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Studie: Geringverdiener subventionieren Rente der Reicheren

Das heutige Rentensystem birgt erhebliche Benachteiligungen für Geringverdiener. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Gesundheitsökonomen Karl Lauterbach (SPD), die eine Umverteilung von Arm zu Reich nachweist.

Die Ursache liegt in der höheren Lebenserwartung von Besserverdienern, die eine längere Rentenbezugsdauer nach sich zieht. Bei Menschen mit über 4.500 Euro Einkommen liegt die Rentenlaufzeit bei durchschnittlich 18 Jahren, bei weniger als 1.500 Euro Verdienenden reduziert sie sich auf elf Jahre.

Umgerechnet auf den Beitragssatz ermittelt die Studie eine mögliche Senkung des Rentenbeitrags für Bezieher von niedrigem Einkommen auf 15 Prozent, der Beitragssatz für Bezieher höherer Vergütungen müsste hingegen auf 23,1 Prozent steigen.


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WebReporter: Troll-Collect
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Studie, Rente, Reich
Quelle: www.spiegel.de

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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07.02.2006 15:17 Uhr von Troll-Collect
 
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Interessante Studie, die wieder Ungerechtigkeiten offenlegt.
Bin gespannt, welche Folgen sie haben wird - immerhin ist es modern, den Versicherungsgedanken zugunsten von Risikozuschlägen aufzuweichen.
Da aber hier Priviligierte bevorzugt werden, dürfte es kaum Konsequenzen haben, gerade jene, die sonst nach "Reformen" schreien, werden hier schön ruhig sein.
Immerhin ging die Meldung bisher kaum durch die Presse.
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07.02.2006 16:58 Uhr von Troll-Collect
 
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Ergänzung: Die Anhebung des Rentenalters auf 67 verstärkt diese Ungerechtigkeit noch weiter - da Personen über 50 faktisch kaum vermittelbar sind, bedeutet das eine Rentenkürzung um 7,2% (0,3% je Monat).

>>
Kürzung bei den Armen

Karl Lauterbach, Sozialfachmann der SPD, zeigte sich ebenfalls skeptisch. "Zum jetzigen Zeitpunkt übersteigt die Lebenserwartung der Einkommensschwachen die Grenze von 67 Jahren nur um wenige Jahre", sagte er am Montag. Einkommensstarke Männer dagegen lebten im Durchschnitt zwölf Jahre länger. Insofern habe er Sorge, "dass mit der Rente ab 67 für diese Einkommensgruppen der Rentenbezug im Durchschnitt um ein Drittel verringert, für einige sogar halbiert wird".
<<
http://www.zeit.de/...
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07.02.2006 17:18 Uhr von Muta
 
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Jep: Diese doch sehr vielsagende Studie hat bisher sicherlich zu wenig Beachtung gefunden.
Beleuchtet sie doch einen wenig beachteten Aspekt in der Rentendiskussion, die vom Wohlstand abhängige Rentenlaufzeit.
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07.02.2006 17:58 Uhr von amtrak
 
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@Troll-Collect: Schöner Beitrag.
Bitte nicht so vorschnell von Ungerechtigkeiten reden.
Obwohl ich nicht zu den Überpriviligierten gehöre, sehe ich doch auch beide Seiten. "Arme Leute sterben hier früher" - ja, genau wie in den USA , anders als in einigen anderen europäischen Ländern. Warum ? Wirtschaftswissenschaftler legten dar, dass "Geld der einflussreichste Bestimmungsfaktor für die Lebenserwartung sei - in VERBINDUNG mit ´schichtspezifischen Gewohnheiten´ wie schlechter Ernährung und höherem Alkohol- und Zigarettenkosum" (Habe ich original aus dem aktuellen Spiegel abgeschgrieben). Daraus folgt aber - wenn man schon über Gerechtigkeit und Erhöhung der Rentenbeiträge für Besserverdienende redet - zwingend die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge für Geringverdiener.
Zum zweiten werden die Renten nicht nur aus der Rentenkasse finanziert, sondern in zunehmenden Maße auch aus Steuergeldern, und da zahlen Besserverdienende auch einen höheren Prozentsatz!
Das Beste wäre wohl eine Steuerfinazierte Grundrente für alle (auch Milliardäre und Politiker), der Rest muss durch Eigenvorsorge finanziert werden.
Der Spiegel schreibt noch, dass bei Lauterbach die Erwerbsminderungsrenten für Kranke und Invalide nicht berücksichtigt werden, das könnte diese Bilanz jedoch anders ausshen lassen.

