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Weniger Abschottung des deutschen Arbeitsmarktes vor Arbeitern aus Osteuropa

Zuwanderungsbeschränkungen für Arbeitnehmer aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten sollen abgeschafft werden. Schätzungen zufolge sollen in Deutschland bisher rund 500.000 Polen unter Umgehung dieser strengen Barrieren arbeiten.

Bei den Ländern Schweden, Großbritannien und Irland, die von vornherein auf Beschränkungen verzichteten, konnten keine Nachteile festgestellt werden. Anstatt einer Masseneinwanderung kam es zur Steigerung der Beschäftigungsquote.

Die Bundesregierung will jedoch die Zugangsbarrieren noch einmal um drei Jahre verlängern lassen, da der Bevölkerung eine Aufhebung nicht vermittelt werden könne.


WebReporter: swald
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Deutsch, Arbeit, Arbeiter, Arbeitsmarkt, Osteuropa
Quelle: www.rundschau-online.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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08.02.2006 15:02 Uhr von swald
 
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Ein starkes Thema, zum einen wurden wohl die EU-Staaten nicht von einreisewilligen Arbeitern überrannt und zum anderen suchten jedoch viele ihr Glück in der Schattenwirtschaft.

Ich denke das die Qualifizierten die der Wirtschaft einiges zu bieten haben in Länder wie Schweden gehen, während die schwächer ausgebildeten bei uns im Gastronomie bereich landen.

Spricht also rational gesehen nichts gegen eine Aufhebung.
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08.02.2006 16:07 Uhr von emmess
 
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So so, rational spricht nichts dagegen? Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass du dich mit der Thematik schon einmal näher auseinandergesetzt hast.

Vielleicht solltest du mal diesen Artikel lesen, rational betrachtet:
http://www.stern.de/...


greetz,
emmess
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08.02.2006 16:17 Uhr von Troll-Collect
 
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Dammbruch Bolkestein: zuerst @swald
Zwischen Irland, GB und Deutschland gibt es einen"kleinen" Unterschied - Deutschland grenzt direkt an zwei osteuropäische Länder.

Aber diese, auf Arbeitnehmerverhältnisse zielende, Regelung wird eh bald obsolet, wenn die so genannte EU-Dienstleistungsrichtlinie (Bolkestein-Doktrin) in Kraft tritt:

>>
Schon heute steht es jeder Person und jedem Unternehmen frei, innerhalb der EU Dienstleistungen zu erbringen. Das Neue an der geplanten Richtlinie ist, dass mit ihr das "Herkunftslandprinzip" eingeführt wird. Das bedeutet, dass der Erbringer einer Dienstleistung den Rechtsvorschriften eines Landes unterliegt, in dem er niedergelassen ist, und nicht den Rechtsvorschriften des Landes, in dem er seine Dienstleistungen erbringt.
...
Die Auswirkungen der Dienstleistungsrichtlinie wären einschneidend und weitgehend: Mit dem Herkunftslandprinzip treten 25 nationale Rechtsysteme innerhalb eines jeden Mitgliedsstaates direkt miteinander in Konkurrenz. Ein Unternehmer kann sich künftig für das für ihn günstigste Recht innerhalb der EU entscheiden, in diesem Land seinen Hauptsitz registrieren lassen und danach in einem anderen Mitgliedsstaat zu den "Heimatbedingungen" tätig werden. Auch eine Mehrfachregistrierung ist möglich und die Linkspartei befürchtet, dass Unternehmen dann je nach Kalkül ein anderes Herkunftsland angeben werden. ...
<<
http://www.heise.de/...

Wieder so eine kleine Änderung, die gravierendste Auswirkungen auf die Bürger hat, von den Medien verschwiegen wird und klammheimlich umgesetzt wird.
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08.02.2006 16:32 Uhr von Muta
 
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@emmes , + zum Thema: Vor ein paar Wochen kam im WDR eine sehr interessante Reportage zu dem Thema aus dem von dir genannten Artikel, osteuropäische Arbeiter in deutschen Schlachtbetrieben (aus der Montagsreihe "die story")
.
Hattest du die gesehen? (War sehr aufschlußreich. Der hier betriebene Menschenhandel ist nicht harmloser, als z.B. im Prostitutionsbereich. Arbeiter werden mit falschen versprechungen und ungültigen verträgen angelockt, 15h Tag, Lohn oftmals nicht ausgezahlt, Schlägertrupps dabei um Beschwerden zu verhindern usw.)


-----
zum Thema:
Naja, wie man am obigen Beispiel sieht, haben die Beschränkungen bisher eh kaum gewirkt, eine Aufhebung würde wohl tatsächlich keinen Unterschied machen. Die Optimallösung wäre es aber sicher nicht.

Die in der news erwähnten Länder sind allerdings nur schlecht mit Deutschland vergleichbar (da nicht an Osteuropa grenzend) und der Anstieg der Beschäftigungsqoute muss nicht umbedingt wirklich an der nicht vorhandenen Beschränkung liegen, sondern kann auch viele andere ursachen haben (vielleicht wäre sie mit Beschränkungen sogar noch mehr gestiegen, das lässt sich schlecht beurteilen).
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08.02.2006 16:39 Uhr von Troll-Collect
 
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aus diesen Gründen beschwert sich bereits Dänemark über das Billiglohnland Deutschland:

"Auslöser für die Debatte war die Verlagerung zweier Werke dänischer Schlachterei-Konzerne. Durch den Einsatz osteuropäischer Arbeiter betragen die Kosten in Deutschland nur 50 bis 75 % jener in Dänemark."
http://shortnews.stern.de/...
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08.02.2006 16:46 Uhr von swald
 
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Troll-Collect: "Zwischen Irland, GB und Deutschland gibt es einen"kleinen" Unterschied - Deutschland grenzt direkt an zwei osteuropäische Länder."

...und Schweden ist eine Schlauchbootfahrt von Letland, Estland, Litauen und Polen entfernt.
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08.02.2006 17:01 Uhr von Troll-Collect
 
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@swald: naja, die Grenznähe besteht nur im Norden, der dünn besiedelt ist. Und die Schlauchbootfahrt geht engergiezehrend über die oft zugefrorene Ostsee. Da sind Oder und Erzgebirge eine deutlich geringere Barriere, zumal sehr viele Polen und Tschechen Deutsch sprechen.

Abgesehen davon sind die Folgen auch in Schweden eher negativ:
"Die EU-Osterweiterung bringt in Schweden erste Fälle von Lohndumping: Neu gegründete Zeitarbeitsunternehmen bieten osteuropäische Arbeitnehmer, vor allem aus Estland, unter den schwedischen Mindestlöhnen an."
http://shortnews.stern.de/...

Klar, dass ohne "Schlauchbootfahrt" die Auswirkungen noch stärker sind.
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08.02.2006 18:25 Uhr von tutnix
 
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@swald: machst du auch jeden tag eine schlauchbootfahrt von weit über 100 km um zur arbeit zu kommen?
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09.02.2006 11:06 Uhr von kantonanton
 
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Austritt aus der EU: Das darf doch nicht sein , dass so ein Karnevalsverein ala EU uns vorschriebt , dass wir unserer Frenzen öffnen müsssen.
Wir haben genug Arbeitssuchende und das wird noch extremer werden, wenn die Grenzen nicht dicht gemacht werde und das erst mal fur eine unbestimmte Zeit, bis es wieder aufwärts geht.

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