09.02.18 20:26 Uhr
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München: Gericht erklärt Mieterhöhung um 145 Prozent für rechtens

Eine 70-jährige Rentnerin bewohnt seit 1958, also seit rund 60 Jahren, eine 100-Quadratmeter-Wohnung im Münchener Glockenbachviertel. Als ihre Eltern die Wohnung anmieteten, zahlten sie 190 Mark, die sich im Laufe der Jahre auf zuletzt 517,66 Euro Kaltmiete erhöhten.

Im Jahr 2015 kündigte der Vermieter Modernisierungsarbeiten und eine damit verbundene Mieterhöhung um 750 Euro auf 1296,33 Euro an, also mehr als das doppelte. Die Mieterin legte Widerspruch ein und klagte gegen die Erhöhung, die sie als Folge einer Luxusmodernisierung ansah.

Das Gericht urteilte jedoch für den Vermieter, da es in Maßnahmen wie dem Einbau eines Außenaufzugs und einer Zentralheizung eine Anpassung an übliche Standards sah. Die extreme Mietsteigerung sei für die Mieterin zwar bedauerlich, aber der grundgesetzlich verankerte Eigentumsschutz gehe vor.


WebReporter: TheRoadrunner
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Gericht, München, Prozent
Quelle: sueddeutsche.de

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19 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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09.02.2018 20:26 Uhr von TheRoadrunner
 
+39 | -4
 
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5 Euro / qm waren für eine gute Gegend in München schon extrem günstig. Dass das nicht ewig so bleiben wird, ist klar. Eine schlagartige Mieterhöhung um 145 Prozent ist für mich aber einfach abartig, egal welche Modernisierungen da durchgeführt wurden.
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09.02.2018 20:32 Uhr von det_var_icke_mig
 
+11 | -19
 
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man sollte endlich mal das System ändern

nicht mehr nach einer Modernisierung die Miete erhöhen, sondern eine Erhöhung in einen Modernisierungsfond einzahlen

wenn der gefüllt ist wird modernisiert

so vermeidet man, dass jede Modernisierung bis ins Unendliche "abbezahlt" wird

denn weenn hier in dem Falle die Zentralheizung abbezahlt ist, wird sie modernisiert und das dann wiederrum draufgeschlagen, der Zuschlag vom Einbau verbleibt dann als Reingewinn beim Vermieter
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09.02.2018 20:43 Uhr von derlausitzer
 
+5 | -4
 
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@det, ob das der Finanzminister will?
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09.02.2018 21:35 Uhr von Rechtschreiber
 
+12 | -5
 
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Naja verdammt. Ich bin ja immer auf der Seite der Mieter. Aber in diesem Fall...

Wenn es nicht einmal eine Zentralheizung gibt, dann hat der Vermieter große Probleme, überhaupt noch Mieter zu akzeptablen Mieten zu finden. Dass der Vermieter nach 60 Jahren modernisiert, ist eigentlich sogar löblich und ein großes Plus an Komfort für die Mieter.

Ganz abgesehen davon: 1300 Euro Miete für einen Wohnung im Stadtzentrum von München? Dazu demnächst ein Außenaufzug, den die Mieterin in diesem Alter sicherlich auch nutzen wird...

Ich zahle ja schon 900 Euro kalt + ca. 150 Euro Heizung, als 1050 Euro in einer absoluten Provinz 90km vor München.

Da kann die gute Dame, auch wenn es hart ist, sich m.M.n. eigentlich nicht beschweren.

Klar ist es ärgerlich, aber sie hat bisher auch verdammt! günstig gewohnt. Ich kenne genug Leute aus München, die zahlen für 120m² ca. 3000 Euro! Und das NICHT im Stadtzentrum!
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09.02.2018 22:10 Uhr von stahlbesen
 
+1 | -13
 
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09.02.2018 22:22 Uhr von TheRoadrunner
 
+7 | -7
 
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@ Rechtschreiber
"Dass der Vermieter nach 60 Jahren modernisiert, ist eigentlich sogar löblich"
Ich würde eher diesen bzw. den vorherigen Vermieter dafür kritisieren, dass sie wohl 50 Jahre nichts bzw. nur das Nötigste getan haben.

