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Greifswald: Plasmagefäß für Fusionsreaktor "Wendelstein 7-X" installiert

Wissenschaftler haben nun das Plasmagefäß für das experimentelle Fusionskraftwerk "Wendelstein 7-X" angebracht. Mit diesem Projekt sollen Erfahrungen für den französischen Reaktor "Iter" gesammelt werden.

Die ehrgeizigen Pläne der an diesem Projekt beteiligten Wissenschaftler gehen davon aus, dass ab dem Jahr 2050 die ersten kommerziell genutzten Fusionskraftwerke in Betrieb genommen werden können.

Die Fusionsreaktoren basieren, ähnlich wie bei der Sonne, auf dem Prinzip der Verschmelzung von Atomkernen in 100 Millionen Grad heißen Plasmen. Im Gegensatz zu heutigen AKW entsteht dabei aber deutlich weniger radioaktiver Abfall.


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WebReporter: zenon
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: 7, Fusion, Wende, Plasma, Greifswald
Quelle: de.news.yahoo.com

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17 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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02.02.2006 14:05 Uhr von zenon
 
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Spannnendes Thema - schade nur dass sich Deutschland fast gänzlich aus diesem Gebiet zurück gezogen hat.
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02.02.2006 15:02 Uhr von der_Uri
 
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gut so zu dem wenigen radioaktivem abfall kommt ja auch noch, dass sie einfach viel mehr energie produziert als ein normales akw.......
und wassertsoff gibs auch im überfluss....
damit wären energieprobleme echt so gut wie gelöst....
aber wie haben die das denn jetzt in den griff bekommen, dass bei längerem betrieb sich die einzeln geladenen teile nciht auf schichten verteilen?
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02.02.2006 15:29 Uhr von exekutive
 
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hmmm: und wenn sone technik hochgehen sollte, hat man nen überdimensionalen brandfleck oder wie?

weil, kann mir kaum vorstellen das man 100 millionen grad zu 100% sicher kontrollieren kann...

funktionieren sicher.. mehr aber auch nicht
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02.02.2006 15:55 Uhr von der_Uri
 
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klar haben die keine kinder alle verstrahlt!!!
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02.02.2006 16:10 Uhr von gadrecs
 
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sollte da was passieren: ist es nicht tragisch, da die Hitze nur durch hohe energiezufuhr in recht kleine Materiemengen erzeugt wird.
derzeit ist die ganze reaktion noch endotherm sprich man braucht mehr energie ums zu betrieben als was erzeugt wird.

wenn da was hoch geht verteilt sichs schnell und "relativ" harmlos (auf jeden fall kein "strahlender" GAU) und vor allem lokal begrenzt ... da brennt sich nix durch ...

Grüße,
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02.02.2006 16:37 Uhr von Fallout-Boy
 
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@DefPunk: Die deutschen Kraftwerke sind sicher, nicht die der russischen Bauart... insofern schon richtig dass sie sicher sind.
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02.02.2006 16:49 Uhr von Zuckerfrei
 
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*tilt*: "Ich weiss nicht, worum es da geht deshalb habe ich Angst davor!"
Und ich dachte immer das Mittelalter wäre vorbei... Im Gegensatz zur Kernspaltung macht die Fusion nicht einfach so weiter, wenn der Reaktor ausfällt. Klar - knallen tut das gut und strahlen auch - aber zumindest letzteres nicht so schlimm wie ein Kernkraftwerk. Ich frage mich sowieso, warum man nicht versucht solche Kraftwerke irgendwo in einer leeren Gegend zu bauen... aber das ist wohl eher ein politisches Problem. Letztenendes scheint aber die Fusion die einzige Chance selbst Energie zu "erzeugen". Alle anderen Brennstoffe - auch Uran und Plutonium - sind sehr begrenzt.

