08.12.13 20:00 Uhr
 7.266
 

Österreich: "Geplante Obsoleszenz" löst riesigen Hype im ganzen Land aus

Die vermehrte Berichterstattung über vermeintliche Sollbruchstellen in Geräten und Produkten sorgt in Österreich aktuell für eine kleine gesellschaftliche Revolution. Die künstliche Beeinflussung von Waren, um deren Lebensdauer möglichst kurz zu halten, nennt man "geplante Obsoleszenz".

Das Wiener "Reparatur- und Service-Zentrum" (RUSZ) erlebte vor allem durch den Arte-Film "Kaufen für die Müllhalde" einen Hype um das eigene Geschäftsmodell. Im ganzen Land werden Reparatur-Clubs gegründet und Menschen bilden sich technisch fort, um kaputte Geräte selbst instandsetzen zu können.

Allein in Wien konnten durch das gesteigerte öffentliche Interesse 300 Langzeitarbeitslose in unbefristete Arbeitsverhältnisse vermittelt werden. Des Weiteren konnten 15.000 Tonnen teils giftige Abfälle vermieden werden. Diese wären sonst wahrscheinlich auf wilden Müllkippen im Ausland gelandet.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: NoPq
Rubrik:   High Tech
Schlagworte: Österreich, Land, Reparatur, Hype, Geplante Obsoleszenz
Quelle: www.taz.de

Jetzt Deinen
Kommentar abgeben!
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

22 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
08.12.2013 20:03 Uhr von Seravan
 
+9 | -11
 
ANZEIGEN
Diese wären sonst wahrscheinlich auf wilden Müllkippen im Ausland gelandet.



Ist das die realität in Österreich?
Kommentar ansehen
08.12.2013 20:09 Uhr von RMK
 
+8 | -1
 
ANZEIGEN
@ Seravan

...kommt darauf an ob s in Bezug auf den Müll oder die Arbeitslosen gemeint ist ...

scnr
Kommentar ansehen
08.12.2013 21:11 Uhr von xDP02
 
+9 | -9
 
ANZEIGEN
Wie alt ist dieser Film noch genau? Guten Morgen Österreich ;)
Kommentar ansehen
08.12.2013 21:15 Uhr von Rekommandeur
 
+52 | -1
 
ANZEIGEN
Geplante Obsoleszenz ist schon seit Jahren bekannt, und eine große Unverschämtheit, dem Kunden gegenüber.
Aber keiner tut was dagegen...
Wieviel Müll ließe sich alleine in Deutschland vermeiden, wenn die Geräte länger funktionieren würden ?
Da werden teilweise billige Komponenten eingebaut, die dann früher durchbrennen als gute.
Auch ein Defekt per Software wird schon seit langem eingesetzt.
Hat beispielsweise ein Drucker 5000 Seiten gedruckt, kann es sein, das die Software das Gerät sperrt, und man sich einen neuen kaufen muss.
Schon alleine die alte Geschichte mit den Glübirnen ist eine Frechheit.
Als die ersten Glübirnen in Großserie hergestellt wurden, belief sich die Betriebszeit auf 10.000 Stunden.
Die Hersteller einigten sich darauf, das die Birnen eine Betriebsdauer von ca 2.000 Stunden haben sollte.
Das war die erste geplante Obsoleszenz, die es gab.
Mistpack...industrielles...heuchler...
Umweltschutz prangern, das Gegenteil leben...
Kommentar ansehen
08.12.2013 22:21 Uhr von olivia_oel
 
+20 | -1
 
ANZEIGEN
Trotzdem würde ich es besser finden, Hersteller zu bedeutend längeren Gewährleistungszeiten zu verdonnern, denn sie vergeuden für Ihre Profitgier unsere Rohstoffe. Und nicht nur das - jeder Hersteller muss auch für die Wiederverwertbarkeit der zu entsorgenden Stoffe und Geräte haften. Da würden ein paar Gesetze ganz schnell wieder abgeschafft werden (z.B Glühlampenverbot)
Kommentar ansehen
08.12.2013 22:54 Uhr von shadow#
 
+5 | -10
 
ANZEIGEN
Die "geplante Obsoleszenz" gibt es nicht, nur Herstellung die möglichst billig sein muss - aus Kosten der Qualität.

