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Wegfall der Meisterpflicht bei Fliesenlegern: Eine schockierende Bilanz

Vor rund zehn Jahren wurde im Fliesenlegerhandwerk die Meisterpflicht abgeschafft. Das hatte verheerende Folgen für die Branche. Das resümieren zumindest die IG BAU und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes.

Denn seit dem Inkrafttreten der Regelung habe sich die Zahl der entsprechenden Betriebe verfünffacht. Viele davon arbeiten als Ein-Mann-Firmen, noch dazu oft scheinselbstständig. Sie treten in Gruppen auf dem Bau als Fliesenleger auf, führen dann aber auch etliche andere Arbeiten aus.

Das habe zu riesigen Entlassungswellen geführt und das selbst bei Betrieben, die zuvor florierten. Auch heute würden viele Betriebe ums nackte Überleben kämpfen müssen.


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WebReporter: Miietzii
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Meister, Bilanz, Handwerk, IG Bau, Fliesenleger
Quelle: www.t-online.de
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19 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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02.11.2013 11:18 Uhr von quade34
 
+10 | -9
 
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Für viele hat der Wegfall aber auch endlich Einkommensmöglichkeiten eröffnet. Denn die Firmen haben kaum noch Fliesenlegergesellen beschäftigt. Die Arbeiten wurden dort von den Maurern, Trockenbauern und Malern zusätzlich ausgeführt. Auch Hilfsarbeiter wurden mit dieser Arbeit betraut. Die Hürde zum Handwerksmeister ist für die meisten zu hoch und rechnet sich kaum. Gewiß hat die Qualität abgenommen, wobei man auch sehen kann, dass die heute verlegten Fliesen nicht sehr lange dranbleiben und beim Wechsel der Ansprüche schnell ausgewechselt werden. Die Hersteller, mit ihren immer neuen Dekors, tun alles dafür.
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02.11.2013 11:52 Uhr von trakser
 
+30 | -0
 
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Eine schockierende Bilanz durch Wegfall der Meisterpflicht sieht für mich anders aus: die Qualität der Arbeit ist gesunken. Diesen Aspekt hat Miietzii leider komplett ausgeklammert.
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02.11.2013 11:58 Uhr von opheltes
 
+15 | -4
 
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Das Problem ist das Tempo. Ich kenne Leger, die auch gelernt sind die machen ein Bad in 5 Stunden und es sieht perfekt aus. Andere brauchen dafuer 2 Tage und es sieht gut bis mangelhaft aus.

Aber das ist ja bekannt in diesem Jahrhundert. Sparmaßnahmen im Handwerkt. Was schlimmeres gibt es nicht in der Binnenwirtschaft. Das zahlt sich nur nach einer Generation aus.
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02.11.2013 12:04 Uhr von Winneh
 
+25 | -6
 
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Den Meisterbrief brauch man bald eh nur noch für öffentliche Ausschreibungen und zum Ausbilden von Lehrlingen.

Auch sagt ein Meisterbrief nichts über die Qualität der Arbeit aus, das liegt immernoch am Handwerker selbst.
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02.11.2013 12:24 Uhr von Lornsen
 
+11 | -3
 
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ja ja, so sind se die Fliesenleger. für Flächen lassen sie sich in
m2 bezahlen, für Schnippelarbeiten in Stundenlohn.
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02.11.2013 12:55 Uhr von timsel87
 
+1 | -5
 
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@schraegervogel
"Es sollte wenigstens der Chef einer Firma vom Fach sein und die nötigen Qualifikationen besitzen."

Die hat unserer auch nicht, und mit Fliesen oder Handwerk haben wir nichts zu tun.
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02.11.2013 13:33 Uhr von ms1889
 
+5 | -5
 
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ich sehe das anders als die meisten hier.
ich habe bei unseren häusern fast alle handwerker als solche selbständigen beschäftigt. und sparen tut man dabei nicht wirklich, da die arbeiten etwas länger dauern.
natürlich solte der ausführende geselle (geprüfter handwerker) sein, aber dadurch leidet nicht die qualität ist meine feststellung.

grade fleisenleger bezahlt man per m2 nicht nach zeit, wie bei anderen handwerkern. das man sehr wählerisch sein muß bei der "firmen" wahl, ist auch bei meisterbetrieben gegeben.
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02.11.2013 15:29 Uhr von deus.ex.machina
 
+10 | -1
 
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Ein Nachbar von uns hat sich über myhammer.de einen Fliessenleger kommen lassen, um eine Toilette neu fliessen zu lassen. Er kam mit einem Lehrling, der immer nur mit offenen Mund herumstand und genau gar nichts tat (ausser dumm herumzustehen). Für ein 2 Quadratmeter grosse Klo benötigten sie 3 Tage. Sechs Monate später fallen die Fliessen von allein von der Wand.
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02.11.2013 19:59 Uhr von P17244
 
+4 | -7
 
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Zu was braucht man einen Meister, um Fliesen an die Wand zu "pappen"? Bei den Floristen ist es nicht anders, jeder Geselle kann einen Betrieb eröffnen. Wo es nicht sicherheitsrelevant ist, kann von mir aus jeder ein Gewerbe anmelden. Die Meister im Fliesenlegerhandwerk trauern nur den alten Bedingungen nach. Wer einmal an einen pfuschenden Gesellen geraten ist, wird sich beim nächsten Mal an den Meisterbetrieb wenden. Am Ende setzt sich Qualität durch. Die Meister müssen sich anpassen, sonst werden sie assimiliert.
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02.11.2013 20:18 Uhr von opheltes
 
