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Studenten für Lehramt werden immer früher in den Schulen eingesetzt

Für 250 Bewerber gibt es in Berlin die Möglichkeit des berufsbegleitenden Referendariats. Dies bedeutet für die Studenten einen schnellen Abschluss und eine übergangslose Weiterbeschäftigung ohne Neubewerbung. Bei dieser Ausbildung müssen wöchentlich 19 Stunden anstatt zehn unterrichtet werden.

Kritiker glauben aber, dass mit der neu orientierten Ausbildung der Studenten eher der fehlende Lehrerbedarf gedeckt werden soll, als das Studium qualitativ zu verbessern. Das gehe zu Lasten der Schüler und benachteilige die Studenten, denen die Ausbildung noch nicht angeboten wird.

Der Lehrermangel nimmt inzwischen weitreichende Ausmaße an. Bereits fürs nächste Schuljahr müssen 1.800 Stellen besetzt werden. Fast alle Fächer werden als "Mangelfächer" deklariert.


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WebReporter: Susi222
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Schule, Lehrer, Lehramt
Quelle: www.tagesspiegel.de

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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02.05.2014 20:55 Uhr von NilsGH
 
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Achsoooo ... fragt mal das Saarland. Die drücken die Noten, weil sie ihre Lehrer nicht in andere Bundesländer verlieren wollen. Gleichzeitig schalten sie Anzeigen in anderen Bundesländern, dass sich die fertigen Referendare bitte dort bewerben sollen.

So werden bewusst einheimische Referendare in die Arbeitslosigkeit geschickt. Ach übrigens: Weil man im Referendariat "Beamter auf Widerruf" ist, erhält man dann ... Harz IV ... ganz klasse. Studiert, noch 1,5 Jahre ausgebildet und dann Harz. Frechheit. So wird mit den Leuten umgegangen, die motiviert und kompetent die Zukunft des Landes ausbilden soll.

Klasse. Versagen der Politik auf ganzer Linie.

Das sind dort übrigens nicht die einzigen Missstände bei der Ausbildung. Da könnte man noch ganz andere Aspekte anprangern.


Zur Idee Berlins:
"berufsbegleitenden Referendariats. Dies bedeutet für die Studenten einen schnellen Abschluss und eine übergangslose Weiterbeschäftigung ohne Neubewerbung."

In wiefern bedeutet das einen schnellen Abschluss? Wie lange geht dieses berufsbegleitende Ref. denn? Acuh 1 1/2 Jahre? Dann gehtÄs nicht schneller als das "normale".

Übergangslose Weiterbeschäftigung: Klasse Idee, so werden die Leute auch nach Bedarf ausgebildet und gleich weiter angestellt. Das klingt logisch und zeugt für mich von durchdachter Ausbildung.

"Bei dieser Ausbildung müssen wöchentlich 19 Stunden anstatt zehn unterrichtet werden. "

Im "normalen" Referendariat werden i.d.R. 10 Stunden unterrichtet und 8 Stunden "hospitiert". Das heißt, der Auszubildende hockt beim Fachleiter hinten drin und schaut sich dessen Unterricht an. Wäre es umgekehrt nicht besser?

Der Referendar unterrichtet und der Fachleiter sitzt hinten, schaut sich das ganze an und spricht dann mögliche Fehler, Probleme oder einfach nur Verbesserungsvorschläge in einer Besprechung an? Also auch lerning-by-doing und nicht durch rumsitzen und zuschauen?

Der Ansatz ist eigentlich recht clever. Wenn das jetzt noch mit GUTEN Ausbildern und einer durchdachten Ausbildungsordnung gekoppelt ist, kann man sich das nur Bundesweit wünschen. Es hätten alle was von.

