19.05.14 10:04 Uhr
 1.944
 

München/Urteil: Fernabsatzvertrag - Kunde muss Widerruf nicht noch einmal bestätigen

Ein Kunde muss bei einem Widerspruch nach Bestätigung des erhaltenen Widerspruchs nicht noch einmal explizit bestätigen, die Bestätigung erhalten zu haben. Dies entschied das Amtsgericht München in einen Urteil im März.

Grund für das Urteil war eine Kundin aus München, die sich einen Vertrag noch einmal überlegt hatte und diesen wiederrief. Darauf folgte eine E-Mail, die sie hätte anklicken müssen, um vom Vertrag zurückzutreten.

Laut Hersteller sei mit dem Versäumnis der Widerruf unwirksam. Dies sah das Gericht jedoch anders.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: XFlorian
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: München, Urteil, Vertrag, Kunde, Bestätigung, Widerruf
Quelle: www.heise.de

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Großbritannien: Hunderte Polizisten wegen sexueller Übergriffe angezeigt
Altkanzler Helmut Kohl will fünf Millionen Euro Schmerzensgeld von Ghostwriter
Zschäpe: Aussagen zum Fall Peggy

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
19.05.2014 10:51 Uhr von Tuvok_
 
+15 | -2
 
ANZEIGEN
Ja Ja Verträge abschließen reicht ein einfaches JA zum falschen Zeitpunkt... Verträge kündigen geht immer nur mit extremen Aufwand.. Willkommen in Deutschland
Kommentar ansehen
19.05.2014 10:52 Uhr von Major_Sepp
 
+12 | -0
 
ANZEIGEN
Gute und richtiges Urteil, denn die nochmalige Bestätigung ist eine Falle!

Der Vertragspartner spekuliert darauf, dass der Kunde den Wiederruf mit Erledigung aus seinem Gedächtnis streicht oder die Mail untergeht.

Gut, dass der Hersteller damit nicht durch kommt!
Kommentar ansehen
19.05.2014 11:21 Uhr von ted1405
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
Das wirklich schöne ist, dass man beim 14 tägigen Widerrufsrecht das Gericht sehr häufig auf seiner Seite hat. Ich hatte selbst gerade den Fall, dass "MyPaysafe" bei meinem Widerruf auf ein kurzes Schreiben mit den kompletten, persönlichen Daten sowie meiner Unterschrift bestehen wollte. Immerhin hätten sie das auch per E-Mail akzeptiert ... dennoch hatte ich keine Lust dazu, ihnen auch noch alle Daten plus meine Unterschrift zu senden - zumal ich den Registrierungsvorgang noch nicht einmal vollständig abgeschlossen hatte.

Jedenfalls ... Wikipedia war hilfreich, die nötigen Gesetzespassagen zu finden - inbesondere folgende Aussage:

"Zur Wirksamkeit muss aus der Handlung des Verbrauchers lediglich der Wille erkennbar werden, dass er nicht mehr an seine Willenserklärung gebunden sein möchte."
Zudem, dass die Textform (somit auch E-Mail ohne Unterschrift) rechtlich bereits Gültigkeit hat (auch wenn es im Zweifelsfall schwer nachzuweisen ist, in so fern man keine Antwort erhält).

Hatte daraufhin den Support mal freundlich, aber mit deutlichem Nachdruck darauf hingewiesen, dass meine Handlung (Erste E-Mail mit freundlich formulierten Widerrufswunsch) ja bereits mehr als eindeutig meinen Willen des Widerrufs gezeigt hätte.
Darauf haben sie es dann akzeptiert.

Fakt ist ... man muss aufpassen und sich im Zweifelsfall zur Wehr setzen. Ansonsten gibt´s da draußen durch die Bank mehr als genügend Firmen, die Unwissenheiten nur zu gerne ausnutzen.

Somit ... ein absolut gutes und in meinen Augen das einzig richtige Urteil.
Kommentar ansehen
19.05.2014 11:57 Uhr von PaulRevere23
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Mitte Juni alles hinfällig mit der EU weiten Verbraucherrechterichtlinie.

Ein unglaublich dämlicher Gesetzestext der mit den Gegebenheiten im Fernabsatzgeschäft nichts zu tun hat. Shopbesitzer tun gut daran sich rechtzeitig einzulesen denn es gibt keine Übergangsfrist und Abmahnungen sind vorprogrammiert.

In Ländern mit einem hohen rechtlichen und qualitativen Standard wie in Deutschland, können die gleichgemachten EU-Gesetze nur schädlich wirken. Das undemokratische Bürokraten-Zeckenpack vernichtet Jahrzehnte des Fortschritts in der BRD!
Kommentar ansehen
19.05.2014 12:40 Uhr von LuckyBull
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Autor, wiederrief ... sollte in der 2.KA ausgebessert werden.
--- widerrief ---
Kommentar ansehen
19.05.2014 14:27 Uhr von ThomasHambrecht
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
Viel lustiger ist die Telekom, die einem einfach aus heiterem Himmel versehentlich eine Flatrate ins Handynetz rausnimmt - und danach jedes Gespräch teuer verrechnet. Aber anschließend behauptet, man hätte dieser versehentlichen Änderung widersprechen müssen.
Ich muss keiner Vertragsänderung zustimmen oder widersprechen, die ich gar nicht bestellt habe.

Refresh |<-- <-   1-6/6   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2016 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

London: Erstmals werden Leuchtreklamen am Piccadilly Circus ausgeschaltet
Großbritannien: Hunderte Polizisten wegen sexueller Übergriffe angezeigt
Frankreich: Front National fordert, Einwandererkinder sollen für Schule zahlen


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?