Zum Thema "Sonnenenergie" - wenn man da etwas weiter denkt als nur Solarzellen wäre da sicher auch einiges rauszuholen. Aber wenn ich bedenke, dass manche Leute z.B. Windenergie damit kritisieren, dass da Vögel reinfliegen könnten und daran sterben ... irgendwas gibts immer zu meckern - und wenn dann irgendwann das Öl alle ist gucken alle dumm.

BTW: Ich dachte das internationale Projekt zum Bau eines Fusionsreaktors wäre mangels Geldmittel gestorben?
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02.02.2006 17:12 Uhr von D1S
 
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Boah!! Ich krieg en Kind, wenn ich manche Kommentare hier lese...

@exekutive, defpunk:
Bitte immer erst über die Thematik informieren, bevor man sehr bedenkliche Kommentare postet.

Kontrollierbarkeit:
Durch Kernfusion entsteht keine unkontrollierbare Kettenreaktion wie bei der Kernspaltung.

Solar- bzw Allgemein alternative Energien:
Die nutzbar gemachte Energie in Relation zu verschwendeten Platz und vor allem Kosten steht in keinem akzeptablen Verhältnis! Daran wird auch verbesserte Technologie nicht viel ändern. Man hat halt nur eine gewissen Strahlungsenergie, die pro m² auf die Erde fällt (auch noch wetterbedingt schwankend), folglich völlig ungeeignet, außer vielleicht für Staaten mit viel Platz (Wüste) und viel Sonne (Äquator). Der Wind hat auch nur eine begrenzte Energie, die er abgeben könnte.

Alternative Energien sind also völliger Schwachsinn zur Deckung eines stetig steigenden Energiebedarfs. Man darf den Grünradikalen nicht glauben...

Kernfusion ist zur Zeit die einzig bekannte Energie"gewinnungs"form mit nennenswerter Zukunft! Und es führt kein Weg dran vorbei, außer alle Kraftwerke abzuschalten, sich wieder Hütten zu bauen, der Kirche wieder Macht zu geben und 3/4 der Weltbevölkerung auszuradieren, weil sonst die Nahrung knapp wird...
Aber das will ja auch keiner, also muss man sich der Sache stellen. Finde es immer faszinierend, wie Menschen - die keine Ahnung von der Materie haben - alles direkt in die Tonne treten wollen, nur weil im Namen "Kern" oder "Atom" drin vorkommt.
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02.02.2006 17:13 Uhr von ALagos
 
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@Zuckerfrei: Nein, der iter wird wie geplant in Südfrankreich gebaut. Nur ohne Beteiligung der Japaner afaik
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02.02.2006 18:01 Uhr von fin-eek
 
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@DefPunk: Ich gebe Dir in einem Punkt recht: Absolute Sicherheit gibt es nirgendwo. Das ist vollkommen richtig. Man hat aber bei der Kernfusion mindestens zwei entscheidende Sicherheitsvorteile gegenüber der Kernspaltung:

- Bei der Kernspaltung wird der Brennstoffvorrat in Form von Brennstäben u.U. für mehrere Jahre im Reaktor selbst vorgehalten, d.h. es befinden sich große Mengen von spaltbarem U-235 "auf Vorrat" im Reaktorbecken. Bei der Kernfusion wird dagegen das Plasma von außen mit Deuterium und Tritium gespeist. Im Reaktor selbst ist nur eine kleine Masse vorrätig.

- Bei der Kernspaltung findet eine Kettenreaktion statt, die unter Kontrolle gehalten werden muss, damit sie sich nicht hochschaukelt und im Fall eines GAU eben auch den oben erwähnten "Brenstoffvorrat" erfasst. Dies führt dann u.U. zu starker Erwärmung, Wasserzersetzung mit anschließender Knallgasexplosion und/oder zum Durchrutschen des Kerns in den Boden ("Kernschmelze").

Beide Probleme hat man bei der Fusion prinzipbedingt nicht.

