30.10.13 10:51 Uhr
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US-Drohneneinsätze aus Deutschland: Ermittlungen des Generalbundesanwalts

Die Bundesanwaltschaft hat in zwei Fällen die Ermittlungen aufgenommen, bei denen es um Aktivitäten von Drohnenangriffen der USA auf deutschem Staatsgebiet geht. Der Generalbundesanwalt bereitet dazu ein offizielles Ermittlungsverfahren vor.

Nach Medienangaben sollen Berichte über gezielte Tötungen von US-Drohnen in Afrika der Auslöser für die Ermittlungen sein. Demnach sollen US-Soldaten in den deutschen Standorten in Ramstein und Stuttgart maßgeblich bei Tötungsaktionen eingebunden sein.

Die Bundesregierung hat bereits die gesetzeswidrige Lage von Drohneneinsätzen von deutschen Staatsgebiet hervorgehoben. Auch die nachrichtendienstliche Tätigkeit von US-Geheimdiensten in Deutschland wird bereits seit dem 27. Juni vom Generalbundesanwalt untersucht.


WebReporter: Teffteff
Rubrik:   Politik
Schlagworte: USA, Deutschland, Ermittlung, Drohne
Quelle: www.extremnews.com

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30.10.2013 11:07 Uhr von Perisecor
 
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Die Militärbasen, Botschaften und Konsulate sind kein deutsches Hoheitsgebiet. Staatsgebiet ist hierfür irrelevant, da es nicht die Grenzen der Rechtsdurchsetzung beinhaltet, sondern lediglich geographische Grenzen.

Aber das begreift der Autor dieser News ja leider schon seit einer ganzen Weile nicht. Die Bundesanwaltschaft wird ihre Ermittlungen also bald einstellen müssen.
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30.10.2013 11:29 Uhr von mardnx
 
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recht ist was im gesetzt steht, stimmt´s perisecor?!
leider hat nicht jeder solches glück von den lästigen ketten der moral und logik befreit zu sein.
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30.10.2013 11:32 Uhr von Perisecor
 
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@ mardnx

"recht ist was im gesetzt steht, stimmt´s perisecor?!"

Naja, da wo du her kommst mag der Stand der Sonne oder der persönliche Vorteil Recht sein.
In Somalia spricht ja auch der Recht, der am meisten Verrückte mit Kalashnikow aufbieten kann.

In zivilisierten Gesellschaften sind es allerdings, im weitesten Sinne, Gesetze.

[ nachträglich editiert von Perisecor ]
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30.10.2013 17:17 Uhr von Kingkollo
 
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@perisecor

Ich denke, mardnx wollte auf folgendes hinaus:

Ich nehme erst einmal das Beispiel der Botschaft.
Die, ich nenne es mal, eigene Staatshoheit einer Botschaft ergibt sich woraus? (Ernste Frage, ich weiß es nicht.)
Aber ich denke doch mal, das die eigene Staatshoheit einer Botschaft jeweils vom Gastgeber gewährt wird, oder?
Oder kann jedes Land einfach in jedes andere Land gehen und dort eine Botschaft errichten? (Wieder eine ernste Frage.)

Genau das selbe mit Militärbasen. Jedoch gibt es da mindestens einen bedeutenden Unterschied:
Hier kann jedes Land in ein anderes Land gehen und welche errichten ohne zu "fragen". Und zwar im Falle eines Krieges, oder einer Besatzung.
Natürlich auch durch Übereinkommen mit den entsprechenden Ländern. Dabei entstünde jedoch wieder eine Art "Gastgeber - Gast - Verhältnis.

Wenn nun ein "Gastgeber" etwas gegen menschenverachtende Maßnahmen hat, gebietet es Moral und Anstand des Gastes auf diese "Bitte" einzugehen.

Daher mardnxs Anspielung auf Moral. Und da du anscheinend nicht selbst auf diesen Aspekt gekommen bist, folgte wohl die Anspielung auf deinen vermutlichen Mangel an Logik.

Wenn nun aber kein Gast-Gastgeber-Verhältnis vorliegt, muss ein Besatzungsverhältnis vorliegen. Dabei wäre dann auch logisch, das der Besatzer sich einen Scheiß um die Gesetze des entsprechenden Landes kümmert.

Von daher, stößt vielen Menschen das Verhalten der Amerikaner an den Kopf. Denn man fragt sich unweigerlich irgendwann: "Sind das einfach nur "schlechte Gäste", oder ignorante "Weltpolizisten"?
Zu welchem eine wachsende Mehrheit tendiert, dürfte dir bekannt sein.

