26.02.02 11:53 Uhr
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Hornblower Tradings Ideas: Deutsche Telekom

Deutsche Telekom (DTE GY; 555750) – OUTPERFORM (bestätigt)Das Kartellamt hat dem Verkauf des TV-Kabelnetzes der Deutschen Telekom an denUS-Konzern Liberty Media (L; 796472) für 5,5 Mrd. Euro wie erwartet einen Riegelvorgeschoben. Damit wird dem deutschen Ex-Monopolisten das zweitwichtigsteStandbein des Schuldenabbauplanes neben dem – ebenfalls gefährdeten – IPO derMobilfunktochter T-Mobil entzogen, die Welt bricht damit aber nicht zusammen.

Das sich das Kartellamt mit der Entscheidung einen Gefallen tut, halten wir für fragwürdig,da bis zum nächsten Verkaufsentscheid mindestens ein Jahr vergehen dürfte.Damit erscheint eine im Vergleich zur Liberty-Lösung schnellere Wettbewerbsverschärfungsehr fraglich. Immerhin wollten die Amerikaner mehr als 8 Mrd. Euro in dieNetzaufrüstung investieren und Telekom- bzw. Internetangebote ermöglichen, sobalddies betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Diese Grundüberlegung wird bei einem neuenKäufer auch aufgestellt werden. Die Telekom sollte aus unserer Sicht unterdessen dieSuche nach einem neuen Käufer nicht überstürzen. Mit dem Verkauf des Kabelnetzesverliert das Unternehmen 10 Mio. Kunden, die jährlich ca. 1,4 Mrd. Euro an Anschlussgebühren einbringen – ein stetiger undlukrativer Cash-Flow.

Werden für das Netz nur geringe Ersatzinvestitionen getätigt, dürfte unter Berücksichtigung der Gesamtkostenauch unterm Strich ein Überschuss stehen bleiben. Dem steht der einmalige Cash-Flow von 5,5 Mrd. Euro durch den Verkaufund eine erhöhte Zinslast von ca. 360 Mio. Euro (5,5 Mrd.*0,066) pro Jahr gegenüber. Zudem droht im Worst Case-Szenario eineRatingabstufung, die eine zusätzliche Erhöhung der Zinslast bedeutet. Insgesamt Opportunitätskosten eines überhasteten Schuldenabbausmit einem zu geringen Verkaufserlös aus dem Kabelnetz mit gleichzeitig erhöhtem Wettbewerb und einem schwachenCash-Flow aus dem Börsengang der T-Mobil entgegen. Scheitern beide Verkaufsvorhaben, taxieren wir die zusätzlichen Kostenfür die Telekom auf rund 1,1 Mrd. Euro – knapp eine Mrd. Euro aus dem erhöhten Zinsaufwand plus 100 Mio. durch die Ratingabstufung.Dies dürfte aus unserer Sicht durch einen möglichen Mehrerlös aus einem späteren T-Mobile-IPO und den Erlösen ausdem weiteren Betreiben des Kabelnetzes aufgefangen werden. Auch wenn es sicherlich negativ zu werten ist, dass die Cash-Flowsaus den Verkäufen verloren gehen, halten wir die Marktreaktion mit einem Kursverlust von 25% seit Jahresbeginn für übertrieben.


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WebReporter: finance-online.de
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Deutsch, Telekom
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