Übrigens kann da von "zu Lasten der Schüler gehen" nicht geredet werden:

Wer feiert vor der Klasse immer ein Medienfeuerwerk ab, holt sich die aktuellsten Infos zu den Themen, macht Unterricht nach den modernsten Methoden und gibt sich die meiste Mühe? Die "alten Hasen", die kurz vor der Pensionierung stehen? *lach* sicher nicht. Es sind die Referendare.

Sicher, die machen auch mal Fehler. Aber die macht zum einen jeder und zum anderen muss man seinen Job auch mal lernen. Und als Lehrer geht das eben nur "am lebenden Objekt". Zudem sitzt da ja in der Regel häufig ein Fachleiter drin, der bei kritischen Problemen (die es übrigens selten gibt) eingreifen kann. Bspw. wenn sich so ein Auszubildender mal vertut und was falsches erzählt. Das ist in der Regel übrigens auch das schlimmste, was da mal passiert ... und das lässt sich ja leicht korrigieren.

[ nachträglich editiert von NilsGH ]
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02.05.2014 22:17 Uhr von quade34
 
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nielsgh - volle Zustimmung. Aber es wird so nicht kommen, die Referendare sollen verheizt werden, damit man in den nächsten Jahren keine Lehrer zu viel hat. Schließlich gibt es immer weniger Schüler. Frequenzen senken kostet zu viel.
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02.05.2014 22:22 Uhr von Bud_Bundyy
 
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Ich denke das sind jetzt noch 3 oder 4 schwere Jahre. Bisher habe ich etlichen zum Lehramtsstudium geraten aber seit einem Jahr nicht mehr, da der Bedarf an Lehrern abnehmen wird, bzw. es nicht mehr die Beschäftigungsgarantie der letzten 10 Jahre gibt.

Der Demographische Wandel hat an den Schulen schon voll eingeschlagen.

In den letzten Jahren haben in Deutschland 6100 Schulen dicht gemacht und das geht noch viel weiter.

http://www.spiegel.de/...


Das will hier ja niemand glauben, aber diese Wende wird den Arbeitsmarkt auch wie ein Hammer treffen!
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02.05.2014 22:55 Uhr von NilsGH
 
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@Bud

" da der Bedarf an Lehrern abnehmen wird"

Falsch! Der Bedarf an Lehrern ist hoch wie nie. Jede Schule schreit nach zusätzlichen Kräften, um überhaupt erst mal überhaupt die Stunden zu decken und nicht per se schonmal 20 % des Unterrichts ausfallen lassen zu müssen.

Ferner müssten alle Klassen kleiner gemacht werden, um die Qualität der Bildung zu erhöhen. Somit bräuchte man nochmal wesentlich mehr Lehrer.

Die hätte man ja auch.

Man will es nur nicht finanzieren. Das ist das Problem. Und da die Wähler alle nicht begreifen, dass die besch...eidene Situation ihrer Kinder in der Schule ausschließlich durch die inkompetenten Politiker verursacht werden, die sie als Eltern wählen, wird sich daran auch nichts ändern.

[ nachträglich editiert von NilsGH ]
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03.05.2014 00:44 Uhr von Bud_Bundyy
 
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@NilsGH
" Jede Schule schreit nach zusätzlichen Kräften, um überhaupt erst mal überhaupt die Stunden zu decken "

Ja und gleichzeitig wird JEDER Schüler genommen, die Zugangsvoraussetzungen abgesenkt um ja nicht noch mehr Lehrerstellen zu verlieren.

Ich glaube gerade treffen uns Verrentungen, die die Politik derzeit aufgrund der Prognosen nur zögerlich neu besetzen.

Ich kenne etliche Schulen von innen, übergroße Klassen habe ich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen.
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03.05.2014 09:55 Uhr von NilsGH
 
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@Bud

"Ich kenne etliche Schulen von innen, übergroße Klassen habe ich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen."

Dafür aber übergroße Klassen. Wenn nicht verschließt du entweder die Augen vor der Realität oder hast eine der 0,1 % erwischt, die wirklich annehmbare Klassen haben.

