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"Entlassungsproduktivität": Große Diskussion um das Unwort des Jahres 2005

Schon kurz nach Bekanntgabe des Unwortes des Jahres 2005 "Entlassungsproduktivität" wurde heftig über die Entscheidung der Jury diskutiert. Im Vordergrund stand dabei, dass das Wort in der Öffentlichkeit kaum bekannt sei.

Ökonomen hingegen wundern sich über die Entscheidung, weil das Wort ein bei ihnen durchaus üblicher Fachbegriff sei. Das Gleiche gelte auch für das letztjährige Unwort, "Humankapital".

Der Sprecher der Jury erklärte, auschlaggebend für ein Unwort sei nicht die Häufigkeit, mit der das Wort benutzt werde, sondern die "Diskrepanz zwischen dem Begriff und der bezeichneten Sache".


WebReporter: UMN
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Jahr, Entlassung, Diskussion
Quelle: www.rp-online.de

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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25.01.2006 12:32 Uhr von UMN
 
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Ökonomischer Fachbegriff hin oder her, ich finde die Entscheidung richtig, da der Begriff verdeckt, dass es hierbei um Menschen geht, die ihre Arbeit verlieren. Vielleicht sollten die Damen und Herren Ökonomen mal überlegen, ob ihre Fachsprache in manchen Bereichen nicht bereits zu sehr entmenschlicht ist.
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25.01.2006 14:30 Uhr von derschmu
 
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Na ich glaub, das is nich Bestandteil der Auswahl, es geht nich darum, dass eine Diskrepanz zwischen der Produktivitaet im Bezug zu dem Verlust eines Arbeitsplatzes besteht sondern darum, dass die Produktivitaet (der Erhalt oder die Steigerung des Gewinns) der auf Entlassung von Arbeitnehmern beruht paradox ist, da durch die resultierende Konsumbeschraenkung der Entlassenen eigentlich keine Gewinnsteigerung moeglicht ist.
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25.01.2006 19:59 Uhr von PBernd
 
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Noch nie gehört: Was soll das für ein Wort sein. Bis zu dem Zeitpunkt, wo es zum Unwort des Jahres erkoren wurde, hab ich noch nie davon gehört.
Entweder bin ich so ungebildet oder das Wort ist im ganzen letzten Jahr nur ca. zwei/drei mal benutzt worden.
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26.01.2006 12:45 Uhr von alice in the shell
 
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Ökonomen wundern sich "...weil das Wort ein bei ihnen durchaus üblicher Fachbegriff sei."

Ja, genau *deshalb* ist es ja wohl Unwort des Jahres geworden - weil die in der Wirtschaft "durchaus üblichen" (und daher auch bekannten) "Fachbegriffe" Menschen mit Waren verwechseln, sprachlich einbauen in unbarmherzige und ungerechte Kreisläufe, soziale Konsequenzen ausblenden.
Wenn man ein griffiges, technisches Wort dafür findet, sieht das schon gar nicht mehr so böse aus.

Und die merken nicht mal, was das Problem bei solchen "Fachbegriffen" ist, schon traurig...

Hätte mir aber "Ehrenmord" auch gut auf Platz 1 vorstellen können - wegen des höheren Bekanntheitsgrades in der ganzen Gesellschaft und wegen ähnlicher Absurdität.

"Entlassung" sollte aus humanitären Gründen genauso wenig mit "Produktivität" in Verbindung gebracht werden wie "Ehre" mit "Mord". Das ist die Idee hinter der "Unwort des Jahres" Aktion.


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26.01.2006 14:12 Uhr von HolyLord99
 
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Naja: Die haben schon recht. Das sind 2 ganz normale Fachbegriffe. Vor allem Humankapital hat eine durchaus positive Nuance, denn damit wird unter anderem auch der Bildungsgrad einer Gesellschaft "gemessen".

Was wäre denn euer Vorschlag? Was soll man denn anstatt "Entlassungsproduktivität" sagen? Denn nur weil man den Namen scheisse findet, verschwindet das zu beschreibende Phänomen nicht einfach...
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29.01.2006 14:10 Uhr von Raspelfrank
 
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Völlig ok: Ist schon klar, wenn es in Deutschland keine andere Produktivität mehr gibt, brauchen wir halt die Entlassungsproduktivität.

Die derzeit produktivsten Firmen in diesem Sinne sind die Deutsche Bank und die Telekom.

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