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Umstrittene Wahlen in Nepal - König lässt Telefonnetz abschalten

Um mögliche Störungen der Wahlen am Mittwoch durch die Maoisten zu vermeiden, ließ der nepalesische König Gyanendra das Mobilfunknetz am Dienstagabend für 48 Stunden komplett abschalten. Außerdem soll das Militär Schutz vor Übergriffen gewährleisten.

Alle sieben großen Parteien boykottieren die Abstimmung und werfen der Regierung vor, die Wahl lediglich zur Legitimierung ihrer Machtergreifung zu nutzen. Gyanendra wurde vor einem Jahr durch einen Putsch zum Staatsoberhaupt.

Bereits am 19. Januar wurde das Telefonnetz aus Angst vor Massenprotesten zeitweise abgeschaltet. Der Dienst für Prepaid-Karten blieb seitdem sogar dauerhaft gesperrt.


WebReporter: christianwerner
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Wahl, Telefon, König, Nepal, Telefonnetz
Quelle: www.newkerala.com

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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07.02.2006 21:07 Uhr von christianwerner
 
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Soweit ich weiß, sitzen hunderte nepalesische Oppositionelle und Regierungsgegner im Gefängnis. Allein dieser Umstand entzieht dem Begriff "Wahlen" seine Glaubwürdigkeit. Letztendlich muss das Volk entscheiden, doch Gyanendras "Überzeugungskraft" lässt wohl niemanden das Kreuz an der "falschen Stelle" machen...
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07.02.2006 23:51 Uhr von frenspa
 
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Meinungsfreiheit?! Hier gelten doch auch die Menschenrechte, und damit auch die Meinungsfreiheit, oder?
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08.02.2006 00:16 Uhr von Muta
 
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Pseudowahlen: wie vom Autor richtig erkannt, ist dies mehr eine Inszenierung. Die ist übrigens weniger aufs Innere gerichtet (die wissen das eh, wie am Boykott ersichtlich wird), als auf die internationale Wirkung.
Der Diktator Gyanendra ist besonders auf US-Unterstützung angewiesen und um ihm diese zu gewährleisten, muss die US-Regierung ihn zumindest halbwegs als Demokraten vorweisen können (eine Unterstützung wäre aufgrund des Image-Effektes sonst nicht machbar).

Eine Anderung von Gyanendras Politik, unter dem Vorwand der "Terrorismusbekämpfung" ein brutales Regime anzuführen, ist nicht in Sicht. Aber wenn sich die Opposition + Guerilla verbünden (was ja gerade geschieht) ist viel möglich.
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08.02.2006 00:22 Uhr von radiojohn
 
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Nicht ganz richtig: Erstens einmal sind dies keine Staats, sondern Kommunalwahlen, wie es auch in der Quelle steht.
Zweitens behauptet die Quelle, das die "Sieben Parteien Koalition", die "grossen" Parteien seien. In Wirklichkeit gibt es 53 verschiedene Parteien, welche zu den Komunalwahlen antreten und vielfach nur über wenige hundert Anhänger verfügen.
Ausserdem hat Gyanendra nicht durch einen Putsch seine Macht als Staatsoberhaupt erlangt, denn das war er als König schon immer. Er hat aber die damalige, demokratisch gewählte Regierung ganz einfach abgesetzt und dadurch die absolute Macht über Nepal erreicht.
Das König Gyanendra NICHT die Sympathien des Volkes besitzt, ist auch dadurch zu erklären, dass seine Rolle beim Königsmassaker vor drei Jahren noch immer ungeklärt ist und wahrscheinlich auch niemals ganz das Tageslicht erblicken wird. Sein damals ermordeter Bruder Birendra hingegen wurde vom Volk weitestgehend verehrt und hatte auch viel mehr Carisma als der jetzige Despot.

(Ich war selber im November 2005 zum 10ten mal in Nepal, verfüge über ausgezeichnete Verbindungen mit dem Himalayastaat und bin Mitbesitzer des ersten nepalesischen FM Radiosenders.)

Gruss ...ArrJay .;(*¿*);.
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08.02.2006 01:16 Uhr von christianwerner
 
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Naja, aber Hab mal nach dem Autor der Quelle Sudeshna Sarkar gesucht und gefunden, dass er Korrespondent für den Indo Asia News Service (IANS) ist und im Büro der Vereinten Nationen (UN-ILO) in Nepal arbeitet. Eine gewisse Kompetenz kann man ihm wohl auch nicht abschlagen!!
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08.02.2006 01:27 Uhr von Muta
 
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radijohn hat Recht: Wobei ja in der News nicht steht, dass es Staatswahlen sind. Das mit den sieben Parteien geht auch in ordnung, weil es schon alle wichtigen sind.

Das mit "Gyanendra wurde vor einem Jahr durch einen Putsch zum Staatsoberhaupt." ist jedoch nicht ganz korrekt, steht auch in der Quelle anders. Er hatsich durch den Putsch absolutistische Macht fürs Staatsoberhaupt geschaffen, Staatsoberhaupt (König) war er aber schon vorher.

Naja egal und Glück gehabt, jetzt habe ich es bereits überlesen und den 10er vergeben :-)
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08.02.2006 07:35 Uhr von zenon
 
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@muta: Ach so, jetzt dacht ich schon er hat sich danach gleich zum König krönen lassen...
Aber warum auch nicht - lief in früheren Zeiten haargenauso.

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