28.03.01 16:37 Uhr
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Palm nach Gewinnwarnung: Minus 45 Prozent

Gestern nach Börsenschluss hat Palm, der weltweit führende Hersteller von PDAs, seine aktuellen Quartalszahlen für das am 2. März zu Ende gegangene Quartal veröffentlicht. In diesem Zeitraum stiegen die Umsätze des Unternehmens von 272 Mio. Dollar auf 470 Mio. Dollar. Die Zahl der abgesetzten Geräte stieg sogar um 112 Prozent. Der Gewinn lag bei 2 Cents je Aktie. Im Vorjahresquartal hatte Palm einen Gewinn von 3 Cents gemacht. Analysten hatten nur mit einem Cent Gewinn je Aktie gerechnet. Insofern fielen die Quartalszahlen für einen US-High-Tech Wert oberflächlich gesehen in Ordnung aus. Allerdings zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass vor allem im Februar das Unternehmen die Vertriebskanäle mit Geräten voll stopfte. Für das laufende vierte Quartal erwartet Palm deshalb eine schwache Nachfrage und damit verbunden geringere Umsätze. Dass die Umsätze bei 315 Mio. Dollar aber sogar leicht unter dem Vorjahreswert liegen sollen und ein Verlust von 8 Cents je Aktie prognostiziert wird, trifft die meisten Anleger hart. Analysten hatten zuvor mit einem Umsatz von über 550 Mio. Dollar gerechnet und von Umsätzen unter 450 Mio. Dollar hat niemand gesprochen.

Palm führt dies vor allem auf die schwierige Transition von den aktuellen Modellen auf die neue m-Modellreihe zurück. Verbunden mit dieser Modellumstellung wird Palm auch auf die neueste Betriebssystemversion Palm 4.0 wechseln, welche wesentlich erweiterte E-Mail und Internetfunktionalität bieten soll. Diese Transition soll die Umsätze des Unternehmens belasten. Ein zweites Problem sind sinkende Margen, weil Konkurrenten wie Handspring in Palms Domäne vordringen. Handspring baut an Palm angelehnte PDAs und benutzt dasselbe Betriebssystem. Allerdings scheint das Unternehmen bei der Produktion der eigenen Modelle mehr Geschick zu haben. Handspring konnte bisher jeweils kurz nach der Ankündigung neue Modelle präsentieren und in großen Stückzahlen auf den Markt bringen. Palm wird auf die schwache Nachfrage reagieren. Das Unternehmen wird 250 seiner 1900 Mitarbeiter entlassen. Vor 9 Monaten hatte das Unternehmen allerdings noch 900 Mitarbeiter weniger. Weitere Maßnahmen sollen 10 bis 15 Prozent der Betriebskosten einsparen helfen.

Analysten sind von der Gewinnwarnung sicherlich negativ überrascht. Einige Analystenhäuser, darunter Robertson Stephens, haben die Aktien des Unternehmens bereits abgestuft. Andere sehen vor allem ein vorübergehendes Problem und betonen die langfristigen Chancen des Unternehmens und bleiben bei ihren Einschätzungen, wenngleich sie natürlich ebenfalls die Prognosen zurücknehmen müssen.


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WebReporter: finance-online.de
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Gewinn, Prozent, Minus, Gewinnwarnung, Palm
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