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Von wegen "Schnupperpraktikum": REWE muss 20-Jähriger 17.000 Euro zahlen

Eine 20-Jährige hat in Bochum vor dem Arbeitsgericht gegen den Betreiber einer REWE-Filiale geklagt und gewonnen. Ihr stehen für eine mehrmonatige Praktikanten-Tätigkeit 17.281,50 Euro zu, urteilten die Richter (Az.: 2 Ca 1482/13).

Die 20-Jährige arbeitete in dem REWE-Markt von Ende Oktober 2012 bis Anfang Juli 2013. 1.728 Stunden und 15 Minuten summierten sich auf dem Stundenzettel. Der Filialinhaber wollte sie aber nur für ein "Schnupperpraktikum" einstellen und keinen einzigen Cent Lohn dafür bezahlen.

Dieser Zustand sei arbeitsvertraglich sittenwidrig, so das Gericht. Für jede Arbeitsstunde wurden zehn Euro sowie Zinsen als Grundlage herangezogen. Möglicherweise droht dem REWE-Inhaber eine weitere Zahlung, denn der Freund der 20-Jährigen leistete dort ebenfalls ein kostenloses "Schnupperpraktikum".


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WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Euro, Chef, Strafe, REWE
Quelle: www.t-online.de

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31 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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26.03.2014 09:56 Uhr von omar
 
+52 | -12
 
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Ääähm, frag mich nur, wer 216 Arbeitstage à 8h (also rund ein Jahr) voll arbeitet, ohne einen Arbeitsvertrag?!
Selbst für Praktika gibt es heutzutage Verträge, alleine schon aus Haftungsgründen.
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26.03.2014 10:03 Uhr von Destkal
 
+49 | -3
 
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@omar

die gute hatte aber einen arbeitsvertrag, steht zumindest in der quelle.

desweiteren ist es heutzutage leider völlig normal dass praktikanten (und nicht nur die) ausgebeutet werden, sind schließlich billige arbeitskräfte.

[ nachträglich editiert von Destkal ]
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26.03.2014 10:06 Uhr von knuggels
 
+36 | -0
 
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Gemäss Art. 320 Abs. 1 des Obligationenrechts (OR) bedarf ein gewöhnlicher Arbeitsvertrag keiner besonderen Form. Es genügt also, wenn sich die Parteien mündlich auf einen bestimmten Arbeitsvertragsinhalt einigen. Nimmt ein Arbeitgeber Arbeit entgegen, deren Leistung nach den Umständen nur gegen Lohn zu erwarten ist, so kommt ein Arbeitsvertrag sogar stillschweigend – ohne dass sich die Parteien explizit über den Vertragsinhalt auseinandergesetzt haben – zustande (Art. 320 Abs. 2 OR). Ist in solchen Fällen nachträglich strittig, welcher Lohn seitens des Arbeitgebers geschuldet ist, so hat dieser gemäss Art. 322 Abs. 1 OR den für diesen Arbeitsinhalt ortsüblichen Lohn zu entrichten.

Geschickt gemacht von dem Mädel, Gratulation!
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26.03.2014 10:07 Uhr von jschling
 
+14 | -0
 
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ich verstehe das eher so, als gab es einen Arbeitsvertrag (ist ja schon Versicherungstechnisch notwendig) - aber ein sittenwidriger Vertrag ist ungültig. Ich weiss nicht genau ob komplett, aber zumindest bezüglich des sittenwidrigen Vertragspunktes = der Entlohnung

auf eine Art komisch, schliesslich wird sie ja zugestimmt haben und hat es ein Dreivierteljahr mitgemacht, aber auf der anderen Seite schon völlig korrekt: Arbeit muss bezahlt werden !!!! diese Low-Kost-Mentalität muss aufhören, notfalls gesetzlich/gerichtlich
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26.03.2014 10:11 Uhr von Klassenfeind
 
+18 | -1
 
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Das Geld hat sie sich verdient !!!

