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Studie beweist: Sozialausgaben keine Wirtschaftsbremse

Mit einer häufig zitierten These räumt eine Studie von Wirtschaftshistoriker Peter Lindert auf - obwohl Ökonomen und Politiker häufig das Gegenteil behaupten, gibt es nahezu keine schädliche Wirkungen hoher Sozialausgaben auf die Wirtschaft.

Für die Studie wurden soziale Ausgaben in 22 Ländern über einen Zeitraum von 250 Jahren untersucht. Es wurden keine Beweise gefunden, dass das schlanke Staatsmodell mit wenig Sozialstaat insgesamt wirtschaftlich besser wäre.

Die Ursache liegt laut Studie u.a. darin, dass der Wohlfahrtsstaat bei ausgewogener Mischung von Leistungen und Kosten sich positiv auf die volkswirtschaftlichen Ressourcen auswirkt, während von einem schlanken Staat nur Minderheiten profitieren.


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WebReporter: Ferkelwämser
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Wirtschaft, Studie
Quelle: www.tagesanzeiger.ch

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16 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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09.01.2006 19:45 Uhr von Ferkelwämser
 
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Ob Herr Ackermann die Studie kennt? Auf jeden Fall bestätigt Herr Ackermann das Fazit Linders "Soziale Ausgaben spiegeln massgeblich das Eigeninteresse jener, die politisch das Sagen haben."
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09.01.2006 20:40 Uhr von Mithandir
 
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Ja mag sein ,aber was wenn kein Geld da ist? Jeder kennt doch unseren Schuldestand ,wurde das auch berücksichtigt? Ich denke mal nicht.
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09.01.2006 21:28 Uhr von Troll-Collect
 
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ist aber genügend Kohle da! Jahr für Jahr verzichtet der Staat auf mehr als 40.000.000.000 Euro aufgrund unzureichender Betriebsprüfungen.
http://www.bundesrechnungshof.de/...

Jahr für Jahr verzichtet der Staat auf 30-40 Milliarden Euro durch Verschwenung (Quelle ebenfalls Bundesrechnungshof)

Seit 2000 schenkt der Staat den Unternehmen 60 Milliarden Körperschaftsteuer (für die Schaffung von Arbeitsplätzen - wurde die Gegenleistung bisher erbracht?) zusätzlich soll die Steuer weiter gesenkt werden.

Jahr für Jahr läßt sich der Staat um 15 Milliarden Mehrwertsteuer betrügen http://www.faz.net/...~E3E22E31AB5F64BB380E0FA059546D33F~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Hatz 1-4 verursachen jährlich mehrere Milliarden Mehrkosten, obwohl bei den Arbeitslosen weniger ankommt (wo die Kohle wohl bleibt?)

Zig Millionen werden in nicht funktionierene Softwareprojekte versenkt (Polizei, Arbeitsamt, Finanzbehörden)

Mit deutschen Steuergeldern wird Steuerdumping in Osteuropa finanziert, mit dem u.a. deutsche Unternehmen abgeworben werden.

Maggie Merkel verschenkt mal eben 3 Milliarden für einen EU-Kompromiß

Schröder schenkte der Pharmaindustrie mal eben 500 Millionen Rabatt auf die Gesundheitsreform (obwohl jeder seinen Beitrag leisten soll)
http://archiv.tagesspiegel.de/...

so lassen sich Heuschrecken vom Staat subventionieren
http://www.berlinonline.de/...

"Die eigentlichen Ursachen der Misere haben nur wenig mit der wirtschaftlichen Lage zu tun: Die effektive Besteuerung von Kapitalerträgen liegt in Deutschland seit Jahren weit unter dem EU-Durchschnitt. Zudem begünstigt die Regierung den Export von Arbeitsplätzen ins Ausland. ...

So hat die EU-Kommission in einer aktuellen Studie festgestellt, dass die effektive Steuerbelastung der Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen in den Mitgliedstaaten in einer sehr engen Bandbreite zwischen 28 und 32 Prozent schwankt. Nur in Deutschland liegt die Quote deutlich darunter - nämlich bei nur 21 Prozent.
...
Eine vernünftige Besteuerung von Unternehmen würde nicht nur den Export von Jobs erschweren, sondern dem Bundeshaushalt auch viele Milliarden bescheren. Auf der Grundlage von offiziellen Zahlen hat Jarass berechnet, dass die effektive Belastung der Kapitalgesellschaften im angeblichen Hochsteuerland Deutschland seit 2001 nur noch rund zehn Prozent beträgt."
http://www.spiegel.de/...

und dann natürlich das Thema Subventionen, mit denen jährlich hunderte Milliarden in die Unternehmen gepumpt werden - vornehmlich die Landwirtschaft. Nicht zuletzt u.a. einige Milliarden in den Anbau minderwertigen Tabaks in Deutschland.
Oder jährlich 20 Milliarden für die Kirchen usw.
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09.01.2006 21:49 Uhr von SchlachtVati
 
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diese news: muß doch für "IFOjünger bzw. UNkritiker" ein schlag ins gesicht sein !



