11.02.06 17:57 Uhr
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Migrations- und Lohndruck aus Deutschland beeinträchtigt Schweizer Arbeitsmarkt

Nicht aus Polen oder China, so das Finanzdepartement in der Schweiz, sondern eindeutig aus Deutschland stammt der Migrations- und Lohnsenkungsdruck, der bei den Eidgenossen inzwischen zu einer Diskussion über die Arbeitsmarktpolitik führt.

Ging 2002 ein Gutachten noch davon aus, das Freizügigkeitsabkommen mit der EU bliebe ohne negative Folgen, wurde man durch die hohe Arbeitslosigkeit im Norden korrigiert: Immer mehr Deutsche suchen wirtschaftliche Zuflucht in der Schweiz.

Wegen der Situation in der Heimat arbeiten die hoch qualifizierten Einwanderer aus Deutschland häufig zum Mindestlohn, der meistens erheblich unter dem marktüblichen Durchschnittseinkommen liegt.


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WebReporter: Troll-Collect
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Deutschland, Deutsch, Schweiz, Arbeit, Arbeitsmarkt, Migration
Quelle: www.blick.ch

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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11.02.2006 17:52 Uhr von Troll-Collect
 
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Es wurde in der Diskussion bereits mehrfach angesprochen: Ein Lohndumping-Wettbewerb bringt nichts, er führt nur dazu, dass die anderen sich anpassen, dann steht man da wie zuvor, nur auf einem niedrigeren Niveau.
Aufschlußreich ist jedenfalls die Perspektive von Außen.
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11.02.2006 18:04 Uhr von Troll-Collect
 
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Zusatzinfos: Der Artikel in der Quelle ist hoch interessant, einige Zitate:

>>
Deutschland hat sich in den letzten Jahren wie kaum ein anderes Land in zwei Teile gespalten.
..
Danach gibt es erstens für rund 80 Millionen Deutsche nur noch 39 Millionen Jobs (so schlecht war das Verhältnis noch nie). Zweitens sind davon aber nur noch gut 26 Millionen sozialversicherungspflichtige Normaljobs- wovon allerdings gut 4 Millionen weniger als monatlich 1700 Euro brutto einbringen. Die Zahl der «Ramsch-Jobs» ohne Sozialversicherung, hat inzwischen die 12 Millionen-Grenzen überschritten. Sieben Millionen Deutsche leben zurzeit von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe. Konkret sind das 345 Euro Arbeitslosengeld plus Wohngeld.

Über den Daumen gepeilt gibt es also in Deutschland ein Heer von 15 Millionen Arbeitswilligen, die froh sind, bzw. wären, für einen Lohn von 10 Euro pro Stunde (rund 15 Franken) wenigstens der gröbsten Armut entfliehen zu können.
..
Doch während andere Ausländer fast ebenso häufig aus- wie einwandern, bleiben die Deutschen hier. Per Saldo sind die Deutschen fast allein für die Zunahme der erwerbstätigen Ausländer in der Schweiz «verantwortlich». An zweiter Stelle steht Portugal, ein anderes EU-Land, das wegen einer falschen Wirtschaftspolitik in einer schweren Krise steckt.
..
Die Gefahr ist gross, dass damit die von Deutschland ausgehende Spirale sinkender Reallöhne nur weiter gedreht wird. .. Noch besser wäre es allerdings, wenn auch Deutschland endlich damit aufhört, sich – und damit auch seine Nachbarländer – zu Tode zu sparen.
<<

Einige andere gute Beiträge:

>>
Die gelbe Gefahr droht aus dem Norden
Muss sich die Welt jetzt Sorgen machen? Ja! Denn diese Zahlen bedeuten, dass Deutschland seine Arbeitslosigkeit exportiert. Ohne den Exportüberschuss wäre Deutschlands Arbeitslosenquote fast doppelt so hoch.

Muss sich auch Deutschland Sorgen machen? Nein. Deutschland hat die Sorgen schon. Das Land steckt mitten in einem wirtschaftspolitischen Schlamassel. Der Exporterfolg ist nämlich die Folge einer extremem Sparpolitik, die sich in den neuesten Zahlen zum Bruttosozialprodukt deutlich niederschlägt.... Und dass die privaten Konsumausgaben real gleich geblieben sind, ist ein kleines Wunder in Anbetracht der Tatsache, dass die Beschäftigung erneut um 0,3 Prozent gesunken ist und Reallöhne im Schnitt um 1,5 Prozent abgenommen haben. Damit beschleunigt sich eine ungute Entwicklung, die vor fünf Jahren angefangen hat.
<<
http://www.blick.ch/...


