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Katastrophale Zustände im deutschen Bundesarchiv - Mitarbeiter brauchen Gasmaske

Im deutschen Bundesarchiv lagern momentan hunderttausende Filmrollen, welche unter ständigem chemischen Zerfall leiden. Deswegen ist in den kommenden Jahren mit dem Verlust der meisten dieser Werke zu rechnen, falls den Ursachen nicht entgegengewirkt wird.

Das ehemalige Defa-Filmlager in Berlin-Wilhelmshagen, welches heute zum Bundesarchiv gehört, leidet besonders unter den gefährlichen Naphtalin-Dämpfen. Seit diese Gase austreten, ist es Mitarbeitern ausschließlich in Schutzanzügen und Atemmasken gestattet, das Archiv zu betreten.

Im diese Woche veröffentlichten Koalitionsvertrag steht: "Die Koalition wird auch das Bundesarchiv personell und finanziell stärken." Internen, beziehungsweise Anhängern des Archivs ist die Höhe der Kosten bewusst, sie sagen bis 2020 werden circa 500 Millionen Euro nur zur Erhaltung benötigt.


WebReporter: Passoplayer96
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Film, Chemie, Archiv, Gasmaske
Quelle: www.welt.de

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15 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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30.11.2013 11:08 Uhr von Rongen
 
+10 | -0
 
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Ich glaub das nicht mehr, ich weiger mich zu glauben dass das so teuer ist. Das wird wie bei Independence Day sein, mit ner Klobüste für 30000 dollar oder nen Hammer für 50000. Nur das wir keine Geheime Basis finanzieren sondern das Geld landet wohl in der einen oder anderen Tasche.
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30.11.2013 11:26 Uhr von Sopha
 
+9 | -11
 
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Mister-L:

und in 40 Jahren postet dein nachfolger genau das gleiche weil das polycarbonat der cds/dvds/blurays bisphenol A ausdünstet und man den raum nurnoch mit gasmaske betreten darf...
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30.11.2013 15:42 Uhr von Arne 67
 
+4 | -1
 
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Man hat also die letzten 50 Jahre geschlampert und ab sofort soll man mit Steuermitteln alles wieder neu machen. Nur das teilweise die Aussagen schlicht weg falsch sind interessiert anscheinend keinen. Denn wenn schon eine Digitalekopie vorliegt, die in Ordnung ist. Wieso soll man jetzt dann noch einmal auf das Original zurück greifen müssen ? Außer man will das Original verändern, so das es zur Kopie passt.

Und wenn man Absichtlich das Filmmaterial in nicht geeignete Lagerhallen umzieht, dann Sorry muss man den Verantworlichen Entlassen und Ihm nicht noch einmal ein paar Milionen mehr für diese Tat in den allerwertesten blasen.
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30.11.2013 16:21 Uhr von jetzaber
 
+4 | -0
 
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Boah, das Bild, da wächst ein Käsekuchen. -.-
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30.11.2013 16:33 Uhr von Botlike
 
+5 | -0
 
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@Sopha
Das Zeugs kann man ja auf verschiedene Weisen lagern. Am besten NICHT auf optischen Datenträgern ;-) Das schöne an der Digitalisierung wäre außerdem, dass man es an verschiedenen Orten lagern kann und so ein Zwischenfall wie mit dem kölner Stadtarchiv keine Auswirkungen hätte...
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30.11.2013 18:57 Uhr von deus.ex.machina
 
+5 | -1
 
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auf jeden Fall ist Geld in dieser Form besser angelegt als in schwachsinnigen Rettungs-Projekten wie Bankenrettung, BER, oder Bundesbahn.
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30.11.2013 19:08 Uhr von Nashkarul
 
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Halma> Soweit ist das ja richtig, was du sagst. Aber wenn mir jemand heute eine 20 Jahre alte Diskette in die Hand drückt würde ich mir weniger sorgen darum machen wo ich die einlesen kann, als ob die Daten überhaupt noch auf der Diskette vorhanden sind (Auch wenn die bei richtiger Lagerung wohl bis 30 Jahre die Daten halten sollen). Und gerade mit solchen wär´ es absurd, darauf dann noch unzählige Stunden Filmmaterial archivieren zu wollen. Eine 20 Jahre alte IDE-Platte hingegen kann man auch heute noch an jedem gewöhnlichen PC anschließen. Oh, und so ein 3,5"-Floppy-Laufwerk kostet übrigens etwa 8-10 Euro, ist also weder unbezahlbar noch schwer erhältlich.

Worauf ich jedenfalls hinaus will: Manche Datenträger-Formate sind nicht ohne Grund aus dem alltäglichen Gebrauch verschwunden: Zu langsam, zu groß, zu geringe Speicherdichte, ...
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30.11.2013 19:18 Uhr von keineahnung13
 
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wie wärs das Zeug mal zu digitalisieren und im Datensilo zu speichern (rießiger Datenserver der mit Raid gebaut ist und bei Festpladden verlust die einfach gewechselt werden und die Daten wieder auf die neue kommen....)
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30.11.2013 19:59 Uhr von Der_Norweger123
 
+2 | -0
 
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Seiht irgendwie aus wie mein Pausenbrot... o.0
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01.12.2013 05:21 Uhr von Botlike
 
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@Halma:
Schonmal überlegt, dass man die Lesegeräte auch einfach mitlagern könnte? Außerdem muss man doch nicht zwangsweise auf Systeme digitalisieren, die man dann einfach wieder für 100 Jahre in die Ecke legt. Wie wäre es z.B. mit einem permanent laufenden Server? Ist doch cool, die Daten können quasi nicht verloren gehen, der Stand der Technik ist immer up to date und vor allem kann man jederzeit von jedem Ort drauf zugreifen. Dann sag nochmal was gegen die Digitalisierung. Es spricht ja auch (außer den Kosten) nichts dagegen, die Originale zu behalten. Allerdings müsste man sich nicht mehr damit rumschlagen.

