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Erhebliche Gefahrenpotentiale, weil Bausubstanz in Deutschland verkommt

Im letzten Jahrzehnt hat sich die Anzahl von Einstürzen und schweren Tragwerksschäden in Deutschland erhöht. Es wären Investitionen von 80 Milliarden Euro pro Jahr zur Instandhaltung, u. a. von Gebäuden und Anlagen, nötig.

Überwachung und Wartung der Bausubstanz wird hierzulande aber nicht in genügendem Maße durchgeführt. Dennoch ist das Risiko den Bürgern kaum bekannt. Auch die politische Deregulierung trägt zur Unkenntnis bei.

Insgesamt gibt es in Deutschland Bausubstanz im Wert von 6.000 Milliarden Euro. Verursacht werden die Schäden u. a. durch Korrosion und Rissbildungen im Tragwerk.


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WebReporter: Muta
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Deutschland, Deutsch, Gefahr
Quelle: www.vdi-nachrichten.com

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05.02.2006 19:40 Uhr von Muta
 
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Folgen einer oftmals falschen Politik, die unter dem Vorwand der Entbürokratisierung kaum Bürokratie abschafft, sondern nur nach dem Motto "weniger Staat" dereguliert und durch falsche Entscheidungen das nötige Staatseinkommen zur Instandhaltung verhindert.
Den Schuldenstand hat diese falsche Sparpolitik wegen gesamtwirtschaftlicher Folgen nicht verringert. Und der langfristige Schaden in der Infrastruktur wird sich noch weit schlimmer auswirken als die Verschuldung.
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05.02.2006 20:16 Uhr von Muta
 
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Wie aktuell das Thema leider: ist, hat man ja anhand der letzten Ereignisse gesehen.

Selbst eine Finanzierung der Instandhaltung über Verschuldung wäre da wohl noch die weniger schädliche Lösung. Die Bedeutung unserer Infrastruktur sowohl wirtschaftlich als auch in Bezug auf die Einstürzgefahren für Menschen brauche ich wohl nicht betonen...
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05.02.2006 20:38 Uhr von ken iso
 
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@Autor: IMHO geht es nur darum das niemand bereit ist aus gründen der gewinn maximierung ausreichend in die Instandhaltung zu investieren.

Wer geht heute noch zur vorsorge zum arzt oder bringt sein auto ohne sichtliche mängel in die werkstatt?
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05.02.2006 20:48 Uhr von Muta
 
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@ken iso: Nun unsere Ansichten widersprechen sich nicht umbedingt, sondern ergänzen sich.

Ich hatte ja im Kommentar auf Betreffs Deregulierung gesprochen. Auch gerade bei den Bereichen Strom, Wasser usw., wo sich der Staat teilweise aus der Verantwortung gezogen hat und zuunehmend tut, haben die Investitionen abgenommen.
Das ist auch nicht verwunderlich, denn im Infrastruktur-Bereich profitiert man gewinnbringend oft erst Jahrzehnte später von den Investitionen (z.B. neue Wasserleitungen verlegt, was sind die Einnahmen im Vergleich zu den Bauarbeiten-Kosten kurzfrisitg gesehen?).
Und über Jahrzehnte plant in der Regel kaum ein Unternehmen.
Eine von mehreren Ursachen, neben der von dir noch erwähnten vielleicht grundlegenden Sorglosikgeit bei manchen Leuten...
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05.02.2006 20:57 Uhr von Muta
 
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oh, Ergänzung :): Bevor jetzt wieder jemand die gelegenheit nutzt, sich drüber zu echauffieren, ich wollte im vorherigen Kommentar schreiben:
"Ich hatte ja im Kommentar [auch] Betreffs Deregulierung gesprochen"

:)
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05.02.2006 22:19 Uhr von Muta
 
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Zusätzliche Zahlen zum Thema: Auszug aus: http://www.wsws.org/...

"Michael Staudt warnt, dass öffentliche Gebäude in Intervallen von 15 bis 20 Jahren überarbeitet werden müssten, die Gemeinden dafür aber heute kein Geld mehr haben. Auch Christian Ude warnt eindringlich vor maroder Bausubstanz und befürchtet eine Schließungswelle. "Fast alle Kommunen in Deutschland haben wegen ihrer Haushaltssituation in den vergangenen Jahren Mittel für den Bauunterhalt kürzen müssen", sagte er den Ruhr-Nachrichten. Besonders bei Bauwerken aus den sechziger und siebziger Jahren seien die Probleme besorgniserregend. Hier müssten Alarmzeichen wie Risse im Beton oder Feuchtigkeit im Gemäuer sehr ernst genommen werden.