Und der nach Afrika exportierte Elektroschrott ist eine riesengroße Sauerei, die von der Politik längst hätte beendet werden können.
Kommentar ansehen
09.12.2013 00:08 Uhr von Timmer
 
+23 | -0
 
ANZEIGEN
Geplante Obsoleszenz gibt es nicht?

Ich hatte vor einem Monat einen Laptop einer Freundin in die Hand gedrückt bekommen weil dieser nicht mehr anging.

Ich hab direkt gemerkt, dass der Ein Ausschalter kaputt war da er kein Widerstand leistete. Laptop war 2 1/2 Jahre alt.

Hab ihn aufgemacht und dann beim Schalter eine wirklich schlechte Konstruktion gesehen wo jeder LAIE gesagt hätte, dass das irgendwann kaputt gehen MUSS und das es mit Mini Mini minimalsten Aufwand wirklich 100 besser gelöst hätte werden können.

Aus dem Mainboard ragte ein kleiner Plastikbalken, so ca 1mm dick und breit und 4mm lang. Der Plastikschalter bestand aus zwei solchen Plastikbalken mit einer Erhöhung wo der Balken vom Mainboard in der Erhöhung der beiden Anderen lose steckte. Durch diese Erhöhung erzielte man einen Druckpunkt auf 1x1mm. Die meiste Kraft entfaltete sich auf den linken Balken beim Einschalten und dieser ist auch gebrochen. Das war auch so geplant denn diese hatten absolut keine Stabilität. Ich hab sogar ein Bild davon gemacht. Ich hab das ganze zum Schluss einfach mit einem sehr kleinen Plastikteil und einen Hauch Sekundenkleber fixiert. Das Ding wird so nie wieder kaputt gehen. Das war einfach so geplant, denn so schlecht kannst du etwas nicht konstruieren. (Marke Samsung).
Offizielle Reparatur hätte um die 100 gekostet für ein Gerät was nur 399 gekostet hat. Dann wäre die Krux dabei noch gewesen, dass das Ersatzteil nochmal kaputt gegangen wäre...

Und da kannst du mir auch keinen von Kostengründen erzählen denn der Schalter hätte jeder Affe stabil konstruiert indem man keine Minibalken auf beiden Seiten hinbastelt sondern einfach auf der linken Seite ein kleines Dreieck angebracht hätte, dass den Druck in das ganze Plastikteil übergehen lässt. Das wäre um nichts teurer geworden. Das war von Anfang an so geplant.

[ nachträglich editiert von Timmer ]
Kommentar ansehen
09.12.2013 00:33 Uhr von ms1889
 
+15 | -0
 
ANZEIGEN
diese sollbruchstellen einfach als betrugs strafbestand aufnehmen...und siehe da... es gibt sie nicht mehr.
nur solange politik (der gesetzgeber) gleichzeitig die industrie ist, wierden solche gesetze traum bleiben!
Kommentar ansehen
09.12.2013 00:51 Uhr von TK-CEM
 
+14 | -0
 
ANZEIGEN
Diese "geplante Obsoleszenz" ist ein eindeutiger Beweis dafür, dass sich unser ganzes Leben nur um das Geld dreht, Das betrifft nicht nur den Elektronikschrott, der künstlich hochgeneriert wird, um mehr Neugeräte verkaufen zu können. Dieses Prinzip wird in jeder Branche und in jeder Lebenslage praktiziert.

Ob Geräte, Kleidung, Nahrungsmittel oder sonstige Artikel - alles wird in der Substanz gestreckt oder mit "Sollbruchstellen" versehen, um mehr Profite abschöpfen zu können. Beispiele: eine Jacke oder eine Hose wird mit einem dünneren Stoff gefertigt. Damit geht diese schneller kaputt und der Verbraucher muss sich gezwungenermaßen eine Neue kaufen. Das selbe mit Schuhen, die mit dünnerem Garn vernäht oder nur noch geklebt werden (manche sichtbaren Nähte sind bei Schuhen nicht wirklich Garn, sondern Imitationen), oder mit sehr schnell abnutzenden billigen Sohlen gefertigt werden, damit diese schneller kaputt gehen. In den Lebensmittelverpackungen werden die Füllmengen reduziert, damit mehr Mengen gekauft werden müssen, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Uhren, Unterhaltungselektronik, Weißgeräte, Autoteile usw. - alle Geräte haben eines gemeinsam: sie SOLLEN nach höchstens 2 Jahren und 2 Monaten kaputt gehen, damit sich eine Reparatur nicht mehr lohnt und neue Produkte gekauft werden müssen.

