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Mario Draghi will Europa in eine Inflation steuern

Wenn es in der Europäischen Union zeitgleich zu einer Deflation und hohen Schulden kommt, wäre das verlorene Zeit. Die Europäische Zentralbank will die Euro-Zone nun in eine Inflation steuern. Allerdings droht so die Gefahr einer Hyperinflation.

Die Verbraucherpreise in den Krisenländern, insbesondere in Griechenland, sinken derzeit. Ende 2013 war die Inflationsrate im Euroraum bei 0,8 Prozent. Geplant war allerdings eine Inflation in Höhe von 2,0 Prozent. Dies sei laut EZB eine stabile Preisentwicklung.

Die Inflationsrate in Deutschland liegt dagegen bei 1,5 Prozent. Allerdings stiegen die Lebensmittelkosten um 3,8 Prozent. Die EZB will aber weiterhin bei der Festsetzung des Leitzinses bleiben, der derzeit auf einem Rekordtief von 0,25 Prozent steht.


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WebReporter: Borgir
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Europa, Inflation, Mario Draghi
Quelle: deutsche-wirtschafts-nachrichten.de
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24 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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10.01.2014 10:25 Uhr von IM45iHew
 
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Tja künstlich erzeugte Inflation bei gleichbleibenden Einnahmen oder Verzinsungen ist ja auch eine Art der Enteignung... Mit der Besonderheit das es nur von Leuten bemerkt wird die ihr Hirn auch benutzten können.

Im Umkehrschluss bringt das doch eigentlich gar nichts oder? Wenn alles teurer wird dann auch für den Staat. Also muss der Staat mehr Kredit aufnehmen und wir sind wieder an dem Punkt angelangt von dem wir (Ich zumindest, Draghi wohl eher nicht ;)) eigentlich wegkommen wollten?!? Oder habe ich was falsch verstanden?
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10.01.2014 11:08 Uhr von AllesSchonWeg-.-
 
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die überschrift und der erste absatz sind reißerisch
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10.01.2014 11:14 Uhr von Borgir
 
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@ AllesSChonWeg...

warum ist das reißerisch? Ist es reißerisch zu schreiben, was die vorhaben? Soll man in Schlagzeilen verharmlosen und nur abgeschwächte Wahrheiten schreiben? Gerade da doch nicht.
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10.01.2014 12:56 Uhr von Hafturlaub
 
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Wollen kann er viel, aber wie man sieht ist es nicht einfach, eine Inflation zu erreichen. Japan versucht das seit vielen Jahren mit billigem Geld, funktioniert aber nicht nicht. Die EZB hat ja auch keinen Spielraum mehr nach unten, praktisch ist das Pulver verschossen.


@IM45iHew

wenn in einer Inflation die Preise steigen, steigen damit auch die Einnahmen des Staates, welche ja meist prozentual erhoben werden. Wenn dann die Zinsen niedrig gehalten werden und die Staaten "nur" auf eine Neuverschuldung verzichten würde man die Staatsschulden damit entwerten. Soweit die Theorie ;-)
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10.01.2014 12:59 Uhr von OldWurzelsepp
 
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Gut der Mann, endlich einer der mitdenkt!
Diese sinnlose und panische Angst vor Inflation der Deutschen ist so ziemlich das dümmste, dass man einer exportorientierten Wirtschaft antun kann. Der Euro gehört um mindestens 20% abgewertet.Vor allem China und die USA werten ihre Währungen um die Wette ab, und lachen sich einen Ast, weil wir dummen Europäer unsere eigene Wirtschaft zerstören und sich alle anderen Länder dumm und dämlich an uns verdienen.
Kalte Enteignung ist sowieso nur ein Propagandewort der Euro-Gegner. Als ob die Mehrheit aller Bürger Millionen am Konto hätten. Wenn das reichste Drittel der Bürger das spürt, dann wäre es schon viel.
Jetzt ist nunmal nicht die Zeit zum Sparen, jetzt sollte man investieren. Wenn das alle machen, dann gehört die Wirtschaftskrise endlich der Vergangenheit an.
MfG
OldWurzelsepp
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10.01.2014 13:15 Uhr von Jason31
 