+4 | -3
 
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@ P17244,

ab die Wand klatschen nennst du das? Meinst du Piloten bewegen einfach mal das Joystick und druecken paar Knoepfe aufm Cockpit? Kann ja nicht so schwer sein, ist ja eh auto an.
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02.11.2013 23:06 Uhr von El_Caron
 
+6 | -0
 
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@opheltes
Also ich habe schon Fliesen verlegt (und die halten auch nach 15 Jahren noch), einen Jet bringe ich aber nicht auf den Boden, vermute ich.
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02.11.2013 23:59 Uhr von Marco Werner
 
+3 | -2
 
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Letztenendes läufts immer auf das selbe hinaus: Ob eine Fliesenarbeit fachlich korrekt ausgeführt wurde, ist weniger eine Sache des vorhandenen Meistertitels der Firma,sondern der Fachkenntnis des Fliesenlegers selbst. In welchen Gewerken arbeitet denn der Meister noch wirklich selbst mit ? In fast keinem,alles wird auf die Gesellen übertragen. Wer also fachlich akzeptable Arbeit haben will,sollte weniger auf den Meistertitel des Firmenchefs,sondern eher auf die Qualifikation der Person vor Ort achten. Mundpropaganda war früher wichtig und ist es heute noch immer,wie man an solchen News ablesen kann.
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03.11.2013 00:25 Uhr von rolf.w
 
+3 | -3
 
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Was sagt denn ein Meistertitel aus? Eben, er sagt nichts über die Qualität der Arbeit aus. Wenn einer keine Lust hat, dann hat er keine Lust, ohne Ansehen des Titels.
Diese künstliche Reglementierung kann man sich meinetwegen in allen Bereichen sparen.
Selbst ein Arzt muss kein Doktor sein, es reicht eine "Gesellenprüfung".
Solange der Handwerker mit seiner Unterschrift haftet und darum geht es eigentlich, wäre mir das vollkommen ausreichend.
Welcher Meister macht sich denn selbst die Hände schmutzig? Der Großteil delegiert die Arbeiten an Lehrlinge oder bestenfalls an Gesellen.
Ein Meister im Handwerk ist nicht viel mehr als ein in Buchhaltung geschulter Geselle.
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03.11.2013 00:30 Uhr von rolf.w
 
+0 | -5
 
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@El_Caron

"...einen Jet bringe ich aber nicht auf den Boden..."

Doch, das schafft jeder, denn runter kommen sie alle.:-)

Die Sache ist eigentlich ganz simpel - wenn man in etwas keine Übung hat, wird es schwer. Hat man aber etwas schon öfter gemacht, wird es immer leichter.
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03.11.2013 08:06 Uhr von Gang.de
 
+1 | -1
 
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da können die Schwarzen Schafe sich aber freuen

"Schwarzarbeiter müssen für Pfusch nicht haften"
http://www.spiegel.de/...
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03.11.2013 09:52 Uhr von P17244
 
+1 | -1
 
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@opheltes, du bringst bescheuerte Vergleiche. Fliesenleger und Pilot, Chirurg wäre noch krasser. Was passiert wenn der Fliesenleger pfuscht und wenn ein Pilot oder Chirurg in gleicher "Qualität" arbeitet. Beim Fliesenleger fällt die Fliese von der Wand und zerschellt auf dem Boden. Schaden 2,50 Euro bei Keramikfliesen.
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03.11.2013 10:11 Uhr von gaziantepli
 
+2 | -2
 
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Viele Firmeninnhaber ohne Meisterbrief haben früher sowieso jemandem monatlich Geld für seinen Meisterbrief bezahlt, der nie in die Firma zum Arbeiten kam. Durch den Meisterbrief haben viele zu Hause sitzend Geld kassiert.

Also so ist gut.
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03.11.2013 13:42 Uhr von opheltes
 
+0 | -0
 
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Ich verstehe nicht wo der Respekt bleibt beim Fliesenleger.

Dachziegel kann ist genau "einfach".

Eine Sache weiss ich nicht, wenn ich kein Meisterbrief habe kann ich auch "schwarz" jemanden beschaeftigen?
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05.11.2013 16:39 Uhr von omar
 
+1 | -0
 
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Sorry wenn ich doof in die Runde fragen muss:
Wo steht hier etwas über die Qualität der Arbeit?
Ich lese lediglich, dass sich die Konkurrenz durch die hohe Zahl an Dienstleistern negativ auf die bestehenden Anbieter ausgewirkt hat, es also ein Verdrängungsgeschäft geworden ist. Sowas nennt man auch freie Marktwirtschaft bzw. Angebot und Nachfrage.
Über die Qualität der Arbeit wird hier nichts erwähnt. Nur dass die Anbieter ohne entsprechenden Meistertitel auch Arbeiten machen, die nichts mit dem Fliesenlegen zu tun haben.
Dass es da oft zu Pfusch kommen kann ist nachvollziehbar.
Davon wurde hier aber nichts erwähnt. Und viele Kommentare hier beziehen sich auf "Geiz ist Geil", Pfusch am Bau, etc.

Ich persönlich sehe es gelassen: Wer beim Meisterbetrieb beauftragt, weiß was er bekommt. Beim Laien ist es Glückssache (oder mit entsprechenden Referenzen und Empfehlungen auch weniger). Und Konkurrenz belebt das Geschäft, und Wettbewerb ist im Sinne der Kunden sicher gut für den Geldbeutel.

[ nachträglich editiert von omar ]

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