Wie gesagt, ich stimme Dir zu, dass es absolute Sicherheit nicht geben kann. Natürlich wurde auch in der ehemaligen UdSSR vor dem Unglück in Tschernobyl behauptet, die Spaltkraftwerke seien sicher, da hast Du schon recht.

Dennoch: Man kann abschätzen, was schlimmstenfalls passieren kann, wenn der komplette Reaktor mit dem "Treibstoff", der in ihm vorliegt, Beliebiges anrichten kann. Und genau dort liegt das Limit, denn es befindet sich bei den geplanten Fusionsreaktoren nur eine geringe Menge Plasma im Reaktor. Eine geringe Menge sehr heißes Plasmagas kann keinen großen Schaden ausrichten, denn sobald das Magnetfeld fehlt, das das Plasma zusammenhält, wird es sich unter die Fusionstemperatur abkühlen. Die zur Verfügung stehende Energie ist einfach begrenzt.

Wie gesagt, "eine Sonne auf unserem Planeten" halte ich für unmöglich, weil einfach die Rahmenbedingungen fehlen (viel zu wenig Masse, viel zu wenig Druck, viel zu geringe Temperatur, usw.). Außerdem müssten dann die getesteten H-Bomben bereits ein solches Inferno ausgelöst haben, denn dort sind ja wirklich größere Mengen an vorrätigen Wasserstoffisotopen durch Kernspaltung zur Fusion angeregt worden.

Und ja, ich bin auch für einen Ausbau der Solarenergie und andere regenerative Energien, und auch dafür, mehr auf Energieeinsparung zu setzen.

Dennoch halte ich die Forschung an der Fusion für dringend notwendig und noch für viel zu wenig gefördert. Denn bei dem momentanen Wachstum in Bezug auf Energiebedarf (man bedenke die stark wachsenden Länder wie China, man bedenke das knapp werdende Öl und daraus folgende Kriege) kann es nicht schaden, zwei Richtungen zu verfolgen. Und jedes Fusionskraftwerk ist mir zehn Mal lieber als ein Kernspaltungskraftwerk, wenn es dazu noch in Ländern eingesetzt wird, die weit von unseren Sicherheitsstandards entfernt sind. Und ja, mir ist bewusst, dass auch die Materialien des Fusionsreaktors selbst auf Grund der bei der Fusion entstehenden Neutronen im Laufe des Betriebs radioaktiv werden. Aber das dürfte nach dem, was ich gelesen habe, bei weitem mengenmäßig nicht so problematisch sein als bei Kernspaltungsanlagen.

Gruß,
Steffen
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02.02.2006 18:17 Uhr von fin-eek
 
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@primera: Ich bin selbst ebenfalls für die Forschung an der Kernfusion und sehe darin eine wichtige Energiequelle für die Zukunft.

Aber ich sehe auch keinen Grund, wieso man nicht parallel mehr auf Solarenergie setzen sollte. Du hast vollkommen Recht, was den Flächenverbrauch und das Speicherproblem betrifft. Aber solange auf den Dächern unserer Häuser Solarzellen so selten anzutreffen sind wie aktuell, dann sehe ich auch in unseren Breiten durchaus noch großes Potential.

Vor allem wissen wir nicht noch nicht sicher, welche Wirkunsgrade man in Fusionskraftwerken erreichen kann und ob man in der Praxis überhaupt in Bereiche kommt, wo man mehr Energie gewinnt als man investieren muss. Von daher halte ich es schon für sinnvoll, aktuell beide Technologien zu forcieren. Solarenergie und andere regenerative Energien kombiniert mit einer Senkung des Verbrauchs (auch da gibt es noch Potential) einerseits und die Fusionsforschung andererseits. Denn nur mal angenommen, es gibt doch noch große praktische Hürden bei der Fusion, die erst im Rahmen der längst überfälligen Experimente an Wendelstein und ITER entdeckt werden: Wir können nicht die nächsten zwanzig bis fünfzig Jahre abwarten und weiter Gas, Öl und Kohle verbrennen oder unser Uran spalten. Zumindest ich halte das für zu riskant, falls sich die Fusion weiter verzögern oder, aber das glaube ich nicht, gar nicht wirtschaftlich nutzen lassen sollte.