Wie gesagt - zwei Seiten - es ist nicht so einfach wie es scheint.

Grüße
amtrak
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07.02.2006 18:31 Uhr von Muta
 
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@amtrak: "Das Beste wäre wohl eine Steuerfinazierte Grundrente für alle (auch Milliardäre und Politiker), der Rest muss durch Eigenvorsorge finanziert werden."

Steuerfinanziert würde aber auch bedeuten: Die Politiker können relativ willkürlich die Renten erhöhen und kürzen. Es liegt in ihrem Ermessen was sie mit den Steuergeldern tun.
Bei Sozialversicherungen ist dies nicht der Fall (das eingenommene Geld muss für den eingenommenen Zweck ausgegeben werden).

Und warum eigentlich nur eine staatliche "Grundversorgung"?
Beispiele im Ausland (z.B. in Schweiz, wo es beide Systeme gibt) haben doch gezeigt, dass das Umlageverfahren deutlich unbürokratischer und damit effektiver als die private Vorsorge ist. Die private Vorsorge ist zusätzlich sehr instabil und hat so mancher Person schon den finanziellen Ruin beschert (was mit Grundrente zwar etwas abgefedert wird, aber trotzdem unschön).
Die Finanzierungsprobleme des momentanen Rentensystems haben ihre Ursache vor allem in der hohen Arbeitslosigkeit, nicht in einem Systemfehler. Mit weniger Beitragszahlern ist auch weniger Rente zu verteilen.
Und hier verschafft die private Vorsorge auch keinen wirklichen Ausweg, denn: Viele Arbeitslose bedeutet auch, viele die sich private Vorsorge nicht leisten können.
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07.02.2006 18:31 Uhr von my_mystery
 
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... Hätte man vor 20 Jahren schon mit der Umsetzung begonnen und den "Generationenvertrag" nach und nach zugusten einer eigenverantwortlichen 50:50-Lösung schrittweise ersetzt, wären die Einschnitte, die jetzt - in welcher subtilen Verpackung sie auch immer kommen mögen - nicht so drastisch.

Was (hoffentlich nicht) kommen wird:

Die Hartz-5-Rente:

* Eintrittsalter: frühestens 50 Jahre nach Beginn der
Berufsausbildung bzw. entsprechend langer
Einzahlung in die Rentenkasse (Studium, Mutterschaft,
Arbeitslosigkeit wird NICHT angerechnet)

* bestehendes Vermögen muss erst aufgebraucht
werden, bevor der Staat zahlt ...

* Höchstalter für die Auszahlung: 75, danach sinkt
der Anspruch jährlich degressiv um 10 % ...

* Pensionen von Beamten bzw. Politikern
bleiben von diesen Regelungen natürlich
ausgeschlossen ...

wie´s weitergeht ?

2020: Endlich ist der Staatshaushalt bzw. die Rentenkasse saniert ... Die Pensionen jedoch
können nunmehr um 10% jährlich erhöht werden ...

2040: Der arbeitslose Pöbel (immerhin 10,5 Mio., denen man sicherheitshalber die Wahlberechtigung entzogen hat) geht auf die Strasse ... oder vor die Hunde ...

2060: Deutschland liegt auf Platz 1 ! ...

...

...

... der Entwicklungsländer in Europa ...

