07.01.06 16:33 Uhr
 654
 

Kannibalismus unserer Vorfahren wird angezweifelt

2003 erschien eine Studie, die anhand von Genanalysen belegte, dass unsere Vorfahren Kannibalen waren. Jetzt publizierten Wissenschaftler eine gegenteilige Studie. Auch sie untersuchten das Gen PRNP.

Es wurden die Chromosomen von 147 Menschen sequenziert und dadurch alle 22 Variationen von PRNP mit einbezogen. Im Gegensatz zur ersten Studie, die nicht alle Variationen untersuchte, wurde kein Beweis für Kannibalismus unserer Vorfahren gefunden.

Die erste Studie sah die sogenannte stabilisierende Selektion als Beweis für Kannibalismus, wodurch unsere Vorfahren für Prion-Erkrankungen (Creutzfeldt-Jacob, Kuru) anfälliger wurden. Die Diskrepanz beider Studien wird noch geklärt werden müssen.


WebReporter: Abana
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Kannibalismus, Vorfahr, Vorfahre
Quelle: sciencenow.sciencemag.org

Jetzt Deinen
Kommentar abgeben!

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

US-Regierung verbietet Seuchenbehörde Wörter wie "wissenschaftliche Grundlage"
2.545 Lichtjahre von der Erde entfernt - Sternensystem mit acht Planeten gefunden
Forscher haben lebende Lampen entwickelt - Lesen mit Brunnenkresse

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
07.01.2006 15:39 Uhr von Abana
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Hier noch eine kleine Erklärung zur stabilisierenden Selektion, da diese nicht im Text stand. Unter konstanten Umweltbedingungen überleben hauptsächlich Individuen, die nah am Mittelwert einer Population sind. Die Extremwerte überleben meistens nicht. Das führt zu einem Vorteil von heterozygoten Individuen.
Kommentar ansehen
07.01.2006 16:59 Uhr von The_Nothing
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Und warum spricht das für oder gegen Kannibalismus: -
Kommentar ansehen
07.01.2006 17:02 Uhr von m4rius
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@the_nothing: das musst du jetzt einfach so hinnehmen :P
Kommentar ansehen
07.01.2006 17:05 Uhr von Johannes Fuß
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
wieso Vorfahren ? der Rothenburger Schlemmertopf a´la Meiwes ist doch gar nicht so lange her.
Kommentar ansehen
07.01.2006 17:24 Uhr von Abana
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
weitere Erklärung: Ich konnte weitere Erklärungen nicht in den Artikeltext schreiben, da diese nicht im Ursprunksartikel standen. Die Wissenschaftler in der ersten Studie hatten herausgefunden, dass die Varianten des Gens ziemlich ungewöhnlich unter der Menscheit aufgeteilt sind. Eine solche Aufteilung passiert nicht natürlich, sondern da muss irgendetwas in der Evolution passiert sein. So was könnte z.B. Kannibalismus sein. Durch Kannibalismus können tödliche Krankheiten wie Creutzfeldt-Jacob und Kuru übertragen werden. Aber nicht alle sind dafür empfindlich. Für jedes Gen hat der Mensch zwei Varianten (Allele), manchmal homozygot (zweimal das gleiche), manchmal heterozygot (zwei unterschiedliche), Scheinbar sind nur die Homozygoten empfänglich für diese Krankheiten. Unter Kannibalen würden sich im Laufe der Zeit die Heterozygoten durchsetzen, da die anderen sterben werden. Das ist natürlich ein langwieriger Prozeß. In der ersten Studie wurden viele Heterozygote gefunden, obwohl das unter normalen Umständen nicht erwartet werden konnte. Deshalb ging man von Kannibalismus aus, denn der erklärt das häufige Auftreten von Heterozygoten.
Kommentar ansehen
07.01.2006 23:05 Uhr von Smokey20
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@The_Nothing: BSE ist auch so eine Prion-Erkrankung. Und soweit ich es grob weiß (korrigiert mich, wenn ich falsch liege), dann ist BSE überhaupt so stark zum Ausbruch gekommen, weil Kühen Tiermehl (also gemahlene Tierabfälle von z.B. Rindern und Schafen) unters Fressen gemischt wurde. Die Häufigkeit von Prion-Erkrankungen steigt dramatisch an, wenn die betroffenen Tiere oder Menschen Kannibalismus betreiben. Das kann man sehr schön bei Wikipedia nachlesen, bezogen auf die Krankheit kuru ( http://de.wikipedia.org/... ).

Aufgrund dieser Daten kann man aus den Genanalysen darauf schliessen, ob der Kulturkreis, der untersucht wird, kannibalische Triebe hat, oder nicht.
Kommentar ansehen
08.01.2006 01:34 Uhr von The_Nothing
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Abana & smokey: Also sehe ich das so richtig:

Homozygotes Allel = Anfälligkeit für Prion-Erkrankungen;
Prion-Erkrankung durch Kannibalismus übertragbar.

Kannibalismus = Häufige Erkrankung bei homozygoten Individuen, da diese anfällig dafür sind.
Daraus folgt wiederum, dass die Homozygoten "ausselektiert" werden, es bleiben mehr Heterozygote übrig (gerichtete Selektion?).
Heute viele Heterozygote Menschen => Indiz für Kannibalismus unserer Vorfahren.

Bitte korrigieren falls falsch
Kommentar ansehen
08.01.2006 13:32 Uhr von Abana
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@The_Nothing: Ist richtig, aber eine "gerichtete Selektion" geht eher in Richtung der Extremwerte. Geht die Selektion in Richtung der Mittelwerte, ist es eine stabilisierende Selektion.

Refresh |<-- <-   1-8/8   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Schicht im Schacht - Chat-Dinosaurier AOL Messenger abgeschaltet
US Polizist hilft Drogenabhängiger durch Adoption ihres Babys
Messerattacken in Berliner U-Bahnhöfen: Zwei Verletzte


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?