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Mütterrente: Frauen im Osten haben fast nichts davon

Am heutigen Freitag wird wohl die sogenannte Mütterrente von der Großen Koalition im Deutschen Bundestag beschlossen werden. Demnach erhalten Mütter und auch Väter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, für maximal zwei Erziehungsjahre je einen Rentenpunkt pro Kind.

Doch Frauen im Osten der Republik werden davon kaum etwas haben, denn diese gingen oft kurz nach der Entbindung wieder arbeiten und erzielten damit ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen, die Erziehung der Kinder übernahmen Kinderkrippen und Kitas.

Westfrauen dagegen blieben nach der Geburt deutlich länger zu Hause und hielten dem alleinverdienenden Ehemann den Rücken frei, indem sie sich um Kinder und Haushalt kümmerten. Sie vor allem werden daher von der Mütterrente profitieren.


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WebReporter: Kamimaze
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Osten, Westen, Kindererziehung, Mütterrente
Quelle: berliner-zeitung.de

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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23.05.2014 11:25 Uhr von Kamimaze
 
+12 | -4
 
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@BastB:

Geht´s noch? Dafür haben die Frauen ja auch quasi im Dreischichtsystem gearbeitet - Beruf, Kind und Haushalt, und haben in dieser Zeit auch fleißg in die Sozialkassen eingezahlt, sollten die Arbeitsjahre im Beruf etwa nicht angerechnet werden, oder wie meinst du das jetzt?

Die Frauen im Westen hatten "nur" Haushalt und Kind (bitte jetzt nicht als abschätzig verstehen, das war sicher auch hart), und bekommen das nun zusätzlich vergütet, obwohl sie in dieser Zeit nichts in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Übrigens, BastB, in der DDR gab´s für das erste Kind lediglich 20 Ostmark Kindergeld, umgerechtet etwa 5 Euro, heute gibt´s dafür 184 Euro!!
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23.05.2014 11:41 Uhr von brycer
 
+4 | -15
 
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23.05.2014 11:56 Uhr von Breeze-2006
 
+8 | -3
 
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@brycer:

"Aber was waren diese Ostmark wert?"

Tja, was waren 20 Ostmark wohl so wert? Nicht viel, sage ich mal...

Vielleicht mal 2 Beispiele: der Stereo-Kassettenrekorder "SKR 700" aus dem VEB Kombinat Sternradio Berlin kostete 1.540 Ostmark, ein vergleichbares Westgerät kostete damals vielleicht 300 ... 400 D-Mark, höchstens.

--> http://de.wikipedia.org/...

Ein Chromat-Farbfernseher kostete um die 4.000 Ostmark, ein vergleichbares Westgerät deutlich unter 1.000 D-Mark.

--> http://de.wikipedia.org/...

Also, um sich z.B. einen Radiorekorder vom Kindergeld zu "ersparen", musste man sage und schreibe 77 Monate Kindergeld beziehen, oder 6 Jahre und 5 Monate.

Geanu so viel waren 20 Ostmark wert...

Für 184 Euro bekommt man da heute schon ein wenig mehr, oder?



[ nachträglich editiert von Breeze-2006 ]
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23.05.2014 12:24 Uhr von Kamimaze
 
+7 | -1
 
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@BastB:

Du hast es offensichtlich nicht kapiert:

Ost-Frauen bekommen im Durchschnitt nur deshalb (etwas) mehr staatliche (!!) Rente, weil sie auch viel mehr GEARBEITET haben, als West-Frauen, und dabei in die Sozialsysteme EINGEZAHLT haben!!

Und wie du selbst in deinem Link siehst, sind die Unterschiede bei den Frauen zwischen Ost und West nicht so riesig.

Und dann noch was: das ist nur die Rente aus der gesetztlichen, staatlichen Rentenversicherung, viele Westrentner, Männer wie Frauen, haben oft noch mal so viel Betriebsrente, gerade, wenn sie in großen Konzernen, wie Siemens, den Autobauern, der Telekom (damals Post) und erst recht im Schacht gearbeitet haben - die ist im Osten fast flächendeckend Null - das wird bei der Rentendiskussion auch oft gern unter den Tisch gekehrt...
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23.05.2014 13:35 Uhr von Kamimaze
 
+3 | -1
 
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@BastB:

Naja, ich finde, zwischen Ansrüche "erarbeitet haben" und Ansprüche "angerechnet" zu bekommen, ohne dafür gearbeitet zu haben, da ist schon ein Unterschied...

"...es ist aber natürlich gut und richtig, dass diese Zeiten aus der DDR angerechnet werden"

Das steht auch so im Einigungsvertrag, sonst hätten Rentner, die 1990 schon welche waren, von jetzt auf gleich gar keine Rente mehr bekommen, die anderen entsprechend weniger...
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23.05.2014 14:02 Uhr von brycer
 
+1 | -8
 
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@Breeze-2006:
Ja klar, das Kindergeld ist natürlich dafür gedacht sich Elektronik und/oder ähnliches anschaffen zu können. ;-P
Vergleich mal besser die Preise für Sachen die dem Bedarf der Kinder entsprechen. Nahrungsmittel wie Brot und Milch. Auch die Kinderbetreuung.
Wenn eine Westfrau ihr Kind in den Kindergarten geben wollte (oder Kinderhort etc.) war da in den meisten Fällen das Kindergeld zum Großteil weg. Was hat das im Osten gekostet?
Ja, im Jammern wart ihr schon immer gut.
Hättet ihr die DDR behalten, dann könntet ihr wohl immer noch mit dem Trabbi in den Urlaub an die Ostsee knattern.
Ich habe nichts gegen Ossis. Ich habe nur etwas gegen jene, die uns ewig vorjammern wie schlecht es ihnen doch gegangen sei.
Der Staat hat bei euch sehr gut für die Kinder und so gesorgt. Sehr gut in dem Rahmen, was möglich und politisch erwünscht war.
Während der Staat im Osten sich um die Kinder gekümmert hat, hat der Staat im Westen die Eltern mit etwas Geld abgespeist und gesagt: ´Nun schaut mal selber wie ihr zurecht kommt´. Eine staatliche ´Rundumversorgung´ gab es nicht.
Wie BastB schon sagte: Der Osten hat bis 1990 nie in das Sozialsystem eingezahlt, das aber jetzt wie selbstverständlich angezapft werden soll.
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23.05.2014 14:36 Uhr von Kamimaze
 
