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150 Jahre nach Staatsvertrag: Schweizer Polizei räumt Gelände für deutsche Straße

Vor eineinhalb Jahrhunderten schlossen die Schweiz und Deutschland einen Staatsvertrag, der den beiden deutschen Städten Lörrach und Weil am Rhein über Schweizer Gebiet eine Verbindungsstraße bescheren sollte. Trotz Protesten begann nun die Rodung.

Ein Großaufgebot der Basler Polizei begann am Montag im Morgengrauen mit der Räumung. Auf deutscher Seite stand ebenfalls eine Vielzahl von Beamten bereit. Die Polizei verteilte als Andenken schriftliche Teilnahmebestätigungen an die Besetzer.

Nächste Woche ist das Basler Stimmvolk dazu aufgerufen, über den Straßenbau indirekt nochmals abzustimmen. Mit der Rodung hat die Schweiz allerdings nun auf deutschen Druck zuvor schon Fakten geschaffen.


WebReporter: pirata
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Deutsch, Polizei, Jahr, Schweiz, Staat, Straße
Quelle: baz.ch

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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07.02.2006 01:49 Uhr von pirata
 
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Da kann man ja wieder mal nur den Hut vor den Schweizern heben. Selbst ne Nonne legte sich den Polizisten quer und alles lief friedlich ab. Die Polizei stellte den Protestierern sogar Teilnahmebescheinigungen an diesem wahrlich historischen Streit aus. Schade nur, dass die Deutschen sich als Betonköpfe erwiesen: Die Basler Regierung betelte um Rodungsaufschub bis zur Volksabstimmung nächste Woche, doch Deutschland forderte sofortigen Vollzug. Auch ein Stück Demokratie wurde da gerodet.
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07.02.2006 08:52 Uhr von Dream77
 
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wieso: muss das denn genau jetzt gemacht werden.. hat deutschland nach den 150 jahren nicht mals mehr die eine woche zeit... unmöglich
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07.02.2006 09:09 Uhr von TDH
 
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Da sieht man mal, das man nicht leichtfertig was versürechen sollte. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, bei dem über die Einlösung des Versprechens nachgedacht werden muss.
Und wenn man die Quelle liest, wo folgendes steht: die Straße ist "Gegengeschäft dafür, dass die Autobahn-Zollanlage Basel/Weil ganz auf deutschem Boden erstellt wurde" müsste einem auch klar werden, das es nicht reine Willkür, sondern damals wohl nach dem Motto "eine Hand wäscht die andere" abgelaufen ist.
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07.02.2006 09:39 Uhr von bannman
 
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Genau TDH: Ich komm aus der Gegend, und habe das Gezerre Jahrelang mitgekriegt.
Es wurde ein Vertrag geschlossen, der von Deutscher Seite eingehalten wurde. Diese Autobahnanlage wurde nicht von den Schweizern bezahlt.

Und seit Jahren soll die Straße gebaut werden, welche für das Verkehrsaufkommen in der Region eine ziemliche Entlastung darstellt. Sie verbindet zwei Deutsche Städte als sogennante "Zollfreie Straße".
Wer das Verkehrsaufkommen dort an der Grenze schonmal zu Stoßzeiten mitbekommen hat, weiß das eine Lösung hermusste.
Klar das die Schweizer nicht viel davon haben, außer weniger Grenzkontrollen, aber genausowenig bringt uns die Zollabfertigung auf der Autobahn was, natürlich außer Stau.

Dann gab´s aber über Jahrzehnte hinweg Proteste und ähnliches. Neue Verkehrsgutachten wurden verlangt / gemacht, Protestaktionen, Politiker scharf angegriffen, Gerichte bemüht usw. das volle Programm eben, um zu verhindern was längst klar sein sollte.

Die Basler Regierung bettelt seit Jahren immer wieder auf´s neue um Aufschub. Gehn die ihre eigenen Versprechen eigentlich nichts mehr an? Hätten die das nicht mal vorher überlegen können?

Es geht nicht nur um die Vereinbarung von vor 150 Jahren. Die ist zweitrangig. Es wurde zusätzliche eine neue getroffen, ich glaube das war in den späten 80er Jahren, in der es hieß, Autobahnzollabfertigung für die Schweiz gegen Zollfreie Straße für Deutschland.

Ich kann auch kein Auto kaufen, es abholen, und dann sagen: Moment, die Karre fährt sich zwar gut, aber meine Frau und meine Kinder möchten das Ding nicht bezahlen, deshalb könnt ihr auf die Kohle warten, während ich die abstimmende Familie rumkutschiere... Falls ihr überhaupt mal Geld dafür bekommt.

