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Hamburg: 18-jähriger Italiener seit vier Monaten wegen "Erziehungsmängeln" in U-Haft

 

Der 18-jährige Fabio Vettorel aus Belluno in Norditalien sitzt seit dem 7. Juli dieses Jahres im Hamburger Jugendgefängnis Hahnöfersand in Untersuchungshaft. Er wurde zusammen mit weiteren Italienern am Rande des G20-Gipfels in Hamburg verhaftet, darunter war auch seine Freundin Maria Rocco.

Rocco und die anderen wurden im August aber ohne Begründung wieder aus der Haft entlassen, bei Fabio lehnte das Oberlandesgericht Hamburg aber eine Freilassung ab, weil es bei ihm "Erziehungsmängel" erkannte.

Fabio wird schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen, er bestreitet aber, dass er Gewalt angewendet habe. Tatsächlich ist die Beweislage gegen den 18-Jährigen sehr dünn. Sein Prozess beginnt am 16. Oktober, das Urteil wird nach drei geplanten Verhandlungstagen am 7. November erwartet.


WebReporter: Kamimaze
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Hamburg, Haft, Italiener, U-Haft
Quelle: welt.de

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14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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07.10.2017 08:12 Uhr von Kamimaze
 
+30 | -12
 
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Ja, das ist zweifelsohne jetzt nicht schön für den guten Fabio, aber sein Altersgenosse Justin S. von der "Gruppe Freital" sitzt mittlerweile seit 1½ Jahren (!!), seit April 2016, in U-Haft, nicht wegen "Erziehungsmängeln", sondern weil er angeblich "rechts" ist. Mit vier Monaten ist Fabio da noch gut bedient, finde ich jedenfalls...

Ein Video zum Fall Fabio V. und ein Interview mit ihm im Gefängnis gibt´s hier:

--> http://mediandr-a.akamaihd.net/...
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07.10.2017 08:33 Uhr von strellnikoff
 
+23 | -7
 
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Es gehört schon eine gewissen Willensstärke dazu mit 18 Jahren von Italien nach Deutschland zu reisen um dort zu "demonstrieren".
Solche Reisen können auch in den Knast führen. Das ist Berufsdemonstranten auch bekannt.
Ist eben einfach dumm gelaufen lieber Rocco und vielleicht bleibt ja auch was "Gelerntes" dabei hängen.
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07.10.2017 08:46 Uhr von Kamimaze
 
+6 | -12
 
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@strellnikoff

Also, der heißt Fabio, nicht Rocco, Maria Rocco ist seine Freundin, die wurde auch verhaftet, ist seit August aber wieder auf freiem Fuß.

Fabio behauptet aber, dass er nur friedlich demonstrieren wollte, das sollte erlaubt sein, ich weiß nicht, ob ihm wirklich Straftaten nachzuweisen sind, das wird sich beim Prozess zeigen. Der Fall erinnert mich an den Fall Josef S. aus dem Jahr 2014:

--> http://www.shortnews.de/...
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07.10.2017 08:56 Uhr von strellnikoff
 
+20 | -9
 
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Wie gesagt bei so einem Event ist mit Knast zu rechnen. Wie wäre es wenn Fabio mal in Saudi Arabien für die Menschenrecht demonstriert, da wäre dann am Freitag nach dem Gebet die Birne ab.

Solche "Weekendwarriors" tun eigentlich keinem gut und schon gar nicht der Sache an sich.
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07.10.2017 09:01 Uhr von Eule99
 
+2 | -11
 
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Erst einmal das Video von Kamimaze schauen , dann schreiben
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07.10.2017 09:34 Uhr von strellnikoff
 
+2 | -9
 
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Habe ich gemacht und sehe echte "Lügenmedien" und Manipulation der Massen. Kann ich mir eigentlich auch schenken die Sache, weil Ich genug Erfahrungen mit der Justiz habe.

