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Ausschreitungen - Pariser Verhältnisse sind in Deutschland vorerst unwahrscheinlich

Vor dem Hintergrund derzeitiger Pariser Ausschreitungen zeigten sich Migrationsexperten skeptisch, ob diese Verhältnisse auch auf Deutschland übertragbar seien. Dazu fehlten Voraussetzungen wie z. B. ausgeprägtes Anspruchsdenken oder Ghettobildung.

Einwanderer fühlten sich immer noch als Gäste, so der Amsterdamer Soziologieprofessor Koopmans. Klaus Bade von der Uni Osnabrück fügte hinzu, dass Hochburgen wie Berlin Kreuzberg oder Neuköln zwar Brennpunkte, jedoch noch keine reinen Ghettos seien.

Doch Bade mahnte auch, dass man die Integrationsprogramme verbessern müsse und schlug ein dreigliedriges System zur Eingliederung vor. «Das kostet zwar eine Menge Geld, aber, wenn wir es nicht tun, werden wir auf Dauer dafür bezahlen müssen,» sagte er.


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WebReporter: x-fusion
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Deutschland, Deutsch, Paris, Ausschreitung, Pariser, Verhältnis
Quelle: www.dw-world.de

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13 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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05.11.2005 05:18 Uhr von x-fusion
 
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Ein sehr aufschlußreicher Artikel über die Migrantenseele. Andere Experten stimmen zwar darin überein, dass die Imigrationsbemühungen verbessert werden müssten, sehen aber die Spannungen schon fortgeschrittener, insbesondere beim Gewaltpotential von Jugendlichen mit ostdeutschem, muslimischen oder Spätaussiedler-Hintergrund. Ich werde zu dem Thema noch zwei Links posten.
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05.11.2005 13:18 Uhr von Captain-Chaos
 
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wenn sie sich hier nich zuahuse fühlen sollen sie doch gehn!
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05.11.2005 13:50 Uhr von summertime
 
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"vorerst": Kann man auch gleich sagen früher oder später kommt das wenns so weiter geht. Terror in Europa, wie schön. Geht doch nix über Globalisierung und Multikulti. Wie das funktioniert sieht man ja jetzt in Frankreich.
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05.11.2005 14:51 Uhr von x-fusion
 
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die versprochenen links: In Deutschland wird die Gewalt zunehmen
TAZ-Interview mit Titus Simon:

http://www.taz.de/...

In der türkischen Community brodelt es
Berliner Zeitung Interview mit Seyran Ates

http://www.berlinonline.de/...

Ghettos, wie man sie in Deutschland gar nicht kennt
Spiegel Interview mit Daniel Cohn-Bendit

http://www.spiegel.de/...

Die Grenzen neuer Heimat oder "Warum brennt Kreuzberg nicht"
TAZ-Kommentar

http://www.taz.de/...

und noch ein artikel über die situation in frankreich:
Straßenschlachten lösen Regierungskrise aus
Word Socialist Web Site

http://www.wsws.org/...
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05.11.2005 15:17 Uhr von karakaan
 
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Zum Glück. Die Ausländer hier sind weit: davon entfernt so ausgegrenzt zu werden wie in Frankreich.......
Ist zwar hier auch schon bissel schlimm, aber im Vergleich sind sie hier schon gleichberechtigter....

Mir macht nur die CDU Angst, weil sie mit ihrer populistischer Politik in Richtung Frankreich marschiert......
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05.11.2005 15:21 Uhr von x-fusion
 
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an diejenigen, die der englischen sprache nicht mächtig sind, hier eine grobe übersetzung des originalartikels (teil 1):

Experten sagen: Ausschreitungen in Deutschland unwahrscheinlich

Frankreich steht vor den schlimmsten Rassenunruhen seit Jahrzehnten. Könnten die gleichen Zustände in einem Deutschland entstehen, dass eine große Immigrantengruppe beherbergt und bisher von Ausschreitungen verschont geblieben ist? Experten sind skeptisch.

In der achten Nacht der Gewalttätigkeit, die sich zum ersten Mal auf Städte außerhalb der französischen Hauptstadt ausweitete, haben Randalierer aus den verarmten Vororten im nordöstlichem Paris Hunderte von Fahrzeugen in Brand gesetzt. Und das in einer Zeit, in der Frankreich mit weltweiten Schlagzeilen über die schwersten Rassenunruhen seit Jahrzehnten konfrontiert wird.

Unter dem Eindruck von verkohlten Wracks und steigendem Zorn über die abwartende Haltung der Regierung, üben sich viele Franzosen in Erklärungsversuchen .

Die angeblich verantwortliche Gruppe der jungen Muslime, nord- oder schwarzafrikanischem Ursprungs, gibt vor, dass sie gegen das wirtschaftliche Elend, Rassendiskriminierung und die provozierende Kontrollen protestiert.

