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Ärztliche Kunstfehler - für Betroffene nur geringe Chancen vor Gericht

Patienten, die wegen ärztlicher Kunstfehler vor Gericht ziehen, können den Prozess anscheinend nur in den wenigsten Fällen für sich entscheiden. Das berichtet das Deutsche Ärzteblatt unter Berufung auf die Nachrichtenagentur ddp.

So sei von den 75 im Jahr 2005 am LG Leipzig eröffneten Verfahren nur eines zu Gunsten des Klägers entschieden worden. In 26 Fällen wurde gegen die Kläger entschieden. Die restlichen 48 Klagen wurden zurückgezogen oder endeten mit einem Vergleich.

Als Hauptproblem nannte das Gericht die schwierige Beweisführung. Es müsse sowohl der Fehler als solcher, als auch ein Zusammenhang mit aktuellen Beschwerden nachgewiesen werden. Dies sei in der Praxis meist nicht möglich.


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WebReporter: bress
Rubrik:   Gesundheit
Schlagworte: Gericht, Kunst, Chance
Quelle: www.aerzteblatt.de

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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07.01.2006 14:10 Uhr von bress
 
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Das Thema hat mit dem Tod einer 33-jährigen nach einer Schönheits-OP wieder traurige Aktualität erfahren.
In der Praxis ist es fast unmöglich, Ärzten einen echten Fehler nachzuweisen. Erstens sind die Gutachter ihrerseits wieder Ärzte, zweitens können sich die Angeklagten häufig auf besondere Umstände oder Komplikationen berufen. Außerdem kommt die Unterschrift des Patienten unter die Risikobelehrung häufig leider schon fast einem Persilschein für den behandelnden Arzt gleich.
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07.01.2006 20:23 Uhr von Katerle
 
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wenn das von der Seite gesehen wird, ist es natürlich schwierig für den Patienten dagegen anzugehen. Und wie schon der Autor bemerkt hat, sichern sich die Ärzte durch die Einverständniserklärung ab.
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08.01.2006 00:49 Uhr von Kneißl
 
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Mein Beitrag zur Meldung "Tod nach Nasen-OP": Vorverurteilung

Denkt hier eigentlich irgendwer nach?

Hier in Deutschland gilt immer noch der Grundsatz, daß jemand als unschuldig zu gelten hat, bis seine Schuld bewießen ist.

Ich weiß nicht, was dort wirklich vorgefallen ist, von euch sicher auch niemand. Oder war etwa jemand dabei?

Es ist leider auch eine sehr verbreitete Unsitte in Deutschland, alle und jeden zu verklagen ohne auf die Umstände zu achten.

Ich selbst kenne viele Beispiele aus dem Rettungsdienst, wo Rettongssanitäter mehr Zeit vor Gericht verbringen mußten als bei der Arbeit.

Es kommt nunmal des Öfteren vor, daß bei einer Widerbelebung mal eine Rippe bricht.
Statt sich für die lebensrettende Hilfe zu bedanken werden Retter SEHR oft wegen Körperverletzung verklagt.

Dann heißt es auch, der Retter hatte ja schon 5 Anzeigen(und das ist leider eine niedrige Zahl), der war bestimmt schuld.

Bitte denkt erst mal mit, bevor ihr auf den fahrenden Zug aufspringt!
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08.01.2006 12:29 Uhr von Big-Sid
 
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Ein Rippenbruch ist: jawohl was anderes, als auf Grund eines Kunstfehlers Probleme zu haben. Die MEisten Ärzte halten, wenn es zu einem Prozess kommt dann schön zusammen, oder man kann auf Grund der Verzichtserklärung nichts unternehmen. MEin Vater hat mal nur dank unseres Hausarztes überhaupt gegen einen Pfuscher angehen können.
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08.01.2006 14:43 Uhr von bress
 
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@kneißl: Es ist sicher schlimm, wenn solche Probleme wie von Dir geschildert entstehen. Allerdings denke ich, man kann üblicherweise schon noch recht gut unterscheiden zwischen einer Situation, in der ja bereits ein schlechter oder gar kritischer Gesundheitszustand vorliegt und einer Situation, in der eigentlich alles lockere Routine sein sollte und dann plötzlich was schuiefläuft (was auch nicht immer dem behandelnden Arzt anzulasten ist, da gebe ich Dir recht).

Ich hatte auch in demselben Thread eine - wie ich meine - einigermaßen differenzierte Meinung vertreten, gerade auch im Zusammenhang mit Schönheits-OPs. Aber wenn ich diese Zahlen lese (einer von 75 Klägern bekommt recht), kann ich mir nicht vorstellen, dass das der tatsächlichen Rate an ärztlichen Kunstfehlern entspricht. Ich glaube einfach nicht, dass 74 von 75 unzufriedenen oder geschädigten Patienten unrecht haben...

Und letzten Endes ist der Beruf des Arztes ein Job wie jeder andere auch, und wenn ich in meinem Job Mist baue, dann werde ich (oder mindestens mein Arbeitgeber) auch dafür geradestehen müssen, egal, ob da plötzlich irgendwelche unvorhersehbaren Probleme aufgetreten sind oder sonstwas.
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08.01.2006 14:50 Uhr von kathleenchristine
 
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Also: genauso ist es und nicht nur bei Schönheitsoperationen, so funktioniert es auch bei Unfallopfern, nicht nur, das Gutachter dann wieder Ärzte sind - eine Krähe hackt in den meisten Fällen der anderen kein Auge aus - nein, zu vorhandenen Gutachten gibts dann ein Gegengutachten, dieses Spiel lässt sich sehr lange fortsetzen. Es sei denn man hat eine riesige Portion Glück und lässt sich um nichts in der Welt von seinem Gerechtigkeitssinn abbringen..dann gibts eine Chance.
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10.05.2006 15:52 Uhr von Bodelschwingh
 
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Chancen vor Gericht vorab prüfen!: Gerade wenn Sie sich im Vorfeld eines
Medizinschadensrechts-Prozesses unsicher über die Strategie
sind und Schwierigkeiten haben, Ihre Chancen im Prozess
zuverlässig einzuschätzen, kann ein Prozessgutachten eine
sinnvolle Hilfe sein: Wir vermitteln Gutachten ausgewählter
ehemaliger Richter aller Instanzen (insbesondere OLG und
BGH), darunter auch speziell zum Medizinschadensrecht.
Diese schätzen anhand der Schriftsätze und Protokolle die
Erfolgschancen eines Prozesses ein.

Weiterführende Informationen finden Sie auf unserer
Internetseite: http://www.prozessgutachten.de

Mit freundlichem Gruß,
A. Bodelschwingh

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