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Vergewaltigungen in Deutschland: Kinder vom Gesetz geschützt, Frauen nicht

Wie ShortNews bereits mehrfach berichtete, wird nach der deutschen Gesetzeslage nur dann eine Vergewaltigung als solche anerkannt, wenn auf das Opfer Gewalt ausgeübt wird. Ein "Nein" reicht nach dem Vergewaltigungsparagrafen 177 nicht aus. Unter diesem Missstand musste bereits eine Frau leiden, die von ihrem Ehemann blutig vergewaltigt wurde.

Justizminister Heiko Maas sieht jedoch keinen Änderungsbedarf des Gesetzes. Es soll lediglich der Artikel 36 der Istanbul-Konvention eingeführt werden, der vor allem den Schutz von Kindern und Jugendlichen vorsieht. Der Paragraf für sexuelle Gewalt bei Erwachsenen wird dabei aber ausgeklammert.

"Warum er ausgeklammert wird, kann ich mir nicht erklären", so Heike Rabe des Deutschen Instituts für Menschenrechte. "Dabei wäre es ein starkes Signal", damit Nein in Zukunft auch wirklich Nein heiße. "Wir müssen den Druck auf die Bundesregierung erhöhen", pocht Ulle Schauws von den Grünen.


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WebReporter: WalterWhite
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Deutschland, Strafe, Vergewaltigung, Gesetz, Heiko Maas, Sexuelle Gewalt, Straffreiheit
Quelle: spiegel.de

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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11.07.2014 19:39 Uhr von architeutes
 
+11 | -4
 
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Also bei Vergewaltigung in der Ehe möchte ich kein Urteil sprechen müssen, vermutlich kriegt der Recht der besser rüber kommt.
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11.07.2014 19:43 Uhr von Pils28
 
+10 | -4
 
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Ist der Beischlaf nicht einvernehmlich, so dass gedroht oder Gewalt angewendet werden muss, ist es Vergwaltigung nach deutschem Recht.
Stellt man die Hürden viel niedriger, stärkt man nur die Rechtsunsicherheit. Es muss eindeutig bleiben, wann es noch einigermaßen einvernehmlich geschieht und wann das Opfer genötigt wird.
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11.07.2014 19:51 Uhr von WalterWhite
 
+18 | -8
 
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@Pils28: Dann ist eine blutig vergewaltigte Frau wie in dem Beispiel des Artikels für die deutsche Justiz anscheinend noch nicht Beweis genug. Traurig..
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11.07.2014 20:05 Uhr von Pils28
 
+9 | -10
 
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Die Taten des Mannes erfüllen nciht den Tatbestand der Vergewaltigung in Deutschland. Dass er deshalb nicht verurteilt wurde, ist wichtig, alles andere wäre Willkür. Es klingt doof, aber er hat ihr weder gedroht noch die mit Gewalt dazu gezwungen.

Die Frau nahm an Gegenwehr wäre sinlos, weil er ihr körperlich überlegen war. Würde das allerdings für eine Verutrteilung ausreichen, sähe ich eine immense Grauzone zwischen Verführung und Vergewaltigung.

Sie wäre ihm ebenso hilflos ausgeliefert, weil er Ihr Ehemann ist. Dieses trifft in Deutschland aber auch nicht wirklich zu.

Also unter dem Strich ist dieser Fall ein tragischer Grenzfall aber er darf nicht dazu verführen, unnötige Rechtsunsicherheit zu schaffen.
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11.07.2014 20:38 Uhr von CrazyWolf1981
 
+6 | -2
 
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Und ich wette der Schutz von Kindern geht nur soweit wie keine Religion im Spiel ist. Religion ist da wichtiger als Grundgesetz und Menschenrechte. Sieht man ja immer wieder wie gerade Mädchen unterdrückt und regelrecht versklavt werden, und keinen interessierts da oben. Ist ja schließlich ne Bereicherung.
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11.07.2014 20:52 Uhr von Djerun
 
+6 | -1
 
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nehmen die richter drogen:

"oder dessen schutzlose Lage ausgenutzt hat."

ist die angst vor gewaltätigkeit und die damit einhergehende unfähigkeit sich zu wehren
keine schutzlose lage?
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11.07.2014 21:46 Uhr von Hallominator
 
+6 | -1
 
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@ Pils28
Und exakt in dem, was du ansprichst, liegt doch auch das Problem.
Wenn man sich bedroht fühlt und Angst hat, hängt die Reaktion von der individuellen Persönlichkeit ab.
Der Vergleich mag jetzt zwar krass sein, aber es gibt Leute, die versuchen, einem Bewaffneten die Pistole aus der Hand zu schlagen und es gibt Leute, die vor Angst erstarren.
Die weniger mutigen Menschen werden also per Gesetz in Vergewaltigungsfällen benachteiligt. Und die Politik sagt, alle müssen unbedingt mutig sein, sonst sind sie selbst Schuld daran, weil sie dem Akt ja zugestimmt haben.
Um nochmal auf das Beispiel mit dem Bewaffneten zurückzukommen... Eine Person wurde mit einer Pistole bedroht, ist vor Angst erstarrt und wurde an- oder erschossen. Sie ist selbst Schuld, weil sie sich nicht gewehrt hat, also erschossen werden wollte? Geht´s noch?!
In diesem Fall werden mir wohl alle zustimmen, dass das so nicht sein darf.
Bei den Vergewaltigungen wird zwar erst einmal niemand getötet, aber das Opfer empfindet in beiden Fällen Angst und befürchtet schlimme Folgen. Ob durch versehentliches Anschießen beim Entwaffnungsversuch oder beim Vergewaltigungsfall durch die Wut des Ehemannes, das spielt aus psychologischer Sicht eben gar keine Rolle.
Das ist einfach krank und deshalb gehört das Gesetz eindeutig beschlossen.

[ nachträglich editiert von Hallominator ]
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11.07.2014 22:30 Uhr von fox.news
 
+4 | -3
 
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richtig.

im schlimmsten Fall kommt so etwas raus wie die Geschichten in Essen vor zwei Jahren: ein 31jähriger schläft mit einer 15jährigen, die sich aber dazu genötigt gefühlt hat.

sie sagte aus, daß sie klar "Nein" gesagt habe aber Angst hatte sich zu wehren (dazu muß man wissen, daß der man bereits in der Vergangenheit gewalttätige Ausfälle hatte).

er wurde freigesprochen. und jetzt kommts - nicht mit der Begründung, daß nicht klar sei, ob ihre Aussage stimmt. sondern (zitierte Aussage der damaligen Richterin):

"Es [Das Mädchen] war nicht in einer schutzlosen Lage. Es hätte weglaufen oder Hilfe rufen können, aber es hat alles über sich ergehen lassen. Das reicht nicht, um jemanden zu bestrafen.“

wie Hallominator schon richtig sagte ist das der Freibrief für Vergewaltigung von Frauen der Sorte "graues Mäuschen".

denn selbst wenn diese beweisen könnten, daß sie zaghaft "nein" gesagt hätten, würde dies scheinbar nicht für eine Verurteilung wegen Vergewaltigung reichen.
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11.07.2014 22:47 Uhr von Knutscher
 
+1 | -2