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Junge Gymnasiallehrer haben schlechte Einstellungschancen - wohl wegen G8

In vielen Bundesländern wird die Abschaffung des achtjährigen Gymnasiums diskutiert (ShortNews berichtete).

Sowohl in Bayern als auch in Nordrheinwestfalen gibt es Tausende von jungen und fertig ausgebildeten Gymnasiallehrern, die keine feste Stelle bekommen und daher mit befristeten Vertretungsstellen oder gar mit Arbeitslosigkeit leben müssen.

Da durch den Wegfall der 13. Jahrgangsstufe am Gymnasium weniger Lehrer gebraucht werden, finden die fertig ausgebildeten Junglehrer keine unbefristete Festanstellung am Gymnasium, sondern müssen sich mit Vertretungsstellen zufrieden geben. Manchen droht auch Arbeitslosigkeit.


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WebReporter: sfmueller27
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Lehrer, Gymnasium, G8
Quelle: news4teachers.de

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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02.08.2014 18:40 Uhr von quade34
 
+5 | -4
 
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Dann müssen sie sich, wie andere Arbeitnehmer auch, auf die Socken machen, dorthin wo sie gebraucht werden.
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02.08.2014 21:44 Uhr von NilsGH
 
+7 | -1
 
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Nicht nur in Bayern und NRW. Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Sachsen, ... in JEDEM Bundesland sieht es bescheiden aus.

Grund: Sparmaßnahmen der Landesregierungen. Lieber packen sie die Klassen mit 30 Kindern voll und können beim Ausfall von ein paar Lehrern keine Vertretungsstunden oder nur solche anbieten, bei denen Filmchen geschaut werden.

Im Bildungssystem wird aktuell schon am absolut unteren Ende des überhaupt möglichen gearbeitet. Jetzt kommen in vielen Bundesländern noch Inklusionsschulen, in denen ALLE Kinder gemeinsam unterrichtet werden sollen. Also hat der Lehrer jede Stunde 30 Schüler vor sich sitzen (zumindest in Klassen 5 und 6), welche vom Leistungsnieveau vom lernbehinderten und/oder sozial-emotional-benachteiligten bis zum talentierten Gymnasiasten reichen. Alle sollen "im Rahmen ihrer Möglichkeiten am Unterricht teilhaben". ... Genau!

Das ist übrigens nur eines von grob geschätzt 20 Beispielen, bei denen die Politik völlig utopsiche Vorstellungen hat, wie es in den Schulen aussieht. Das geschilderte System kann funktionieren; dazu braucht es aber das, was wir angeblich nicht haben ... Geld.

Sätze wie von quade34 machen die Sache nicht besser: Mit zwei Staatsexamen, einem davon in zwei Fachwissenschaften, muss man eigentlich nicht mal abwandern: Man sucht sich einen Job in der freien Wirtschaft. Dort wird man übrigens dann auch vernünftig bezahlt :-)

Problem dabei ist jedoch folgendes: Entweder man ist ein fachlich wie pädagogisch guter Lehrer. Dann bekommt man ohne große Schwierigkeiten einen Job in der Wirtschaft. Oder man ist einer derjenigen, die besser nie hätten Lehrer werden sollen. Dann sieht´s düster aus, sitzt aber auf der gleichen Warteliste, wie "die guten".

Blöd ist nur, dass die guten Lehrer eigentlich gar keine Lust darauf haben, etwas anderes zu tun, als zu unterrichten. Es kann - auch wenn das hier vielleicht keine glauben mag - eine wahre Freude sein, Kinder zu unterrichten. Aber diesen Lehrern, die den Kindern etwas beibringen möchten und die für unser marodes Bildungssystem Gold wert wären, tritt man mit dem permanenten Sparwahn noch zusätzlich in den Hintern: Lange universitäre Ausbildung, danach Referendariat (das in machen Bundesländern einer Tortur gleich kommt, da es schlicht nicht um die Ausbildung, sondern um Psychoterror geht) und dann kannst du Harz IV beantragen. Referendare sind nämlich "Beamte auf Widerrif". Heißt, dass nach dem Referendariat automatisch der Beamtenstatus weg ist. Da aber in der Zeit nicht durch die Landesregierung in die Arbeitslosenkasse eingezahlt wird, bekommst du danach nicht einmal Arbeitslosengeld.

Aber immer schön nach denen treten, die mal deine Kinder unterrichten sollen und somit ihre Zukunft mitgestalten, gelle, quade?