+6 | -2
 
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@brycer/schraegervogel

Ihr beide habt wirklich keine Ahnung, nicht die geringste, aber dummes Zeug schreiben:

> "Wenn eine Westfrau ihr Kind in den Kindergarten geben wollte (oder Kinderhort etc.) war da in den meisten Fällen das Kindergeld zum Großteil weg"

Was glaubt ihr, was z.B. ein Krippenplatz in der DDR gekostet hat?
"Beispielsweise kostete ein Kinderkrippenplatz 25 Mark im Monat" (Quelle: http://www.mdr.de/... )

Oder um es mit brycers Worten auszudrücken: "Wenn eine Ostfrau ihr Kind in den Kindergarten geben wollte, war das Kindergeld zu 120 Prozent weg" (bei 20 Ostmark Kindergeld).

[ nachträglich editiert von Kamimaze ]
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23.05.2014 14:47 Uhr von Kamimaze
 
+4 | -2
 
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Nachtrag:

Übrigens: die Verpflegung im Kindergarten/-krippe kostete natürlich extra!

Wie vorhin schon geschrieben wurde, 20 Ostmarkt waren NICHTS, man konnte das Kind weder verpflegen, bekleiden noch sonst was - das kann man natürlich auch heute mit 184 Euro nicht und das ist auch nicht der Sinn de Sache, ich will nur dem Mythos entgegentreten, in der DDR hätte alles nichts gekostet und alles hätte der Staat bezahlt, das war mitnichten so!!!

Im Gegenteil, ich finde, das heutige Deutschland ist um einiges sozialer, als es die DDR je war, denn dort gab es nämlich auch kein Arbeitslosengeld, keine Sozialhilfe und auch kein Äquivalent zu "Hartz IV"!!

[ nachträglich editiert von Kamimaze ]
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23.05.2014 15:08 Uhr von einerwirdswissen
 
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Den Nachteil haben die "Ostmütter"!
Laut Wiedervereinigungsvertrag bekommen Arbeitnehmer im Osten(danke Herr Kohl)eine geringere Rente als die Arbeiter im Westen. Der Unterschied liegt bei 0,25 Entgeldpunkten.
Was bedeutet,wer im Osten nicht gearbeitet hat und die ersten beiden Jahre seine Kinder groß gezogen hat, bekommt mehr Rente,als diejenige welche gleich nach der Geburt des Kindes wieder arbeiten war.
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23.05.2014 18:14 Uhr von Holzmichel
 
+2 | -5
 
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Macht die Regierung nichts, wird gejammert-tut die Politik etwas, ist es auch nicht richtig. In Deutschland jammert der größte Teil auf einem sehr hohem Niveau.
Geht mal raus in die Welt, da könnt IHR sehen, wie es ANDEREN geht!
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23.05.2014 18:41 Uhr von brycer
 
+2 | -2
 
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@Kamimaze:
"...denn dort gab es nämlich auch kein Arbeitslosengeld, keine Sozialhilfe und auch kein Äquivalent zu "Hartz IV"!!..."
Warum auch? Die DDR brüstete sich doch mit einer angeblichen Vollbeschäftigung. Das Recht auf einen Arbeitsplatz war verfassungsmäßig garantiert.
Jeder der wollte musste auch einen Arbeitsplatz bekommen.
Aus dem ´Recht auf Arbeit´ leitete sich aber gleichzeitig die ´Pflicht zur Arbeit´ ab.
Wer dieser Pflicht nicht nachkommen wollte, der schaute (zu Recht) mit dem Ofenrohr ins Gebirge.

Die zum teil sinnlose Beschäftigung war zwar eine Belastung für VEB´s und Kombinate, die nicht mehr wirtschaftlich arbeiten konnten, aber solche Mittel wie Arbeitslosengeld oder so waren nicht notwendig. Die Kosten trug die Gemeinschaft/der Staat auf andere Weise.

Heute kann man sich ein ´Recht auf Arbeit´ irgendwo hin schmieren, weil dieses nirgends einklagbar ist.
Da kann der Wille zu Arbeiten noch so groß sein, wenn man niemanden findet der einem einen Arbeitsplatz geben will, dann kann man sich auch auf den Kopf stellen und mit dem Ars... Fliegen fangen - es hilft nichts.
Für solche Fälle sind die Sicherungssysteme Arbeitslosengeld und Hartz4 gedacht.
Dass diese auch von jenen ausgenützt werden, die überhaupt nicht arbeiten wollen (wohl der geringere Teil der Hartz4-Empfänger, da das Leben mit Hartz4 nun wirklich kein Zuckerschlecken ist), das ist die Kehrseite der Medaille.
Dass aber auch die Wirtschaft diese Systeme sehr stark ausnutzt (Niedriglöhne, Frühverrentung...) ist wohl auch kein Geheimnis.
Finanzieren muss das alles im Endeffekt wieder die große Gemeinschaft der arbeitenden Bevölkerung.
Ob das dann wirklich sozialer ist? Ich glaube nicht.
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23.05.2014 18:44 Uhr von Schmollschwund
 
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