Warum wohl ist inzwischen eine renommierte Firma wie Löwe insolvent? Weil diese Geräte eine höhere Qualität haben und diese "Obsoleszenz-Zeit bei weitem überstehen. Allerdings werden zu wenig Geräte nachgekauft, und die Herstellung ist zu teuer, um die Kosten mit den geringen Umsätzen auffangen zu können.

Frage: warum gibt es das österreichische Modell in Deutschland so noch nicht? Ganz einfach: weil die Lobby der Händler was dagegen haben. So versucht die IHK zusammen mit der Handwerkskammer mit aller Macht zu verhindern, dass solche Vereine offiziell Geräte und Artikel zur Lebenshaltung reparieren dürfen. Die IHK, weil die Händler sonst weniger verkaufen, und die Handwerkskammer, weil für solche Tätigkeiten in aller Regel ein Meisterbrief abverlangt wird, selbst für Änderungsschneidereien, Schuhmacher und Uhrenreparaturen - für KFZ-Reparaturen sowieso.

Fazit: solange unsere Regierungselite hier nicht entsprechende Änderung der Gesetze vornimmt, werden es solche Vereine wie in Österreich sehr schwer haben und sich immer am Rande der Legalität bewegen. Dass dies niemals geschehen wird ist auch ein weiterer Beweis dafür, wie unsere Regierungsmarionetten unter dem direkten Einfluss von Industrie und Lobbyisten stehen. Diesbezüglich wird es auch in Österreich für manche Vereine oder Personen noch ein erstaunliches Erwachen geben, denn dort sind die Lobbyisten teilweise noch extremer als bei uns.

So gut der Ansatz dieser Bewegung auch ist, die Profitgier der entsprechenden Unternehmen wird sehr wohl zu verhindern wissen, dass der Endverbraucher zu lange von seinen Errungenschaften hat. Das Stichwort lautet "Umsatzsteigerung", und wenn das auf "normalem" Weg nicht gelingt, muss eben "nachgeholfen" werden.

Es geht wie immer nur darum, wie dem Bürger am schnellsten so viel wie möglich das Geld aus der Tasche gezogen werden kann. So manche Unternehmen bewegen sich dabei sehr stark am Rande des Betruges - beweisen lässt sich das leider nur ganz selten.

So what - it´s my project only.
Kommentar ansehen
09.12.2013 02:04 Uhr von no_trespassing
 
+8 | -3
 
ANZEIGEN
Das find ich hervorragend.

Übrigens: Kleiner Tipp an die Gymnasien: Anstatt weltfremden Physik-Unterricht mit stupiden Berechnungen zu machen, bringt in Informatik/Physik lieber den Oberstufenschülern bei, wie man beispielsweise defekte Kondensatoren auslötet.

Mal 4-5 Projektwochen über die 3 Jahre verteilt gemacht, begeistert sicher den einen oder anderen mehr für Physik und Elektrotechnik als das, was heute angeboten wird.
Kein Wunder, dass die Schüler alle lieber Kunst und Sport als LK machen wollen.
Kommentar ansehen
09.12.2013 07:54 Uhr von saber_
 
+3 | -2
 
ANZEIGEN
@Zeus35


eine firma will ein produkt X auf dem markt platzieren. Bevor dies geschehen kann wird viel marktforschung betrieben. Dann werden lastenhefte erstellt und die kundennutzung wird analysiert.

dann wird alles schoen durchkalkuliert und im endgueltigen lastenheft definiert.

dann wird das produkt X konstruiert und so wie im lastenheft gefordert ausgelegt.



um das beispiel des kaputten laptopschalters aufzugreifen: im lastenheft ist ein fingerdruck mit 10N auf den schalter definiert und dieser schalter muss mit dieser kraft mindestens 50 000 zyklen durchhalten!


