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Preis für unverantwortliches Handeln für Soziales ging an Disney-Konzern

"Public Eye" will mit einer Preisvergabe auf Missstände in bisher unverdächtigen Firmen aufmerksam machen und vergab die Awards dieses Jahr in Davos. Für unverantwortliches Handeln wurden der Disney-Konzern, Chevron und Citigroup angeprangert.

In der Kategorie Soziales waren bei Disney Vergehen gegen Menschenrechte aufgedeckt worden. Der US-Konzern lässt zu, dass seine Zulieferer von Kinderbüchern diese in China mit ausbeuterischen Methoden herstellen.

Chevron verschmutzte laut Amazon Watch 30 Jahre lang als Texaco den ecuatorianischen Urwald und die Citigroup wurde in der Kategorie Steuern wegen Beihilfe zu Geldwäscherei und Steuerhinterziehung mit dem "Public Eye Award" ausgezeichnet.


WebReporter: la_iguana
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Preis, Handel, Konzern, Disney
Quelle: tagesschau.sf.tv

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15 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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25.01.2006 17:47 Uhr von la_iguana
 
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In Davos findet derzeit das Weltwirtschaftsforum statt. Dort sind hochrangige Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik zugegen. Der Medienrummel ist entsprechend gross. Public Eye nutzt dies für sich aus.
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25.01.2006 21:26 Uhr von Muta
 
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Wobei das "bisher unverdächtige" sich: wohl nur auf dessen Image in der breiten Öffentlichkeit zutreffen kann.
Insbesondere Chevron hat ja in Lateinamerika einige Leichen im Keller, neben enormer Umweltverschmutzung steht z.B. auch der Verdacht zur Kooperation mit der rechtsradikalen AUC-Guerilla in Kolumbien im Raum. (Zumindest hat Chevron gute Beziehungen zu den entsprechenden Unterstützern dieser Söldnergruppe und seltsamerweise hat die AUC genau das Küstengebiet von Landwirten und afro-kolumbianischen Gemeinden gesäubert, wo Chevron nun ohne Entschädigungszahlungen nach Öl bohren kann).

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Aber natürlich eine gute Idee der Initative das Jubel-Spektakel zum Weltwirtschaftsforum zu nutzen um auf die "Mißstände" aufmerksam zu machen.
Eine gute Ergänzung zum jetzigen Weltsozialforum in Caracas (und später in Bamako und Karachi).
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26.01.2006 03:20 Uhr von Muta
 
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Im vorherigen Kommentar sollte es natürlich heißen: "Wobei das "bisher unverdächtige" sich wohl nur auf dessen Image in der breiten Öffentlichkeit [beziehen] kann."

Und wenn ich schon grade am Verbessern von nem peinlichen Fehler bin :) : Es sollte nur "später in Karachi" lauten, das Forum in Bamako fand ja bereits statt.
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26.01.2006 06:43 Uhr von up123
 
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Gut !!!!!! wusste bisher nicht, dass es diese "Awards" gibt,Man lernt nie aus.
Es ist immer wichtig,auf Mißstände aufmerksam zu machen und gerade die großen marktbestimmenden Konzerne, die sich ja oft leider für keine Schweinerei zu fein sind, anzuprangern. Leider wird das keine Auswirkungen auf deren wirtschaftlichen Erfolg und Firmenpolitik haben.
Aber trotzdem: Weiter so!!!
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26.01.2006 10:09 Uhr von 2Skywise
 
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Nun ja, also ehrlich gesagt erscheint mir die Begründung für den Award ein wenig lückenhaft.
Ich meine, warum wird Disney dafür an den Pranger gestellt, wenn ein Zulieferer (!) von Disney eine soziale Sau ist? Das reicht meines Erachtens für den Award nicht aus. Eine Rechtfertigung wäre, wenn Disney davon Kenntnis gehabt hätte, daß die Arbeit unter inakzeptablen sozialen Bedingungen geschieht. Ist das der Fall, kann man Disney gerne noch ein paar andere Anti-Awards zukommen lassen. Wenn der Konzern nichts davon wußte, kann er dafür auch nach meinem Empfinden nicht belangt werden. Disney hat wahrscheinlich zig-tausend Zulieferer; denen man wohl unmöglich allen auf die Finger schauen kann.
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26.01.2006 11:15 Uhr von gerrit.samson
 