Wie ernst die Lage tatsächlich überall ist, zeigt eine Studie der sächsischen Bauindustrie über Brücken, der zufolge zwei Drittel der untersuchten Objekte mit den Noten drei oder vier beurteilt wurden, also einer dringenden Instandsetzung oder Erneuerung bedürften. Wegen Kälteeinbruchs geschlossene Schulen, Lecks in Schuldächern, Brücken, die nur im Schritttempo überfahren werden dürfen, aus Sicherheitsgründen abgesperrte Räume in öffentlichen Gebäuden, marode Spielplätze, veraltete Straßen und Gehwege sind allerorts bekannt.

Doch die kommunalen Ausgaben - z. B. für den Erhalt und die Sanierung von Straßen, Schulen und Sporteinrichtungen - gehen nach Angaben des Deutschen Städte- und Gemeindebundes drastisch zurück, in den neuen Bundesländern noch stärker als in den alten. So gaben ostdeutsche Kommunen 2004 rund 4,4 Mrd. Euro für Investitionen in die öffentliche Infrastruktur aus, mithin fast 60 Prozent weniger als Anfang der 90er Jahre. In den alten Bundesländern verringerte sich das Ausgabenvolumen im gleichen Zeitraum um 35 Prozent auf 15,2 Mrd. Euro. Laut Aussage des ehemaligen Hauptgeschäftsführers des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie Michael Knipper haben die Kommunen seit 1992 ihre Bauausgaben um 42 Prozent zurückgefahren. Allein in den ersten drei Quartalen 2005 sind sie nochmals um 8 Prozent gesunken.

Nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) investierten die Städte und Gemeinden 1999 noch mehr als 19 Milliarden Euro in Straßen und Gebäude. 2004 waren es nur noch knappe 15 Milliarden Euro, also ein Rückgang von mehr als einem Fünftel. Allein für die Sanierung und den Neubau von Schulen müssten laut KfW bundesweit bis 2009 rund 60 Milliarden Euro ausgegeben werden."
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05.02.2006 23:26 Uhr von alexolaf
 
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Zum Thema: Da ist ein Unglück passiert und alle werden wach. Gut wäre es schon, wenn da investiert wird, das Handwerk braucht "Brot"
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06.02.2006 09:59 Uhr von Zuckerfrei
 
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Warum muss es immer erst krachen bevor die Leute aufwachen?

In Potsdam wurde jetzt auch ne Schwimmhalle geschlossen, weil wohl die Hälfte der Träger marode ist... dabei wurde die Schwimmhalle Mitte der 90er Saniert! Da frag ich mich doch, was die damals gemacht haben und warum das ganze erst jetzt bemerkt wird...
Ist doch wie überall: Wenn der Karren erst gegen den Baum gesetzt ist wirds doppelt teuer. Naja - aber dieses kurzfristig-Denken entspricht nun mal genau der aktuellen Lebensart - leider.
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06.02.2006 14:59 Uhr von Muta
 
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@Zuckerfrei So ist es: Dieses kurzfristige Denken wird noch dadurch gefördert, weil z.B. Politiker meist nur kurzzeitig auf ihrem Posten sind und schnell weiterwechseln wollen.
So werden Maßnahmen, die nur langfristig sinnvoll (und damit fürs Volk weniger sichtbar) sind, oftmals lediglich nachlässig angegangen und/oder dem Nachfolger aufgebürdet... (und umso länger das Spiel so geht, umso teurer wird es am Ende)

Frei nach dem Motto: "Nach mir die Sinnflut".
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06.02.2006 20:22 Uhr von Muta
 
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Grade eben in der tagesschau: http://www.tagesschau.de/...

"Bund und Länder haben sich noch nicht auf Maßnahmen zur Verbesserung der Gebäudesicherheit verständigt. Die Bauministerkonferenz beschloss in Berlin jedoch, Fragen der Standsicherheit großer öffentlicher Gebäude von einer Projektgruppe prüfen zu lassen."

Na wenn da mal nicht am Ende die Sache wieder nur ausgesessen wird, bis zum nächsten Vorfall...

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