"ein großes Plus an Komfort für die Mieter."
Aber ein recht teures.

"Dazu demnächst ein Außenaufzug, den die Mieterin in diesem Alter sicherlich auch nutzen wird..."
Wenn eine Dame in dem Alter es jeden Tag ohne allzu größere Probleme schafft, die Treppen rauf und runter zu kommen, dann wäre es das dümmste, was sie tun kann, jetzt den Aufzug zu nehmen.

"Da kann die gute Dame, auch wenn es hart ist, sich m.M.n. eigentlich nicht beschweren."
Wenn sie zuvor schon über 1000 Euro gezahlt hätte, stimme ich dir zu. Wenn aber jemand Jahrzehnte in einer Wohnung mit Modernisierungsrückstand gelebt hat und sich nach 60 Jahren in der Wohnung jetzt wohl eine neue Wohnung suchen und vielleicht sogar aus München wegziehen muss, weil sie sich die Mieten bei Neuvermietungen nicht leisten kann, dann kann es das nicht sein.
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09.02.2018 22:26 Uhr von Dilaudid
 
+7 | -4
 
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Ein Gericht ist eben an die von der Politik gemachten Gesetze gebunden, Moral & Sittenwiedrigkeiten sind da eben auf dem absteigenden Ast, alles wird nur noch dem Geld untergeordnet und in diesem Fall trifft´s die arme Rentnerin.
Man muss eine Gans so rupfen, dass sie nicht schreit und genau das passiert, es trifft mal den mal den aber i.d.R. immer andere.
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09.02.2018 23:09 Uhr von shadow#
 
+7 | -2
 
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Kann passieren, wenn man die Politik zur Mietpreisentwicklung der Union überlässt.
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10.02.2018 00:50 Uhr von Uschi85
 
+5 | -5
 
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Diese ekelhaften Modernisierungsarbeiten nur um Geld zu scheffeln. Man behandelt die Leute wie Dreck. So macht man sich keine Freunde. Alte Deutsche werden heute so widerlich behandelt. Sie wohnt schon ewig da. Also sollte man das beachten. Wenn diese Typen weiter so mit den Leuten umgehen, Familien aus ihren Wohnungen für Flüchtlinge werfen, oder Wohnungen unbezahlbar machen, dann nimmt das kein gutes Ende. Ich meine wer soll das bezahlen? Die Löhne steigen ja nicht. Zumal die Modernisierung meistens eine Verschlechterung darstellt. Schlechtes Laminat oder undurchdachte Konzepte. Die denken ja nur an ihren Gewinn. Schönheit ist nicht wichtig und auch nicht das Wohlbefinden der Menschen, obwohl das geheuchelt wird. Miethäuser haben kein Privatbesitz zu sein. Da es aber nunmal so ist, sollten wenigstens besonders raffgierige Eigentümern zum Schutz der Bewohner enteignet werden.
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10.02.2018 00:52 Uhr von auru
 