Ich gönne es ihr, jedenfalls sehr viel mehr als Managern, die ihren Laden in die Pleite managen und dann auch noch dafür Abfindungen und Bonis in Millionenhöhe haben wollen !

Das eigentliche Problem ist die Gesetzeslage, die so eine Schweinerei überhaupt erst möglich macht !!!
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26.03.2014 10:32 Uhr von alex070
 
+9 | -1
 
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Das ist ne echte Sauerrei von REWE sowas überhaupt zu versuchen. Und dann fechten Sie das Urteil auch noch an:

"Der Arbeitgeber will das Urteil offenbar nicht akzeptieren. Er soll inzwischen angekündigt haben, Berufung gegen die Entscheidung einlegen zu wollen." [s. Quelle]

Menschen die für einen arbeiten gehören gerecht entlohnt und nicht ausgebeutet, gerade bei jungen Menschen im Berufseinstieg extrem verwerflich.
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26.03.2014 10:56 Uhr von ar1234
 
+12 | -0
 
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Unbezahlte Praktika sollten abgeschafft werden. Sie werden eh nur dazu benutzt, Leute auszunehmen. Zudem sollten Praktika und die Gründe für diese Praktika generell beim Arbeitsamt gemeldet werden müssen, so dass Betriebe generell keine Chance mehr haben, übermäßig (unbezahlte)Praktikanten anstelle von (bezahlten) Arbeitern zu beschäftigen. Wenn man das gesetzlich festmachen würde, währen Ausbeutepraktikas größtenteils Vergangenheit und es würde mehr (bezahlte) Arbeitsplätze geben.

[ nachträglich editiert von ar1234 ]
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26.03.2014 11:13 Uhr von Maedy
 
+6 | -1
 
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Im Moment kenne ich einige Jugendliche die ihr Schülerpraktikum in einem bestimmten Rewe gemacht haben und derzeit machen. Allesamt würden nie mehr in einem Rewe arbeiten wollen.Die Stammbelegschaft ist unhöflich und von der Arbeit (Regale einräumen,putzen,Müll weg....)wollen wir nicht sprechen.Ein anderes Mädchen hat zur Zeit ein Jahr einen Praxistag im Rewe,die musste vom Lehrer zur Arbeit gebracht werden,sie hatte keinen Bock mehr dort zu arbeiten.Da finde ich das Verhalten des Lehrers merkwürdig,denn es wäre besser,sie würde ein anderes Praktikum suchen-ich frage mich echt,ob da Schulen so eine Art Verträge mit Praktikumsverschleißer haben....so wie Organisationen,die mit der Arge zusammenarbeiten und Maßnahmen veranstalten...
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26.03.2014 11:38 Uhr von VT87
 
+15 | -0
 
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Das ist doch heute alltäglich. Der Netto bei uns um die Ecke hatte auch so einen Aushang "Jahrespraktikant gesucht mit Aussicht auf Ausbildungsplatz".
Ich finde im Rahmen von Schulpraktika (2 Wochen), oder ein paar Tage Probearbeiten noch in Ordnung, aber unbezahlte Praktika über Monate hinweg mit der Aussicht dann eine Ausbildung zu bekommen sind doch pure Ausbeutung.
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26.03.2014 12:11 Uhr von stimpfal
 
+5 | -0
 
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Vorallem frage ich mich, wovon die Praktikanten leben und ihren täglichen Weg zur Arbeit finanzieren sollen, wenn sie ein Jahr lang völlig umsonst arbeiten.

Und falls der unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass sie nach dem Praktikum tatsächlich eine bezahlte Ausbildung machen sollten, haben sie die ersten 1 - 2 Jahre durch ihr unentgeltliches Arbeiten ja schon selber vorfinanziert.

