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Wenn Antibiotikum versagt, soll eine Jahrhundert alte Virentherapie helfen

Gegen Antibiotika resistente Bakterien führen bei Infektionen zu einem immer größeren Behandlungsproblem. Vor über 90 Jahren waren in Gebieten der ehemaligen Sowjetunion wegen des "Eisernen Vorhangs" westliche Antibiotika kaum zugänglich. Also entschied man sich für eine andere Form der Behandlung.

Die Phagentherapie wurde im Osten kontinuierlich weiterentwickelt und besteht daraus, dass eine Gruppe von Viren auf die Zellen infektiöser Bakterien angesetzt werden. Dabei können Viren auf einen speziellen Bakterienstamm exakt konditioniert werden, um nur ihn gezielt zu vernichten.

"Antibiotika ist der große Hammer. Phagentherapie ist eine gezielte Lenkwaffe", bezeichnete ein Mikrobiologe die Unterschiede. Die Hoffnung in die Phagentherapie ist so groß, dass die Europäische Union mit 3,8 Millionen Euro ein Projekt für die Behandlung erster Patienten im Westen fördert.


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WebReporter: montolui
Rubrik:   Gesundheit
Schlagworte: Krankheit, Antibiotika, Phagentherapie
Quelle: scientificamerican.com

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19 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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08.06.2014 10:23 Uhr von Rongen
 
+19 | -7
 
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Was ? Medizin vom bösen Russen wasn hier los, das sind alles nur Wodka trinkende Schnapsnasen die Kriegslüsternd in die Welt schaun und mit ihren total lachhaft veralteten Mitteln die Welt erobern wollen. Und jetzte benutzen wir ihre medizinischen Entdeckungen das ist ja ... ja was is das den ?
Vielleicht doch keine Schnapsdrosseln, na mal schaun wann Agent Peri vorbei kommt der hat Ahnung und Quellen, geheime Quellen.

Ach und schön das ein Weg gefunden wurde um mit Multiresistenten Keimen fertig zu werden, rettet bestimmt viele Leben.
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08.06.2014 11:05 Uhr von ewin12000
 
+22 | -0
 
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"Vor über 90 Jahren waren in Gebieten der ehemaligen Sowjetunion wegen des "Eisernen Vorhangs" westliche Antibiotika kaum zugänglich. Also entschied man sich für eine andere Form der Behandlung. "

Vor über 90 Jahren gab es den "Eisernen Vorhang" noch nicht.
Schlecht ausgedacht.....
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08.06.2014 11:45 Uhr von kingoftf
 
+3 | -0
 
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Darüber gab es vor Jahren eine Reportage im TV, scheint wirklich sehr gut zu funktionieren, Problem ist wohl nur, dass von den damaligen Forschern keiner mehr am Ball ist.
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08.06.2014 11:49 Uhr von generalviper
 
+11 | -0
 
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"Die Hoffnung in die Phagentherapie ist so groß, dass die Europäische Union mit 3,8 Millionen Euro ein Projekt für die Behandlung erster Patienten im Westen fördert. "

Bei investierten 3,8 Millionen Euro ist die Hoffnung, eine Alternative zum Antibiotika wohl wirklich sehr gross.

Man sollte einfach mal Antibiotika vernünftig einsetzen, und z.B. in der Tierzucht komplett verbieten.

Ja dann wird das Fleisch vlt ein bisschen teurer, weil die Industrie Massenhaltung nicht mehr durchführen kann. Aber immer noch besser, als in 30 Jahren ohne Medikament dazustehen.
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08.06.2014 11:49 Uhr von Schok
 
+2 | -6
 
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@rongen,
das hab ich mich auch gerade gefragt. Immerhin toleriert man hier in Deutschland ja keine Ausländer. Warum also dann deren wissen und vor allem Medizin nutzen? Das färbt doch dann bestimmt ab. Wenn man das Zeug nimmt, wird man theoretisch ein Ausländer. :D
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08.06.2014 12:06 Uhr von Pils28
 
+2 | -4
 
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Es soll als Ergänzung nicht als Ersatz für Antibiotika eingesetzt werden. Antibiotika sind nahezu geniale Stoffe, mit denen in 99% der Patienten keine Therapie nur Ansatzweise konkurrieren kann (Geringe Kosten, kaum Nebenwirkungen, gute Therapieerfolge). Allerdings gibt es sehr schweirig zu behandelnde Erreger. In der Quelle sind Biofilmbildende Keime z.B. genannt, die sehr schwer von Antibiotika in ausreichender Konzentration erreicht werden können (Kolonien bilden quasi eine Schutzhülle undurchdringbar für Immunabwehr und Antibiotika). Hier lässt sich die herkömmliche Therapie ggf. gut durch virale Medikamente ergänzen.
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08.06.2014 12:18 Uhr von generalviper
 
+2 | -0
 
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"das hab ich mich auch gerade gefragt. Immerhin toleriert man hier in Deutschland ja keine Ausländer. Warum also dann deren wissen und vor allem Medizin nutzen? Das färbt doch dann bestimmt ab. Wenn man das Zeug nimmt, wird man theoretisch ein Ausländer. :D "

Die wenigsten Menschen in Deutschland haben etwas gegen Ausländer. Die meisten Menschen reagieren nur empört darauf, wie einige Menschen hier im Land die von unseren Vorfahren geschaffenen Rechte und Privilegien mit Füssen treten, sei es nun Sprache, Kultur, Verhalten.