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An dieser Stelle, wenn auch leider nur an dieser einen, empfinde ich den Islam als bemerkenswert gut: Er versteht Zinsen als unmoralischen Akt.
Eine Auffassung, die man durchaus verstehen kann, angesichts des Verschuldungskarussells, in dem wir sitzen.
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10.01.2014 13:43 Uhr von Hafturlaub
 
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@ Jason31

Wer hält sich denn daran? Man umgeht es einfach und gibt dem Kind einen anderen Namen.

Zinsen sind eine Risikoprämie und Leihgebür. Man verborgt etwas, was man evtl. nicht wieder bekommt und wenn man es wiederbekommt, hat es weniger Kaufkraft.

Würdest du mir Geld leihen, damit ich Häuser bauen und teurer verkaufen kann. Wenn du Glück hast und mein Konzept funktioniert, bekommst du dein Geld wieder, kannst dafür allerdings weniger Ware kaufen als heute. Wenn es schief geht, hast du Pech gehabt.
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10.01.2014 13:57 Uhr von ms1889
 
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nuja, das böse erwachen wird kommen, wenn das ganze verleihende geld fällig wird... diese niedrigzinspolitik zerstört nämlich die altersversorgung der menschen....und stellt eine künstlich blase (wie die die zur krise fürte da, siehe aktienkurse dax über 9000 usw). man erschaft also eine andere krise um eine krise zu umgehen.

als damals die "krise" kam, hätte man einfach die banken pleite gehen lassen sollen. das wäre schnell und schmerzvoll gewesen....ist aber sicherer als diese mist jetzt.
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10.01.2014 14:08 Uhr von Jason31
 
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@Hafturlaub

Prinzipiell richtig. Deine Auffassung beruht auf einem einfachen Konzept: Ich leihe mir Deine Bohrmaschine und bring Sie wieder irgendwann zurück - je nachdem wie lange ich mir die geliehen hab, gibt´s dann noch nen Boni oben drauf. Einfach, verständlich, durchaus sinnvoll...

Allerdings ist die Wirtschaftsrealität heute eine andere (wieder mit dem selben Beispiel): Ich leihe mir Deine Bohrmaschine, verbummel die aber (oder sie geht kaputt) und kann sie Dir nicht zurück geben. Also komme ich wieder zu Dir und leihe mir eine neue Bohrmaschine, sage dir aber gleichzeitig, die brauchst du mir gar nicht erst geben, die möchte ich gleich wieder zurückgeben, für die erste. Also schulde ich dir nach wie vor eine Bohrmaschine (habe damit aber die "Leihzeit" zurückgesetzt), benötige aber jetzt wieder tatsächlich eine, das Spiel geht von vorn los...
Irgendwann Schulde ich dir 20 Bohrmaschinen, von denen es real mal nur 3 gegeben hat, plus oben drauf noch jede Menge Extras. Du als Verleiher kannst von meiner Naivität/Pech/Dummheit gut leben (zumindest solange ich ein guter Schuldner bin), ich hingegen mache es zu meinem Lebensinhalt für Dich Ersatzbohrmaschinen aufzutreiben.

Früher hieß so etwas Sklaverei, wo man sich mit viel Glück und viel Arbeit ggf. mal Freikaufen konnte, sofern der "Herr" die Spielregeln (Zinsen) nicht fortlaufend neu festgelegt hat. Aus gutem Grund hatte man das aber mal abgeschafft, um es dann - Deine Wort - mit neuem Namen wieder hervor zu holen.

