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Großbritannien: Geldof berät Konservative zum Thema Entwicklungshilfe

Der Rockmusiker Bob Geldof, Organisator der "Live 8"-Konzerte letztes Jahr, wird in Zukunft die konservative Tory-Partei in Großbritannien beim Thema der Armutsbekämpfung in der Welt beraten. Er soll dafür keine Bezüge erhalten.

Nach Auskunft des Vorsitzenden der Tory-Partei, David Cameron, soll Geldof ihnen mit der Beratertätigkeit helfen, «in die richtige Richtung zu gehen», er werde dabei «völlig unabhängig bleiben».

In der britischen Presse wird Geldofs Unterstützung als Tory-Berater als ein taktischer Versuch der Partei gewertet, liberale Wähler auf ihre Seite zu ziehen.


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WebReporter: la_iguana
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Großbritannien, Entwicklung, Thema, Entwicklungshilfe, Konservativ
Quelle: morgenpost.berlin1.de

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3 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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05.01.2006 06:07 Uhr von la_iguana
 
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Wer wird wen stärker (aus- und)benutzen? hier einige Überlegungen dazu: http://www.sundayherald.com/...
(ich dachte fast die News sei eine Ente...)
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06.01.2006 03:21 Uhr von Muta
 
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Ohne Zweifel: werden die Torries ihn für eine entsprechende Image-Kampagne ausnutzen (und nicht umgedreht Geldof viel für Politik gegen die Armut herausholen können)...
Und Bob Geldof wird das Spiel auch noch ohne Skrupel und Kritik mitmachen, denn er liebt meiner Meinung nach dieses Image, ja diese Inszenierung als Armutsbekämpfer viel mehr als die eigentliche Armutsbekämpfung. Mehr als unkomplizierte Pseudo-Kritik an den Torries (sondern wirkliche Aufklärung über die Zusammenhänge der Armut in der Welt) würde diese Inszenierung stören, saubere Jubelszenen wie sie Geldof mit Blair zelebrierte, sind gewollt.


Auch beim G8-Gipfel wurde ja genau genommen nur ein äußerst mäßiges Ergebnis zur Armutbekämpfung erreicht (niedriger Schuldenerlass, aber VOR ALLEM: Es wurden zahlreiche Gegenleistungen gefordert, die die Länder noch weiter in die Armut und in die Hände von ausplündernden Geschäftermachern driften lassen. So z.B. Wasserprivatisierungen in Ghana usw..).
Aber nicht nur, dass Geldof diesen Betrug von Blair nicht aufklärte, als dieser zusammen mit ihm in irgendeiner MTV-Show saß (Blair behauptete dort, dass als Gegenleistungen "Demokratie" usw. gefordert werden, was gelogen ist und nur zur Inszenierung Blairs als angeblicher "Kämpfer für Demokratie" diente), nein er umarmte ihn auch noch und lobte Blair für seine tolle Politik.
Was für eine Heuchelei.
So wurde am Ende ohne Kritik vom Mainstream ein "Schuldenerlass" gefeiert, der keiner ist und die Ursachen der Armut ignoriert/verschweigt...


Der renommierte Publizist John Pilger (http://pilger.carlton.com/...) hatte das ganze Theater damals ja bereits vorhergesagt und leider Recht behalten:
http://www.zmag.de/...

Auszug:
"Derzeit kommen auf jeden Dollar Afrika-"Hilfe" 3 Dollar, die dem Kontinent durch westliche Banken, Regierungen und Institutionen entzogen werden (ganz zu schweigen von den Profiten transnationaler Konzerne, die zurück ins Mutterland fließen). Beispiel Kongo. Der Kongo ist ein extrem verarmtes Land - aber reich an Mineralien. Die Ausbeutung des Kongo liegt in der Hand von 32 Konzernen, alle aus G8-Ländern. Im "Verlauf" eines zweihundertjährigen Imperialismus verloren im Kongo mehrere Millionen Menschen ihr Leben. Zweites Beispiel, die Elfenbeinküste. In diesem Land kontrollieren 3 G8-Unternehmen 95% des Kakaoexports und der -verarbeitung. Kakao ist die wichtigste Ressource des Landes. Drittes Beispiel: Mozambique. Das Bruttosozialprodukt des Landes liegt um 1/3 niedriger als zum Beispiel die Profite der in Afrika seit langem agierenden britischen Firma Unilever. Viertes Beispiel: Südafrika, wo der berüchtigte Genkonzern Monsanto, mit Sitz in den USA, 52% der Futtermaisproduktion kontrolliert.

Nein, Blair schert sich einen Dreck um die Menschen in Afrika. Ian Taylor, von der University of St Andrews, fand - unter dem Freedom of Information Act - heraus, dass Blair zwar öffentlich davon spricht, "Armut Geschichte" machen zu wollen, gleichzeitig baut seine Regierung heimlich Stellen in der Afrikaadministration ab, und sein Entwicklungshilfeministerium, das "Department for International Development" (DfID), setzt in Ghana heimlich und durch die Hintertür die Wasserprivatisierung durch. Nutznießer sind britische Investoren. Das DfID erhält seine Befehle von der internen "Business Partnership Unit". Deren Aufgabe ist es, "Wege zu finden, wie das DfID ein positives Umfeld für produktive Auslandsinvestitionen schaffen" kann "und einen Beitrag für den Finanzsektor leisten".

Und was ist mit der Bekämpfung der Armut? Nichts - natürlich. Das Ganze ist eine Charade zur Förderung unserer modernen Imperialideologie - ´Neoliberalismus´ genannt. Leider wird darüber in dieser Form nur selten berichtet, keine Verbindungen hergestellt. In derselben Ausgabe des Observer, in der der "Sieg für Millionen" verkündet wurde, war auch ein Artikel über britische Waffenverkäufe nach Afrika zu lesen. Diese Waffenverkäufe hätten inzwischen die Milliarden-Schwelle überschritten. Ein guter Kunde in Afrika für unsere britischen Waffen ist Malawi - ein Staat, der mehr für seine Schulden aufbringt als für seinen Gesundheitssektor. Dabei sind 15% der Bevölkerung HIV-positiv. Gordon Brown nennt Malawi gern als Beispiel, "warum wir Armut Geschichte machen sollten". Aber Malawi wird keinen Penny vom Schuldenerlass des "Siegs für Millionen" sehen."
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06.01.2006 09:42 Uhr von la_iguana
 
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@Muta: ein übezeugender Beitrag!

Guten Rutsch noch ;)

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