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Internet auf Urzustand zurücksetzen: Wie sich Bürger gegen Überwachung wehren können

Durch die Initiative "Reset the Net" ("Setzt das Netz zurück") wurde eine Aktion gestartet, durch die jeder Bürger die Möglichkeit hat, sich gegen die globale Überwachung von NSA und Co. zu wehren. Jedoch wäre es dafür notwendig, dass eine große Anzahl an Menschen auch wirklich mitmacht.

Konkret geht es darum, jedem Internetnutzer Werkzeuge zu geben, mit denen er sich einfach vor Übergriffen schützen kann. Das Ziel wäre es, das Internet so auf eine Art Urzustand zurückzusetzen, auf digitale Unschuld. Mit Codes, die von möglichst vielen Personen eingesetzt werden, ließe sich das erreichen.

Mit einer kollektiven Verdunkelung der Webseiten könnten Geheimdienste im Internet dann keine relevanten Datenmuster mehr erkennen und ihre Arbeit würde wesentlich erschwert. Hinter der Aktion stecken viele Organisationen, allen voran die Electronic Frontier Foundation.


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WebReporter: WalterWhite
Rubrik:   High Tech
Schlagworte: Internet, Bürger, Schutz, Überwachung, NSA, Initiative, Privatsphäre
Quelle: sueddeutsche.de

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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07.06.2014 16:47 Uhr von WalterWhite
 
+33 | -0
 
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Was mich jedoch an Artikeln dieser Art stört, dass nicht konkret genannt wird, was man als Einzelner wirklich tun kann. Sprechen die Autoren mit diesen "Codes" von VPNs oder Tor? Eine genaue Anleitung der Electronic Frontier Foundation oder sonstigen Organisationen wäre mal hilfreich. Wüsste da jemand etwas?
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07.06.2014 16:59 Uhr von ThomasHambrecht
 
+18 | -7
 
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Als das "ursprüngliche" Internet etwa 1995 jedem zugänglich wurde, gab es keine sozialen Netzwerke. Alles was man auf Websites machte war Information für jedermann - als ob man es in die Zeitung schreibt.

Die Überwachung fing an dem Tag an, als man das Internet plötzlich für geheime und private Informationen, Raubkopien und dann für soziale Netzwerke nutzte.
Erst dann war es ja interessant zu überwachen.

Wie soll man sich als Einzelner gegen eine milliarden-schwere Organisation wehren, die 10 Jahre Technikvorsprung hat?
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07.06.2014 17:23 Uhr von MBGucky
 
+3 | -1
 
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Ich denke gemeint ist, möglichst viel Datenverkehr nur noch verschlüsselt stattfinden zu lassen.

- nur noch per SSL auf E-Mailkonto zugreifen
- Zertifikate zur E-Mailverschlüsselung nutzen
- möglichst die https-version einer Webseite aufrufen

Ersteres ist bei der Telekom neuerdings pflicht und wird zum Glück auch sonst immer mehr zum Standard.

Zertifikate nutzt leider kaum jemand, obwohl man mitlerweile auch kostenlose Zertifikate erhalten kann.

https bieten leider viele Webseiten nicht an. Insbesondere bei Shared-Hosting ist das auch gar nicht möglich.

VPN, Tor, öffentliche DNS sind weiter Methoden, die helfen können.
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07.06.2014 17:26 Uhr von Ich_denke_erst
 
+13 | -2
 
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Ich bin ja nun wirklich kein Verschwörungstheoretiker - aber was für ein betriebssystem benutzt ihr denn? Ich habe Microsoft Windows 7 und keine Ahnung was da alles drin ist und ob es irgendetwas überwacht oder weitergibt. Wenn ich Spionage betreiben will greife ich doch am Betriebssystem zu - dann kann die Übertragung noch so verschlüsselt sein - hilft nichts.
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07.06.2014 17:28 Uhr von NilsGH
 
+5 | -1
 
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@ ThomasHambrecht:

Zu großten Teilen hast du Recht. Aber vergiss nicht, dass damals selbst das Abhören eines simplen Telefonats schon ein vergleichsweise großer Akt war. Damals hätten sie auch gern schon alles überwacht, was so in der Welt über die Telefone, das Internet und via Fax (wer kennt´s noch?) lief.

Geheime und private Informationen wurden doch auch früher schon übers Telefon und die ersten Internetleitungen geschickt. Nur fehlten die Möglichkeiten, diese zu überwachen, wenn man nicht gerade zwischen dem Hausanschluss und dem nächsten Telefonverteilerkasten saß oder der Telefonanbieter einen Zugang zur Leitung extra manuel verdrahtet hatte (das ging später, aber die Dienste waren abhängig von den Telefongesellschaften als das alles noch analog war).

Das Problem der totalen Überwachung wurde erst konkret, als sämtliche Kommunikation digitalisiert wurde.

Klar, dass jeder Honk nun seine Fürze in die (a)sozialen Netzwerke schreibt, trägt zur Neigier bei. Aber diese Daten interessieren keine Geheimdienste. Interessant werden diese Webseiten nur, wenn auch schön "brav" Bildchen zu den kompletten Adressen und Geburtstagen hochgeladen werden.

[NACHTRAG]

Zitat:
Ich bin ja nun wirklich kein Verschwörungstheoretiker - aber was für ein betriebssystem benutzt ihr denn? Ich habe Microsoft Windows 7 und keine Ahnung was da alles drin ist und ob es irgendetwas überwacht oder weitergibt. Wenn ich Spionage betreiben will greife ich doch am Betriebssystem zu - dann kann die Übertragung noch so verschlüsselt sein - hilft nichts.