So einfach gibt es keine Untersuchungshaft...
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07.10.2017 09:40 Uhr von bigX67
 
+5 | -13
 
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@kamimaze:

justin s ist in einem terrorprozess angeklagt. das dauert.
das er weiterhin verwahrt wird, ist vielleicht auch gesünder für ihn, da es scheinbar absprachen gibt, justin s als verräter (er hat als einziger ausgesagt) zu behandeln.
ich hoffe, dass die jva-beamten ein gutes auge auf den mann haben.
justin s ist mit 7 weiteren angeklagt, von denen jede einzelne rolle genau beleuchtet werden muss. ausserdem werden mehrer sachverhalte ausgewertet - schliesslich hat die gruppe freital mehr gemacht als eine flasche geworfen.

auf der anderen seite steht ein fall der auf videoaufnahmen basiert und evlt noch zeugenaussagen von polizisten erfordert. könnte/sollte als schnell abgehandelt sein.
zudem ist der gefangene weit von zu hause und kann kaum auf unterstützung hoffen. sein mutter wird wohl nicht die ganze zeit in HH sein.
justin s ist da deutlich näher an seiner heimat.
fabio ist alleine angeklagt, die fakten recht übersichtlich. sollte also schnell abgekaspert sein. ist es aber scheinbar nicht. bürokratives versagen, absicht, überlastung der gerichte könnten gründe sein.

grundsätzlich stehe ich solch langen anklagen skeptisch gegenüber. ich denke anklagen werden durchaus auch strategisch verwendet um die zielgruppe zu verunsichern.

@strellnikoff:

wenn es dir nicht gefällt, dass mensch hier demonstrieren kann, dann geh doch nach saudi-arabien.

ihr immer mit euren stumpfen sprüchen und vergleichen. endlose gebetsmühlen.
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07.10.2017 10:08 Uhr von stahlbesen
 
+13 | -7
 
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Ich fürchte, er wird schon einen Richter finden, der ihn mit Haftentschädigung zurück nach Bella Italia schickt...

Bleibt zu hoffen, dass der Bettässer für die Zukunft gelernt hat, dass er besser in Italien an Krawallen teinimmt...
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07.10.2017 10:23 Uhr von strellnikoff
 
+13 | -4
 
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Kamimaze: Demonstrationen sind OK für mich. Fröhliche Kriegsspiele mit den Bullen und Flammendes Inferno, auf Kosten der Anwohner sind nicht ok für mich.

Warum sollte ich nach Saudi Arabien? Die kommen doch Alle her und nennen sich Flüchtlinge...
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07.10.2017 10:32 Uhr von Kamimaze
 
+5 | -1
 
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@bigX67

> "justin s ist in einem terrorprozess angeklagt."

Ja, aber wieso eigentlich...???
Dazu muss man wissen, das gegen ihn bereits seit Ende Oktober 2015 ermittelt wurde, also seit fast zwei Jahren, und dass sei eigentlicher Prozess im April 2016 vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Dresden beginnen sollte, wenige Tage nach seiner Verhaftung durch die GSG 9 am 19. April 2016.
Bis dahin war er nicht in U-Haft und vorm Jugendschöffengericht hätte er vielleicht nur Bewährung bekommen, sehr wahrscheinlich aber nicht mehr als 1½ Jahre reale Strafhaft, wenn man die 2/3-Regelung mit einberechnet - die sitzt er jetzt aber schon in U-Haft und es ist kein Ende anzusehen


> "ich hoffe, dass die jva-beamten ein gutes auge auf den mann haben."

Tja, du hoffst...?? Was bedeutet das für ihn in der Realität? Wahrscheinlich noch mehr Isolation...

Ich denke, die Justiz hat bei Haftsachen ein Beschleunigungsgebot und kann das nicht monate- oder gar jahrelang schleifen lassen, die sächsische Justiz hatte bis dato völlig korrekt gearbeitet, bis der Generalbundesanwalt ins Spiel kam...

Im Fall Fabio ist das schwierig zu beurteilen, was da genau vorgefallen ist, wenn er nichts gemacht hat, gehört er gar nicht in den Knast und für "Erziehungsmängel" bei jungen Italienern ist die deutsche Justiz nicht zuständig.