+1 | -6
 
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@shadow#
Immobilienbelastungen durch Steuern und Abgaben zahlt letztendlich immer der Endnutzer. Sie sind direkt erkennbar, wie Grundsteuer oder müssen in die Kaltmiete eingepreist werden, wie Erbschaftsteuer; der Vorsitzende des Mieterbundes hat noch höhere Steuern gefordert!?
Gründe für hohe Mieten in München:
- Erbschaftsteuer ca. 5 € pro qm/Monat und Straßenausbausatzung, letztere soll jetzt abgeschafft werden. In Japan kommen die hohen Mieten auch von einer sehr hohen Erbschaftsteuer.
- Früher war bei Mietwohnung die Kaltmiete Basis für die Erbschaftsteuerberechnung, was die Geldgier doch etwas bremste.
- Kann die Erbschaftsteuer nicht bezahlt werden, muss die Immobilie an Leute mit viel Geld verkauft werden.
- Kredite dürfen nur noch über Verdienst abgesichert werden und müssen bis zum statistisch zu erwarteten Lebensende abbezahlt sein. Es sollen ja möglichst keine Schulden die Erbschaftsteuer mindern.
- Verkauf staatlicher Wohnungen an Geldhaie.
- Schaffen von Arbeitsplätzen am falschen Platz in München und Umgebung, z.B. durch den Flughafen, statt dort wo die Leute wohnen. Das schafft Siedlungsdruck und starken Pendlerverkehr. Diesen zusätzlichen Energieverbrauch können auch noch so sparsame Kfz. nicht ausgleichen. Unsummen müssen in den Ausbau des Nahverkehrs (2. Röhre für das S-Bahnnetz und Straßenbau) gesteckt werden.
- Draghis Null-Zins-Politik schafft vermehrt Nachfrage.
- Die Zahl der Vermieter, die Wohnungen lieber leer stehen lassen und lieber keine Ärger haben wollen, weil die Mieterrechte immer weiter steigen, nimmt zu. Mieterrechte sind gut (von den Mieterhöhungen abgesehen) für die, die eine Wohnung haben, aber schlecht für die Wohnungssuchenden.
- Verteuerung des Wohnungsbaus durch Energievorschriften.
- Wohnungsneubau zum Vermieten durch Privatleute ist trotz der hohen Mieten wirtschaftlich uninteressant. Bauträger verkaufen nur noch Wohnungen statt sie zu vermieten.
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10.02.2018 00:58 Uhr von Uschi85
 
+2 | -9
 
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@det_var_icke_mig
Es wird oftmals nicht nachgedacht. Gasherde beispielsweise sind sparsam. Ein E-Herd hat einen unglaublichen Verbrauch. Man jammert wegen der Erwärmung und Energieverschwendung, aber überall werden E-Herde als modernes Mittel eingesetzt und bezeichent. Der Gasherd hat aber große Vorteile.
Ein Fond wäre echt gut, denn die Modernisierung von Gasanlagen soll teuer sein. Da setzen viele lieber auf Strom für den Herd. Das kommt aber dem Endverbraucher nicht zu gute, denn der E-Herd verbraucht mehr. Zumindest kommt mir das so vor. Subjektives Empfinden, denn bei Leuten mit Gasherd kann man sofort loslegen. Bei dem E-Herd dauert es.
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10.02.2018 02:18 Uhr von Steven_der_Weise
 
+5 | -1
 
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In welchem Jahrhundert lebst du denn?
Die heutigen Induktionsplatten heizen genauso schell auf wie Gas, nicht zu vergessen das ungleich höhere Risiko bei Gas, sowie der bei häufigen Gebrauch irgendwie entstehende Schmierfilm der sich im Raum absetzt.
Ist das nun nachgedacht?
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10.02.2018 08:31 Uhr von Tilt001
 
+3 | -3
 
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Die Umstellung von Gas auf Elektro ist keine Sanierung, zumal Elektroherde auch viel teurer im Unterhalt sind.

Zitat:
"Im Durchschnitt kostet eine Kilowattstunde Strom bei einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden 27,71 Cent, die Kilowattstunde Gas kostet bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden 6,22 Cent. Hat ein Gasbrenner eine Maximalleistung von 1,5 Kilowatt, kostet es etwa 4,5 Cent, ihn eine halbe Stunde lang voll aufzudrehen. Bei einer Elektrokochplatte mit der gleichen Leistung kostet die halbe Stunde etwa 20,8 Cent."

ratgeber.immowelt.de/a/elektroherd
-oder-gasherd-die-vor-und-nachteile.html

Im Rahmen einer Haussanierung ist es im Sinne des Hauseigentümers, den Vermieter nicht über die Maßen finanziell zu belasten, also auch immer sinnvoll auf den Gasanschluss eben nicht zu verzichten und nur zu sanieren!

