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Legitimierung von Gewalt im Koran: EKD kritisiert muslimische Verbände

Laut dem scheidenden EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider setzen sich die islamischen Verbände nicht kritisch genug mit den Gewalttaten der islamistischen Terrororganisationen wie dem IS auseinander. "Das ist mir zu wenig", so Schneider.

Die schnelle Verbreitung des Islam sei von Anfang an durch kriegerische Eroberung und Gewaltanwendungen erfolgt, welche durch den Koran legitimiert waren. Natürlich gebe es auch in der Bibel zahlreiche Stellen, welche eine Gewaltanwendung rechtfertigen würden.

Jedoch hätten sich die christlichen Kirchen kritisch mit diesen Passagen auseinandergesetzt und diese eingehend diskutiert, deswegen ermutigt er andere Religionen auch dazu. Deshalb rief er die muslimischen Verbände dazu auf, sich stärker mit gewalttätigen Traditionen im Islam auseinanderzusetzen.


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WebReporter: blonx
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Gewalt, Koran, EKD
Quelle: spiegel.de

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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06.11.2014 11:35 Uhr von Frudd85
 
+12 | -7
 
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@Autor:

Ich halte es schon für wichtig anzumerken, dass du die Quelle falsch wiedergibst.

Du schreibst: "Jedoch hätten sich die christlichen Kirchen kritisch mit diesen Passagen auseinandergesetzt und diese eingehend diskutiert. Im Islam hätte dies noch nicht stattgefunden."

Das steht so aber nicht in der Quelle, der zitierte Herr Schneider hat das so nicht gesagt, sondern "nur", dass das, was kommt, zu wenig ist. Das heißt sehr wohl, dass es in den Augen des Zitierten eine kritische Auseinandersetzung im Islam gibt, sie geht dem Herrn Schneider nur nicht weit genug.
Wenn man wie du hier eine Aussage wiedergibt, sollte man sie keinesfalls inhaltlich verfälschen, selbst wenn es in den eigenen Augen vielleicht nur ein bisschen ist.
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06.11.2014 11:51 Uhr von CrazyWolf1981
 
+25 | -3
 
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Der Unterschied ist eher, dass Christen sich weiterentwickelt haben. Die Kirche bestimmt nicht das komplette Leben, sie ist nur noch ein Nebenprodukt. Wenn der Papst zum Mord an jemanden aufrufen würde, würde man ihm den Vogel zeigen und fertig. Wenn eine Fatwa mit Mordaufruf aus der islamischen Welt kommt, stehen sofort viele bereit die ohne zu zögern das umsetzen würden. Genauso wie dort viele Väter kein Problem damit haben ihre eigenen Töchter öffentlich hinzurichten, weil es die Religion so will. Aktuelle Fälle (ohne jegliche Empörung) sind ja bekannt.
Im Koran kann stehen was will, die Menschen müssen sich weiterentwickeln und ein neues Recht / Unrecht-Verständnis entwickeln. Und genau das findet nicht statt. Gefördert durch Politik, Islamverbände, Zentralräte und Co.

[ nachträglich editiert von CrazyWolf1981 ]
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06.11.2014 12:11 Uhr von architeutes
 
+16 | -3
 
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@Capitan-Arrow
Die Islamisten gibt es nicht erst seit Gestern ,die iranische Revolution und die Schaffung eines Gottesstaates ist das beste beispiel.
Die Fäden wurden Jahrelang im Verborgenen und im Exil gezogen.
Als Muslim solltest du dich besser auskennen in solchen Sachen.
Und der versuch mit den Kreuzzügen ist einfach schon zu alt oder kennst du noch einen.
Früher wurden in der Tat Hexen aus Dummheit und Wahn verbrannt ,heute brennen Christen in Pakistan.
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06.11.2014 12:38 Uhr von Frudd85
 
+3 | -3
 
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@wok:

Zumindest steht im Raum, dass er sich im "Auftrag Gottes" sah, wenn das Zitat auch umstritten ist.
Unbestritten ist seine Kreuzzugsrhetorik im Zusammenhang mit Irak-Krieg und "Achse des Bösen".

Über die Verflechtung von seinen religiösen Überzeugungen mit politischen Entscheidungen lässt sich trefflich streiten.

Aber dein Kommentar zielt anscheinend konkret auf den religiösen Text, oder? Halte meine Anmerkungen dennoch für angebracht.

"durch mangelnde Trennung von Staat und Kirche und entsprechende Glaubens-Hardliner."

Hast recht damit, aber gesellschaftliche und staatliche Entwicklungen kann man eigentlich nie rein binnenpolitisch verstehen, dazu gehört immer der regionale bzw. globale Kontext. Abgesehen davon, dass dein Urteil kaum auf alle islamisch geprägten Staaten zutrifft, die viel zu heterogen sind, als dass man sie so über den Kamm scheren kann. Deine Formulierung tut das aber auch nicht und ich hoffe, du bist dir der nötigen Differenzierung bewusst.

"Und diese berufen sich auf entsprechende "Handlungsanweisungen" im Koran, die es so in der Bibel nicht gibt."

Das ist auch gar nicht nötig, um Gewalt religiös zu rechtfertigen. Entscheidend ist, was CrazyWolf oben anmerkte: Die Menschen müssen sich vom Text emanzipieren. Das passiert im Islam leider allzu oft nicht.
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06.11.2014 12:54 Uhr von psycoman
 
+3 | -0
 
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@Captain Arrow:
"Hier kann man sehen was unter der Bibel alles möglich war:"
War, richtig. Und vor alle, Bibel. Für Christen ist hauptsächlich das neue Testament wichtig, sprich Jesus, und da wird Gewalt relativ selten angewandt oder legitimiert.