"RECHT auf FAULHEIT" hat soooooooo RECHT !

,..irrgentwie riech ich den braten "GRUNDEINKOMMEN" kommen ! :D

geld ist ja in hülle und fülle vorhanden , nur ebend falsch veräussert , um die i-die-log-ie von "nur die stärksten überleben" rechtfertigen zu können , zu dem der zins unwiederuflich zwingen will !
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09.01.2006 23:26 Uhr von moppsi
 
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Was zum Geier ist ein Ferkelwämser? -
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10.01.2006 00:27 Uhr von Davor
 
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moppsi: ein Ferkelwämser ist ein Garant für gute news.
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10.01.2006 01:32 Uhr von Muta
 
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Genau das wollte ich auch grade schreiben Davor :): Und ernsthaft: Ich bin entzückt, wie gut die News (vor allem angesichts des großen Umfangs der Quelle) mit exzellenter Formulierung kurz und knapp den Inhalt auf den Punkt bringt.
Meiner Meinung nach wahrscheinlich die beste Arbeit die ich je auf Shortnews gesehen habe.

Einfach fabelhaft so ein Ferkelwämser :-)
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10.01.2006 02:06 Uhr von Kampfpudel
 
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@Troll-Collect: "Eine vernünftige Besteuerung von Unternehmen würde nicht nur den Export von Jobs erschweren, sondern dem Bundeshaushalt auch viele Milliarden bescheren."

("...die effektive Steuerbelastung der Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen...in Deutschland...nur bei 21%.")

Na dann fangen wir doch mal bei allen Großkonzernen an. Und dann, ganz am Schluß, bitte erst die ganzen Kleinbetriebe, die sich gerade so über Wasser halten können. ;-)
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10.01.2006 02:37 Uhr von Troll-Collect
 
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@kampfpudel: so ist es gemeint ;-)
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10.01.2006 04:45 Uhr von Deniz1008
 
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Gute Studie diese leute wissen was sie da geschrieben ahebn.

lol*

mfg

Deniz1008
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10.01.2006 08:02 Uhr von mort76
 
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Ferkelwämser ist eine Figur von Kalkofe, bzw. eine Hälfte der Arschkrampen vom Frühstyxradio. So.

Die Nachricht ist ja wohl ein weiterer Hinweis darauf, daß die Politik in Deutschland so funktioniert wie die Mediamarkt-Werbung:
wenn man allen Bürgern ERZÄHLT, sie würden zuviel Sozialleistungen verbraten und zuviel verdienen, glauben das genug Wähler, um z.B. eine CDU-Regierung zu wählen.
Das es wirtschaftlich GANZ anders aussieht, versteht ja niemand, und im heutigen Fernsehn bekommt man ja keine Grundsatzinfos, sondern nur noch Entertainment-Hallo Bildungsauftrag?

Da können Unternehmen die gigantischste Rendite ausschütten- hört man deren "Managern" zu, sind sie alle arm wie die Kirchenmäuse...
Da können Firmen 20% Rendite ausschütten, investieren aber gar nix (RWE), und wenn der Kahn dann sinkt, zahlen WIR die wegen fehlender Wartung knickenden Strommasten...usw...usw...


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13.01.2006 07:53 Uhr von zenon
 
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Wiedermal eine Studie, die zum Ergebnis hat was der Auftraggeber gern hören wollte...
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13.01.2006 12:43 Uhr von Troll-Collect
 
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@zenon: Wer ist denn der Auftraggeber? Steht nämlich nirgends.
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13.01.2006 19:04 Uhr von ArrowTiger
 
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Datenreihen: Da jedenfalls sind die Datenreihen zu finden. Vielleicht steckt da auch irgendwo ein Auftraggeber drin. ;-)

http://www.econ.ucdavis.edu/...
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26.10.2006 15:50 Uhr von SchlachtVati
 
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hauruck: <br>
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27.10.2006 16:54 Uhr von eros007
 
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Was lernen wir daraus? Der Sozialstaat ist also keine Wirtschaftsbremse. Dass Deutschland schwächelt(e), liegt also an anderen Tatsachen. Entweder, dass bei uns die Prioritäten des Sozialsstaates falsch liegen oder die Wiedervereinigung tatsächlich einen großen Schock ausübte.

