27.02.01 09:44 Uhr
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Hornblower: Bankensektor-Update

Deutscher Bankensektor-Update:. Nach dem wenig ermutigenden Bilanzausweis der Deutschen Bank konnten auch die Commerzbank und die Dresdner Bank kein Glanz verstreuen. Vielmehr haben die Nummer drei und vier der deutschen Bankenszene Quartalsergebnisse vorgelegt, die merklich unter den Konsensusschätzungen lagen. Einzig die HypoVereinsbank, die kein Anspruch im Investmentbanking hat, hat ein über den Erwartungen liegendes Ergebnis vorgelegt. Da zudem die Ausblicke der Großbanken auf mittlere Sicht wenig Kursphantasie versprechen, stufen wir den deutschen Bankensektor von übergewichten auf neutral herunter. Nach den gescheiterten Fusionsgesprächen im Jahr 2000 versuchen die Finanzinstitute hierzulande die Investoren mit Ankündigungen über einen weiteren Konzernumbau bei der Stange zu halten. Auch das Kreditexposure in der Türkei – obwohl nur im dreistelligen niedrigen Bereich – verschlechtert die Stimmung für deutsche Bankaktien. Unser Favorit bleibt nach vor die Deutsche Bank. Die Ambitionen im Investmentbanking eine führende Roller spielen zu wollen, hat sich nicht zuletzt im Q4 negativ auf das Ergebnis niedergeschlagen. Da der Vorstand Sorgen hinsichtlich der weiteren Kostenentwicklung nicht zerstreuen konnte und die Baisse an den Akteinmärkten die Investmentbankingerträge weiter schmälern dürfte, hat sich unser Optimismus zusehends verflüchtigt. Trotzdem belassen wir das Rating des größten deutschen Institutes angesichts der starken globalen Ausrichtung, der Fortschritte bei der Bank 24, sowie auf der Aussicht auf eine engere Zusammenarbeit mit der Allianz auf akkumulieren. Zumal der Markt gegenwärtig einen Gewinnrückgang der CIB-Unit im hohen zweistelligen Bereich einpreist. Soviel Skepsis ist nach unserer Ansicht nicht angebracht. Dagegen stufen wir Dresdner Bank von halten auf reduzieren herunter. Der Einbruch beim operating profit im Q4 mit einem Minus von 823 Mio. Euro, das deutlich schwache Handelsergebnis und die Unsicherheit über die Positionierung im Investmentbanking veranlasst uns zu diesem Schritt. Ins Minus ist auch die Commerzbank gerutscht. Im Q4 wies das viertgrößte Finanzinstitut ein Verlust von 98 Mio. Euro aus. Allerdings gehen wir davon aus, dass die Commerzbank im laufenden Jahr aus dem „Dornröschenschlaf“ erwacht, so dass die unterdurchschnittliche Kursentwicklung der Vergangenheit angehören sollte. Im laufenden Jahr sollte die Aktie vor allem von erneut aufflammenden Übernahmegerüchten Auftrieb bekommen. Falls die Baisse an den Aktienmärkten weiter anhalten sollte, wird dieses Thema auf der Agenda zurückkehren. Trotzdem drängen sich derzeit keine Engagements auf, so dass wir das Papier auf halten belassen. Angesichts der ermutigen Geschäftszahlen und der Neustrukturierung des Immobiliengeschäfts bekräftigen wir unsere Kaufempfehlung für die HypoVereinsbank.


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WebReporter: finance-online.de
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Update
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