"Antibiotika sind nahezu geniale Stoffe, mit denen in 99% der Patienten keine Therapie nur Ansatzweise konkurrieren kann (Geringe Kosten, kaum Nebenwirkungen, gute Therapieerfolge)."

Wegen den geringen Kosten werden Antibiotika viel zu oft eingesetzt. Für jedes Hüsterchen wird heutzutage vom Arzt Antibiotika verschrieben, selbst wenn es eine Vireninfektion ist. Im Zuchtbereich werden Tonnen von Antibiotika eingesetzt. Die hierbei entstehenden Resistenzen werden höher, je mehr und sinnloser Antibiotika eingesetzt wird.
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08.06.2014 12:39 Uhr von Pils28
 
+1 | -2
 
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@generalviper: Im Bereich der Tierzucht wäre Prävention durch bessere Bedienungen bei der Haltung klar der übermäßigen Gabe von Antibiotika vorzuziehen, da gebe ich dir recht. Aber ich finde auch, dass Friseusen oder Reinigungspersonal sich noch leisten können muss, ihren Kindern neben dem Gemüse auch ein wenig Fleisch kochen zu können. Von daher, ist das wohl so.

Zu den Ärzten: Nein, Antibiotika gibt es nicht bei allem Anschein nach rein viraler Infektion. Da wird schon streng nach Richtlinie gearbeitet.

Man muss betrachten, dass Bakterien und Antibiotika weit älter sind als der Mensch. Bakterien haben Milliarden Jahre überlebt, überleben in nahezu jeder Umwelt, selbst im Weltall oder Kratern aktiver Vulkane. Das haben sie ihrer extremen Fähigkeit zur Anpassung zu verdanken mit extrem schneller Evolution. Und selbst Antibiotikaresistenzen gibt es schon länger als den Menschen. Diese Vorgänge der Anpassung sind ganz natürlich und wir werden mit unserem Intellekt auch immer genug Wege finden, damit umzugehen, daher gibt es uns auch schon einige Zeit auf der Erde.
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08.06.2014 15:12 Uhr von Fomas
 
+1 | -1
 
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Was? Es gibt eine Alternative, die gezielt einen Bakterienstamm angreift? WARUM zum Geier müssen wir dann diesen Antibiotika-Mist ständig bekommen? Antibiotika haben sehr wohl GRAVIERENDE Nebenwirkungen. Sie töten einfach alle Bakterien und töten auch die Bakterien der Darmflora, die WICHTIG sind. Damit schwächen sie das Immunsystem und ich persönlich kenne viele Leute, die nach eine Antibiotikatherapie nie wieder normales Essen zu sich nehmen konnten, weil die dafür wichtigen Bakterien ausgelöscht wurden. Die ganze Gesundheit ist durch Antibiotika gefährdet, weil sie keinen Unterschied machen zwischen "Freund" und "Feind-" Bakterien.
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08.06.2014 15:23 Uhr von Pils28
 
+1 | -5
 
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Ja, die armen Darmbakterien. Da gehen gelegentlich mal einige von drauf aber normalerweise bleibt das im Rahmen. Die wieder in den Griff zu bekommen ist aber einfach möglich. Nicht durch jammern, sondern nur Therapie oder schlicht abwarten. Eine Sepsis dagegen bringt den Menschen recht zuverlässig um und das lässt im nachhinein sich nicht korrigieren. Wieso haben alle diese Antibiotikaparanoia?

Phagentherapie ist arg kompliziert, extrem teuer und aufwendig und nur mit oft nicht hinnehmbarer Verzögerung möglich.
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08.06.2014 15:58 Uhr von Nebelfrost
 
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@autor

vor über 90 jahren? wie wäre es mal, wenn du dich in geschichte etwas genauer informieren würdest, bevor du hier news schreibst. vor 90 jahren gab es weder einen eisernen vorhang, noch antibiotika.
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08.06.2014 16:09 Uhr von Mingo82
 
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3,8 Millionen in die Medizin zu stecken klingt nicht wirklich wie eien Handlung aus Überzeugung.
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08.06.2014 16:20 Uhr von perMagna
 
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"Wieso haben alle diese Antibiotikaparanoia?"

Weil selbst Leute, die nicht einmal mit dem Wort grammatikalisch korrekt umgehen können, gerne ihre zweifelhafte Meinung vertreten.

"kenne viele Leute, die nach eine Antibiotikatherapie nie wieder normales Essen zu sich nehmen konnten, weil die dafür wichtigen Bakterien ausgelöscht wurden."

Entweder Unsinn, oder psychosomatischer Unsinn. Jedenfalls Unsinn.
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08.06.2014 23:19 Uhr von Fomas
 
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@perMagna

Nur, weil ihr es selbst noch nicht erlebt habt, heißt das nicht, dass es Schwachsinnsgerede ist.