@Dream77 & Pirata
Hauptsache mal die Klappe aufgerissen, oder?
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07.02.2006 09:56 Uhr von Trixli
 
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@bannman: Die Stasse wird nicht abgelehnt! Nur der Standort. Es ist dort eine Natur welche nciht zerstört werden sollte. Wieso verlegt man die Strasse nicht etwas?
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07.02.2006 10:07 Uhr von lucky strike
 
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Vertrag ist Vertrag: auch wenn er 150 jahre ist :)
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07.02.2006 11:16 Uhr von bannman
 
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@Trixli: Die Straße ist nur an dem Standort möglich.

Es sind zwei Städte(Lörrach & Weil), die durch einen kleinen Berg (Tüllinger) & die Schweiz getrennt sind.
Die bisherige Möglichkeit von Lörrach nach Weil zu kommen, ist im Stau über die Grenze, wo man kontrollen durch 1tens Schweizer 2tens Deutsche Zöllner erleben kann. Zu den täglichen Stoßzeiten, ist da allerdings kein durchkommen in unter 30 minuten möglich. Dieser Stau zieht sich bis nach Lörrach rein, und das meiste ist wirklich nur der Durchgangsverkehr nach Weil.

Links über der Ortschaft Riehen, durch die man in Schweiz fahren muss befindet sich direkt der Tüllinger (Deutsche Seite). Will man ihn überqueren, kann man erst ans andere Ende von Lörrach fahren, und muss dann durch die Enge Ortschafft von Tüllingen (Tempo 30, enge Straße) Alles in allem braucht man so etwa ne halbe Stunde bei günstigem Verkehr, für die Strecke die mit der Zollfreien keine 2 Minuten gehen würde. Sind etwa 10-15 km Umweg. Für keine 2 km.

Der einzige mögliche Weg, auf dem keine Häuser stehen, ist der jetztige geplante Standort. Genau zwischen Riehen & Tüllinger. Sozusagen direkt auf der Grenze zwischen D & CH.
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07.02.2006 12:57 Uhr von RupertBieber
 
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@bannann: ich wohne in Basel und krieg das auch ziemlich mit, was da wieder für ein Unisinn veranstaltet wird.....im Namen des Profits auf Kosten der Umwelt...es ist leider immer so.
Ich weiss manchmal nicht, ob ich einfach nur wütend sein soll oder nur traurig, dass wieder ein friedliches, schönes Stück Natur mit Fluss und Wald und Spazierwegen einfach dem Mammon geopfert wird aufgrund irgendwelchen Versprechen und Verträgen die 150 Jahre zurückliegen...

unbegreiflich
aber genau das ist Politik
dumm und ignorant
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07.02.2006 16:48 Uhr von Meckeronkel
 
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@RupertBieber und die anderen Dummschwätzer: Ich bin auch Lörracher und kenn das Problem nur zu gut.
Da ich die Straße genug nutze und über das Thema wohl auch gut genug Bescheid weiß, kann ich nur sagen dass mir euer "wir müssen die Umwelt retten"-Gelaber total doof ist und mir ziemlich aufn Sack geht!

Die Zollfreie Straße wird unterirdisch gebaut, d.h. es werden lediglich etwa 750m überirdisch angelegt, diesen verlaufen teils über die Wiese. Gefällt werden nur die Bäume die da stehen und eh in den nächsten Jahren hätten gefällt werden müssen, da sie schon ziemlich alt sind....
Das sogenannte unglaublich wichtige Biotop dort wird nur in geringem Maße angerührt...
Zudem rechne mal durch was das ganze Theater da mit über den Zoll fahren oder übern Tüllinger eigentlich für die Natur bedeutet!
Die Lärmbelastung, dann fällt die Straße am Tüllinger den Hang ab, müsste also auch erneuert werden, die ganze CO2 Belastung durch die großen Umwege, die Belästigung der ganzen Einwohner, grad aufm Tüllinger, aber auch in eurem schönen Schockchiland....
Dir als Basler kommt das ganze nur zu Gute!!!

Man sollte nicht nur die eine News miteinbeziehen, sondern sich über das ganze Thema informieren!!

Dann noch zu dem Verhalten der deutschen Behörden!!
Denen platzt einfach langsam der Kragen, eigentlich soltle die Straße schon letzten Winter geabut werden, jedoch gab es dauernd Protest von irgendwelchen dummen Ökos die auf den Wiesen die sie schützen wollten, gecampt haben und mehr Schaden angerichtet haben, als wenn man das ganze platt macht, und in ein paar jahren wieder was neues nachwächst!!!
Die neue Straße wird außerdem ne gute Schalldämmung bekommen, d.h. is noch mal n´Stück besser an die Umwelt gedacht worden.
Abgesehen davon hat die deutsche Seite schon schön den Abhang unten am Tüllinger bei dem dort anliegenden Riehener Schwimmbad komplett saniert für zig Millionen, als das gemacht war, was den Schweizern zu Gute kam, haben die plötzlich die Baugenehmigung zurück gezogen!!