Das schlechte Verhalten eines Menschen wird nicht dadurch besser, das er das schlechte Verhalten anderer Menschen hervorhebt.
Das Selbe gilt auch für Nationen. Frag uns Deutsche. :)
Egal was die Amis oder auch die Chinesen noch alles für eine Scheiße bauen werden. Die Scheiße die wir gebaut haben, wird dadurch niemals besser werden.
Aber die Scheiße der anderen wird ebenfalls dadurch nicht besser...

So, genug Fäkalgeschichten...


Grüße
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30.10.2013 19:41 Uhr von ElChefo
 
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kingkollo

"Die, ich nenne es mal, eigene Staatshoheit einer Botschaft ergibt sich woraus? (Ernste Frage, ich weiß es nicht.)"

Wiener Abkommen über diplomatische Beziehungen.

"Aber ich denke doch mal, das die eigene Staatshoheit einer Botschaft jeweils vom Gastgeber gewährt wird, oder?"

Der Gastgeber "gewährt" diesen Status infolge seiner Unterschrift unter oben genannten Vertrag.

"Hier kann jedes Land in ein anderes Land gehen und welche errichten ohne zu "fragen". Und zwar im Falle eines Krieges, oder einer Besatzung."

...was aber nicht auf Deutschland anwendbar ist. Deutschland befindet sich mit den USA weder im Krieg noch wird es durch die USA besetzt.
Die amerikanischen - und alle anderen ausländischen - militärischen Liegenschaften unterliegen allerdings auch nicht dem oben genannten Abkommen, sondern dem NATO-Truppenstatut und jeweiligen Status of Forces Agreements.

"Wenn nun ein "Gastgeber" etwas gegen menschenverachtende Maßnahmen hat, gebietet es Moral und Anstand des Gastes auf diese "Bitte" einzugehen."

...wenn nun aber ein Gastgeber zur Erlangung einer populären Stellung im Meinungskrieg falsche Urteile lanciert, da es diesem Gastgeber zu "gefährlich" ist, gegenüber der Öffentlichkeit die Karten auf den Tisch zu legen, was machen wir dann daraus?
...am Ende der Debatte steht immer noch, das wir Abkommen unterzeichnet haben, an die wir uns zu halten haben. Nur, weil uns das manchmal nicht passt und die Durchsetzung dieser Abkommen auch Wählerstimmen kosten kann, heisst das noch lange nicht, das wir uns lediglich nur die Rosinen aus allem rauspicken können.

"Von daher, stößt vielen Menschen das Verhalten der Amerikaner an den Kopf. Denn man fragt sich unweigerlich irgendwann: "Sind das einfach nur "schlechte Gäste", oder ignorante "Weltpolizisten"?"

...oder man ignoriert ganz einfach die wirklichen Hintergründe. Allzugerne wurden ja auch die Drohnenangriffe und SF-Kampagnen im Jemen als "völkerrechtswidrig" verurteilt - allerdings vollkommen ohne zu beachten, das sie auf Wunsch und Einladung der dortigen Regierung geführt wurden. In diesem Augenblick sind sie ja eben nicht mehr "völkerrechtswidrig". Wieso sollte es der legitimen Regierung eines Landes nicht erlaubt sein, sich in Problemlagen Hilfe von anderen zu holen? Dasselbe gilt für das "berüchtigte" Camp Lemonnier in Dschibuti. Die Amis sind da ja nicht auf einmal aus dem Boden gewachsen, sondern in Absprache mit den örtlichen Regierenden. Genauso wie aus dem Niger Operationen gegen Terroristen in Mali und Nigeria organisiert und durchgeführt werden.

Es wäre wesentlich konstruktiver, wenn man sich vor dem Äussern populistischer "Kritik" mal mit den Tatsachen befassen würde. Das ist jetzt nicht mal so sehr "gegen dich" gemünzt, sondern eher auf die Meinungsmacher und Politiker, die es sich auf der Empörungswelle gemütlich machen.
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30.10.2013 23:48 Uhr von Kingkollo
 
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(Teil 1)

@ElChefo


Danke für die informative Antwort. :)

Ich hatte gerade auch schon einen guten Text geschrieben und es geschafft den dummerweise zu löschen...

Ich denke, in vielen Punkten stimmen wir überein. Lediglich auf deinen letzten Absatz muss ich einfach noch mal eingehen:

Welche Fakten meinst du?
Glaubst du, dass offizielle Berichte oder sogar die breiten Medien "Wahrheiten" berichten? Besonders aus Krisengebieten? Jedes Militär hat schon intern eine Einheit welche die Berichterstattung vor Ort strengstens reglementiert. (Seit den "Problemen" mit der freien Berichterstattung aus Vietnam seiner Zeit...)
Und auf dem Weg vom Krisengebiet zu uns, geht jede Information auch noch durch diverse Hände.
Wenn schon relativ harmlose Studienergebnisse von unseren Ministern und Ministerinnen einfach an die gewünschten Ergebnisse angepasst werden, glaubst du doch im Ernst nicht daran, das wir zu wirklich entscheidenden Themen nur eine annähernd ausreichende Informationen erhalten.

