06.04.14 14:43 Uhr
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Tod von Anja Niedringhaus ein Racheakt für NATO-Angriff auf ein Dorf

Die deutsche Reporterin und Pulitzer-Preisträgerin Anja Niedringhaus ist in Afghanistan erschossen worden, ShortNews hatte bereits berichtet. Nun wurde der Grund bekannt, warum die Deutsche erschossen wurde.

Der Polizist, der die Journalistin erschoss, äußerte, dass er sich für einen NATO-Angriff auf sein Dorf rächen wollte, als er mit einem Sturmgewehr das Feuer auf die Frau eröffnete.

Neben den tödlichen Schüssen auf Niedringhaus wurde auch die kanadische Journalistin Kathy Cannon schwer getroffen. Der Zustand von Cannon sei aber stabil, nachdem man sie in ein Krankenhaus gebracht hatte.


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WebReporter: Borgir
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Tod, Angriff, NATO, Rache, Racheakt, Anja Niedringhaus
Quelle: www.spiegel.de
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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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06.04.2014 14:43 Uhr von Borgir
 
+11 | -6
 
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Super, dafür sucht man sich eine Journalistin aus. Wenn er wenigstens ein militärisches Ziel genommen hätte, hätte ich es auch nicht verstanden aber gut. Sich aber eine unbewaffnete Journalistin als Ziel auszusuchen ist in keiner Weise nachvollziehbar.
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06.04.2014 15:02 Uhr von NilsGH
 
+17 | -2
 
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@Borgir:

Äh, doch! Es ist nachvollziehbar:

Erschieß einen Soldaten und jeder wird sagen: "Ist halt Krieg", und keiner würde berichten.

Erschieß einen Journalisten und jeder Fernsehsender verbreitet die Nachricht. Zudem wird auch gleich noch über den NATO-Angriff auf ein Dorf mitberichtet.

Der Mann macht ferner nicht die Soldaten, sondern "den Westen" für die Tat verantwortlich. Und "der Westen", das sind nunmal auch wir: Die Bürger, die wir unsere Regierung wählen und somit indirekt auch für die Angriffe der NATO-Soldaten auf Zivilisten verantwortlich sind.

Das mach nun aber nicht jeder hören und sehen. Deshalb verschließen sie die Augen und kommentieren diese - zugegeben tragische - Tat mit Sätzen wie: "Ich kann´s nicht nachvollziehen."

Einfach mal über den Tellerrand schauen und die Hintergründe und Zusammenhänge betrachten. Dann wird auch "dem Westen" schnell klar, dass viele von uns in solch einer Situation u.U. genauso handeln würden. Einfach aus Verzweiflung, Perspektivlosigkeit und Hilflosigkeit.
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06.04.2014 15:06 Uhr von Sirigis
 
+3 | -4
 
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Es ist schlimm, dass das Dorf dieses Polizisten von der Nato angegriffen wurde, weil sich dort möglicherweise Taliban verschanzt hatten. Aber eine unbewaffnete Frau zu töten, ist für mich (ich könnte nicht einen derartigen blindwütigen Hass entwickeln, auch dann nicht wenn meine eigene Familie betroffen wäre, ich wurde einfach anders erzogen) nicht nachvollziehbar. Ich wäre nicht in der Lage einen unbeteiligten Dritten, nur weil er einer Gruppierung (Ethnie) angehört, die möglicherweise unendlich viel Leid über mich gebracht hat, zu töten. Solche Stellvertretertötungen sind mir völlig fremd. Wie es wäre, wenn ich die tatsächlichen Täter vor mir hätte, weiß ich nicht, aber ich denke, auch dann würde ich wohl eher von Lynchjustiz Abstand nehmen. Wobei man kennt sich selbst doch auch nur zu einem gewissen Grad, und die Handlungen in Extremsituationen sind wohl von uns allen nicht wirklich vorher zu sagen. Nur nochmal Böses mit Bösem zu vergelten, ist nicht mein Ding. So möchte ich nicht werden, und ich hoffe, dass ich so nicht bin.
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06.04.2014 15:18 Uhr von CoffeMaker
 
+7 | -3
 
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"Der Mann macht ferner nicht die Soldaten, sondern "den Westen" für die Tat verantwortlich. Und "der Westen", das sind nunmal auch wir: Die Bürger, die wir unsere Regierung wählen und somit indirekt auch für die Angriffe der NATO-Soldaten auf Zivilisten verantwortlich sind."

