Menschen leben und arbeiten in einer globalisierten Ökonomie, die eine Welt der Anarchie ist – ohne Regeln, ohne Gesetze, ohne soziale Übereinkünfte, eine Welt, in der Unternehmen, Großbanken und der ganze »private Sektor« unreguliert agieren können. Die globalisierte Ökonomie ist auch eine Welt, in der Kriminelle und Drogendealer frei und ungebunden arbeiten und Terroristen Teilhaber an einer gigantischen Finanzindustrie sind und so ihre mörderischen Anschläge finanzieren.

Wo bleibt der Aufschrei der SPD, der CDU, der Kirchen gegen ein Wirtschaftssystem, in dem große Konzerne gesunde kleinere Firmen wie Kadus im Südschwarzwald mit Inventar und Menschen aufkaufen, als wären es Sklavenschiffe aus dem 18.Jahrhundert, sie dann zum Zwecke der Marktbereinigung oder zur Steigerung der Kapitalrendite und des Börsenwertes dichtmachen und damit die wirtschaftliche Existenz von Tausenden mitsamt ihren Familien vernichten? Den Menschen zeigt sich die hässliche Fratze eines unsittlichen und auch ökonomisch falschen Kapitalismus, wenn der Börsenwert und die Managergehälter – an den Aktienkurs gekoppelt – umso höher steigen, je mehr Menschen wegrationalisiert werden.
...
http://www.zeit.de/...


...
bezeichnete der langjährige CDU-Generalsekretär die Firmenpolitik weltweit operierender Unternehmen als "Anarcho- Kapitalismus". "Diese Unternehmen können genau so frei agieren wie die Mafia, die Drogendealer, die Terroristen", wetterte Geißler. "Der Kapitalismus ist genau so falsch wie der Kommunismus. Aber im Moment ist dieser Anarcho-Kapitalismus, dieser wieder erstandene Frühkapitalismus die dominierende Ideologie."
...
"Richtig ist ein geordneter Wettbewerb, der geordnete Markt. Davon sind wir heute meilenweit entfernt."
...
Letztlich, so meinte Geißler, könne nur jene Philosophie siegen, die davon ausgehe, dass das Kapital dem Menschen zu dienen, und nicht ihn zu beherrschen habe. "Heute werden für die Kapitalrendite Menschenleben geopfert. Der moderne Kapitalismus ist eine moderne Form des Totalitarismus. Ein ökonomischer Totalitarismus, der über Leichen geht. Er nützt einigen wenigen, die immer mehr verdienen, er schadet immer mehr Menschen."

Zur Lage in Deutschland warnt der CDU-Politiker, dass nun bereits alle Arbeitnehmer potenzielle Hartz-IV-Kunden seien. Die politischen Eliten entwickelten keine langfristig-strategische Konzeption. Arbeitslosigkeit, so Geißler, sei nicht Schicksal, sondern die Folge von schweren politischen Fehlern und von Dummheit.
..."
http://www.spiegel.de/...
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09.03.2006 15:54 Uhr von vostei
 
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Altersweisheit: andere werden es mit altersstarrsinn gleichsetzen - ansonsten:

recht hat er, wenn auch spät, diese, seine erkenntniss
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09.03.2006 16:05 Uhr von Teppichratte
 
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Mit: der Meinung ist er in der gestaltenden Politik natürlich untragbar, so wie scheinbar jeder, der sich traut sein Hirn einzuschalten.
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09.03.2006 16:17 Uhr von legionaer
 
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Geißler hat schlichtweg Recht. Wenn es endgültig nach der Wirtschaft ginge (und es geht ja schon fast ausschliesslich nach ihr), würden am Band bei Mercedes, VW, Opel, AEG etc. nur noch 1-Euro-Jobber stehen. Doch wer soll eines Tages die Produkte noch kaufen?

Der pure Raubtier-Kapitalismus frisst sich eines Tages selbst.