Psychosomatischer Unsinn? Pah! Ich wünsche dir, dass du das Problem mal bekommst und dann heulst, weil du nie wieder im Leben richtig essen kannst. Oder erst nach einer jahrelangen Therapie mit Symbioflor oder Ähnlichem wieder annähernd essen kannst wie vorher. Trotzdem wird es nie wieder so sein, wie es mal war.

Na ja, aber so ist es ja bei vielen Problemen. Sie werden erst beachtet, wenn man sie selbst bekommt und dann versteht man die Welt nicht mehr. War man sich doch lange Zeit sooooo sicher, dass es Schwachsinnsgerede war, was dieser Kerl bei Shortnews mal gesagt hat.

Natürlich tritt das nicht immer auf, aber immer häufiger. Wie gesagt ich kenne persönlich einige, denen es so geht. 2 Jahre lang hatte einer nur noch Durchfall. Hat 30kg abgenommen deswegen. Nur wegen 1x Antibiotika. Die Mutter eines Freundes hat ebenfalls nur noch Durchfall wegen Antibiotika. Geht nicht mehr weg. Plötzlich nach Antibiotikaeinnahme Fruktoseintolleranz. Wie kommt das wohl zustande? Die Bakterien die die Fruktose abbauen konnten, wurden einfach vernichtet. So sieht es aus.

Kommt natürlich auch drauf an, was es für Antibiotika sind. Gibt da welche, die mehr reinhauen (Breitbandantibiotika) und welche, die weniger reinhauen, aber auch nicht gut sind.

Klar, stempelt es nur ab als Blödsinn, wenn ihr meint. Ich möchte hier nur warnen und Leute vor diesem Schicksal schützen. Nur die Leute, die immer schön alles schlucken was ihnen die Pharmaindustrie erzählt, denen kann man eh nicht mehr helfen. Die haben wahrscheinlich auch jedes mal wieder Panik wenn die WHO eine neue Pandemie ausruft und lassen sich Drecks-Impfstoff in die Venen hauen.

[ nachträglich editiert von Fomas ]
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08.06.2014 23:56 Uhr von ms1889
 
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ah...bald wieder aderlassen... wie fortschrittlich

nebenbei...man kann auch eine antibiotika allergie haben... dann sind zB auch effekte wie darmflora vollständig ausgelöscht und nicht erneuerbar...mögliche folgen.

antibiotika sind sehr wohl auch sehr gefärlich...wer durchfall von bekommt..muß es sogar sofort absetzen!

[ nachträglich editiert von ms1889 ]
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09.06.2014 01:26 Uhr von Dracultepes
 
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@perMagna
Ich rate die mal zu dem Buch "Darm mit Charme".

Es ist durchaus möglich per Antibiotika den Darm richtig zu erwischen. Das ist kein Hokus Pokus und auch nicht psychosomatisch.

Allerdings rechtfertigt das keine Panikmache a la Fomas.

b2t

Naja das Problem dürft sein es immer wieder neu anzupassen. Gerade die recht schnelle mutation zur resistenz ist ja das Problem bei Antibiotika. Würde das nicht auch Phagen treffen?
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09.06.2014 09:46 Uhr von Peter323
 
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3,8 mio. wahnsinn... Damit schaffen die nichtmal die klinischen Tests...
Iss nen Witz.
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09.06.2014 21:33 Uhr von Fomas
 
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@Dracultepes

Panikmache würde ich das nicht nennen. Wenn man wie ich selbst sogar schon betroffen war (auch deshalb bin ich besonders empört über den Psychosomatik-Vorwurf von perMagna) und im persönlichen Umfeld noch mehrere Leute kennt, die Probleme damit hatten und teils immer noch Probleme haben, die nicht mehr weggehen, sehe ich die Chance als nicht so gering an, dass das kein Ausnahmeproblem ist, sondern öfter vorkommt. Und diese Leute sind nicht etwa nur alte Menschen, sondern der Kumpel der so viel deswegen unfreiwillig abgenommen hat, ist erst 25 Jahre alt. Daher kann es jeden treffen.

Das Problem ist meiner Meinung nach, dass wahrscheinlich viele Leute einfach keine Ahnung haben, woher ihre Probleme kommen und daher hört man nicht so oft davon.

Dann gibt es natürlich noch die Kandidaten, die alles leugnen, bis sie es selbst dann mal bekommen.

Ich sage nicht, dass man 100% Probleme bekommt von Antibiotika, aber die Chance ist absolut nicht gering, was ich aus oben genannten Gründen so einschätze.

[ nachträglich editiert von Fomas ]
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10.06.2014 14:41 Uhr von Radek77
 
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Meiner Meinung nach, werden die 3,8 mio € zu gunsten der Pharmaindustrie eingesetzt, damit sich die Phagen eben nicht in Europa durchsetzen. Traurig, denn nicht nur in Russland werden Phagen mit großem Erfolg eingesetzt. Darüber gab es sogar eine Sendung auf den ÖFR.

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