Zu deinem Beispiel mit der NASA: Wenn die das so gemacht hätten, hätten sie das Problem mit den Magnetbändern gar nicht erst gehabt ;-)
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01.12.2013 09:11 Uhr von sl328kr
 
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@Botlike

Da hast du zu kurz gedacht. Mitgelagerte Geräte altern auch. Wieviele von den Geräten willst du einlagern, um statistisch gesehen, unbegrenzt auf diese Daten zugreifen zu können. Sind doch eigentlich alle Geräte fehlerbehaftet (begrenzte Haltbarkeit auf Grund von Sollbruchstellen).

Die Entscheidung für Mikrofilm ist in soweit richtig, da diese noch mit einfachsten Mitteln auszulesen sind (Lupe). Bei digitalisierten Daten ist dies nicht möglich. Zumal das Bundesarchiv einen Teil der Daten bereits in Bergwerksstollen lagert.


Was hier also einigen vorschwebt, ist also ein atombombenfestes Rechenzentrum (EMP) mit eigener Stromversorgung (Atomreaktor wegen Laufzeit) und autonomer Erkennung von Festplattendefekten und autonomen Austausch von RAID-Controllern und Festplatten.

Jeder der schon mal im Rechenzentrum gearbeitet hat, wird wissen, das ein RAID kein Backup ersetzen kann. Es verhindert in bestimmten Konstellationen Datenverluste. Aber es fallen auch (gar nicht so selten) gleichzeitig mehrere Festplatten (gleiches Fertigungsdatum, Sollbruchstellen?) aus.

Also von den Kosten her mit Sicherheit deutlich teurer ( Einrichtung+Laufende Kosten) und mit Sicherheit bezüglich der Datenintegrität (bezogen auf die Betriebsdauer), mit Sicherheit schlechter.
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01.12.2013 21:14 Uhr von Joeiiii
 
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Selbst wenn es keine Abspielgeräte mehr geben sollte: Sind wir wirklich so unwissend, daß wir kein Gerät bauen können, welches vor sagen wir mal 30 Jahre Daten ausgelesen hat. Baupläne der heutigen Zeit wird es ja geben und früher gab es so etwas auch. Oder hat man die auf auf Datenträgern gespeichert, die man nicht mehr auslesen kann, weil man kein Gerät mehr hat, womit man die Daten lesen kann?

Die Technik von früher sollte für die Menschheit des Jahres 2013 eigentlich durchschaubar sein. Da geht es ja nicht um die Frage, wie man vor 4.000 Jahren die Pyramiden gebaut hat, sonder wir man vor ein "paar" Jahren Daten geschrieben und ausgelesen hat.
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02.12.2013 08:06 Uhr von Hallominator
 
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Ich akzeptiere, dass gehandelt werden muss, da es einfach nicht sein kann, dass es da Räume gibt, die nur mit Schutzkleidung betreten werden dürfen. Das ist lächerlich und dem hätte schon längst entgegengewirkt werden müssen.
Andererseits kann ständiges Aufbereiten und Restaurieren auch nicht die Lösung sein, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Qualität NICHT unter diesen ganzen Maßnahmen leidet.
Wir sollten die Dinger also auf jeden Fall digitalisieren, solange sie noch benutzbar sind. Und am besten so schnell wie möglich, damit wir noch eine gute Qualität abgreifen können, denn das wird sich eines Tages ändern. Wenn man der Quelle Glauben schenken darf, sogar schon sehr bald.
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04.12.2013 17:11 Uhr von Schoengeist
 
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Leute, ihr habt echt keine Ahnung von dem Thema. Eine digitalisierte Kopie ist immer minderwertiger als ein original. Stellt Euch vor, man digitalisiert jetzt einen film in FullHD (man nennt das korrekt 2K). In 20 Jahren gibt es 8K (also die 16fache Pixelanzahl) und man hat nur die 2K-Kopie, weil das Original sich aufgelöst hat. Was dann? Selbst wenn man die 2K mit 8K "aufbläst", bleibt die Auflösung bei 2K.
Es hat schons einen Grund, warum das Bundesarchiv die alten Filme für die nächsten Jahrhunderte bewahren will. Von den Argumenten von Halma mal ganz zu schweigen. Das einzige, was man seit 100 Jahren problemlos "lesen" kann, ist chemischer Film. Die ganzen eindigitalisierten Bestände müssen für die Archive von ARD/ZDF und Filmvermarktern ständig umkopiert werden. Das kostet Millionen und ist somit nicht billiger, als die Originalfilme zu bewahren.

[ nachträglich editiert von Schoengeist ]
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05.12.2013 15:27 Uhr von Schoengeist
 
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In den USA sieht es übrigens genau so aus wie bei uns: http://www.thewire.com/...

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