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Berufsstand Lehrer: "Faule Säcke" oder Opfer von Burnout?

Nur vormittags arbeiten, dauernd Ferien - Lehrer genießen kein besonders hohes Ansehen. Und der Streik der angestellten Pädagogen hat sicher auch nicht zur einer Verbesserung beigetragen. Bildungsministerin Wanka dagegen fordert mehr Wertschätzung für diesen Berufsstand.

Gerhard Schröder sagte einst über Lehrer, dass man doch wisse, was das für faule Säcke seien. Eine Studie belegt jedoch, dass ein Durchschnittslehrer 43 bis 44 Wochenstunden leistet, 40 Prozent dieser Zeit mit Vorbereiten von Schulstunden, Korrigieren von Klassenarbeiten, Elterngespräche, etc.

Auch sei die Zahl der hoch belasteten Lehrer recht hoch. So haben im Jahr 2011 rund ein Drittel der Lehrkräfte unter "zu hohen Belastungen" gelitten - bis hin zu psychischen Beeinträchtigungen und chronischem Stress.


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WebReporter: Chrome_Hydraulics
Rubrik:   Freizeit
Schlagworte: Opfer, Lehrer, Burnout
Quelle: t-online.de

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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06.03.2015 13:49 Uhr von blade31
 
+12 | -0
 
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Ein Lehrer muss jetzt viel Verkraften, 30-40 Schüler in einer Klasse wo die meisten überhaupt kein Bock und Respekt mehr haben...

Also ich möchte heutzutage kein Lehrer sein.
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06.03.2015 17:09 Uhr von NilsGH
 
+0 | -2
 
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"Und der Streik der angestellten Pädagogen hat sicher auch nicht zur einer Verbesserung beigetragen."

Man sollte das Beamtentum bei Lehrern abschaffen. Genau deswegen existieren noch diese Vorurteile, dass einige Lehrer zu faul zum ackern wären. Außerdem könnte sich dann kein Lehrer mehr "einfach hängen" lassen.

Das sind aber nach wie vor die wenigsten Lehrer, die das tun.

Aber die Abschaffung des Beamtentums ist gar nicht politisch gewollt: Denn dann könnte man den Lehrern nicht einfach Jahr für Jahr mehr Belastung aufbürden und sie gegeneinander ausspielen.

Beamte dürfen nicht streiken und müssen sämtliche Erlasse "von Oben" umsetzen - egal wie unrealistisch und wie viel Mehraufwand sie bedeuten.

Ein Angestellter kann sich dagegen wehren. Nur leider tun das die angestellten Lehrer zu selten, weil sie eben gefeuert werden können. Sie haben in der Regel keine langfristigen Verträge. Die Planstellen sind meist mit Beamten besetzt. Ergo gibt es kaum Widerstand.

Die angestellten Lehrer sind übrigens auch jene, die sich den A... in der Schule aufreißen, um überhaupt an einen der begehrten Beamtenposten zu kommen.

Übrigens: Die Streiks sind völlig gerechtfertigt, denn ein Lehrer im Angestelltenverhältnis verdient erheblich weniger als ein verbeamteter. Zum Dank dafür, dass er für weniger Geld die gleiche Arbeit macht, erhält er später auch nur 40 bis 50 % seines letzten Lohnes als Rente. Der Beamte bekommt dann rd. 70 % seiner Bezüge. Nebenbei ist der Angestellte auch noch schlechter krankenversichert (Kasse eben).

Das dumme an den Streiks ist aber leider, dass sie nichts bringen: Wenn die Angestellten mehr Kohle bekommen, steigen immer auch die Bezüge der Beamten. Schöner Trick, was? :-)

Also: Entweder nur noch Angestellte und das SOFORT für ALLE Lehrer oder alle Beamte. Beim Erhalt des Beamtenstatus dann aber bitte eine Klausel rein, dass man schlechte Lehrer vom Schuldienst entfernen kann. Wegen mir sollen die dann im Ministerium Akten sortieren, bis sie im Pensionsalter sind.

Außerdem muss die Belastung geringer werden. Nicht die Wochenarbeitszeit. Denn die ist - wie in der News angegeben - durchaus realistisch und machbar. Aber die ZUSATZbelastung muss geringer werden: Kleinere Klassen, weniger Stress durch bessere Ausstattung der Schulen und Sanierung der Schulgebäude (gesundheitliche und arbeitstechnische Rahmenbedingungen). Ferner bessere Unterstützung durch Jugendpsychologen, ausgebildete Integrationslehrer und Integrationshelfer, die sich auch wirklich um die Kinder kümmern können, die Probleme haben.