Wie viel Ungerechtigkeit erträgt der Mensch?
http://www.blick.ch/...
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11.02.2006 18:20 Uhr von Davor
 
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die Deutschen als "Wirtschaftsflüchtlinge" und "Dumpingausländer"

wie weit es schon gekommen ist



nfc

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11.02.2006 19:29 Uhr von «azero»
 
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Na und?: Wenn die Schweizer ihre Löhne auch senken, dann senken wir unsere eben noch mehr. Wir schaffen das schon! Der Endsieg ist nahe!

Schließlich kann nicht jeder gewinnen. Es muss auch Verlierer geben. Und wen interessieren schon 15 Millionen Menschen (und ihre Familien) in einem der reichsten Länder der Welt, dessen BIP anno 2005 um fast 15% höher(!) lag als in den Wirtschaftsboom-Jahren 2000/2001 und in dem Konzerne jammern, wenn sie ihre Gewinne nur um knapp 25% steigern können, nur 3,8 Milliarden Euro Gewinn einnehmen; und die deshalb umfangreiche Personaleinsparungen vornehmen müssen, um "überleben" zu können.

Neoliberale (Wirtschafts-)Politik funktioniert!

Begreife das endlich, Troll-Collect. Immerhin sind das supertolle "Experten", die voll den Durchblick haben, wenn sie meinen, man könne mit der Senkung der (Lohnsteuer-)Einnahmen oder mit der Erhöhung von (Tabak-, Umsatz-)Steuern mehr Steuern einnehmen und gleichzeitig der in Agonie liegenden Binnenwirtschaft quasi mit Prügel auf die Beine helfen wollen...

Am Ende zählt nur eines: Wer dran glaubt, braucht keine Erfahrungswerte. Wer nicht dran glaubt, dem nutzen auch keine Gegenbeweise... (Sollte das jetzt jemanden an das "Wunder-Paradoxon" der Religionen erinnern, ist das purer Zufall ... oder auch nicht.)
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11.02.2006 20:08 Uhr von Muta
 
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oha azero: "Wenn die Schweizer ihre Löhne auch senken, dann senken wir unsere eben noch mehr. Wir schaffen das schon! Der Endsieg ist nahe!"

Der war nicht schlecht :-D
-----
Unser Endsieg wird vollkommen sein!
Mit was anderem als Sklaverei geben wir uns nicht zufrieden!
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11.02.2006 20:55 Uhr von chizra-Nali
 
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Lohnsenkungsdruck etc Ist das denn schlimm?
Das schaffen wir schon...

Seit es Menschen und menschliche Arbeit gibt, gibt es das Problem, den Arbeitern einen gerechten Lohn zu geben,
ohne dass die Arbeitgeber
deshalb auch einen gerechten Lohn
zahlen müssten.

Zu schwierig?
Man braucht nur dem einen geben, was er erwartet, und
dem anderen nicht mehr zu nehmen, als er zu geben bereit ist.
So einfach ist das.
Als Beispiel (bezogen auf Kombilohn):
Ein Arbeiter arbeitet einen Monat lang.
Der Arbeitgeber ist mit der Arbeit zufrieden.
Er zahlt dem Arbeiter volle 170 Euro für einen Monat Arbeit.
Der Arbeiter braucht im Monat aber mindestens 340 Euro,
damit er seine Miete zahlen kann, also bekommt er 340 Euro.
Der eine zahlt 170, der andere bekommt 340 Euro.

Was sagt IFO-Chef Sinn dazu (im Focus)?
„Zum einen gibt es Lohnzuschüsse, die es ohne Einkommensverlust ermöglichen, zu niedrigeren Löhnen zu arbeiten – und zu niedrigeren Löhnen gibt es Jobs. Zum anderen kann man sich, wenn man keine Stelle in der Privatwirtschaft findet, an die Kommune wenden.

(!) Die bezahlt das Arbeitslosengeld II in heutiger Höhe, wenn man dafür acht Stunden am Tag arbeitet.“(!)

So gleicht sich fast die Forderung des Deutschen Industrie und Handelskammertages:
„Es dürfe staatliche Unterstützung überhaupt nur noch geben, wenn der Mensch auch arbeitet.“

Also:
Das, was diejenigen, die arbeiten, für den Fall, dass sie die Arbeit verlieren, in eine Sozialversicherung einzahlen, sollen sie, für den Fall, dass sie die Arbeit verlieren, nur dann als Leistung zurückerhalten, wenn sie dafür auch arbeiten.

Ist doch einfach – oder nicht?

Und die Schweizer wissen das alles noch nicht?

[zyn/off]
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11.02.2006 23:21 Uhr von stellung69
 
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kleiner Vorgeschmach auf die EU: also wenn die Schweiz weiterhin schlau ist, bleibt sie aus der EU!

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