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Statt polnischer Spargelstecher kommen Erntehelfer nun aus Rumänien

Die EU-Regelungswut hat nun auch Polen erfasst: Bisher kamen viele polnische Erntehelfer aus dem Nachbarland und halfen insbesondere auf brandenburgischen Spargelfeldern beim Stechen des Edelgemüses.

Seit Sommer vergangenen Jahres gilt nun auch für die polnischen Saisonarbeiter die europäische Wanderarbeitsverordnung. Danach muss der Arbeitgeber für Erntehelfer, die sich in ihrem Urlaub etwas dazuverdienen, die Sozialabgaben in Polen abführen.

Dabei schreckt die Spargelbauern weniger die Abgabenlast als vielmehr das Anfordern der Formulare in Polen und das Ausfüllen - die Papiere sind natürlich in polnisch abgefasst.


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WebReporter: Reporta
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Rumänien, Ernte, Spargel
Quelle: www.maerkischeallgemeine.de

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14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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12.02.2006 19:31 Uhr von Reporta
 
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Bei vielen positiven Effekten, die die EU bringt: Warum müssen immer soviel bürokratische Hürden eingebaut werden, die vor allen Dingen vollkommen unpraktikabel sind. Wenn man schon in Deutschland polnische Abgaben abführen muss - dann doch bitte mit Formularen die in Polnisch und Deutsch abgefasst sind und die bei deutschen Behörden angefordert und abgegeben werden. Wozu haben wir denn die ganzen EU-Bürokraten?
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12.02.2006 21:06 Uhr von rolf.w
 
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Ausrede? Also da die Spargelbauern mit Sicherheit organisiert und keine "Einzelkämpfer" sind, halte ich das eher für eine Ausrede. Die Formulare zu beschaffen dürfte kein Problem darstellen und sie zu übersetzen ebenfalls nicht. Hier geht man wohl eher den Weg des geringsten Wiederstands, wie so oft, und nun wird man das auch in Polen langsam merken.
Ich kann mich an die Aussage eines Landwirts erinnern, der sagte,"Wenn´s mit den Polen nicht mehr klappt, was solls, andere warten nur darauf kommen zu dürfen, nehmen wir sie halt aus einem anderen Land. Hauptsache sie kosten nichts."
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12.02.2006 21:32 Uhr von DaggetTheBeaver
 
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"Deutsche Spargelstecher sind zu faul" sagte mal ein spargelbauer im TV und im anschluß hat man ein paar menschen verschiedener altersklassen interviewt, ob sie denn für die paar mark-fünfzig in der herrgotts-frühe zum spargelstechen oder erdbeeren-sammeln aus dem warmen bett kriechen würden. Na was meint ihr was die mehrheit gesagt hat: Natürlich hat sie dankend abgelehnt, und ist ins arbeitsamt gedackelt, um einen "besseren" job zu erhalten. Natürlich gibt es lukrativere jobs und die chancen diese zu erhalten sollte man nutzen, doch nicht bei der bildungsdegeneration hierzulande. Sind die arbeitslosen zu gut für´s spargelstechen?

Der pole ist froh wenn er 3x mehr verdient wie in seiner heimat, bei gleicher arbeit. Aber euch hält auch keiner auf nach frankreich auszuwandern oder in USA zu arbeiten... da werden billige deutsche arbeitskräft sicherlich gesucht... oder china? wie wär´s mit japan. Die suchen doch immer "fleissige" arbeiter... ist zu weit, nicht? und man spricht die sprache nicht...

Ich verstehe die deutschen bauern voll, die polen verstehen zwar kaum ein wort, aber stellen auch keine fragen und jammern nicht. Im zweifelsfall sind sie mit einer pulle hochprozentigen ruhiggestellt - alles schon erlebt.
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12.02.2006 21:55 Uhr von Muta
 
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Wers glaubt: rolf.w hat es im Prinzip schon gesagt. Natürlich kann man sich diese Dokumente mit Druck auch auf Deutsch besorgen, es ist nur eine Ausrede.
Die rumänischen Halbsklaven sind schlichtweg nur noch billiger...
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12.02.2006 22:21 Uhr von alexolaf
 
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komisch: das in unserem Land darüber geredet wird, wie andere in Deutschland arbeiten. Warum ist es nicht möglich, wenn für diese schwere Arbeit eine Finanzspritze vom Bund kommt ? Dann brauchten wir keine Arbeiter aus Polen.
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12.02.2006 22:33 Uhr von Andre1977
 
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man sollte einfach alle zahlungen vom staat nach einem jahr komplett einstellen. was meint ihr wie die leute auf einmal spargelstechen würden oder sich anderweitig beschäftigen. es würde sich alles von allein regeln auf dem arbeitsmarkt, aber soweit wird es wohl nie kommen. armes deutschland!!!
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12.02.2006 22:48 Uhr von moddey
 
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@andre: ->"alle zahlungen vom staat nach einem jahr komplett einstellen. was meint ihr wie die leute auf einmal spargelstechen würden oder sich anderweitig beschäftigen"

Ich bin zum Glück nicht betroffen, aber falls ich auch mal Langzeitarbeitslos werden würde und mir mein Geld gesperrt werden , dann würde ich mich auch eher andersweitig Beschäftigen als Spargel zu stechen.

