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Thüringen: Fatale Panne bei Abi-Prüfung: Physik-Aufgabe war nicht lösbar

Dem Thüringer Kultusministerium ist bei der Erstellung der Abiturprüfungen im Fach Physik ein fataler Fehler unterlaufen: Eine Aufgabe zur Elektrotechnik war schlicht nicht lösbar, weil eine notwendige Angabe fehlte.

Das Ministerium bemerkte den Fehler zwar und schickte eilig kurz nach 8:00 Uhr eine Korrektur hinterher, eine Schule in Gera erreichte die Mitteilung aber zu spät. Dort war die Telefon- und Internetverbindung gestört. Diese Schüler können die Prüfung eventuell wiederholen.

Aber auch Schüler anderer Schulen monierten, dass die Korrektur viel zu spät kam und daher wertvolle Zeit verloren ging. Das Ministerium wies die Darstellung aber zurück, die Prüfungszeit sei entsprechend verlängert worden.


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WebReporter: Kamimaze
Rubrik:   Freizeit
Schlagworte: Panne, Thüringen, Physik, Prüfung, Aufgabe, Abi
Quelle: thueringer-allgemeine.de

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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23.05.2014 19:02 Uhr von Pils28
 
+18 | -13
 
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Hatte in meiner Physik LK Abiprüfung ebenfalls eine unlösbare Aufgabe. Lehrer drauf hingewiesen, einen zusätzlichen Wert bekommen, Aufgabe gelöst und fertig. Wer Aufgaben nicht als unlösbar identifizieren und damit umgehen kann, sollte kein Abitur bekommen. Man könnte die Lösung z.B. als Funktion von abhängigen Werten angeben oder anderswie elegant zu not schriftlich eine Lösung formulieren.
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23.05.2014 19:47 Uhr von ZzaiH
 
+7 | -4
 
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@pils

vollkommen richtig, ABER
da du abitur gemacht hast, wirst du doch wissen wie einfach man es mittlerweile im abitur hat..
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23.05.2014 20:14 Uhr von sickboy_mhco
 
+3 | -12
 
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die ossis wieder man könnte doch aber einfach die frage nicht bewerten und rauslassen und mit keiner note bewerten für die frage, und den rest dann bewerten oder wahren die auch nicht lösbar?!?
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23.05.2014 21:11 Uhr von giiigl
 
+3 | -1
 
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Als Abiturient, sollte man eigentlich mit sowas umgehen können. Bei nicht vorhandenen, aber für den Lösungsweg notwendigen Angaben, sind diese mit Anmerkung selbst zu generieren.
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23.05.2014 21:52 Uhr von El_Caron
 
+6 | -3
 
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genau das ist das Problem mit der deutschen Schule. Die Aufgabe ist NICHT unlösbar. Mir (Physiker) ist nicht einmal aufgefallen, dass es ein Problem mit der Aufgabe gibt.
Ja, da steht keine Zahl für U. Na und? Dann wird das Ergebnis eben proportional zu U angegeben. Die Abhängigkeit ist linear und sowas hat man in der Praxis ständig als Endergebnis. Das es ist nicht einmal abstrakt, die Antwort könnte einfach lauten "Ein x-tel der Eingangsspannung."
Wenn ein Abiturien noch immer nicht damit klar kommt, dass ein Ergebnis nicht immer eine Zahl sein muss, dann läuft da einfach fundamental etwas schief - genauso wie wenn er nicht sofort bemerkt, dass eine Ausgangsspannung natürlich von der Eingangsspannung abhängen muss und sich davon verwirren lässt.