"Ja und gleichzeitig wird JEDER Schüler genommen, die Zugangsvoraussetzungen abgesenkt um ja nicht noch mehr Lehrerstellen zu verlieren."

Sorry, aber wie wird jeder Schüler genommen?! Meinst du an der Schule ANgenommen?

Ja sicher, die Bindung der Empfehlung wurde ja auch abgeschafft.

Man bracuht prinzipiell auch keine Zugangsvoraussetzung: Ziel ist ja die zielgleiche, differenzierte Unterrichtung. Das klappt aber eben nur, wie ich geschrieben hab, mit kleinen Klassen (nicht mehr als 14 Schüler), genügend Lehrern (zeitweise auch Teamteaching mit zwei Lehrern in der Stunde), Integrationslehrern und -helfern und entsprechender Ausstattung der Schule. Dann können auch Kinder wie "Henry" aufs Gymnasium gehen.

"Ich glaube gerade treffen uns Verrentungen, die die Politik derzeit aufgrund der Prognosen nur zögerlich neu besetzen."

Denen sind Prognosen egal. Weder in der Regierung, noch in Bildungsministerien wird mehr als ein halbes Jahr im Voraus geplant. Das merkt man bei jeder Kommunikation mit dieser Behörde.

DIe Neubesetzungen finden nicht statt, weil sie kein Geld haben. Stattdessen stellen sie, um die größten Löcher schnell zu stopfen, kurzzeitig Vertretungslehrer ein.

Blöd nur, dass die teurer sind, als die mit ner Planstelle: Beamten muss der Staat nicht die Lohnnebenkosten zahlen, wie Angestellten im öffentlichen Dienst (z.B. Arbeitslosenversicherung). Also zahlt er im Endeffekt drauf: Belastung der Beamten durch Mehrarbeit, Einsatz teurer Kräfte kurzzeitig, mehr (nervlich) kranke Beamte au Lebenszeit --> wieder mehr Vertretungslehrer ...

Einfach zu kurz gedacht in den Ministerien. Aber sie haben ja auch keinen Etat.

Es ist einfach dieses deutsche, bürokratische System. Der sog. "Wasserkopf" spielt dabei auch eine Rolle. In so einem Ministerium hocken mehr Leute rum, als an 100 Schulen unterrichten. Und die werden nicht wie Lehrer entlohnt. Die meisten verdienen sich dumm und dusselig dafür, dass sie das Chaos auch noch "verwalten", statt Ordnung zu schaffen und Lehrer in die Schule zu bringen. Hört sich wie eine Stammtischparole an, das gebe ich zu. Leider entspricht es der Wahrheit.
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03.05.2014 12:36 Uhr von Bud_Bundyy
 
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@NilsGH
Was ist für dien eine zu große Klasse?
In welcher Schulform bist du tätig?

"Ja sicher, die Bindung der Empfehlung wurde ja auch abgeschafft."

Das variiert von Bundesland zu Bundesland?
Heute werden Schüler, die nichts machen und keine große Perspektive auf einen Abschluss haben über Jahre in der Schule gehalten.

Vor 5 Jahren noch, wären die direkt mit 16 abgegangen.

Heute machen die auch keinen Stich und sind auch nur selten da, aber sie kosten unser Geld.

Für mich persönlich sind Klassen mit 14 Schülern gerade noch richtig, kleinere sind mir gerade an der Hauptschule zu klein. Klar in Förderkursen sind auch mal 4 Schüler klasse aber bei einem normalen Unterricht finde ich 15-18 Klasse.

" Beamten muss der Staat nicht die Lohnnebenkosten zahlen, wie Angestellten im öffentlichen Dienst"

Ja aber dafür Milliarden an Pensionen. Das ist ein Nullsummenspiel.

"Es ist einfach dieses deutsche, bürokratische System."

Bürokratie ist ärgerlich, aber es läuft nur in wenigen Ländern besser. So schlecht ist unser System nicht.

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