Dann würde ich nämlich kleinen Andres und anderen der gleichen Intelligenzklasse regelmäßig einen Knüppel über den Kopf hauen und ihnen ihre Kohle abnehmen.

Ich frage mich echt wie ein erwachsener Mensch wie Du so einen undifferenzierten Müll von sich geben kann.

Armes Deutschland, das Du solche Bürger hast !
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12.02.2006 23:01 Uhr von Troll-Collect
 
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So ein Quatsch: Die Agrarunternehmer sind nur nölig, weil sie für die Polen nun ein paar cent mehr bezahlen müssen, da nun minimale Sozialstandards zählen.

Das Handelsblatt schrieb im April 2005 bereits:

>>

Im Spargel-Krieg wechseln die Fronten
Polnische Saisonarbeiter werden durch EU-Beitritt des Landes teurer- Deutsche Bauern fordern Sonderregelung
...
„Polnische Löhne, deutsche Sozialversicherungsfreiheit, tschechische Arbeitszeiten – noch gibt es keine Günstigerprüfung für die Bauern“, kontert Grünen-Sozialexpertin Biggi Bender. Für sie wäre es „kein Nachteil“, wenn durch die polnischen Abgaben deutsche Arbeitslose „wieder konkurrenzfähig“ würden. „Irrtum“, erwidert Bauern-Lobbyist Lohse: Notfalls würden auf den Spargelfeldern die Polen durch billigere Saisonkräfte aus dem Nicht-EU-Land Rumänien ersetzt.
<<
http://www.handelsblatt.com/...

Und was deutsche Arbeitnehmer angeht: Dann sollen sie eben Löhne bezahlen, mit denen ein deutscher Arbeitnehmer in Deutschland überleben kann.
Am besten, den Bauern ihre Milliardensubventionen streichen.
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13.02.2006 00:28 Uhr von DER_Schnupfen
 
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HAHA bald Iraner? Ob denn wohl bald Iraner angeheurt werden, wenn ganz Europa zu der tollen EU gehört?
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13.02.2006 01:33 Uhr von pixelfool
 
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@ andre1977: Sag mal, bist Du von Beruf Sohn oder mit dem goldenen Löffelchen im Munde aufgewachsen - oder was ist in Deiner Sozialisation schiefgelaufen?
Jedenfalls herzliches Beileid - ich hoffe, Dir wird irgendwann geholfen!
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13.02.2006 09:45 Uhr von rh1974
 
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@Troll-Collect: "...Und was deutsche Arbeitnehmer angeht: Dann sollen sie eben Löhne bezahlen, mit denen ein deutscher Arbeitnehmer in Deutschland überleben kann.
Am besten, den Bauern ihre Milliardensubventionen streichen...."

aha, wieviel ahnung hast du von den problemen der bauern? ich wills mal so sagen, wenn selbst die betriebe mit hoher wirtschaftlichkeit, ala wenig mitarbeiter viel fläche, echte probleme haben eine anständige bezahlung für ihre produkte zu bekommen, wie sollen sie dann zahlen? wie erklärst du das schöne prinzip von hohen kosten(benzin, geräte, löhne) im krassen gegensatz zu den einnahmen?

eines ist sicher, bauern sind auf jeden keine grosskapitalisten wie dt bank oder energieriesen. bei denen würde ich ansetzen, wenn es um streichnung von irgendetwas geht.
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13.02.2006 10:25 Uhr von pixelfool
 
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Das Durchschnittseinkommen: eines Rumänen beträgt übrigens 145 Euro - wobei klar sein dürfte, dass Erntehelfer als gering Qualifizierte deutlich darunter liegen dürften.

In einem Bericht habe ich gehört, dass der Lohn für Spargelstecher in Deutschland bei Erfüllung des Akkordzieles bei max. 4 Euro liegt. Ein ungeübter Helfer schafft vielleicht knapp die Hälfte.
Die Unterbringung der Arbeiter in der Reportage hätte auch ohne weiteres Dekorieren als Kulisse für einen Film a la "Roots" oder "Schindlers Liste" dienen können. Ca. 12-15 Mann waren in einfachsten Holzbaracken untergebracht.