Während einige die neugestaltete harte „Law-and-Order“ Politik der Regierung beklagen, sehen andere die Wurzel des Problems eher in den gebrochenen Versprechungen, die die französische Regierung an die Immigranten gemacht hatte: Das französische Integrationsmodell beharrt darauf, dass alle Bürger vor dem Gesetz gleich sind. Gleichzeitig wird es aber beschuldigt, den kulturellen Minderheiten keine Stimme/Rechte zuzugestehen.

In Deutschland dagegen haben Immigranten bis jetzt noch nicht so ein Anspruchsdenken entwickelt. Anders als Frankreich, Großbritannien oder die Niederlande hat Berlin erst vor kurzem die Staatsbürgerschafts- und Einbürgerungsrichtlinien gelockert.

Einige sagen, dass dies eines der Gründe sein könnte, warum ähnliche Aufstände in Deutschland bis jetzt nicht stattgefunden haben. Mit geschätzten 3,7 Millionen beherbergt Deutschland nach Frankreich, die zweitgrößte muslimische Bevölkerungsgruppe in Europa wovon Türken die stärkste Gruppe von 2 Millionen ausmachen.

Nur in einer einzigen Begebenheit kann Deutschland der zur Zeit grassierenden Gewalttätigkeit in Frankreich in etwa das Wasser reichen. Und zwar sind dies die traditionellen Demonstrationen am Tag der Arbeit in Berlin, die häufig mit brennenden Fahrzeugen und Kollisionen der Polizei mit Jugendlichen einhergehen.

"Immigranten fühlen sich als Gäste"
"Die Immigranten fühlen sich immer noch als Gäste,", sagte Ruud Koopmans, ein Soziologieprofessor der „Vrijen Universiteit Amsterdam“, der vorher im Berliner Zentrum für Sozialforschung arbeitete.

"Türken sehen sich noch in hohem Grade als Türken und nicht als Deutsche. Sobald sie sich jedoch als (Bürger) ansehen, werden sie Ansprüche an die Gesellschaft, in der sie leben geltend machen."

Koopmans fügte hinzu, dass Gewalttätigkeiten unter Immigranten in Deutschland wesentlich häufiger vorkommen als in Frankreich, aber wohl eher mit Konflikten aus ihren Ursprungsländern zusammenzuhängen. Als Beispiele nannte er Aggressionen zwischen Türken und Kurden und unterschiedlichen ethnischen Gruppen aus dem ehemaligen Jugoslawien.

"In Frankreich herrsche fast keine politische Gewalttätigkeit, die mit Heimatkonflikten zusammenhängt," sagte Koopmans und fügte hinzu, dass er erwarte, dass sich die Situation in Deutschland ändern werde, je mehr Immigranten sich als deutsche Bürger identifizieren.

"Erst dann werden sie anfangen ihre Ansprüche geltend zu machen und es wird dann eine Zunahme an Konflikten geben wie wir sie zur Zeit in Frankreich sehen, " sagte er.

Keine Einwanderer-Ghettos

Andere widersprechen und sagen, dass in Deutschland keine Immigranten-Ghettos wie in Frankreich, Großbritannien oder den Niederlanden gibt, Aufstände seien also unwahrscheinlicher.

"Wir haben nicht diese geschlossenen Blöcke von Immigranten,", sagte Klaus J. Bade, der das Institut für Migrationsforschung und interkultureller Studien an der Universität Osnabrück leitet.

Von Immigranten beherrschte Nachbarschaften wie in Berlin-Kreuzberg und Neukölln seien ohne Zweifel Brennpunkte, aber Bade unterstreicht, dass sie noch weit davon entfernt seien als Ghettos bezeichnet werden zu können.

"Ich kann nicht erkennen, dass sich dort Parallelgesellschaften entwickeln," sagte Bode. "Es handelt sich eher um relativ vielschichtig gemischte (Wohn-/Lebens-)Bereiche."

Bessere Integration wird benötigt

Aber er fügte hinzu, die Deutschen müssen realisieren, dass auf lange Sicht gesehen hohe Kosten auf sie zukommen werden, wenn sie die vorhandenen Integrationsprogramme nicht verbessern.

fortsetzung....
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05.11.2005 15:22 Uhr von x-fusion
 
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...Teil II: übersetzung (teil II)

Bade sagt, dass Deutschland ein dreigliedriges Integrationssystem entwickeln muss: Den Menschen, die die Absicht haben nach Deutschland zu kommen, muss man helfen die Sprache zu erlernen bevor sie einreisen, man muss sie unterstützen sobald sie eingewandert sind und sich um diejenigen kümmern, denen es nicht gelungen ist auf eigenen Füßen zu stehen sobald sie im Land sind.

"Das kostet eine Menge Geld, aber, wenn wir es nicht tun, werden wir auf lange Sicht gesehen dafür bezahlen müssen," sagte er.
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05.11.2005 16:51 Uhr von Lindwurm
 
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Holländische Integrationspolitik ... zum Totlachen: Wenn es nicht so traurig wäre, müßte man sich eigentlich bei dem Begriff "holländischer Integrationsexperte" totlachen.

