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Brandenburg: Anwalt hält 1,60 Euro Stundenlohn bei Gering-Qualifikation für genug

100 Euro bekommen zwei Angestellte in einer Anwaltskanzlei in Brandenburg - allerdings pro Monat. Das entspricht einer Stundenvergütung von durchschnittlich genau 1,60 Euro. Ohne Aufstockerleistungen von der Arbeitsagentur wäre eine Existenz davon nicht zu bestreiten.

Nun wurde der Rechtsanwalt von der Arbeitsagentur vor dem Arbeitsgericht Senftenberg auf Rückzahlungen von Sozialbeiträgen verklagt. Das Gericht muss nun prüfen, ob derart niedrige Löhne sittenwidrig sind und ein "krasses Missverhältnis" zwischen Arbeit und Vergütung liegt.

Der Anwalt bestreitet dies. Er ist der Meinung, die geringe Qualifikation seiner Angestellten rechtfertige keine höheren Löhne. In Berlin bekommen 100.000, in Brandenburg 60.000 Bedürftige Lohnaufstockungen vom Jobcenter. Mit dem Mindestlohn könnte die Anzahl solcher Rechtsfälle eher zurückgehen.


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WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Brandenburg, Qualifikation, Anwalt, Stundenlohn
Quelle: www.welt.de

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13 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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08.04.2014 15:52 Uhr von MarkiMork
 
+21 | -0
 
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"Er ist der Meinung, die geringe Qualifikation seiner Angestellten rechtfertige keine höheren Löhne."

Warum stellt der die dann überhaupt ein?
Und was muss da noch großartig geprüft werden ob es sittenwidrig ist bei einem Stundenlohn von 1,60 € ?
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08.04.2014 16:17 Uhr von Lucianus
 
+6 | -5
 
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Ich bräuchte hier mehr Informationen.

Machen die Angestellten die Arbeit vollkommen Freiwillig für diesen Lohn? -> Dann lasst sie doch.

Machen sie es nicht freiwillig, ist die Begründung zu suchen, warum sie nicht einfach kündigen.
Ich habe den Verdacht, das der Herr Anwalt hier das Arbeitsamt und die Möglichkeit der Sanktionen ausnutzt, und es so eher zu einer Art von Sklavenarbeit wurde. Die, die Angestellten machen MÜSSEN da sie sonst Sanktioniert werden. Wenn das der Fall ist sollte vor allem das Jobcenter bzw. das Arbeitsamt mal ihr Vorgehen überdenken. Der Anwalt hat (auch wenn Asozial) nur die Möglichkeiten genutzt seinen Gewinn zu maximieren, wie jeder Mensch einer freien Marktwirtschaft.

Davon ab ... Mindestlohn ... und die Sache ist erledigt.

[ nachträglich editiert von Lucianus ]
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08.04.2014 16:22 Uhr von httpkiller
 
+0 | -0
 
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Was ist "durchschnittlich genau" ?
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08.04.2014 17:39 Uhr von quade34
 
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Die Ausnutzung der Gesetze ist dem Anwalt sicher sehr leicht gemacht worden. Welche Tätigkeit allerdings sowenig wert ist, hätte ich schon gerne mal gewusst.
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08.04.2014 21:00 Uhr von xarxes
 
+5 | -1
 
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Das ist ja bereits mehr als Sklaverei.
Als Sklave hat man wenigstens Essen, Trinken und einen Schlafplatz bekommen. Das kann man sich von 100€ im Monat nicht leisten.
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08.04.2014 21:29 Uhr von heinzinger
 
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Aber der Anwalt selbst fährt bestimmt mit dem X6 zur Kanzlei
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09.04.2014 12:15 Uhr von Lucianus
 
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@eashtern

Bei einem Hartz IV Satz darf man im Monat 100 Euro hinzuverdienen ohne Abzüge.
Alles darüber hinaus, wird vom Hartz abgezogen. Die Arbeitnehmer haben also keinerlei weiteren Vorteil daraus, bis zu dem Moment wo sie soviel Verdienen das sie gar kein (unterstützendes) Hartz mehr bekommen/brauchen.
Für das zur Verfügung stehende Geld der Mitarbeiter würde sich also in der gesamten Spanne von 1,90 Euro bis ca. 5 Euro die Stunde kein Unterschied ergeben.
Der Unterschied läge darin, dass sie woanders für die 100 Euro mehr, weniger Arbeiten bräuchte. Hier kommt dann aber der von mir erwähnte Aspekt "Freiwillig" hinzu.
Es soll Tatsache Menschen geben die, wenn auch für wenig Geld, gerne Arbeiten. Oder sich so ihren Lebenslauf verbessern, in einer Zeit in der sie sonst nur Arbeitslos wären.