Aber gängige Praxis ist doch, dass vorallem Praktikanten eingestellt werden, wenn Urlaubsphasen in den Firmen beginnen und diese überbrückt werden müssen. Die arbeiten dann umsonst und sind damit noch billiger als Aushilfen. Und mit ein paar leeren Versprechungen hält man sie bei der Stange. Wenn dann die Stammbelegschaft aus dem Urlaub zurück ist, werden die Praktikanten einfach wieder weggeschickt. Es sei denn, sie sind auch in Zukunft bereit umsonst weiter zu arbeiten.

Ungeheure Schweinerei. Da wird wirklich mit den Hoffnungen der Verzweifelten gespielt. Denn ich denke, dass man schon sehr verzweifelt sein muss, wenn man mehrere Monate widerspruchslos ein "Schnupperpraktikum" absolviert, welches ja eigentlich kürzer sein sollte. Und das wahrscheinlich noch, ohne irgendwelche Sicherheiten der getätigten Versprechungen in schriftlicher Form zu haben.

[ nachträglich editiert von stimpfal ]
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26.03.2014 12:11 Uhr von alex070
 
+4 | -0
 
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@Maedy

Nun das üblicherweise 2-3 wöchige Schulpraktikum ist tatsächlich immer unentgeltlich. Die Jugendlichen sollen in den Beruf reinschauen können und sich nicht den mit der meisten Kohle suchen.

Das ist auch okay, da gelten auch entsprechende Anforderungen an das Praktikum und die Zeit.

Bei 20jährigen die mehrere Monate unbezahltes Praktikum absolvierten kann man wohl kaum von einem Schulpraktikum sprechen.
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26.03.2014 12:13 Uhr von langweiler48
 
+3 | -4
 
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Ich hoffe der Konzern ist so schlau, akzeptiert das Urteil und entlässt diese miese Ratte.
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26.03.2014 12:19 Uhr von stimpfal
 
+1 | -1
 
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Ein Schulpraktikum ist ja auch sinnvoll, da heutzutage die Vorstellungen über einen Beruf bei vielen Jugendlichen völlig von der Realität abweichen. So sehen sie, was sie u. U. die nächsten 40 Jahre erwartet und können sich überlegen, ob es das ist, was sie möchten. Da sie meistens minderjährig sind, stehen sie beim Praktikum unter besonderem Schutz.

Persönlich wäre ich auch bereit ein paar Tage zur Probe zu arbeiten, damit beide Seiten sehen, ob es passt und auf was man sich einlässt.

Aber eine mehrwöchige oder sogar mehrmonatige Ausbeutung würde ich mir auch nicht gefallen lassen. Vorallem ohne Sicherheit, dass es sich am Ende auch auszahlt in Form einer Ausbildung oder Anstellung.
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26.03.2014 12:29 Uhr von magnificus
 
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Na fein. Jetzt werden die Lebensmittel wieder teurer, nur weil die nicht umsonst arbeiten wollte. Echt klasse.

/off
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26.03.2014 12:37 Uhr von CrazyWolf1981
 
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Das ist doch mal Werbung für Rewe. Dass der Konzern überhaupt vor Gericht gegangen ist zeigt doch dass nicht nur der Filialleiter so tickt. Ein Praktikum für ne Woche oder so wäre ja noch ok, aber mehrere Monat als volle Arbeitskraft einsetzen, nicht zu entlohnen und sich dann noch einbilden vor Gericht damit durchzukommen, dafür sollte man eigentlich den Laden dicht machen.
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26.03.2014 13:02 Uhr von jschling
 
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@ CrazyWolf1981
meines Wissens liegt das nicht im Ermessen der REWE-Handelsgruppe
REWE ist eine Einkaufsgemeinschaft, welche sicherlich auch Vorgaben über die Waren und Ladenlokale macht, aber unter Strich sind das private Besitzer der Supermärkte, welche sich der Gruppe anschliessen = es liegt nicht im Ermessen der REWE-Gruppe, sondern einzig bei dem lokalen Einzelhändler
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26.03.2014 13:29 Uhr von Maedy
 