Wenn Landwirtschaft in Deutschland nur unter diesen unmenschlichen Bedingungen und zu diesen finanziell unrentablen Konditionen möglich ist, dann läuft wohl grundsätzlich etwas falsch - oder gelten die Menschenrechte für die Landwirtschaft nicht!? Wer körperlich knallharte Arbeit verrichtet, sollte auch dementsprechend entlohnt werden.
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04.03.2006 17:38 Uhr von bauer aus Polen
 
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Spargelanbau in Polen: Achtung.Spargelanbauer.
Ich werde dieses Jahr ein Bauernhof ( 20 ha) in Polen nur paar Km von Seelow (15306) uebernehmen.Wenn ich ueber diesen allen Problemen lese-dann ist fuer mich klare Produktionsrichtung- SPARGEL. Das ist die Zukunft fuer grenz-naehe liegenden polnischen Bauernhoefe.Spargelstecher in Polen kriegen bei mir 1-2 EURO pro Stunde und sind dann auch zufrieden,ich trage keine Uebernachtungskosten u.s.w., ich bekomme noch dafuer Hilfe von Staat.
Frische Spargel gehen dann etwa 70 km nach Berlin und sind bestimmt weiter konkurenzfaehig zu Spargeln von rumaenichen Spargelstecher. Meine Idee ist folgendes: ich suche einen Partner am besten den Spargelanbauer aus BRD,der die Anbauflaeche vergroessern will und mit mir auf Basis Partnerschaft die Spargel fuer deutsche Markt produziert. Ich gebe Boden (Flaeche kann man natuerlich vergroessern),Arbeiter und der deutsche Partner gibt die Vermarktung der Ware.Ich bin Agrar-Ingenieur und spreche deutsch.
Kontakt : gurapl+yahoo.de
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05.03.2006 22:51 Uhr von tomdoly
 
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hat hier keine Ahnung!!!!!! wenn ich lese was hier so für Kommentare losgelassen werden, wird mir schlecht!!!!!


Hier geht es nicht um den "ewig jammernden Landwirt" sondern um Landwirte die in Zukunft bis zu 47% mehr Lohnkosten zu verkraften haben.
In der Industrie ist es Standard zu automatisieren (Spargel und Erdbeeren können nicht maschinell geerntet werden), bzw. gleich ins Ausland abzuwandern. Das will der Landwirt noch nicht. Wenn wir in Zukunft noch Lebensmittel nach deutschen Vorgaben produziert auf den Teller bekommen wollen, muss die Erntelöhne bezahlbar bleiben.
Die Produzenten aus dem Ausland können viel günstiger produzieren und ihre Produkte auf die hiesigen Großmärkte bringen. Was soll der Landwirt seinen Kunden sagen, damit dieser bereit ist einen erheblichen Mehrpreis zu zahlen??

Gibt es nur noch ALDI- und LIDL- Mentalität???

Die Verkaufspreise z.B. der Großmärkte des letzten Jahres lassen eine auch nur geringfügig teurere Ernte nicht zu.

Und zu "Arbeitslose zum Spargel stechen" das ist das Allerbeste.
Die Erfahrungen haben gezeigt, dass wenn überhaupt welche kommen, am 2. Tag der Ernte jeder Zweite und am 3. Tag fast jeder einen "gelben Schein" vorlegt.
Welcher Unternehmer kann damit planen?
Spargel und Erdbeeren wachsen auch Sonntags und müssen jeden Tag geerntet werden.

Ich kann gut verstehen, dass bei 5 Millionen Arbeitlosen die Idee naheliegend ist hierfür Arbeitslose aus Deutschland einzusetzen.
In Niedersachsen wird dieses seit Jahren erfolglos versucht.

Ich kann nicht verstehen, dass in Berlin diese bekannten Probleme nicht ankommen oder verstanden werden (Vielleicht mal mit den Arbeitsämtern in Niedersachsen reden).


Jeder Landwirt der Mitarbeiter zur Ernte einsetzt, stimmt die Anzahl der Mitarbeiter genau auf die Größe seiner Ackerfläche ab.
Die Spargelzeit fängt bald an und der Landwirt weiß heute noch nicht, ob er mit seinen jahrelang bewährten und geübten Mitarbeitern aus Polen, oder mit neuen ungeübten Mitarbeitern aus Rumänien, von denen er erheblich mehr benötigen würde seine Ernte erledigen muss.
(Ein geübter Mitarbeiter kann bis zu 60% mehr ernten als ein ungeübter)

Es müssen dringend die Anträge gestellt werden bevor die Ernte beginnen kann.
Und unsere Regierung hat alle Zeit der Welt mit der Findung von Regelungen die machbar und bezahlbar sind.

Wenn dem Landwirten nicht schnellstens Perspektiven oder Möglichkeiten aufgezeigt werden, werden diese in diesem Jahr kein Geld verdienen können.

Was würden unsere Politiker wohl sagen, wenn sie nicht wüssten, ob sie Geld für Ihre Arbeit bekommen?

Außerdem geht es nicht nur um den Landwirt, sondern auch um die Firmen die von den Obst- und Gemüsebauern ihre Aufträge bekommen, die in diesem Jahr aufgrund der Ungewissheit stark rückläufig sind. (auch hier werden Entlassungen folgen).

Jedem der gerne seine Wissenslücken schließen möchte, empfehle ich ein Gespräch mit einem der Obst- und Gemüsebauern aus Deutschland.

.....aber wenn interessieren schon Obst- und Gemüsebauen die ja nur die billigen Arbeiter wollen.
.

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