das ding wird also genau so konstruiert! das ding wird auch genau auf diese lebenszeit hin geprueft und getestet.... und dabei duerfen auch tasten in ganz geringen prozentzahlen weniger als 50000 zyklen schaffen....



und dann kommt eben deine freundin und drueckt jedes mal mit 20 N auf den schalter... und dann auch noch meistens unter einem nicht so idealen winkel... und paar mal hat das bloede ding nicht reagiert...und schon hat sie mal mit 50N draufgedrueckt... und schon ist die lebenszeit am ende!



das ist keine geplante obsolenz, sondern das produkt der GEIZ IST GEIL mentalitaet.... die produkte muessen alle immer billiger werden und immer mehr aushalten!



des weiterem steht jedem kunden offen was er kauft! keiner ist gezwungen einen 30 euro drucker zu kaufen der nach 500 seiten kaputt geht! fuer richtige drucker sind millionen drucke kein thema....


vergleich mal eine bohrmaschine vom aldi mit einer hilti... meinste die aldibohrmaschine geht wegen geplanter obsolenz kaputt?! eher weil sie eben laut lastenheft nur fuer paar schrauben beim schrankzusammenbau ausgelegt ist und nicht wie die hilti fuer den harten baustellenalltag....dafuer kostet die hilti das 20-fache! und leicht reparieren laesst sie sich auch!


man darf nicht immer nur mit dem finger auf die boese industrie zeigen... denn die industrie wird vom kunden angeregt die produkte so zu machen wie sie sind.... jeder kann durch sein kaufverhalten bestimmen wie die produkte auszusehen haben
Kommentar ansehen
09.12.2013 08:41 Uhr von ParaMAX
 
+2 | -0
 
ANZEIGEN
@Warpilein2

...habe noch auf Montage mit einer Hilti, TE15 oder so) gearbeitet bei der ein Privatmann (gewerblich natürlich nicht) 15 Jahre Garantie noch hatte.
Kommentar ansehen
09.12.2013 08:41 Uhr von ThorstenKipp1971
 
+5 | -0
 
ANZEIGEN
Die geplante Obsoleszenz ist volkswirtschaftlich gesehen eine Art Inflation. Neben der Reduktion der Kaufkraft des Geldes vollzieht sich eine weitere Form der Inflation durch die Notwendigkeit öfter neu kaufen zu müssen. Einerseits durch Modetrends und technische Neuentwicklungen, die es unattraktiv machen, die alten Produkte weiter zu verwenden oder eben durch eine künstlich verkürzte Haltbarkeit. Neben der schlagartigen Geldentwertung mit der EURO-Einführung eine weitere Form der Enteignung. Jeder kann sich jetzt selbst ausrechnen, wie viele Stunden Arbeit mehr notwendig sind als z.B. 1995 um den Lebensstandard zu erhalten.
Kommentar ansehen
09.12.2013 08:58 Uhr von saber_
 
+4 | -0
 
ANZEIGEN
@warpilein2


leider ist auch hilti ein gewinnorientiertes unternehmen und hat sein produktportfolio immens erweitert... und da sind natuerlich nun auch produktlinien von hobbywerkzeug bis profiwerkzeug entstanden...

leider leidet die qualitaet darunter halt eben auch...





@ThorstenKipp1971


du sagst es schon richtig: diese inflation ist zum grossteil vom kunden selbst eingeleitet...


frueher hat man sich eben ein auto gekauft und ist es dann 15-20 jahre lang gefahren - gar kein thema!

heute muss nach 3-4 jahren direkt ein neues auto her!


leider sind autos aber nicht einfacher geworden, sondern werden immer komplexer... und von daher muss man schauen wie man den preis niedrig haelt...


technisch gesehen spricht nichts dagegen wartungsfreundliche und reparaturfaehige autos und autoteile zu produzieren mit 10-20 jaehrigen lebenserwartungen und 300-500 Tkm laufleistungen.... kein thema!


aber wer will heutzutage noch 20 jahre ein auto fahren? leider nur die allerwenigsten....


genauso muss man heutzutage auch alle 1-2 jahre ein neues smartphone haben... vor allem die apple nutzer sind da alle 2 jahre mit 600-900 euro dabei... fuer ein HANDY!
Kommentar ansehen
09.12.2013 10:05 Uhr von bigX67
 
+1 | -1
 
ANZEIGEN
willkommen im kapitalismus.
Kommentar ansehen
09.12.2013 11:38 Uhr von Dr.Eck
 
+2 | -1
 
ANZEIGEN
Aktuell habe ich 2 Sat Receiver / Blue Ray Kombi von Samsung in gebrauch.

