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Türkei: Erdogan bezeichnet einen bei Protesten getöteten Jungen als "Terrorist"

Vor zehn Monaten wurde ein 15-jähriger Junge bei Protesten in der Türkei so stark verletzt, dass er bis vor vier Tagen im Koma lag und schließlich starb. Die Polizei hatte mit Tränengasgeschossen gefeuert und ihn damit am Kopf getroffen. Als der Junge starb, gab es erneut Proteste gegen Erdogan.

Doch anstatt sein Bedauern auszudrücken, gießt Erdogan nun noch mehr Öl ins Feuer und bezeichnet den Toten als einen Terroristen, da er bei den Demonstrationen mit einem Schal vermummt gewesen sein soll. Erdogan-Anhänger verbreiteten im Internet zudem Gerüchte, die den Jungen schlecht machen.

Der Vater des 15-Jährigen sagt hingegen, dass sein Sohn nur Brot kaufen wollte, als er tödlich getroffen wurde. "Er ist ein friedliebender Junge, der mit den Gezi-Protesten überhaupt nichts zu tun hat", so der Vater. Zehntausende Menschen hatten am Trauerzug des Jungen teilgenommen.


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WebReporter: WalterWhite
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Türkei, Junge, Terrorist, Recep Tayyip Erdogan
Quelle: www.spiegel.de

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