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Lockheeds kompakter Fusionsreaktor kommt - Wissenschaftler bezweifeln das

Renommierte Physiker, die sich schon längere Zeit mit dem Thema der Kernfusion beschäftigen, äußerten berechtigte Zweifel zu Lockheed Martins Ankündigung des Prototyps eines funktionsfähigen, kompakten 100-Megawatt-Kernfusionsreaktors.

Das Kraftwerk in einer Größe von ungefähr zwei mal drei Metern soll in etwa zehn Jahren vorgestellt werden. Die Wissenschaftler kritisieren an der Ankündigung, dass zur Zeit noch nicht einmal größere Anlagen existieren, die mehr Energie liefern, als in sie hineingesteckt werden müsste.

Weiterhin existiert noch kein Material auf der Welt, das den extremen Temperaturen widerstehen könnte, die bei einem kompakten Fusionsreaktor entstehen. Die Energie, solche Magnetfelder zu erzeugen, die einen Schutz vor dem Verglühen der Außenhülle darstellen, wäre zur Zeit noch unvorstellbar.


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WebReporter: montolui
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Wissenschaftler, Fusionsreaktor, Lockheed
Quelle: motherjones.com

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16.10.2014 08:51 Uhr von montolui
 
+1 | -2
 
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Das geheime Versuchslabor "Skunk Works" von Lockheed Martin hat die gleiche Ankündigung auf einem Google Event am 11.02.2013 gemacht (aber bis jetzt noch keine Angaben gemacht, wie sie die physikalischen Gesetze außer Kraft setzen wollen):
https://www.youtube.com/...
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16.10.2014 09:28 Uhr von der_grosse_mumpitz
 
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Zehn Jahre ist vielleicht doch etwas optimistisch. Aber ich persönlich bin mir sicher, dass alles möglich ist, wenn man nur genug Geld und kluge Leute hat.
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16.10.2014 11:13 Uhr von Jaegg
 
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Als ob die vor haben das Plasma in einer Gummiwanne zur Fusion zu bringen. Natürlich muss es innerhalb eines starken Magnetfeldes gehalten werden. Evtl. gibt es auch noch andere Möglichkeiten, aber das Plasma darf halt nicht mit der Reaktorwand in Kontakt kommen. Logisch.

Andererseits kann ich mir auch gut vorstellen (ich habe die Mitteilung von Lockheed nicht gelesen), dass die das Konzept der Kalten Fusion verfolgen. Das würde die Problematik mit den enorm hohen Temperaturen umgehen.
Dazu: http://www.heise.de/...

Also unmöglich ist deren Vorhaben garantiert nicht und ich bin mir auch absolut sicher, dass früher oder später Fusionsreaktoren den Energiebedarf der Menschen versorgen.
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16.10.2014 12:03 Uhr von MRaupach
 
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erstaunlich, als ich in der vorherigen News das gleiche geschrieben hatte, hatte es Minusse gehagelt...
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16.10.2014 13:12 Uhr von owned1390
 
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Keine kalte Fusion:
To mimic the energy created by the sun and control it here on earth, we’re creating a concept that can be contained using a magnetic bottle. The bottle is able to handle extremely hot temperatures, reaching hundreds of millions of degrees. By containing this reaction, we can release it in a controlled fashion to create energy we can use.

http://www.lockheedmartin.com/...
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16.10.2014 14:47 Uhr von DerMaM
 
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Ich bin nun nicht so der Technikerfahrene, Kern- und Fusionstechnisch schon garnicht.
Aber mal ein Gedankenmodell: Angenommen wir sind jetzt 20 oder 30 Jahre weiter und man ist mittlerweile soweit ein kostengünstiges, effizientes und stabiles Kraftfeld zu generieren um solche Temperaturen zu kontrollieren.
Was würde denn passieren, fiele einmal das Kraftfeld aus? Haben wir dann einen zweiten Mars? Ich meine, 170 Millionen Kelvin ist schon verdammt viel.
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16.10.2014 15:39 Uhr von Jason31
 
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@Ming-Ming

Gut, dass du Kelvin dazu geschrieben hast... die Irritation stünde dort nur "Grad" wäre ja gewaltig bei dieser Zahl *zwinker* :)

@DerMaM

Was dann passiert? Nix! Was passiert denn z.B. mit der Flamme deines Feuerzeugs wenn Du dir die Pfoten verbrannt hast und den Drucktaster los lässt? Genau: Die Flamme erlischt.
Das jetzt bei der Fusion - wegen des geringeren Drucks hier auf der Erde - so hohe Temperaturen nötig sind, macht das Problem nicht "komplizierter". Auf Grund der geringen Materialmasse die diese hohe Temperatur hat, verflüchtigt sich das sehr schnell... gut, der Reaktor ist danach sicher völlig hinüber - also die Fusionskammer ist völlig "ausgebrannt" - aber das wars dann im Wesentlichen auch schon. Ist eben der Vorteil einer Fusion gegenüber der Fission wie sie in Kernspaltungsreaktoren Einsatz findet.
Eine kurzzeitige Strahlungsspitze könne entstehen (einige Millisekunden), das wäre dann aber auch schon das gefährlichste, was dem Umfeld zustoßen könnte.

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Mal ganz allgemein zur News:
Es erscheint mir doch sehr weit an den Haaren herbei gezogen (den Gedanken hatte ich auch schon bei der Eingangsnews dazu von gestern), dass hier Lockheed mit einem mal auf den Plan tritt und sagt "alles gar kein Problem, und viel viel kleiner als alles bisher *angedachte*(!) können wir dazu auch noch".
Bisweilen ist die Fusion als solche ja keine technische/physikalische Herausforderung mehr, dass kann man seit Jahrzehnten im Labor erfolgreich umsetzen. Problem ist und bleibt aber den Plasmafluss dauerhaft (also mehr als nur weniger Millisekunden) im Eindämmungsfeld zu halten und natürlich auch darin dauerhaft zu fusionieren.
Einhellige Meinung der Wissenschaft dazu war bisher, dass eben diese beiden Probleme mit einem kleinen Reaktor nicht gelöst werden können. Deswegen hat man sich ja zum Bau von ITER entschlossen, der ja eben deutlich größer ist als die bisherigen Reaktoren.

Nach allem, was ich zu Lockheeds Idee lesen konnte, wollen die das nicht mit einem Torus (Tokamak, bzw. heute ehr Stellarator) lösen, sondern mit einem Zylinder... dazu wird dann auch behauptet dass das magnetische Eindämmungsfeld darin besonders wenige "offene Enden" (womit sicher Feldlinien Enden gemeint sind) haben soll. Unterm Strich will man also verkaufen: Man hätte es hin bekommen in einem Zylinder eine "Magnetblase" zu schaffen, die dann auch noch stabil gehalten werden kann (was deutlich schwerer ist als eine "Magnetschlauch" zu schaffen).

Dazu sollte man wissen, dass man den Stellarator (übrigens ne deutsche Erfindung) extra entworfen hat, weil man an ersten Tokamak Reaktoren erkannt hat, dass sich Millionen von Grad heißes Plasma nur sehr schwer kontrollieren lässt - und hier hängt die Forschung derzeit eigentlich nur.

Und deswegen finde ich die Verlautbarung etwas unglaubwürdig... denn hier verkündet man nicht nur eine Lösung für das Kernproblem, sondern zudem auch noch ein völlig neues Konzept der Bauweise. Das zudem auch noch direkt in vielseitig einsetzbarer Baugröße. Wenn es Stimmt: Genial! ... ich zweifle allerdings sehr stark daran.

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