*good night good old germany*

:-/
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07.02.2006 18:44 Uhr von Muta
 
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@mystery: "wären die Einschnitte, die jetzt - in welcher subtilen Verpackung sie auch immer kommen mögen - nicht so drastisch."
Wie kommt ihr eigentlich immer darauf, dass die Probleme ihre Ursache im Umlage-finanzierten System haben? (Die ganzen Werbekampagnen der privaten Finanzdienstleister haben ihre Wirkung wirklich nicht verfehlt).
Mit einer "normalen" Arbeitslosenanzahl (gehen wir garnicht mal ins Utopische, sagen wir 3,5 Millionen) hätte das System kein Problem die Rente zu finanzieren.
Und siehe in meinem obigen Kommentar, die private Vorsorge schafft das Problem auch nicht beiseite... (Weil Arbeitslose sich keine private Vorsorge leisten können.)
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07.02.2006 18:57 Uhr von Troll-Collect
 
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@muta: "(Weil Arbeitslose sich keine private Vorsorge leisten können.)"

Das Problem ist offenkundig, nicht nur Arbeitslose - auch sehr viele anderen. Wobei Arbeitslosen bei Hatz4 eine vorhandene Privatvorsorge weggenommen wird - und keinen interessierts (was wäre wohl los, wenn jetzigen Rentnern, die mal arbeitslos waren die Rente gekürzt wird).

Allerdings können sich Arbeitslose auch keine Umlagerente (gesetzliche) leisten: Während früher bezogen auf das ehemalige Gehalt Beiträge abgeführt wurden, hat man klammheimlich bei der ehemaligen Arbeitslosenhilfe eine Kürzung auf die Höhe selbiger durchgeführt. ALG2 liegt noch weiter darunter und eine weitere Kürzung der Beiträge wurde bereits angekündigt.

Somit wird Altersarmut geschaffen.
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07.02.2006 19:08 Uhr von Muta
 
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@Troll-Collect, Korrekt :): Ich hatte die Zusatzinformationen weggelassen, weil ich erstmal nur allgemein erklären wollte, warum das Umlageverfahren nicht das grundsätzliche Problem ist.

Danke für die interessanten Ergänzungen in Bezug auf aktuelle Probleme wie zunehmender Niedriglohnsektor und ALG II.
Du hast Recht :-)
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07.02.2006 23:15 Uhr von Troll-Collect
 
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Nette Satire: http://www.swr.de/...


@wok
Sie sterben früher weil sie weniger verdienen und somit weniger Geld für gesunde Ernährung, bezahlte Sportangebote und Gesundheitsvorsorge haben (viele Angebote sind nur noch gegen entsprechende Bezahlung verfügbar).
Außerdem gehen schlechter bezahlte Jobs mit entsprechenden Arbeitsbedingungen einher.
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08.02.2006 20:56 Uhr von Troll-Collect
 
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und prompt Kritik: in erster Linie von der Rentenversicherung selber und aus Angst um die Konsequenzen.

"Mit derlei Thesen werde das Vertrauen in die umlagefinanzierte Rente erschüttert, wurde am Dienstag in den Reihen der Sozialdemokraten kritisiert."

http://www.fr-aktuell.de/...
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04.03.2006 22:06 Uhr von Cybertronic
 
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Falsch ! Besser Verdienende können nicht aufhören zu arbeiten, sie jagen dem Geld hinterher und sterben an Überarbeitung. Sie sind nur mit dem Geld beschäftigt und verpassen das Leben. Ich glaube nicht an eine höhere Lebenserwartung, da wir Menschen ein Talent besitzen uns gegenseitig in Panik und Angst zu versetzen, das täglich somit von unserer MEHRLEBENSERWARTUNG viel abgebucht wird, sodass wir wiederum eher Qualvoll mit durchschnittlich 75 Jahren sterben. Unsere Schulmedizin macht im Alter nur eine Leidensverlängerung.

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