Die Umwandlung von fossiler Energie (in D ca. 57 % inklusive Biomasse) durch Verbrennung im Kraftwerk zu Strom und wieder zu Wärme auf dem Herd, ist ja auch schon rein von der Logik nicht gescheit.

[ nachträglich editiert von Tilt001 ]
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10.02.2018 10:10 Uhr von damitschi
 
+4 | -4
 
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Willkommen in Deutschland, wo man sich bei Spekulationen am Wohnungsmarkt auf Kosten anderer bereichern kann, nur weil man´s darf.

Wäre es nicht schön, wenn man Eigentum, was man vermietet nur soviel dran verdienen darf, sodass man die Unterhaltungskosten damit deckt und NICHT, NUR um sich daran zu bereichern?

Wer soll denn dagegen an verdienen, damit er dort, wo er wohnt und Arbeitet sich auch die Wohnung später noch im Rentenalter leisten kann?

Wir leben doch nicht, um zu arbeiten!

Es kann auch nicht sein, dass man sein ganzes Arbeitsleben in München verbringen muss, um nachher mit seiner Rente im günstigeren Bundesland leben zu müssen!

HHHAAALLLLLLLLLOOOOOO????
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10.02.2018 12:28 Uhr von Holzmichel
 
+0 | -6
 
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Die Leutschen müssen endlich mal anerkennen, dass WOHNEN sowie eine umfangreiche Modernisierung auch etwas KOSTET.
Und WER zwingt denn die Oma eigentlich, dort zu wohnen - einfach fristgemäß kündigen, die sieben Sachen packen und ausziehen, WENN sie nicht bezahlen will!
Außerdem nur mal so nebenbei, WOZU braucht eine 70 Lenze alte Oma eigentlich auch 100 qm?
Und damit werden nun die Gerichte belastet! Die uneinsichtige Oma sollte noch ein paar Kosten wegen solch einer Mutwilligkeitsklage drauf bekommen und fertig!

[ nachträglich editiert von Holzmichel ]
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10.02.2018 14:13 Uhr von NinoSiegburg
 
+0 | -3
 
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abartig die deutschen Gerichte
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10.02.2018 15:52 Uhr von Rechtschreiber
 
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@Roadrunner:

Du hast schon recht. Deshalb tue ich mir hier auch echt schwer mit einer möglichst gerechten Meinung.

Fakt ist jedenfalls: Viele dieser Wohnungen heizen noch mit Ölöfen (pro Raum ein Ofen) oder mit einem Nachtspeicherofen - das Brauchwasser wird durch Durchlauferhitzer und Boiler erzeugt.

Das Geld, das hier an den Kosten wegfällt, relativiert die Mieterhöhung gewaltig.
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10.02.2018 16:25 Uhr von shadow#
 
+1 | -1
 
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@ auru
-Niemand der in München eine vermietete Wohnung erbt, wird auch nur ansatzweise Probleme haben die Erbschaftssteuer zu bezahlen.
-Wer zur Hölle vergibt Kredite, die aller Voraussicht nach nicht vom Schuldner abbezahlt werden? Immobilienfirmen?
-Die Arbeitsplätze sollen also am Wohnort geschaffen werden, am besten Schwerindustrie in der Tiefgarage unter dem Haus in der Innenstadt?
-Der Rest ist Blödsinn.
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11.02.2018 16:17 Uhr von yeah87
 
+0 | -0
 
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Wer sich keine Eigentumleisten kann ist Selbstschussanlage sorry von 2500 Brutto was dem deutschen Standard entspricht kann man sich in München schon n Eigentumswohnung für min 600.000 leisten.

Denken der Politiker

Real verdienen viele so 1400-2000 brutto die können sich nichts leiten bei den Mieten.

Deutschland wird zum Rechenstab mit toller Überwachung des Pöbels

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