Kurz nachdem der eine seinen Dienst versagt hat (schlechter Empfang, kaum Sender trotz guter Singnalqualität / Stärke) hat auch der zweite mit genau den gleichen Symptomen seinen Dienst versagt (sind jetzt beide ziemlich genau 3 Jahre alt).

Mein aktueller Toshiba Fernseher mit integriertem Empfänger (~ 1 - 1.5 Jahre alt) hat überhaupt keine Probleme dieser Art (gleiche Sat Buchse).

Komisch komisch ...

Ansonsten wie oben schon beschrieben: Mein 4 Jahre alter Sony Bravia läuft heute noch wie am ersten Tag !

[ nachträglich editiert von Dr.Eck ]
Kommentar ansehen
09.12.2013 21:23 Uhr von Timmer
 
+1 | -2
 
ANZEIGEN
@saber

Was redest du?

Der Schalter war fest in einer Schiene, da konntest du net amal mehr Kraft aufwenden weil beim Vorgang des Einschaltens ein Raster da war sonst wär das Ding noch schneller hin.

Und das was du beschreibst ist die geplante Obsoleszenz nur hast du es aus Sicht einer Firma geschrieben, die es gerne anders nennt...


Das hat auch nix mit Geiz und Geil zu tun denn die Freundin hat extra geschaut nach einem guten kleinen Netbook (max. 10") und der war für 400€ teurer als die anderen Geräte, dafür, dass die Hardware relativer Durschschnitt war....
Kommentar ansehen
10.12.2013 07:57 Uhr von Hugh
 
+0 | -4
 
ANZEIGEN
@ Timmer:

Saber hat schon ganz Recht mit dem, was er da schreibt. Deine Schilderung hingegen ist bestenfalls ein anekdotischer Einzelfall ohne jede Aussagekraft. Im geschilderten Fall reicht die Spanne von "Pech gehabt" bis "tatsächlich Schrott gekauft".
Für eine aussagekräftige Betrachtung müsste man, sagen wir, 1000 Geräte betrachten. Dann zeichnet sich eine Normalverteilung ab: Einige Geräte sind sehr schnell kaputt gegangen, andere haben verdammt lang gehalten - und der Gipfel der Gauss-Kurve zeigt dann an, wo der Mittelwert ist.

Geplante Obszoleszenz halte ich in den allermeisten Fällen für eine Urban Legend, zumal ein Konstruktionsmerkmal in dieser Hinsicht Interpretationssache ist: Wie viel muss ein Teil XYZ aushalten? Wann ist es dick genug/zu dick/zu dünn? Wo ist die objektive Grenze? Es gibt sie nicht. Viele würden sofort sagen: "ein Gerät muss viieeeel aushalten", aber das ist eine unüberlegte Bauchaussage, die völlig außer Acht lässt, dass immer Kompromisse eingegangen werden müssen.
Klar kann man ein Auto unkaputtbar bauen. Aber seid Ihr auch bereit, 15 Liter auf 100 km zu verballern, nur, weil alles massiv gebaut ist?
Man muss es auch mal so betrachten: Je mehr ein Hersteller auf geplante Obsoleszenz setzt, desto mehr Rückläufer handelt er sich auch ein, denn die Ausfallraten streuen eben um den Mittelwert. Von daher kann schon mal am beliebten Argument "die werden so konstruiert, dass die kurz nach der Garantie kaputt gehen". Nicht viel dran sein. Kurz nach der Garantie - ja bei welchem Nutzerverhalten denn? Bei der Oma, die den Fernseher zwei mal die Woche abends eine halbe Stunde anmacht, oder in der verquarzten Zocker-Bude, wo die Glotze 10+/365 glüht?
Aber das scheint keiner zu bedenken.