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noch ein paar Brüste und diese Nachricht wird von der Öffentlichkeit tatsächlich gelesen. (sarkasmus ende)

Was ist eigentlich mit Monsanto? Oder werden die hier nicht aufgeführt weil es schon bekannt ist wie die sich aufführen?
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26.01.2006 15:05 Uhr von Da_Mastermind
 
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@gerrit.samson: unwissenheit schützt vor strafe nicht!!!

nur weil se groß sind heißt das nicht, das se sich nicht auch um ihre zulieferere zu kümmern haben!

was herr disney wohl dazu gesagt hätte?!
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26.01.2006 18:18 Uhr von Muta
 
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@gerrit.samson: Ein bißchen zu meiner Überraschung wird diese News allerdings hier tatsächlich viel gelesen (momentan: 3769 Visits, für Wirtschaft viel).
Vielleicht liegts aber auch nur daran, dass Disney im Titel steht.
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26.01.2006 22:58 Uhr von 2Skywise
 
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@Da_Mastermind: Was ist denn das für ein Kommentar?

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, ist eine Sache, die für einen gilt, wenn man selbst Scheiße gebaut hat, aber nicht dafür, wenn ein anderer Mist macht.

Erste SItuation: Angenommen, Du spielst Deinem Kumpel einen Streich und steckst seine Lieblings-CD bei ihm zu Hause in die Mikrowelle. Er sucht sie, findet sie nicht und erst beim "Ping!" stürzt er zur Mikrowelle. Er macht sie eiligst auf, reißt die CD raus, verbrennt sich die Finger, fängt danach an zu husten und wechselt dann röchelnd die Gesichtsfarbe. Durch die Erhitzung der CD ist es in der Mikrowelle zur Ausdünstung giftiger Stoffe gekommen. Du wußtest nicht, daß eine Mikrowelle diesen Effekt auf eine CD haben kann -> persönliches Pech. Du bist daran Schuld, wenn Dein Kumpel kurz- oder langfristig gesundheitliche Probleme bekommt. Hier stimmt der Satz "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht". Wenn Dich eine Anzeige wegen Körperverletzung erreicht, wirst Du Dich dafür verantworten müssen.

Zweite Situation: Angenommen, der Bäcker umme Ecke spielt seinem Kumpel einen Streich und steckt dessen Lieblings-CD in die Mikrowelle ... (Kumpel sucht, *ping!*, Kumpel holt CD raus, Kumpel kippt um, bla bla bla) ... Der Bäcker wußte nicht, daß eine Mikrowelle diesen Effekt auf eine CD haben kann -> Pech. Nun findest Du eines Morgens in Deinem Briefkasten eine Anzeige wegen Körperverletzung, da Du immer noch bei Deinem Bäcker, dieser Kumpelsau, Brötchen kaufst. Du wußtest von der ganzen Angelegenheit überhaupt nichts, bekommst aber von Deinen Freunden gesagt: "nur weil de hunger auf brötchen hast, heißt das nicht, das de dich nicht auch um deinen zulieferere zu kümmern hast!"
Mußt Du Dich also ohne Kenntnis für das Handeln Deines Bäckers verantwortlich machen lassen? Ich glaube nicht.

Und hier reden wir vom zweiten Fall. Disney bekommt Popoklatsch, weil ein Lieferant von ihnen Mist macht. Kann man Disney nachweisen, daß die ganze Aktion mit ihrem Wissen geschah, wäre der Award okay (Vergleich: Du tüftelst mit Deinem Bäcker gemeinsam den Plan aus, die Lieblings-CD eines gemeinsamen Kumpels in die Mikrowelle zu stecken, oder: obwohl Du weißt, daß eine CD in der Mikrowelle nicht unbedingt gesund ist, hältst Du den Bäcker nicht davon ab, die CD dort zu plazieren).
Kann man das Disney nicht nachweisen, kann man dem Konzern meines Erachtens auch keinen Vorwurf machen - im Zweifel für den Angeklagten.