"von den vielen Kreuzzügen und Hexenverbrennungen usw.. will ich garnicht erst anfangen. "
Das wäre auch blödsinnig, denn Kreuzzüge waren eine Reaktion auf die gewaltsame islamische Expansion.

Hexenverbrennungen fanden hauptsächlich in protestantischen Gebieten statt, gerade die Inquisition hat Hexenverbrennung in Spanien und Italien verhindert, denn Hexenprozesse fanden vor weltlichen Gerichten statt.

Unschuldig ist die Kirche aber natürlch nicht, die haben nun wirklich genug Dreck am stecken.
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06.11.2014 12:55 Uhr von Tamerlan
 
+1 | -13
 
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06.11.2014 13:00 Uhr von Frudd85
 
+1 | -1
 
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@Tamerlan:

Der gute Mann hat doch selbst betont, dass die Bibel auch für religiöse Gewalt herangezogen wurde und man eben nicht auf einem hohen Ross sitze...

@psycoman:
"Das wäre auch blödsinnig, denn Kreuzzüge waren eine Reaktion auf die gewaltsame islamische Expansion."

Das erklärt aber nicht das Blutbad bei der Einnahme von Jerusalem 1099 oder die Judenpogrome auf dem Weg dorthin.
Gewaltsame Expansion war damals im Übrigen kein Alleinstellungsmerkmal des Islam, aber das deutest du ja selbst auch an.
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06.11.2014 13:06 Uhr von Tamerlan
 
+1 | -6
 
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@Frudd85
Tatsache, steht in der News. Der gute Mann wirkt in der Zusammenfassung etwas arroganter mit Aussagen wie "Das ist mir zu wenig" und dem pauschalisierenden Mittelteil. Dann gilt meine Kritik hier nur den Kommentatoren. :)

[ nachträglich editiert von Tamerlan ]
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06.11.2014 13:08 Uhr von Frudd85
 
+1 | -1
 
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@Tamerlan:

Deswegen ja meine Kritik am Autor dieser News, der Schneiders Worte schlicht verfälscht.
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06.11.2014 15:04 Uhr von ROBKAYE
 
+0 | -4
 
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Viele Menschen bedenken nicht, dass das Christentum ca. 500 Jahre älter ist als der Islam und Zeit hatte sich zu entwickeln... rechnen wir mal 500 Jahre und mehr in unserer Zeitrechnung zurück, dann landen wir bei: Hexenverfolgung, Hexenverbrennung, Ablasshandel, Kreuzzüge, Enteignung, Inquisition...

Das Christentum, eine Religion der Nächstenliebe und Toleranz? *hust*

Außerdem hat der IS nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Islam zu tun... diese, vom Westen, Saudi-Arabien und Kathar finanzierten Schlächter sind in ungefähr so religiös, wie der Satan selbst... und wer den Koran gelesen hat, der weiß, dass viele Personen aus der Bibel und gerade Jesus einen sehr hohen Stellenwert in diesem Buch inne haben, also werte ich diesen "Schmiergel"-Artikel mal als reine Propaganda die das Ziel hat, die Religionen an sich gegeneinander auszuspielen... denn Menschen lassen sich am besten kontrollieren, wenn man sie gegeneinander ausspielt "Divide et impera" - "Teile und Herrsche"... das haben die meisten hier leider immer noch nicht begriffen.
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06.11.2014 15:48 Uhr von Frudd85
 
+0 | -1
 
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@Robkaye:

Richtige und wichtige Ansätze machst du dir leider komplett selbst kaputt - angefangen von deinem Avatar, aber der steht ja hier nicht zur Debatte.

Der Verweis auf die unterschiedliche Entwicklungszeit von Christentum und Islam hat durchaus Berechtigung, nicht umsonst heißt es oft, dass der Islam jetzt erst in die Phase seiner Reformation eintrete. Es wäre aber äußerst problematisch, wenn er dafür ebenso lange bräuchte wie das Christentum - die Zeit hat "er" heute einfach nicht, die Zeitumstände sind grundanders als vor 500 Jahren noch.

Inwiefern aber ist der IS vom Westen finanziert?

"also werte ich diesen "Schmiergel"-Artikel mal als reine Propaganda die das Ziel hat, die Religionen an sich gegeneinander auszuspielen"

Dann hast du den Artikel nicht gelesen, oder nicht richtig. Herr Schneider plädiert für eine selbstkritische(!) und kritische Diskussion - nichts daran ist falsch oder spielt Religionen gegeneinander aus. Er betont ja sogar, dass er bzw. das Christentum da nicht auf einer höheren moralischen Position stehe.
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06.11.2014 23:44 Uhr von Frudd85
 
+1 | -2
 
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@Barney:

So gut wie nix stimmt auch nicht. Bei jedem (versuchten) Anschlag gibt es durchaus zahlreiche Distanzierungen, man muss aber auch bereit sein, die wahrzunehmen. Ob einem das reicht, ist ne andere Frage, genauso wie die nach der Verhältnismäßigkeit. Denn ich z.B. käme auch nicht auf die Idee, mich regelmäßig und laufend von den radikalen Evangelikalen in den USA zu distanzieren, von den 12 Stämmen, vom KuKluxKlan oder von den vielen US-geführten Militäreinsätzen, die gegen so viele Menschenrechte verstoßen. Nun kann man berechtigterweise einwenden, dass zur Zeit ja viel mehr Terror im Namen des Islam ausgeübt wird, vielleicht stimmt es auch, dass auf dieses Konto viel mehr Tote gehen (das vermag ich nicht zu beurteilen und das fände ich auch zynisch), dann müsste man aber fragen, wo es denn losgehen soll mit der Dauer-Distanzierung und mit welchem Recht man am Punkt X eine Grenze für andere zieht.

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