Zur Detailanalyse. Aus der Quelle:
" Wohlfahrtsstaaten haben eine ausgeklügelte Mischung von Steuereinnahmen entwickelt, der sich günstig auf das Wirtschaftswachstum auswirkt. Ins Gewicht fällt vor allem, dass sie den Konsum stärker belasten, um die Sozialausgaben zu finanzieren. Marktwirtschaftliche Länder dagegen halten überwiegend an der traditionellen Besteuerung von Kapital und Einkommen fest (vgl. Grafik).
Paradoxerweise werden Investitionen und Arbeit somit in den sozialen Ländern Europas weniger stark belastet als in den kapitalistischen USA. Niemand zahlt gerne Steuern, auch die Schweden nicht; sagt Lindert. Aber sie akzeptieren hohe Konsumsteuern, weil sie dafür ausgebaute Sozialleistungen erhalten. In den USA wäre dies nie möglich, weil sofort von Klassenkampf die Rede wäre. "

Damit wäre das Argument vieler Beiträge nichtig. Gerade ein Erhöhen der Belastung für Kapital wäre - laut Lindert - falsch.

Weiter in der Quelle:
" Auf der Empfängerseite haben die Sozialstaaten dafür Anreize geschaffen, die es Erwerbstätigen erleichtern, eine Ausbildung zu absolvieren, sich weiterzubilden oder eine Arbeit zu finden. Während die USA viele minimal bezahlte Jobs anbieten und gemäss Lindert über fünf Millionen meist junge Männer aus dem Arbeitsmarkt nehmen und in Gefängnisse stecken, halten die Wohlfahrtsstaaten eine egalitäre Grundschule und eine Berufsbildung bereit. Sie erleichtern den Wiedereinsteig für Mütter und fördern die Teilzeitarbeit. Aktive Arbeitsmarktmassnahmen, so Lindert, haben einen günstigeren wirtschaftlichen Effekt, als bisher angenommen wurde.
Doch Quervergleiche zeigen, dass ein stark ausgebauter Kündigungsschutz die Flexibilität der Unternehmen behindert und einen Konkurrenznachteil im globalen Markt darstellt. "

Das heißt dreierlei:
1. Bildung ist für die Funktionsfähigkeit eines Sozialstaates von enormer Bedeutung. Deutschland, dessen Bildungsniveau vergleichbar mit dem der USA ist, kann sich nach der Quelle eigentlich nur auch einen Sozialstaat amerikanischer Prägung (nämlich keinen) leisten. Das ist ein Grund, warum es in Deutschland nicht läuft. Die Bildung ist ein wesentliches Element und wurde über Jahrzehnte vernachlässigt. Es ist Zeit, hier umzudenken und der Bildung den richtigen Stellenwert zuzuordnen. Dann klappt es auch wieder mit dem Sozialstaat.
2. Ein flexibler Arbeitsmarkt (ohne Kündigungsschutz) scheint nach dieser Studie unabdingbar. Das muss aber einhergehen mit großzügigem Arbeitslosengeld im ersten Jahr der Arbeitslosigkeit - damit die Leute nicht in Angst leben, sondern Mut schöpfen können auf eine neue Beschäftigung.
3. Deutschland muss, will es langfristig erfolgreich sein, eben auch die Ust. erhöhen (auf etwa 25%) und dafür Unternehmensteuern senken. Auch wenn es widersprüchlich ist. Mein Plan: Erhöhe Ust. schrittweise auf 25% (alle 2 Jahre 3%), senke dafür die Unternehmensteuern (v.a. Mittelstand, nicht so sehr Großkapital) um ein Drittel dessen, was reinkommt. Ein Viertel wird für die Verbesserung der Bildung und Forschung gebraucht. Der Rest geht mittels sinkender Sozialabgaben an die Arbeitnehmer als Entlastung.

Letztes Zitat:
" Sozialausgaben leisten zudem einen Beitrag zum Bruttoinlandprodukt. Im Vordergrund stehen die Mittel für Erziehung und Ausbildung, die die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes beeinflussen. Günstig wirken sich auch die Ausgaben für Kinderkrippen aus, die Müttern die Fortsetzung der Karriere ermöglichen. Frauen sind eher bereit, Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu füllen und damit Schwankungen in der Wirtschaft abzufedern.
Ein meist unterschätzter Faktor ist die Volksgesundheit. Gesunde Menschen sind nicht nur produktiver, sie leben auch länger und verursachen weniger Versicherungskosten. "

Noch eine Bestätigung, dass bessere Bildung unbedingt nötig ist, wollen wir langfristig erfolgreich sein. Wir kennen also die vermeintlichen Erfolgsstrategien. Versuchen wir es doch endlich auf diesem Wege!

@Schlachtvati:
Ich hoffe mit dir, dass das Grundeinkommen kommt. :-)

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