Ich habe keinen Zweifel daran, dass ich für diese Ansicht hier "zugeminust" werde, leider zählt gerade auf SN häufig nur die Meinung des Dagegen-Wutbürgers, der sich als ewiges Opfer versteht. Eine sachliche Betrachtung des Arguments erfolgt ja kaum noch hier.
Kommentar ansehen
10.12.2013 08:43 Uhr von jonnyswiss
 
+0 | -1
 
ANZEIGEN
Das ist doch alles gut so!
Alternativ wäre, wenn der Gesetzgeber eine 10-jährige Garantie einführt eine ideale Lösung!
Kommentar ansehen
10.12.2013 11:52 Uhr von Tommasch
 
+3 | -0
 
ANZEIGEN
Geplante Obsoleszenz ist Fakt, viele große Hersteller haben Abteilungen dafür, die sich mit der Haltbarkeit beschäftigen und wie man diese zeitlich gezielt verkürzt (nach der Garantiezeit).

Mein Auto-Mechaniker sagt immer: "Was lange hält, bringt kein Geld."
Kommentar ansehen
10.12.2013 17:18 Uhr von brainbug1983
 
+0 | -1
 
ANZEIGEN
Also was die Drucker betrifft...bei vielen wird nicht das Gerät "kaputt" gemacht und man muss sich nen neuen kaufen nach ner gewissen seitenanzahl, sondern das Gerät deaktiviert sich wegen vollem Resttinten-Schwamm. Säubert man den bzw tauscht ihn aus und setzt den Zähler zurück funktioniert der Drucker wieder Problemlos, schon etliche male selbst gemacht. Wenns den Zähler nicht gäb und euch die Brühe irgendwann mal über den Tisch läuft wärs auch nicht recht.
Ich kann das Thema (leider?) nicht ganz nachvollziehen...zumindest nicht in dem Ausmaß wie es einige hier darstellen. Ich hatte bisher noch kein Gerät was kurz nach der Garantiezeit kaputt ging, weder Elektronikartikel, noch Küchengeräte oder sonst was. Und nein ich kauf auch nicht immer die teuersten HighEnd-Geräte. 1. Noname-Plasma läuft jetzt seit 7,5 Jahren, mittlerweile nicht mehr bei mir, aber läuft nach wie vor Problemlos. Pc-Bildschirme 3 Stück zwischen 4 und 10 Jahren alt, laufen alle Problemlos, lediglich der Schalter beim ältesten lässt langsam nach. Meine Mikrowelle ist min. 10 Jahre alt...und läuft. genau so andere Dinge wie Receiver, PC-Teile, Konsolen (SNES, PS1-3, N64, Wii). Genauso die oft erwähnten Drucker, da ging mir bisher genau einer kaputt, und das nicht weils vom Hersteller gewollt war, sondern weil mir noName-Tinte eingetrocknet ist, sonst bisher lediglich die oben erwähnte Schwamm-Problematik, welche sich problemlos beheben lässt.
Was die Zahnbürste betrifft, wie Oft willst du da den Akku wechseln? Ich hab keine elektrische, aber dafür ist der Akku beim rasierer nicht tauschbar. Auch der läuft jetzt seit 6,5 Jahren, voll geladen zwar keine 80 min. mehr wie am Anfang aber immerhin noch 60 - 70, also ich seh bei solchen Dingen keine Notwendigkeit Akkus tauschen zu müssen, zumal eben nur das Verschweisen 100%ige sicherheit bringt das die Teile auch Wasserdicht sind.
Also ich kanns nicht nachvollziehen, und bei Menge an Geräten die ich bisher hatte glaub ich auch nicht mehr an einfachen Zufall.
Ausschliessen will ichs nicht, aber nicht in der Masse in der sichs manche einreden!
Kommentar ansehen
10.12.2013 17:35 Uhr von UTJan
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
Die Dokumentation auf ARTE ist locker schon 1 Jahr alt. Hier wird mit der news auch noch suggeriert als wären die Österreicher dumm und wüssten nichts von geplanter Obsoleszenz.

[ nachträglich editiert von UTJan ]

Refresh |<-- <-   1-22/22   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?