Sinn und Zweck der Sache als solche sind unstrittig, dennoch muss die Frage erlaubt sein, ob es nicht bessere Möglichkeiten gibt (für alle Seiten). Diese Forderung nach objektiver Sichtweise aber einer Finanzindustrie zu überlassen, die vom status quo sehr gut lebt, halte ich aber für mindestens fragwürdig, besten Falls grobfahrlässig.
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10.01.2014 14:17 Uhr von Hafturlaub
 
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@ms1889

wenn das verliehene Ged fällig wird, wird es wie immer umgeschuldet, nur dieses Mal zu günstigeren Konditionen. So könnten sich die Staatschulden langfristig entwerten.

Übrigens ist der Dax ein Performance-Index, da werden die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet, er sollte also steigen können, ohne das sich dabei eine Blase bilden muss. Der Kursindex liegt noch deutlich unter Allzeithoch und Kennzahlen wie KGV und DivRendite sind voll im grünen Bereich.
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10.01.2014 14:21 Uhr von maxyking
 
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Nach dem es mit der Bankenkrise noch nicht geklappt hat die Mittelschicht zu enteignen muss nun eben ein neuer Weg gefunden werden.
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10.01.2014 14:57 Uhr von turmfalke
 
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Merken diese Europabefürworter nicht das dass alles gegen die Wand fährt und das der normale Sparer schleichend enteignet wird? Aber es sieht ja alles glänzend aus und Deutschland steht so gut da wie noch nie. Alles Lügen und dämliches Gequatsche und die Merkelwähler merken nichtmal das es auf ihrem Konto auch immer enger wird. Die führt uns gut durch die Krise, nein die führt uns gut um die Nase. Sagt man die Wahrheit,ist man Europagegner und wird in die rechte Ecke gestellt aber das ist mir langsam auch egal!
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10.01.2014 15:09 Uhr von lawl
 
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Das Problem bei der Infaltion ist folgendes: Früher oder später entseht IMMER eine Hypoerinflation.
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10.01.2014 15:10 Uhr von farm666
 
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Der typ sieht aus wie Satan im Menschen
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10.01.2014 15:19 Uhr von Serhat1970
 
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Nichts als Panikmache !!! Hier in Europa wird es niemals wieder eine Hyperinflation geben, dafür werden Banken und Regierungen schon sorgen und um Deutschland braucht ihr schon mal gar keine Gedanken machen. Nirgends funktioniert der Kapitalismus so effektiv wie hier.
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10.01.2014 17:00 Uhr von hellboy13
 
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Wenn Satan einmal am Ruder ist,geht das ganze niemals gut.
Mit Verschönerungsworten um sich zu werfen heilt nicht die Wunden der Zukunft!

[ nachträglich editiert von hellboy13 ]
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10.01.2014 17:18 Uhr von Hafturlaub
 
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@Jason31

Letztlich geht es in deinem Beispiel also um die Frage, ob man erwachsenen Menschen erlauben darf, sich Bohrmaschinen zu leihen oder ob man davon ausgehen muss, dass sie die Tragweite dieser Entscheidung nicht überblicken können.

[ nachträglich editiert von Hafturlaub ]
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10.01.2014 19:42 Uhr von Peter323
 
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wie schön, dass der Staat bzw. die Zentralbanken die Macht über das Geld haben, somit kann sich der Staat selbst entschulden, indem künstlich inflation durch lockere Geldpolitik erzeugt wird und damit die Schulden wertlos werden und die Steuereinnahmen massiv zunehmen.

Das witzige daran ist aber, dass die Leute, die Jahrzehnte in Lebensversicherungen und Renten eingezahlt haben, dann zwar die vereinbarte Summe bekommen, die aber nix mehr Wert ist und man nicht einmal mehr davon Lebenshaltungskosten zahlen kann.

Selbst die Leute, die ihr Geld unterm Kopfkissen versteckt halten, sind auch davon betroffen.

Die Deppen an Politiker, die einfach nicht gescheit wirtschaften können, dürfen weiter massiv Geldverschwenden und Lobbyarbeit machen... ohne, dass sich je was ändert, schließlich kann man ja weiter ungedecktes Geld ausgeben und inflation erzeugen...