Gruß,
Steffen
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02.02.2006 20:11 Uhr von sandman56
 
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Kernfusion: Irgendwo nicht aufgepaast? Ein Fusionsreaktor kann nicht durchgehen wie ein Reaktor mit Kernspaltung. Wenn die Energie für die magnetischen Felder ausfällt, dann erlischt die Kernfusion.
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02.02.2006 20:17 Uhr von ttsun
 
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Harmlos aber genial: Damit es wirklich alle hier wissen:

Kernfusion ist harmlos, da die 100 Millionen grad der Deuterium und Tritiumfusion so künstlich sind, dass die ganze Reaktion bei einem Fehler zusammenbricht.

Dieses Fusionsplasma wird von Magneten im Vakuum gehalten und wenn diese ausfallen und das Plasma an die Wände kommt wird es verunreinigt und die Reaktion bricht ab und zweitens geht ein Stoff (glaube Tritum bin aber nicht ganz sicher) sofort aus, da davon immer ungefähr genug Material für wenige Sekunden eingefügt wird.

Folglich sollten wir so vorrausdenkend sein diese leicht radioaktive Stromquelle (Endlagerung ca 100 bis 1000 jahre (anstatt 100.000), die Überall auf der Welt (wo man wasser und Stein hat) eingesetzt werden kann.

Bitte nicht immer gleich alles verteufeln weils neu ist oder Atom drin vorkommt inzwischen gibt es genug Wissenschaftler die so schlau sind auch die folgen ihrer Entwicklung vorher abzuwägen.
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03.02.2006 01:38 Uhr von Peter13779
 
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Erklärung für Ängstliche: Dieses Plasmagefäß stellt den Kern des Reaktors dar, aber eine Kerfusion kann nicht direkt in diesem Gefäß statt finden. Für eine solche Reaktion braucht es eine sehr reine Umgebung in der es sehr heiss ist. Das geht moment tan in keinem "Gefäß" dieser Welt, das aus Materie besteht. Innerhalb eines solchen Gefäßes wird ein extrem starkes Elektromagnetisches Feld erzeugt, was riesiege Mengen an Energie verschlingt. Denn das zu fusionierende Material darf nicht die Gefäßwände berühren. Wenn das passiert bei diesen Temperaturen ist das ganze sofort verunreinigt und die Reaktion stoppt. Deshalb ist ein Fusionsreaktior keine "Zeitbombe" wie ein normales Kernkraftwerk.

Im Moment besteht übrigens das Hauptproblem genau in diesem E-M Feld. Denn bisher verschlingt es extrem viel Energie und diese E-M flasche ist nicht "dicht" genug um die Reaktion lange Zeit aufrecht zu erhalten. Deshalb wird noch mehr Energie verbraucht als freigesetzt.

Das zumeist verwendete Deuterium bzw. das schwere Wasser ist nicht radioaktiv sondern "nur" giftig. Die Abfälle stahlen schon, aber die Halbwertszeit ist kürzer und es ist deutlich weniger, das die Energieausbeute recht hoch ist.
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03.02.2006 10:07 Uhr von rh1974
 
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@DefPunk: cool, wusste gar nicht das es eine fusionskettenreaktion gibt! du solltest den nobelpreis bekommen!!!!!!
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13.12.2007 08:44 Uhr von stellator
 