Ansonsten muss man aber sagen, dass die Hamburger Justiz im Wesentlichen recht flott arbeitet, die ersten G20-Prozesse gab es ja schon Ende August und auch im Fall Fabio sind gut 4 Monate U-Haft bis zum Prozessbeginn am 16. Oktober prinzipiell vertretbar...:

--> http://corrierealpi.gelocal.it/...
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07.10.2017 11:54 Uhr von Max97
 
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@Kamimaze

"ich weiß nicht, ob ihm wirklich Straftaten nachzuweisen sind"

Kein Staatsanwalt würde eine Anklage gegen jemanden führen, wenn er nicht glauben würde den Fall zu gewinnen, also etwas beweisen zu können.

Im Gegensatz zu USA (wir kennen das US Rechtssystem oft besser als das Deutsche wegen der vielen Filme), wo der Staatsanwalt nur gewinnen muss, also der Beweis der Unschuld die Aufgabe des Anwalt ist, ist in Deutschland der Staatsanwalt der Gerechtigkeit verpflichtet. Er muss auch im Sinne des Angeklagten entscheiden, wenn er weiß, dass er unschuldig ist, oder daran zweifelt, oder Beweise für Entlastung hat.
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07.10.2017 12:04 Uhr von Kamimaze
 
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@Max97

> "... ist in Deutschland der Staatsanwalt der Gerechtigkeit verpflichtet. Er muss auch im Sinne des Angeklagten entscheiden, wenn er weiß, dass er unschuldig ist, oder daran zweifelt, oder Beweise für Entlastung hat. "

Ja, theoretisch ist das so, aber dafür gibt es ganz, ganz viele Beispiele, wo die Staatsanwaltschaft ihre Pflichten grob vernachlässigt hat, der Spiegel widmete diesem Thema 2014 eine Titelstory: "Die Scharfmacher"

--> http://www.spiegel.de/...
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07.10.2017 12:21 Uhr von strellnikoff
 
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Zudem ist der Staatsanwalt auch seiner persönlichen Karriere verpflichtet. Zu viele "Eigentore" und er sitzt im Keller und sortiert Akten.
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07.10.2017 13:13 Uhr von kiu
 
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Wer sich in Italien umschaut ( und ICH LEBE dort ), der trifft tagtäglich "Fabios", die von ihren Mama´s, Oma´s, Papa´s und Opa´s bis zum geht nicht mehr "verwöhnt" werden.
Sie werden ( ohne Alterslimit ) per Auto zur Schule gebracht ( gut 85%) - und auch wieder abgeholt, sie haben häufig schon mit 16 kleine französische Wagen, für die man keine Klasse III braucht, bekommen sofort den Führerschein ( ich kenne einen, der hat die Prüfung 13 mal gemacht und dann den Schein bekommen, er hat das Asperger Syndrom [authistisch] und ist bei Erregung SEHR gewalttätig ) dann reißen sie sich (viele davon ) die Fahrzeuge von Mama oder Opa unter den Nagel und geben sie nicht wieder heraus.
Sie sind in großen Teilen arbeitslos, bemühen sich vielfach auch kaum - lehnen die zahlreichen Angebote in Deutschland ab, selbst wenn Anstellung/Ausbildung zugesichert ist - dann geht ja "Hotel Mama" verloren...
Durch die verqueren italienischen Gesetze ( so sie denn mal eingehalten werden ) kann man solche "Berufs-Faulpelze" auch nicht aus dem Haus bekommen, - es sei denn, man kauft ihnen eine Wohnung und zahlt ihre Kosten.

"Erziehungs-Mängel" sehen anders aus, - das ist beispielsweise mangelnde Hilfe im Haushalt - die ist in Deutschland per Gesetz (BGB § 1619) ohne Alterslimit gesetzlich geregelt, - auch, dass das "Taschengeld" in Naturalien ausgezahlt werden kann.

Nein, diese Burschen sind UN-erzogen, - sie haben keinerlei Erziehung - nicht "einen Mangel" daran.
Insofern: Im Bau behalten und "erziehen" - das ist gut für ihn! Er lernt Deutsch und soll dabei eine Ausbildung machen.
DAS ist "Erziehung"...

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