[ nachträglich editiert von NilsGH ]
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02.08.2014 22:01 Uhr von quade34
 
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Danke Nils für die tiefgründige Belehrung. Ich bin etwas einfacher gestrickt.
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02.08.2014 22:53 Uhr von Dracultepes
 
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Es hilft eine gute Fächerkombi zu haben die sonst nur wenige haben.
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02.08.2014 23:52 Uhr von ZiemlichBelanglos
 
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Das liegt aber nicht allein an G8. Die Schulämter können einfach nicht richtig wirtschaften/planen. Außerdem stellen sie (meistens) jeden Hanswurst ein.
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02.08.2014 23:59 Uhr von NilsGH
 
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@Dracultepes:

Genau! Studieren und bestehen kann in einem Fach jeder. Aber nicht jeder kann es dann auch lehren. Ein Fach mag / liebt man, ist mit Leidenschaft dabei und hat es tiefgründig verstanden. Nur dann kann man es auch Kindern vermitteln.

Gleichwohl die Fächer in Haupt- und Nebenfächer (heute nennt das jedes Bundesland ein wenig anders) eingeteilt sind, sind dennoch alle Fächer gleich wichtig (naja, "Religion mal ausgenommen ;-) ). Leider sehen das die Ministerien etwas anders.

Zurück zu deiner Aussage: Was bringt es, eine "gute" Fächerkombination zu haben, aber das Fach nicht vermitteln zu können? Klar, einen Job. Aber inwiefern nützt das den Schülern?

Fakt ist doch: In jedem Fach fehlen Lehrer. Auf die Schulkarriere eines Schülers gerechnet (10 Schuljahre) fällt mittlerweile rd. ein komplettes Schuljahr aus. Blöderweise nicht in der Statistik. Trotzdem fehlt das Wissen am Ende der Schulkarriere. Die Eltern beschweren sich, dass die Kinder "nichts lernen", die Kinder beschweren sich, weil sie keine Ausbildungsstelle kriegen ... und immer nur bei den Lehrern. Die würden den Kindern "ja nix beibringen".

Dass diese Probleme von denen verurdacht werden, denen sie fleißig alle paar Jahre das "Kreuzchen" geben, kapieren sie nicht. Es ist ja nicht so, als seinen nicht genügend frische, motivierte Lehrer da. Siehe diese News.

Geld hätten wir auch ... Also woran liegt es wohl?


NACHTRAG: @ ZiemlichBelanglos

"Außerdem stellen sie (meistens) jeden Hanswurst ein."

So sollte man es nicht formulieren. Dennoch steckt ein Quäntchen Wahrheit in diesem Satz: Es wird nicht überprüft, wie qualifiziert jemand als Lehrer ist. Bei der Einstellung wird nach den Noten geschaut. Wie diese zustande kamen, interessiert mal wieder keinen Menschen. An sich wäre das nicht schlimm, wenn man den Lehrer dann auch wieder entlassen könnte. Geht aber leider nicht.

Was du u.U. meinst, ist die Situation, wenn das Bundesland mal wieder Lehrermangel hat: Dann wird wirklich eingesammelt, was auf den Hecken und Zäunen so rumlungert. Aber das ist aktuell kein Problem mehr: Lehrer stehen in fast allen Fächern genügend zur Verfügung. Einzig - soweit ich weiß - in Informatik, Musik und Physik sieht es nicht so dolle aus. Bei den Naturwissenschaften wären wir aber wieder bei dem Problem der Privatwirtschaft: Zahle konkurrenzfähige Löhne oder mache den Beruf wenigstens attraktiv und das Problem löst sich von alleine.

[ nachträglich editiert von NilsGH ]
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03.08.2014 02:18 Uhr von Gimpor
 
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Na ja, hängt mehr von den Fächern ab. Gibt halt tausende Germanistik-, Geschichts-, Biologie-, Pädagogik-, etc. -Lehrämtler, die nie jemand brauchen wird, weil es einfach zu viele davon gibt.
So Fächer wie Mathe, Physik oder Latein sind dagegen total unterbesetzt.
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04.08.2014 00:07 Uhr von shadow#
 
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"wohl wegen G8"?!
Kompletter Blödsinn!

Die Lehrer haben für G9 nicht ausgereicht, reichen für G8 auch nicht aus und Bildung wird trotzdem liebstes Einsparpotenzial der Union bleiben, solange ihre reichen Amigos die Kinder einfach auf Privatschulen schicken können.

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