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MeinenSenfDazugeb: Naja, es wurde ja jetzt schon zig mal gesag, aber ich würds gern auch noch mal sagen, damits nachher auch jeder kapiert hat.
Die 100 Millionen Grad sind nur im Vakuum möglich und bei extremer Energiezufuhr. Wenn irgendeine Kleinigkeit schief geht, selbst wenn die Reaktion *irgendwie* unkontrolliert ablaufen sollte und das heiße Plasma die Reaktorwand berührt, alles was dann passiert ist dass es sich unter die für die Fusion benötigte Temperatur abkühlt und die Reaktion zum erliegen kommt.
Wenn der Reaktor undicht sein sollte, dann ist das Vakuum futsch und das Plasma kühlt sich auch ab.
Wenn irgendetwas nicht so läuft wie es laufen soll geht die Reaktion aus, wie wenn jemand eine Kerze auspustet.
Nichts derartiges wie was bei Spiderman 2 vorkommt hat einen Bezug zur Realität, außer, dass die Worte "Tritium" und "Fusion" gebraucht werden. Genausowenig wie dem Schauspieler die Muskeln über Nacht nach einem Spinnenbiss gewachsen sind. ^^
Das tolle an der Kernfusion ist, dass sie, wenn man sie wirtschaftlich nutzbar machen kann (was sicher noch lange dauern wird, was aber, davon bin ich überzeugt, möglich ist) die gesammte Menschheit für mindestens 1000 Jahre mit sauberer, umweltfreundlicher Energie versorgen kann.
Der "Brennstoff", sprich Deuterium und Tritium wird in unglaublich geringer Menge verbraucht und daraus wird absolut ungefährliches Helium. Die entstehenden Neutronen, die Reaktorteile radioaktiv anregen und zum "strahlen" bringen sind nicht annähernd so beunruhigend wie die atomaren Abfälle heutiger AKWs.
Die Intensität und die Halbwertzeit der strahlenden Abfälle von Fusionskraftwerken wird viel geringer sein als die von herkömlichen AKWs. Nach ca 100 Jahren (langer aber überschaubarer Zeitraum) sicherer Lagerung sind die verstrahlten Teile ungefählich.
Der Müll aus heutigen AKWs muss irre lange (mehrere tausend Jahre, wer weiß was in der Zeit alles passieren kann?) sicher gelagert werden, was hohe Kosten, hohen Aufwand und gewisse Risiken für die Nachwelt mit sich bringt. Im Vergleich dazu wären Fusionskraftwerke die Lösung!
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13.12.2007 09:44 Uhr von stellator
 
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Was heutige AKWs angeht, so gibt es große Unterschiede:
Man braucht in jedem Fall einen Moderator zwischen den Brennelementen, der die Neutronen verlangsamt, damit diese langsam genung sind um mit den Brennelementen reagieren und weitere Kernspaltungen verursachen zu können.
Wie bereits erwähnt wurde in Tschernobil ein Graphit-moderierter Reaktor verwendet. Das hat den Grund das dafür weniger gute Brennstäbe gebraucht werden. Die Konzentration von Uran 235 ist in diesen geringer, weil es technisch aufwendig und schwierig ist das spaltbare Uran 235, welches man braucht, vom unspaltbaren aber in viel größerer Konzentration vorliegenden Uran 238 zu trennen und die Technik dafür in Russland weniger weit ist/war als hier.
Graphit ist das Zeug aus dem Bleistiftmienen sind und hat den Nachteil, dass es in fester Form ist, nicht selbssteuernd ist, wie Wasser und sich bei hoher Hitze verformen kann und anfangen kann zu brennen, was dazu führen kann, dass die Steuerstäbe nicht mehr in zwischen die Brennstäbe gefahren werden können, weil das Graphit sich verformt hat und im Weg ist.
Das ist in Tschernobil passiert, nachdem man dummerweise das automatische Sicherheitssystem ausgeschaltet hat und die Leistung des Kraftwerks außerhalb der sicheren Werte hochgefahren hat. (Manchmal frage ich mich, wie blöd man sein kann, das ist ja noch doofer wie wenn man Gummi in die Stahlräder von Hochgeschwindigkeitszügen tut und sich wundert warum "Eschede" passiert ist.)
Dann gibt es die wirklich supersicheren Wasser-moderierten Reaktoren (welche wir in Deutschland haben). Die haben den Vorteil, dass das Wasser bei zu starker Reaktion, durch die dabei entstehende hohe Hitze verdampft und dadurch die Dichte der Wassermoleküle geringer wird und so auch die moderierende Wirkung abnimmt, was wiederum die Reaktion verlangsamt. Durch diese Selbststeuerung des Wassers ist ein Gau wie in Tschernobil unmöglich. Selbst wenn das Wasser *irgendwie* auslaufen sollte kommt die Reaktion einfach zum erliegen, weil die Neutronen nicht mehr moderiert werden.
Und egal was passiert, das Wasser ist flüssig bis gasförmig, das heißt, dass es die Steuerstäbe nicht behindern kann, wie das Graphit in Tschernobil.
So einen Reaktor bekämmen weder die Genossen aus Tschernobil noch Homer Simpson persönlich zum schmelzen. ^^
Außerdem gibt es noch diverse experimentelle Reaktorotypen, unter anderem Brutreaktoren, welche wohl alle unterschiedlich sicher sind aber nicht so sicher wie Wasser-moderierte Kraftwerke.

