08.02.02 17:36 Uhr
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Hornblower High Tech Daily

Nach einer heute zu Ende gehenden sehr schwachen Woche für Technologieaktien haben sich die High-Tech-Werte mittlerweileersten charttechnischen Unterstützungszonen genähert. Diese liegt im Nasdaq Composite zwischen 1.780 und 1.750 Punkten. Fundamentalist die Verunsicherung nach den Bilanzierungsskandalen und eher verhaltenen Ausblicken wichtiger Unternehmen groß.

Unterdessen sorgen bei einigen sehr tief gefallenen Unternehmen weniger schlecht als erwartete Kommentare zeitweise für sehrpositive Reaktionen. So konnte WorldCom (WCOM; 881477) am Vortag zwar die Konsensschätzungen nicht ganz treffen, ersteAnzeichen einer Stabilisierung des Geschäftes sorgten aber für einen satten Kursgewinn von mehr als 12%. Positiv wurde vor allemdie verlangsamte Abwanderungsrate aufgenommen: Während die Konkurrenz im Segment schneller Datentransportlösungen dünnerwird, vermindern sich auch die Alternativen und der Preisdruck. Hiervor profitiert WorldCom und Investoren übersahen denschlechten Ausblick. Ähnlich geht es auch Triquint Semiconductor (TQNT; 892607): nach einem besonders schweren Jahr mussteder Spezialist für Kommunikations-Chips im vierten Quartal einen Umsatzrückgang um 52% auf 65,4 Mio. USD hinnehmen, wobeiein Verlust von 46 Cents je Aktie anfiel. Die Umsatzerwartung wurde für das erste Quartal leicht nach unten angepasst, aber unterdem Strich rechnet das Management mit einem ausgeglichenen bis leicht negativen Ergebnis. Der Konsens liegt hier bei –2 Cents.

Deutsche Telekom-Aktien (DTE GY; 555750) stehen unterdessen weiter unter Druck, nachdem das Scheitern des Verkaufs desKabelnetzes an den US-Medienkonzern Liberty (L; 796472) immer wahrscheinlicher wird. Der Deal ist ein neuralgischer Punkt imSchuldenabbauprogramm des deutschen Ex-Monopolisten, der immer noch auf einem Netto-Schuldenberg von rund 65 Mrd. Eurositzt. Daher sollen außerhalb des Kerngeschäfts liegende Aktivitäten wie das Kabelgeschäft veräußert werden. Hier kam der US-Medienkonzerngerade richtig, da dieser eher an dem Fernsehgeschäft interessiert ist als das Kabel über eine technische Aufrüstungfür Telefon- und Internetdienste tauglich zu machen. Bei einem Verkauf an einen anderen Bieter droht nun aber der Telekom einverschärfter Wettbewerb im eigenen Markt, der nicht unbedingt erstrebenswert wäre. So könnten die Bonner ihr Kabel behalten.


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WebReporter: finance-online.de
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: High Tech
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