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@ stimpfal *... und können sich überlegen, ob es das ist, was sie möchten. Da sie meistens minderjährig sind, stehen sie beim Praktikum unter besonderem Schutz.*
Was für ein Schutz soll dies sein? Mein Sohn hat mit knapp 14 ein Praktikum als Elektrotechniker gemacht-morgens um 6 raus zur Baustelle und kam abends um 20 Uhr oder sogar später wieder.Einmal blieb er in der Firma und durfte Schrauben sortieren und Schnee schippen... Meine Tochter hat sich mit 15 Jahren 6 Wochen in einer Boutique sich von morgens bis abends die Beine in den Bauch gestanden und letztendlich nur gelernt,wie man Pullover zusammenlegt und hinter vorgehaltender Hand über andere Mitarbeiter tuschelt. Ein Sohn eines Bekannten macht in einem Getränkemarkt Prakikumstag einmal die Woche ein Jahr lang-Leergutannahme und Auffüllen der Kästen funktionierte von Anfang an und sicher lernt er dabei nichts,denn er ist jetzt irgendwie ständig krank an dem Tag. So geht es auch einem Mädel im Rewe. Mein jüngster Sohn war letztes Jahr 3 Tage in einem Bauhof tätig. War toll,denn jetzt kann er bei uns den Gehweg vor dem Haus gekonnt kehren. Dann war er in einem Unternehmen,wo er schnell merkte,dass das nichts für ihn ist und sollte nach dem Blockpraktikum auch einmal in der Woche dahin weiter arbeiten gehen.Das unterband der Chef dann schnell indem er den Lehrer anrief. Da wir sagten,dass unser Sohn nicht in ein Praktikum soll ,nur damit er irgendeines hat-suchen wir jetzt schon die 3. Woche in Folge nach einem Platz für den Praktikumstag.Alle Unternehmen,die wir anfragten, wollten diese Form des Praktikums nicht unterstützen. Was lernt mein Sohn daraus ? Schulpraxistag ist Mist.!
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26.03.2014 13:40 Uhr von maxyking
 
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sehr gut.
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26.03.2014 13:43 Uhr von ThomasHambrecht
 
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Wer nimmt denn so etwas überhaupt an?
Wenn jeder dreimal lacht bei einer unterbezahlten Stelle, dann erledigt sich das von alleine. Aber leider gibt es immer wieder Leute die so etwas annehmen.
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26.03.2014 13:46 Uhr von asianlolihunter
 
+0 | -7
 
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"Der Arbeitgeber will das Urteil offenbar nicht akzeptieren. Er soll inzwischen angekündigt haben, Berufung gegen die Entscheidung einlegen zu wollen."

Richtig so vom Arbeitgeber! Ein Praktikum ist immer noch ein Praktikum und als Arbeitgeber würde ich mir die Summe auch nicht gefallen lassen.
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26.03.2014 16:11 Uhr von xenonatal
 
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Wovon hat sie in der ganzen Zeit gelebt ?
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26.03.2014 17:40 Uhr von alex070
 
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@blindlahmerPriester

Azubis werden aber für ihre Arbeit bezahlt und sie bekommen eine Ausbildung dazu. Ich will nicht sagen das hierbei keine Ausbeutung vorkommt, aber es ist eine andere Sachlage.
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26.03.2014 17:52 Uhr von Bud_Bundyy
 
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....hat der Betreiber eines Rewe-Markts Verurteilt, nicht REWE. das ist für mich schon ein Unterschied.
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26.03.2014 18:05 Uhr von SchmaJisrael
 
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Hab ich schon oft von gehört, dass der Rewe gerne Praktikanten ran schafft... Das in Kombination mit den unrealistischen Preisen und unfreundlichen Festangestellten, sorgt dann halt dafür, dass da keiner mehr hin geht...
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26.03.2014 18:06 Uhr von DJFischkopp
 
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bestimmt kein Einzelfall , wenn jetzt noch die Lebensmittelkontrolle mal ihren Job machen würde, und das Schwarzgeld mal ausschlagen würde, dann müsste sich die gesammte REWE-Gruppe in Kompostrewe umbenennen.

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