Der Atomausstieg in Deutschland ist Schwachsinn, weil die alternativen Energieen bei weitem nicht die Kapazität der AKWs erreichen und sich Versorgungstechnich somit eine riesige Kluft auftut, die gefüllt werden muss.
Das geschieht indem man Strom importiert aus Ländern, die ihn, wer hätte das gedacht in AKWs herstellen oder noch schlimmer in rußschleudernden Kohlekraftwerken.
Besser noch es werden in Deutschland neue Kohlekraftwerke gebaut! Das muss man sich vorstellen: Es werden neue, moderne, sichere und saubere Kraftwerke demontiert wärend zeitgleich luftverschmutzende, klimaschädliche Kohlekraftwerke gebaut werden.
Das tollste ist, dass diese CO2-frei sind. Kohlekraftwerk und CO2-frei? Jeder, der weiß was das C und das O bedeuten weis, dass es das nicht gibt, nein, das CO2 wird in Tanks gelagert, zur weiteren Verwendung.
Ganz toll, Bald ist im Sprudelwasser mehr Sprudel als Wasser. Jedenfalls bleibt das CO2 nicht auf ewig in den Tanks, am Ende landet es sowieso wieder in der Atmosphäre (oder man pumpt es ins Mehr und rottet die Fische aus). Das einzige was sich ändert ist der Zeitpunkt wann das CO2 in die Umwelt gelangt und dass man CO2-frei auf das Kraftwerk schreibt.
Auf jeden Fall wäre es besser die wassermoderierten AKWs laufen zu lassen, bis man wirklich Ersatz dafür hat (z.B Fusion) oder aber die alten AKWs langsam nach und nach abzuschalten wenn es genug Windräder und Solaranlagen gibt um eins davon zu ersetzen, keine neuen mehr zu bauen und die modernen solange laufen zu lassen wie nötig um sie zu ersetzen.
Der radikale Atomausstieg tut der Umwelt und dem Klima nicht wirklich gut und ist eine Verschwendung (in Russland würde man sich freuen so tolle moderne und sichere AKWs zu haben, hier werden sie kaum gebaut auch wieder demontiert).
Genauso doof war es von Anfang an die AKWs in bewohnte Gegenden zu bauen. Auf dem Land stören die niemanden und richten keinen Schaden an.
Direkt am AKW zu wohnen kann hingegen schon ungesund sein.
Bis die Fusionsenergie wirtschaftlich nutzbar ist wird man global gesehen nicht auf AKWs verzichten können und da sind wassermoderierte AKWs in Deutschland schon sehr viel besser als aus wer weiß was für Teilen erzeugter Importstrom oder als neue Kohlekraftwerke, wo schon alle vor der Klimakatastrophe warnen.

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