Es ist also eine wesentlich bessere "Arbeit" als diverse Weiterbildungskurse des Jobcenters.
Natürlich wäre es für alle besser, wenn die Angestellten über 8 Euro pro Stunde bekommen würden, wo wir beim Mindestlohn wären und so keinerlei unterstützendes Hartz mehr benötigen würden, aber da sind wir noch nicht.


Pro:
100 Euro mehr im Monat.
Auf dem Lebenslauf nicht Arbeitslos, sondern eine Anstellung in einer Anwaltskanzlei.
Weiterhin am Arbeiten, was erwiesener weise, dazu Beiträgt sich nicht aufzugeben.

Contra:
Sehr Zeitintensiv für das zusätzliche Geld.

Wir wissen nichts über die Arbeitsbedingungen, und auch nichts über die anderen Möglichkeiten der Angestellten andere Arbeit zu bekommen.
Davon ausgehend ist es sehr wichtig ob die beiden, diese Arbeit freiwillig gemacht haben, wie in meinem, von dir zitierten Satz gesagt.

Es kann gut sein, das ich etwas nicht bedacht habe, was dich zu deinen Unterstellungen von minderer Intelligenz oder irgendwelchen "Top-Hecht" Beschreibungen verleitet, allerdings hast du diese Argumentation nicht in deinem Posting erwähnt. Also bitte führe deine Ansicht mal weiter aus. Den so sagst du nichts anderes aus als: "Meine Meinung stimmt alle anderen sind Dumm das kann ich aber nur durch Beleidigungen mitteilen, weil es mir zu mehr an .... fehlt."

[ nachträglich editiert von Lucianus ]
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09.04.2014 14:26 Uhr von Best_of_Capitalism
 
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Anwalt hat recht bekommen

http://www.focus.de/...


Auf die Signalwirkung bin ich gespannt.
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09.04.2014 15:23 Uhr von IsharYa
 
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genau dafür braucht man den Mindestlohn!!!!

[ nachträglich editiert von IsharYa ]
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09.04.2014 15:37 Uhr von MarkiMork
 
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Update:

Das Urteil:
http://www.spiegel.de/...
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09.04.2014 18:23 Uhr von Lucianus
 
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@IsharYa

Vom Grundgedanken "Gutes Geld für gute Arbeit" her, stimme ich dir vollkommen zu. Niemand sollte ausgebeutet werden, weil er keine andere Wahl hat.

Ich muss allerdings mal wieder ein "aber" einwerfen.

Zuerst einmal, ist der geplante Mindestlohn für langzeitarbeitslose nicht greifend. Es ist also weiterhin Möglich das so Menschen wie dieser Anwalt, weiterhin so etwas machen können.

Und jetzt komme ich zu der eigentlichen Thematig ...
Was würde ein allgemeiner Mindestlohn (einer der auch langzeitarbeitslose mit einbezieht) hier bewirken?

Möglichkeit 1: Der Anwalt zahlt beiden Angestellten den Mindestlohn.

Möglichkeit 2: Der Anwalt stellt eine ausgebildete Bürokraft für den Mindestlohn ein.

Möglichkeit 3: Der Anwalt stellt überhaupt niemanden ein, und verlagert die zusätzliche Arbeit auf andere Mitarbeiter.

Schauen wir uns die wirkliche Lage an, nicht die, die Utopisch wäre, sondern die, wie es ist.

=> Er nimmt Möglichkeit 2 oder 3 !

Das bedeutet das die beiden, die völlig freiwillig (nach eigener Aussage!) diese Arbeit, für diese Bezahlung, machen wollten.
Haben keine Möglichkeit mehr, und der Kreis der Arbeitslosigkeit zieht sich enger. (Lebenslauf, Motivation, Selbstwertgefühl usw.)

Aber ich denke das schriftlich zu Diskutieren ist viel zu langatmig :-)

@eashtern

Hey schau mal der Richter Begründet sein Urteil mit der selben Begründung die ich auch aufgeführt habe .. so ein nicht besonders pfiffiger, nicht nachdenkender Top-Hecht aber auch. :-)
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10.04.2014 14:55 Uhr von Rychveldir
 
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"Bei einem Hartz IV Satz darf man im Monat 100 Euro hinzuverdienen ohne Abzüge.
Alles darüber hinaus, wird vom Hartz abgezogen. Die Arbeitnehmer haben also keinerlei weiteren Vorteil daraus, bis zu dem Moment wo sie soviel Verdienen das sie gar kein (unterstützendes) Hartz mehr bekommen/brauchen."

Genau das ist doch das Problem!! Welche Mathematiknull hat sich so einen Blödsinn einfallen lassen!? Jeder Euro mehr muss einen Vorteil bringen! Punkt.
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11.04.2014 11:52 Uhr von Rychveldir
 
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Wer versteht hier meinen Post nicht? Warum bekomme ich ein Minus, wenn ich schreibe, dass höhere Bezahlung ein höheres Einkommen bewirken soll? o_o

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