Die deutsche Integrationspolitik der letzten Jahre, die mit EU-Beihilfen mehr als 100 Millionen Euro direkt gekostet hat, erfolgte hier nach dem großen "Vorbild" der Niederlande, wenn man mal von dem dort zuerst geprägten Begriff "Leitkultur" absieht. Der galt ja in Deutschland schon immer sofort als faschistisch, vor allem wenn CDU-Leute das in den Mund nahmen.

Und nun gesteht dieser Fachmann ein, dass die Ghettos in den Niederlanden noch stärker als in Deutschland ausgeprägt sind bzw. hier noch keine "richtigen" Ghettos existieren ?

Er hätte bei dieser Fachtagung vielleicht auch mal erklären können, warum denn bei so einer vorbildlichen Politik dann van Gogh umbegebracht wurde und anschließend mehr 800 Übergriffe auf islamische Einrichtungen stattgefunden haben. Und warum vor allem die ganzen "Fachleute" diese Gefahr nicht vorher gesehen und davor gewarnt haben.

Bei den ganzen "Erfolgen" sollte man sich vielleicht mal auch überlegen, eine ganze Generationen von "Fachleuten" nun auszutauschen und nicht mehr auf sie zu hören.

Den richtigen Kotzreiz bekomme ich aber erst, wenn angeblich Linke unter dem Modewort "Multi-Kulti" eine anti-integrative Ghetto-Politik betreiben und die Gegner, die früher auch gegen die "Homelands" in Südafrika zum Beispiel waren, als Faschisten, Neo-Nazis und als ausländer-feindlich diffamieren.
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05.11.2005 16:58 Uhr von Walvater_Wotan
 
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Multi Kulti: Es ist nur eine Frage der Zeit, wann diese Multi Kulti Seifenblase platzt und das ist auch gut so. :)
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05.11.2005 17:35 Uhr von Privateer666
 
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«Das kostet zwar eine Menge Geld...>> aber das ist ja kein Problem....dann heben wir die Mehrwertsteuer auf 25 %.Wir habens doch.
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06.11.2005 02:39 Uhr von Borgir
 
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So ein Unsinn: Wer sich nicht eingliedern lassen will, wird es sich auch unter Zwang nicht auflegen lassen. Es ist leider so, dass Teile der ausländischen Mitbürger nur unter sich lebt, zum Teil der deutschen Sprache nicht mächtig ist, und es auch gar nicht mit deutschen zu tun haben will. Aus welchen Gründen auch immer, obwohl sie hier leben. Integration ist sehr wichtig, aber wer es nicht will, kann unmöglich dazu gezwungen werden. Also herausgeworfenes Geld.
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06.11.2005 13:34 Uhr von rs62
 
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Ausländerfeindlichkeit hin oder her aber kriminelle Gäste sollten nirgendwo willkommen sein!

Also direkt raus mit denen !

Man stelle sich vor: WIR als "Gäste" in Marokko, Iran, Nigeria oder eben sonstwo: WIR würden Krawall machen, Autos anzünden oder auch einfcah "nur" unseren Mißmut gegenüber dem Regime und der Gesellschaft VERBAL äußern (egal in welcher Schärfe):

WIE SCHNELL wären wir wohl wo ...

und WIE SCHNELL wären die dann bei uns bzw. gegen uns zugange ...
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06.11.2005 18:58 Uhr von [email protected]
 
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An die 3 mal Schlauen: Leute kann es sein das ihr keine Ahnung habt? Zumindest einige von euch was die da schreiben Gäste und Ausländer usw.….?

In Frankreich die in den vororten leben, sind Menschen aus den Kolonien teils auch ehemalige, die die Französische Staatsbürgerschaft haben. Die werden aufgrund ihrer ursprünglichen Herkunft ausgegrenzt und in diese billigen Sozial Wohnungen von minderer Qualität, die in den 50ern erbaut worden sind zusammengepfercht. Ach in Frankreich geborene und selbst Französisch stämmige. Ich war mal in einer diese Vorstadt und glaubt mir so was habe ich Deutschland nicht gesehen.

An die Fascho Fans hier die sich gerne als Rechts bezeichnen: es war die republikanische Integrationspolitik die gescheitert ist.
Bei uns in Deutschland ist es noch lange nicht so weit wie in Frankreich. Außerdem bestehen diese Probleme dort seit mitte der 80er Jahre, diese Ausschreitungen gab es auch schon mal vorher. Aber ihr könnt das ja nicht alle wissen da wart ihr entweder nicht auf der Welt oder wart noch Babys <- Nicht auf alle bezogen die die gemeint sind wissen das schon @ summertime & Co.

Leute bevor einige von euch hier Dünnpfiff abgeben bitte tut euch und uns al den gefallen und informiert euch vorher genauer, was da abgeht. Die Zeitung mit den großen bunten Bildern zählt nicht, ebenso wenig zählen die Pro7 & RTL Nachrichten, ebenfalls keine yahoo News.

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