Klar hat Disney eine gewisse Verantwortung und sollte hin und wieder den Leumund seiner Lieferanten prüfen, aber Disney ist nicht der Bäcker umme Ecke, der vielleicht nur zehn oder elf Lieferanten hat, sondern ein gigantischer Großkonzern, der in vielen Ländern der Welt sitzt, in unglaublichen vielen Firmen seine Finger drin hat und der mit zig Millionen Menschen monatlich auf geschäftilicher Ebene in Berührung kommt. Da ein schwarzes Schaf rauszupicken, ist mehr als schwierig, das reinste Nadel-im-Heuhaufen-Spielchen.
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26.01.2006 23:22 Uhr von Muta
 
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@2Skywise: Dein Beispiel trifft aber nicht den Sachverhalt.

Disney wurde bereits mehrmals über die Bedingungen bei seinen Zuliefern informiert (ansonsten wäre der Award auch nicht vergeben worden).
Und wenn der Konzern will, kann er natürlich die Bedingungen ändern (denn er sitzt am längeren Hebel und entscheidet wer liefert und wer nicht. Genug Leute die um den Auftrag buhlen, gibt es). Disney hat sich daher schon ganz bewusst für die billigeren "Sklaventreiber" als Zulieferer entschieden.
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26.01.2006 23:48 Uhr von 2Skywise
 
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@Muta: DANN geht die Geschichte in Ordnung (habe ich ja auch im Beispiel eingeräumt ;-) ). Nur - diese Information gab weder die News noch die Quelle her.

Danke für die Schließung der Wissenslücke! :-D
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27.01.2006 08:05 Uhr von zenon
 
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Und kleine chinesiche Bauernkinder: treiben in den Parks die Maschinen an...

Mal im Ernst - Skandal ist das schon lange keiner mehr. Dazu handeln schon zuviele wie Disney!
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27.01.2006 12:56 Uhr von gerrit.samson
 
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der Punkt ist eigentlich leben wir auf einem tollen Planeten - es gibt Sonne und ausreichend essen, lustige Kinder und hübsche Frauen.
Aber wenn man es wagt die Dinge auch nur ein wenig zu hinterfragen, stellt man fest das man sich in einer Gesellschaft befindet in der eigentlich kein mit Vernunft und Anstand ausgestattetes Wesen leben möchte.
Die Leute die den Preis verliehen haben, haben das auch erkannt und wollen nun das (mündige Bürger) wir unsere Konsequenzen ziehen und Disney von unserer Konsumliste streichen (ham se zwar nicht so gesagt - ist aber m.E. die einzig logische Konsequenz).
Im Fall der Disney Produkte habe ich mich dann auf längere Diskussionen mit meiner Tochter einzulassen, womöglich muss ich ihr erklären das in China Kinder leiden ...
Im Fall von Monsanto habe ich schon ein etwas größeres Problem - wir können ja nicht einfach aufhören zu essen.
Und wenn man es ganz genau sehen will, dann bleibt mir nichts anderes übrig als den Schritt zum totalen Konsumverweigerer zu gehen.

Das macht mich richtig wütend. Nicht wegen der Konsum-Geschichte, sondern weil ich es nicht ändern kann.
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27.01.2006 16:02 Uhr von defq0n.1
 
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Ein Award für unsoziales, könnte man auch L!DL verleihen.
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27.01.2006 20:00 Uhr von Muta
 
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@2Skywise: Gern geschehen :)
Allgemein hattest du natürlich mit dem Beispiel recht, und falls es hier nur ein unerwarteter (und dann beseitigter) Einzelfall gewesen wäre, hätte es sicherlich bessere Kandidaten als Disney gegeben.

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