Durch solche Maßnahmen kann man das Bildungsniveau heben und beut den vermeintlich "faulen" und auch kranken Lehrern vor.

Ich glaube kaum, dass sich ein Lehrer über 43 Stunden Arbeit die Woche bei guten ArbeitsBEDINGUNGEN beschweren würde.


[NACHTRAG]

Das mit der Krankenversicherung ist übrigens auch so eine Sache. Als Beamter MUSS man sich quasi privat versichern. Denn der Arbeitgeber (also der Staat) zahlt für Beamte keinen Arbeitgeberanteil. Somit muss man bei der gesetzlichen den vollen Betrag abdrücken. Das sind bei Lehrern in den ersten Jahren bereits rd. 500,- € pro Monat.

Die PKV ist da günstiger und der Staat bezuschusst die Medikamente mit 50 % (nennt sich Beihilfe). Problematisch wird es nur, wenn man oft krank war und dann in ein gewisses Alter kommt: Da schlagen die PKV schön drauf und der "Kunde" zahlt sich dann im Pensionsalter dumm und dusselig.

Der angestellte Lehrer kann nicht in die Private, weil er unterm sog. "Satz" liegt.

Wer hat sich die Scheiße eigentlich einfallen lassen, dass für Beamte keine Sozialabgaben abgeführt werden? Von Anfang an wurde da die gesetzliche Sozialversicherung ad absurdum geführt. Ausnahmslos JEDER sollte in ein und den selben Topf einzahlen ... PUNKT! Dann funktioniert unser Sozialsystem auch. Aber das ist eine andere Geschichte.

[ nachträglich editiert von NilsGH ]
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06.03.2015 17:12 Uhr von quade34
 
+3 | -0
 
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Die Lehrer können sich wie verückt krummlegen, die Politik hilft ihnen nicht.
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06.03.2015 17:20 Uhr von NilsGH
 
+2 | -0
 
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@ quade34:

Richtig. Sie werden nur weiter belastet, sodass unser Bildungssystem nach außen hin gut aussieht. Dass es im Alltag vorne und hinten nicht läuft, weil es aufgrund der Sparmaßnahmen nicht laufen kann, interessiert die Politik nicht.

Aber das - so habe ich in den letzten Jahren den Eindruck - ist genau so gewollt: Eine fundierte Bildung unserer Kinder ist nicht das Ziel. Denn ein gebildeter, mündiger Bürger würde Fragen stellen - unbequeme Fragen. Ferner würde er bei Wahlen sein Kreuzchen bei jenen machen, die ihm eine Alternative zur aktuellen Politik bieten. Und das kann nicht im Sinne von "Mutti" und "Rolli-Opa" sein.


OH, welcher "faule" Beamtenlehrer hat mir denn da für meinen ersten Kommentar ein Minus reingewürgt? Wusste gar nicht, dass die auch hier rumschwirren ... XD

[ nachträglich editiert von NilsGH ]
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06.03.2015 21:22 Uhr von Humpelstilzchen
 
+2 | -1
 
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Auf der einen Seite die klugscheißenden und teilweise nervigen Schüler, auf der anderen die dazugehörigen klugscheißenden und übereifrigen Eltern, und dann zu guter Letzt noch die oberklugscheißende Kulturbehörde, die es Verordnungen und dergleichen herunterhageln lässt!
Und zwischen all diesen Fronten der Lehrer, der mit alldem fertig werden muss und immer dabei freundlich und vorbildlich zu sein hat!
Daher hat sich für die Eltern, die absolut nervig und unverbesserlich in ihrer Dummheit und Arroganz sind, ein viel gebrauchter Begriff gebildet, der in diesen Kreisen wie ein Codewort genutzt wird! ÜBEREIFRIG!!! Weil man ja die Form wahren möchte, als Vorbild!!!
Dieses "Codewort" ließe sich natürlich ohne Probleme gegen andere Begriffe austauschen, die den Nagel auf den Kopf treffen würden, also sozusagen genau auf den Nerv.Aber was dann abgeht, darüber reden wir ein anderes Mal!

[ nachträglich editiert von Humpelstilzchen ]
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07.03.2015 00:08 Uhr von Luelli
 
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<Sarkasmus on>
Wer heute Lehrer wird, ist sebst schuld!
<Sarkasmus off/>

Nee, im Ernst, in diesem Beruf ist man nur Opfer!

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