In diesem Sinne nen schönen Gruß an alle Dummschwätzer hier!
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07.02.2006 18:07 Uhr von pirata
 
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Ich habe ja mal ein paar Meter: von der jetzigen Baustelle gewohnt und da schlagen natuerlich zwei herzen in meiner Brust. Zum einen ist die Wiese ein Nahoerholungsgebiet fuer Deutche und Schweizer. Das wird natuerlich auf rund einem Kilometer nun platt gemacht. Da koennen einem die Traenen kommen. Auf der anderen Seite wollen die beiden Staedte Weil und Loerrach naeher zusammenwachsen (warum eigentlich, die zoffen sich doch immer und sind sich nie gruen?). Und der Verkehr da auf den vier bestehenden Routen ist wirklich aetzend (man kann naemlich auch ueber die A98 oder den Otelinger ins Nachbarstaedtchen gondeln, nicht nur durch die Schweiz oder den Tuellinger). Ich musste frueher jedenfalls auch jeden tag die Strecke fahren und genoss die Abwechslung. Beim Spritverbrauch wird die neue Strecke natuerlich oekobilantechnisch verdammt gut abschneiden. Auch Ruecken die beiden Staedte nun auf zwei Autominuten zusammen.
Aber wie gesagt: Warum hat die BRD nicht Spendierhosen angezogen und nen Tunnel gebaut? So fett ist der Tuellinger Berg nun auch wieder nicht.
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07.02.2006 18:09 Uhr von bannman
 
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lieber Bieber: Jo.

Vor Weil standen auch mal Bäume. Die wurden gefällt.
Da wo du grade sitzt standen früher auch mal Bäume, und wahrscheinlich hat darin sogar ne süße Familie von Eichhörnchen gewohnt. Die dann Obdachlos wurde.. Das macht mich auch traurig. Und wütend. Aber so ist nun mal das Leben.

Und mal was anderes:
Diese Wälder ziehn sich fast das ganze Wiesental entlang. Der Streifen der da jetzt wegkommt ist zu verkraften und wirklich nicth die Welt.
Wie gesagt, es ist keine besonders lange Strecke. Wenn ich das schätzen darf ist es kein Kilometer.

Und jetzt heul nicht rum, wegen einem Abschnitt auf dem du noch nie warst. Oder bist du schonmal hinter der Wiesenbrücke beim Zoll unterwegs gewesen? Ich meine von dir aus Links der Wiese, wo die Straße gebaut wird? Wo waren denn da bitte Spazierwege???

Sobald irgendwo ein Baum gefällt wird, kommen die traurigen Menschen, die sonst nichts zu tun haben an, Picknicken aus Protest auf der Wiese und malen weiße Kreuze auf Bäume die eh stehn bleiben. Und weil die Story vom kleinen der gegen das große, starke kämpft, gut kommt wird auch noch wohlwollend darüber berichtet.

Erinnert mich an die Gleiseketter beim Castor Transport.
"Atomaustieg ist längst beschlossen, und im Gange, aber wir wollen ein bisschen Action und verursachen deswegen mal gern ein paar Milliönchen an Schaden obwohl keiner was davon hat, außer ner Rechnung".
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08.02.2006 19:04 Uhr von Xsnoopy
 
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Volksabstimmungen: Hi,

manchmal sind solche Volksabstimmungen ja super, aber ich versteh jetzt gerade nicht, warum jetzt noch eine gemacht wird, obwohl doch ein Vertrag bereits vor 150(!) Jahren unterschrieben wurde.
Ich meine man kann ja jetzt nich einfach sagen, nein das geht nicht..
Außerdem find ich es traurig, dass die Schweiz in dem Fall so lange für die Einlösung eines Vertrags brauch, oder?
Ich meine, da is es ja wohl klar, dass den deutschen Behörden langsam der Kragen platzt, weil die wollen das Problem so langsam auch weg haben, ständig die Nerverei von Seiten der deutschen Anwohner.
Zudem is das, so denk ich mir das jetzt einfach mal, ja schon eine ganze Weile bekannt, dass da ne Straße gebaut wird, warum wird erst jetzt, wo es langsam ernst wird, gemeckert? Zumindest geht das aus der News nicht anders hervor.
Ich hab nichts gegen die Schweiz, aber manchmal greift man sich an Kopf, echt.. Aber seid beruhigt, dass ist überall ab und zu mal so.

MfG
Xsnoop

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