Durch die Schule müsste man mal gründlich durchfegen. Es kann nicht sein, dass die vier GRUNDRECHENARTEN 7(!) Jahre brauchen, bis sie halbwegs vollständig beherrscht werden. (Als letztes werden AFAIR die negativen Zahlen eingeführt.)
Die Affaire um den karlsruher Physikkurs zeigt, dass man am Besten schon bei den Didaktikern der Hochschule anfängt. Meine Lehramtkommilitonen haben seinerzeit einen himmelschreienden Scheiß gelernt, da konnten wir Fachwissenschaftler nur den Kopf schütteln. Die Ergebnisse von diesem Mist saßen dann nachher wieder als Erstsemester bei uns in den Übungen und wir konnten nur sagen "Vergessen Du musst, was früher Du gelernt.".

[ nachträglich editiert von El_Caron ]
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23.05.2014 22:30 Uhr von El_Caron
 
+1 | -2
 
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Übrigens, Interessensfrage: Wie wird eigentlich mit der Phasenänderung umgegangen? Wir hatten in der Schule keine komplexen Zahlen. Beherrscht man die als Thüringer Abiturient, oder wurden die Formeln da auch wieder in einer Form gepresst, die nur in Spezialfällen funktioniert und nachher zu nichts zu gebrauchen ist.

Vor 2-3 Jahren habe ich mal in ein Niedersächsisches Mathebuch für die 13te geschaut. Da ging es darum, Exponentialfunktionen aus Datenpunkte (exakt passende, kein Fit) abzuleiten. Dafür wurden "drei Methoden" angegeben, die alle bis auf triviale Umformungen eigentlich äquivalent waren. Das Schlimmste war allerdings, dass in den Formeln ein Quotient (x_n - x_(n-1)) fehle, so dass alles nur für x-Werte 1, 2, 3, ... funktionierte - also völlig praxisuntauglich.
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24.05.2014 06:00 Uhr von Gimpor
 
+0 | -0
 
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@ El_Caron: Man kann mit Wechselstromwiderständen auch sehr wohl ohne komplexe Zahlen umgehen. Ist eben nur mathematisch nicht ganz so elegant. Dafür hat man in der Oberstufe dann aber auch mal locker ein Quartal, um sich mit dem Thema zu beschäftigen; so klappt´s auch mit Schul-Mathematik irgendwie immer an´s Ziel zu kommen.
In einer Physik 2-Vorlesung sieht´s natürlich ganz anders aus. Da hat man maximal 1 1/2 Wochen für den Stoff und es muss dementsprechend schnell dargestellt werden.
Zum Thema Lehrämtler: Da sehe ich eigentlich zwei große Probleme bei uns an der Uni:
1. Unser Lehrstuhl für Didaktik ist chronisch unterbesetzt und unterfinanziert. Wir haben da seit langer Zeit nicht mal mehr einen Professor sitzen, sondern nur einen "Lehrstuhlleiter in Vertretung". Da muss sich endlich mal was ändern, da dort auch verdammt wichtige Arbeit geleistet wird, die man keinesfalls unterschätzen sollte. Aber ohne Geld und Personal kann dabei nur Murks rauskommen.
2. Von den etwa 10 bis 15 Lehrämtlern, die wir bei uns im Semester noch haben, ist nur ein einziger dabei, der fachlich was drauf hat und nicht zu den absolut schlechtesten im Semester gehört. Das liegt irgendwie daran, dass Leute, die im Grundkurs Physik in der Schule vielleicht gerade mal 3 standen und aufgrund ihres Abischnittes ihre Wunschfächer an der Uni nicht bekommen, meinen Physik wählen zu müssen, da es da keinen NC gibt.
Die zweite Hälfte der Lehrämtler besteht aus ehemaligen B. Sc.-Studenten, die wegen der theoretischen Physik und der Mathematik das "richtige" Physikstudium aufgegeben haben und zum einfacheren Lehramtsstudium gewechselt sind.
Letztenendes werden dann fast nur fachliche Nieten Lehrer, was ich sehr schade finde.
Da finde ich das bei Mathematikern wesentlich besser gelöst. Bei denen müssen auch die Lehramtsleute durch die "Siebvorlesungen" in Linearer Algebra 1&2 sowie Analysis 1&2
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24.05.2014 11:21 Uhr von kuri
 
+1 | -1
 
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@ Pils28
"Man könnte die Lösung z.B. als Funktion von abhängigen Werten angeben oder anderswie elegant "
...scheint für manche Leute ein Ding der Unmöglichkeit zu sein

@ giiigl
"Bei nicht vorhandenen, aber für den Lösungsweg notwendigen Angaben, sind diese mit Anmerkung selbst zu generieren."
...vollkommen richtig!