Wir sind nicht mal ansatzweise dafür verantwortlich sondern nur die Politiker die den Krieg befehlen.
In keinem der Wahlversprechen stand das Krieg geführt wird oder nicht. Außerdem weiß doch jeder wer den Krieg wirklich will.
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06.04.2014 15:24 Uhr von Sirigis
 
+1 | -1
 
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Kennt Ihr die Geschichte der kleinen und der großen Krawatte? Wie die kleine Krawatte geht weiß ich nicht mehr. Das ist eine Geschichte aus Afghanistan aus der Zeit der russischen Besatzung. Die große Krawatte war wie folgt: einem gefangenen (russischen) Soldaten wird die Haut bei vollem Bewusstsein von der Hüfte auf über den Kopf gezogen und dieser Mensch erstickt dann unter unsäglichen Schmerzen. Nur erfunden? Das würde ich mir wirklich wünschen. Das wurde von seriösen Medien ca. in den 80iger Jahren verbreitet.
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06.04.2014 15:35 Uhr von Biblio
 
+1 | -1
 
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" Aber eine unbewaffnete Frau zu töten, ist für mich (ich könnte nicht einen derartigen blindwütigen Hass entwickeln, auch dann nicht wenn meine eigene Familie betroffen wäre, ich wurde einfach anders erzogen) nicht nachvollziehbar."

Wenn der Verarbeitungsmechanismus eines Traumatas eine Abstumpfung der emotionalen Qualität zur Folge hat ...

Das hat mit blindwütigem Hass mal gar nichts zu tun,
sondern mit der steten Unterdrückung jedweder Emotion, also auch Hass ... ich sehe in der Tat kalte Verachtung, sonst nichts. Nachvollziehbar, denn wenn man so einen Angriff auf das eigene Dorf geistig überleben will, muss man schon sehr weiten Abstand zu den Geschehnissen nehmen. Das bedeutet, das man sich mehr und mehr distanziert, und zwar von dem Menschen, der so etwas (Trauma) miterleben musste, also dem eigenen Selbst. Das ist eine reine Selbstschutzfunktion und legitim.




[ nachträglich editiert von Biblio ]
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06.04.2014 15:54 Uhr von Biblio
 
+1 | -3
 
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Das ICH entwickelt ein ÜBER-ICH, um der eigenen Lage Herr zu werden. Das Über-Ich stülpt sich quasi über das ursprüngliche Ich und schützt es künftig davor, erneut machtlos in einer vergleichbaren Situation zu landen. Dabei kann das Über-Ich wie ein eigenständiges Wesen betrachtet werden, welches den Ton im Gesamtpaket Mensch angibt, zuweilen auch Druck auf das ursprüngliche Selbst ausüben kann, jedoch logisch gesehen stets sekundär in Abhängigkeit vom primären Ich existiert, auch, wenn diesem Über-Ich zuvor die Macht oder Legitimation erteilt worden ist, künftig die Art aller Handlungen zu bestimmen.

Das neue Gesamt-Ich ist also danach ausgerichtet, unter allen Umständen Sicherheit und Überleben zu gewährleisten.
Folglich kann es nur "sterben", wenn das ursprüngliche Ich in ABSOLUTER Sicherheit ist, und zwar auch in aller Zukunft. Denn sowie die Geburt als auch den Tod eines solchen aufgestülpten, erfundenen, aber in seinen Taten autarken Über-Ichs, bestimmt allein das ursprüngliche Ich.

Nun, wer hat dieses Monster geschaffen?
Wer hat es zu verantworten?
Der Polizist, der in Verzweiflung und aus Selbstschutzgründen dieses Über-Ich installiert hat?
Oder doch die NATO?

Das muss man nunmal so sehen, wie es ist.
Oft sind sich Entscheider gar nicht darüber im klaren, welche Risiken sie eingehen, wenn sie eine Tat befehligen, welche Schmerz und Leid verursacht. Wo keine Gewalt ist, wird auch keine Gegengewalt erzeugt.
Wo Gewalt eingeführt wird, wo zuvor keine existierte, erzeugt unter Umständen nur mehr und mehr Gewalt.

[ nachträglich editiert von Biblio ]
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06.04.2014 19:35 Uhr von jschling
 
+1 | -3
 
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@ CoffeMaker
DOCH, auch DU bist 100% verantwortlich (ich will nicht sagen, dass es mich weniger trifft), denn auch DICH habe ich nirgends gegen den Krieg protestieren sehen (mich auch nicht).
Daher kann man schon sagen, dass selbst wenn du es nicht aktiv für Kriefg gewählt hast, auch du/ich/wir/die westliche Bevölkerung nichs getan hat um den Krieg zu beenden
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06.04.2014 22:17 Uhr von Shifter
 
+0 | -6
 
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sorry aber selbst schuld
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06.04.2014 22:56 Uhr von ein_fremder
 
+5 | -2
 
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" ..selbst schuld"
Na klar, sie ist selbst schuld weil sie ihren Job ausgeführt hat,
dann erschiessen wir auch demnächst unsere Postboten weil die uns einen Postzustellungsauftrag vom Gerichtsvollzieher überbringen.
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07.04.2014 09:31 Uhr von einerwirdswissen
 
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Wir alle sind irgendwie mit daran schuld.
Früher gab es Ostermärsche und auch andere Demonstrationen.
Der Europäer ist es aber Leid gegen Windmühlen zu kämpfen.

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