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09.03.2006 16:33 Uhr von pulverschmid
 
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Großartiger Heiner Geißler! Wie schön und beruhigend ist es doch ab und an auch mal von wirklich großen Geistern aus eher konservativen Kreisen zu hören. Es gibt sie also, immernoch, wenn auch viel zu wenige und viel zu selten. Heiner Geißler ist einer der wissendsten und klügsten Politiker und Ökonomen, die sich nicht schämen, einmal verstandene Zusammenhänge auch denen zur Verfügung zu stellen, die keine Ahnung haben oder dies zugunsten schäbiger Anti-Volks-Demagogen verleugnen. Motto: Blut ist dicker als Wasser, was geht uns das Geschwätz und Gejammer des Volkes an?
Leider haben aber auch diese Typen noch Fürsprecher oder Nachplapperer, größere die jeder kennt und kleinere wie Kapitän-Proll-Proton oder Draver-Meier als Senf-Schleudern (man muß sie nicht kennen).
Wie wohltuend sind da nur drei richtige und gewichtige der Wahrheit und dem Volk gewogene Sätze von klugen Altersdenkern wie einem Heiner Geißler, der ja bereits einem Kohldampfmacher die Stirn geboten hat.
Warum hört denn nun keiner auf jene, die die Wahrheit und nichts als die Wahrheit sagen? Ich sagte es schon, weil Blut dicker ist als Wasser, viel dicker. Die Globalismus-Gläubigen schieben die Karren immer weiter in den Dreck, in der Hoffnung die dicksten herabfallenden Brocken noch vor dem Zusammenbruch der Nachfolgenden erraffen zu können.
Wir aber wollen nur die Vernunft und eine gewissenhafte wissenschaftlich begründete Ökonomie mit einer gesunden und sich erneuernden Marktwirtschaft. Totalraffer sind davon jedoch ausgeschlossen und haben keinen Platz im Volke. Deshalb wehren sie sich so vehement gegen jede Vernunft und das Wissen, was für diese gefährlich ist. Noch haben wir jedoch Demonkratie, wie krank sie auch sein mag und keine direkte Diktatur, also können wir noch wählen!
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09.03.2006 16:45 Uhr von ccwm
 
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Wieso ist Geißler noch in der CDU? solch weise Worte hört man eigentlich nur aus den Reihen der Linkspartei, und dort auch noch viel zu selten. Der Heiner sollte wirklich konvertieren (im Austausch könnte man der CSU ja den Otto Schill geben).

Aber von Jesus sollte er besser die Finger lassen, zwar ist Jesus lobenswerterweise die einzige Bibelgestalt welche Frauen als Menschen betrachtet hat, aber gegen Sklaverei, Leibeigenschaft und Kinderarbeit hat er auch nicht das geringste unternommen. So gesehen ist er der erste "Neoliberale", welche Geißler hier anprangert.

Uberhaupt, welch ein saudummer Begriff: "Neoliberal". Was ist an den Arbeitsbedingungen des 19. Jahrhunderts (wie sie z.B. Hundt, Thumann oder Westerwelle unverholen einfordern) bitteschön "neo" (also neu) und was in aller Welt soll das mit "liberal" zu tun haben?
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09.03.2006 18:58 Uhr von Kid Rob
 
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Geissler hat <jetzt> Recht. Damals hat er aber die selbe Scheisse verzapft wie die Politiker heute.
Unterschied zu Heute? Politikerrente!
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09.03.2006 23:17 Uhr von SchlachtVati
 
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irrgendwann: bekommen alle mit das das herz links schlägt !!!

willkommen im club herr geißler !!! *Kampfesgrüße*
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10.03.2006 09:59 Uhr von usambara
 
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Genosse Heiner erzähle das mal den NeoLiberalen aus der SPD-Führung.
Wie sich diese Partei mit so einer langen Geschichte sich
selbst verrät, tut weh.

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