@ZzaiH
"wirst du doch wissen wie einfach man es mittlerweile im abitur hat"
...nicht nur beim Abi gab es nachweislich eine Anpassung nach unten, sondern auch so mancher Studiengang ist ein schlechter Witz geworden

@sickboy_mhco
"die ossis wieder..."
in welcher Höhle hast du denn bitte die letzten 24Jahre verschlafen?

[ nachträglich editiert von kuri ]
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24.05.2014 11:50 Uhr von El_Caron
 
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@Gimpor
Ja, das KANN man ohne komplexe Zahlen rechnen und es über ein Quartal einprügeln, Aber warum sollte man das tun? Meinst Du, nach dem Abi kann damit noch irgendwer wirklich rechnen? Weiterführend einsetzen können sie es jedenfalls auch nicht, weil alle weiteren Ausbildungen für sowas dann sofort komplexe Zahlen einführen. Der einzige Effekt von so einem Unsinn ist, dass hängen bleibt "Physik ist voll kompliziert und doof". Natürlich wird das noch unterstützt von Deinen 9/10-.14/15 Knallpfeifen von Lehrern, die es selbst nicht richtig kapiert haben.

Bezüglich der Blindwiderstände wäre mein hot guess übrigens, dass die Phase völlig ignoriert wird und der Scheinwiderstand über Pythagoras berechnet wird - natürlich ohne tieferes Verständnis.

Bei der Didaktik widerspreche ich Dir nach wie vor. Das Problem ist nicht Personalmangel, sondern, dass die Leute sich ständig völlig hirnverbrannte "neue Methoden" ausdenken. Der Supergau, den ich auch bei den Studienanfängern deutlich bemerkt habe, war die Neuausrichtung auf den graphischen Taschenrechner. Aber auch viele andere Sache: Vor allem eben die "Vereinfachungen", die nur noch dazu gut sind, die Übungsaufgaben zu lösen, aber weder Verständnis noch Spaß an der Sache fördert oder später direkt oder als Basis für weitere Ausbildung zu gebrauchen sind (weil es dort anders gemacht wird).
Sicher braucht es Anleitung beim Erklären. Aber vielleicht sollte man das eher in einen Praxisteil verlegen, quasi als Lehre (nicht zu spät, damit die Leute abspringen können, die es nicht können), anstatt Leute im Elfenbeinturm neue Methoden erspinnen zu lassen.

Als ich angefangen habe, mussten übrigens auch Lehrämter, wie wir, durch die Siebvorlesungen der Mathematiker, mit den Mathematikstudenten zusammen. Heute müssen das nicht einmal mehr die Bachelor-Fachwissenschaftler. Ich rate deswegen immer zu einem fachwissenschaftlichen 2-Fächer-Bachelor Physik-Mathe (ggf. mit Kernfach Physik).
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24.05.2014 12:03 Uhr von ThomasHambrecht
 
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Wenn man überlegt wie oft man im realen Berufsleben vor unlösbaren Aufgaben steht - oder die Vorgaben mit Absicht ignorieren muss, damit zum Schluss etwas brauchbares herauskommt.
Viele Anforderungen und Ausschreibungen von Kunden sind oft nicht ausführbar und widersprechen sich. Da muss man das Problem gezielt finden und es gekonnt und mit guten Vorschlägen mit den Kunden besprechen.

Aber das Alles lernt man nicht auf der Schule.

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