Ich bin einfach im falschen Film... Am besten ich mach mich selbständig und zahl kein Cent mehr in die Rente ein
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10.01.2014 20:03 Uhr von blaupunkt123
 
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@ AllesSchonWeg-.-
> die überschrift und der erste absatz sind reißerisch

Was ist daran reißerisch ?

Man könnte es auch noch deutlicher schreiben !!


Sie wollen reichere EU Länder an ärmere angleichen.
Sie wollen die Bürger still enteignen, indem Preise steigen,
aber es für das gesparte Geld keine Zinsen mehr gibt.
So schrumpfen die Ersparnisse der reicheren Länder.
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10.01.2014 22:13 Uhr von DEvB
 
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Was daran reißerisch ist? Ganz einfach: Inflation ist in einer kapitalistischen Gesellschaft etwas vollkommen normales und wichtig. Eine inflation von 0.8% ist tatsächlich ein Witz und auf Dauer viel schädlicher als der Kaufkraftverlust.

Schaut euch einfach mal die Inflation der D-Mark zu Zeiten des Wirtschaftswunders an. 3-8% waren ganz normal.

Natürlich muss man dies immer ins Verhältnis zu den Zinsen setzen, die momentan natürlich viel zu niedrig sind. Aber das wird auch nicht besser indem man die inflation zu niedrig hält oder sogar eine Deflation riskiert. Abgesehen davon ist es die Aufgabe der EZB die inflation bei 2% zu halten. Draghi macht also nur seinen Job.
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10.01.2014 22:43 Uhr von Lornsen
 
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Wurzel ist wohl einer von den freien Steineaufeinanderstellern, die das so gerne möchten!
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11.01.2014 14:17 Uhr von Sag_mir_Quando_sag
 
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@IM45iHew
"Oder habe ich was falsch verstanden?" (IM45iHew)
Doch Du hast etwas falsch verstanden. Da der Euro quasi zur EU-Räson - von Staat kann man nicht sprechen - gehört und die Europäische Zentralbank als einzige Institution in Europa nicht nach dem Subsidiaritätsprinzip funktioniert, hat die Europäische Zentralbank die Funktion eines europäischen Wirtschaftsministerium übernommen. Und die Sichtweise aus "Europa" ist eine andere als die nationalstaatliche Sichtweise. Nicht umsonst hat Draghi im letzten Sommer erklärt, der Euro wird nicht zerbrechen. Also dreht sich alles darum, den Euro zu erhalten.
Die wirtschaftlichen Realitäten in Europa bleiben aber dennoch bestehen. Also Dirk Müller hat Recht. So oder so.

Wie will Draghi diesen Widerspruch lösen? Über die Inflation. Dabei sind 2 Prozent viel zu wenig, aber offensichtlich will er Dampf aus dem Schnellkochtopf nehmen.

Es sind also politische Sichtweisen, die zu dieser Entscheidung von Draghi geführt haben.

Was die Preise für Lebensmittel betrifft: die sind im letzten Sommer teilweise 30 Prozent gestiegen. Einem Sozialhilfeempfänger kann es ziemlich egal sein, wenn die Preise für irgendwelche Konsumgüter gesunken sind. Für ihn oder sie bedeutet diese Preissteigerung für Lebensmittel einen realen Einkommensverlust, was der Warenkorb - der ja entsprechend politischer Notwendigkeiten geformt wird - aber nicht wiedergibt.
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11.01.2014 15:22 Uhr von Humpelstilzchen
 
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Vielleicht sollte man erstmal sehen, wie der gute Mann Auto fahren kann, bevor der irgend was anderes steuert!
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11.01.2014 15:50 Uhr von hofn4rr
 
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die vernichtung von sparguthaben durch inflation ist eine relativ humane alternative, im gegesatz zur deflation und stagflation (die wir derzeit offenbar haben).

eine andere alternative wäre "raus" aus dem euro, und wir hätten wieder die möglichkeit, unsere eigene währung an die wirtschaftsleistung anzupassen.

klar, ein ausstieg würde bedeuten, das unser geliehenes geld futsch ist. aber das ist es so oder so.

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