Genau! Und bei Windows wird das Otto-Normal auch nie wissen. Bei Open-Source-Betriebssystemen ist die Möglichkeit abzuhören genauso gegeben. Aber Hintertürchen für "Dienste" sollten dort keine versteckt sein, da jeder den sourcecode einsehen kann und dieser in der Tat auch von Zeit zu Zeit durch Experten überprüft wird. Klar, wenn dir einer eine entsprechende Software unterjubelt, kann auch dein Linux kompromitiert werden. Genauso einfach wie ein Windows. Aber dann hockt der "Installateur" der Software IMMER VOR dem Rechner. Von außen ist eine Manipulation ganzer Linux oder Unix Systemen etwas schwieriger als bei Windows.

[ nachträglich editiert von NilsGH ]
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07.06.2014 20:58 Uhr von Ich_denke_erst
 
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@Amtsrat Müller

Ich bin da etwas fantasievoller. Ich baue eine Überwachung generell in die Software ein die Tastatureingaben mitliest. Bei bestimmten Schlüsselwörtern aktiviert sich ein z.B. Protokoll dass dann an einen anderen Server verschickt wird. Aufgrund dieser "Kontrollmitteilung" öffne ich dann eine versteckte Hintertür im Rechner und überprüfe ihn. Das ganze natürlich unsichtbar für jede Kontrollsoftware. Oder ich manipuliere die Mainboards - da gibt es doch wirklich genug Möglichkeiten. Bei einem manipulierten Mainboard nützt mir dann ein Open-Source Betriebssystem auch nichts.
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07.06.2014 21:19 Uhr von ms1889
 
+5 | -0
 
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nsa und co haben keinerlei technischen vorsprung... sie kochen ihren tee auch nur mit wasser.
das einzigste was diese spizel tun ist ihre macht zu mißbrauchen (übrings ist ihr vorgehen sehr viel mehr terorismus und kriminelles handeln...wovor sie schützen wollen...nach ihren angaben).
geheimdienste arbeiten im genauso wie ein kinderschänder...sie erzählen dir tolle sachen..aber treten deine recht mit füßen... KEIN geheimdienst kann verfassungskonform sein, da seine zielsetzung dem entgegenwirkt. ein bnd mitarnbeiter ist grundsätzlich jemand der die verfassung nicht achtet oder schützen will, da er sie bricht wie ein terrorist.

technisch gesehen zapfen sie nur die kabel der netzwerke an, um an ihre vermeindlichen informationen zu kommen... wie unseriös und gegem jedes menschenrecht sowas grundsätzlich ist zeigen die usa mit ihrem kz auf kuba (wo ja auch der bnd bzw bka leute foltern leiss um an informationen zu kommen).

das internet "zurücksetzen" bringt gar nix... man muß es nur machen wie ich: internetdienste aus europa und den usa meiden... da es auch im tollen deutschland zB sehr einfach ist zensur zu betreiben... pages wie SN tun zB zensieren mit ihrer agb.

[ nachträglich editiert von ms1889 ]
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08.06.2014 05:38 Uhr von BunkerFunker
 
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Wollte nur mal erwähnen, da es ja angesprochen wurde:

HTTPS zu benutzen ist keinesfalls sicher, genauso wenig wie Abruf von unverschlüsselten Mails per SSL. HTTPS bringt 0 Sicherheit und es gibt bereits sehr günstige Firewalls die hier "Man in the Middle" spielen um den Inhalt mitlesen zu können (zwecks Virenscan etc.). Das Ganze ist -richtig konfiguriert- für den User erst einmal nicht zu bemerken.

Bei Mail ist es im Grunde genauso schlimm und selbst wenn die komplette Mail verschlüsselt wird, passiert das ja meist mit einem Online - über https - generiertem Zertifikat. Ich denke da weiß man auch nicht welcher CA man trauen kann und am Ende geben alle die Daten raus und dürfen nicht darüber sprechen (NSL).
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08.06.2014 09:52 Uhr von Holzmichel
 
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Ist doch lächerlich, Leutchen. Die Menschen, die am lautesten gegen eine Überwachung die Backen aufblasen, hängen doch am meisten vor dem Computer und jagen jeden privaten Quatsch ins Netz!
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08.06.2014 12:07 Uhr von generalviper
 
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"Die meisten waren wahrscheinlich enttäuscht, wenn sie wüssten wie uninteressant sie für die staatlichen Überwacher sind.
Alle die Geld mit den Daten machen, sei es Werbeindustrie oder kriminelle finde ich viel bedrohlicher. Denn die wollen wirklich alles von mir wissen. Aber irgendwie schaffen die es, dass die Masse hauptsächlich über die staatliche Überwachung diskutiert. "

Wo ist der Untschied zwischen staatlicher oder industrieller Überwachung?

Ich kann da kaum noch einen erkennen. Die Industrie sammelt die Daten, die von den Staaten im Falle eines vermuteten Verbrechens genutzt wird, um an diese Daten heranzukommen.

So oder so ist die Gefahr nicht, dass was Anne und Peter auf ihren Facebook Seiten über ihr Leben schreiben.

Die Gefahr ist die Verknüpfung des gesamten Netzwerkes, was alle Daten sammelt die Anne und Peter im Netz machen, und daraus eine große Akte erstellt, wo genau nachzuvollziehen ist, wann Anne und Peter was und sogar warum gemacht haben.

In einem demokratischen Staat ist das Problem kaum zu erkennen. Sollten sich jedoch die Gesetze irgendwann einmal zum Nachteil der Bürger ändern, reichen ein paar Suchbegriffe, um gezielt einzelne Personen zu finden, die gegen diese Gesetze verstossen.

Sollte es einmal zu "Unruhen" kommen, helfen die gesammelten Daten, die Rädelsführer direkt zu entdecken.

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