Ich meine, schließlich sind es auch Fakten, das Frau Merkel dieses Jahr der Öffentlichkeit mitteilte, dass Deutschland nicht voll souverän ist. Ebenfalls Fakt ist, das Deutschland (Germany) auf der der UnitedNations als NGO, also Nichtregierungsorganisation aufgeführt war. Der Eintrag ist mittlerweile aber gelöscht worden.

Fakt ist , das Israel Angriffe benachbarter Länder fürchten muss und daher gerechtfertigt Gewalt einsetzt.
Fakt ist aber auch, dass die Grenze Israel heute absolut nichts mit der von der UN gezogenen Grenze zu tun hat. Fakt ist, das Israel sich, durch eine von der UN als solche bezeichnete, "Siedlungspolitik" keine Freunde macht und faktisch rechtmäßige Landesbesitzer unrechtmäßig "enteignet" hat.

Jeder meint wahre Fakten zu kennen. Der rationale Mensch weiß aber, das niemand im absoluten Besitz der Wahrheit sein kann.
Meistens reden wir bei politischen Ereignissen nicht von mathematische Naturgesetzen.
Sondern von Situationen die aufgrund aktuell vorliegender "Tatsachen" den und den Anschein haben. Also können politische Entscheidungen bestenfalls ein Handeln besten Wissens und Gewissens sein.

Es war "Fakt", dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt. Es wurde dem Volk als zumindest als solcher verkauft.

Auch wenn du mich nicht direkt gemeint hast, nehme ich mir deinen "Vorwurf" natürlich ein wenig an. Wir alle haben in der Schule oder sonst wo gelernt wie letztendlich jedes Volk seit tausenden von Jahren von der Führung belogen wurde. Wir alle glauben, das das heute auf einmal anders sei.

Es gibt keine 100% Wahrheit. Also warum soll ich meine Zeit damit vergeuden mich verrückt zu machen? Beide Seiten haben Recht, und zu einem Streit gehören immer 2.
Wie Streitigkeiten ausgehen wenn beide Seiten fest davon überzeugt sind im Besitz der Wahrheit zu sein, wissen wir alle.
Von daher ist die Frage wer nun Recht hat, und wer nun wirklich der Böse ist, absolut kontraproduktiv.
Wie löst du Streitigkeiten mit Menschen die dir nicht egal sind? Ich hoffe, du versuchst auf den anderen einzugehen, ihn zu verstehen, und dich mit ihm zu einigen.
Solange es Menschen gibt, die nicht Müde werden mit erhobenem Zeigefinger auf andere Menschen zu zeigen, wird sich nichts ändern. Egal ob Ami, Nazi, Chinese, Moslem, Christ oder Hindu. Jedes großes Übel der Geschichte hat einen einzigen Nenner: Totales Unverständnis der Menschen für einander.
....
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30.10.2013 23:49 Uhr von Kingkollo
 
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(Teil 2)

Alles fängt damit an, das einer auf die Idee kommt, den anderen den selben "Wohlstand" zu bringen, wie man ihn selber genießt.
"Was, die glauben nicht an Gott?! Unmöglich, das müssen wir ändern!"
"Wie, das sind Barbaren die keine eigene Kultur haben? Lasst uns denen unsere aufdrücken!"
"Die sind nackt??? Und auch noch schwarz... Ne, denen können wir keinen Wohlstand bringen... Lasst die lieber verkaufen."
Heute sind wir modern. Und bringen den anderen armen Ländern unsere gute Demokratie!

Und um das gut hinzubekommen, wird ein Erfahrungsschatz genutzt, der über tausende Jahre "perfektioniert" wurde. Das Volk muss den anderen Menschen das Gute bringen wollen!
Wir müssen nur alle fest genug davon überzeugt sein, das unser Lebensweg ja so viel besser ist als deren, das wir die notfalls auch umbringen, wenn die alten Hinterwäldler das halt nicht einsehen wollen...

Wenn nur ich in der menschlichen Geschichte eine große Wiederholung sehe, und ich einen Fehler begehe, wenn ich glaube, das es unter gar keinen Umständen besser wird in dem wir den pösen Islam bekämpfen, dann liege ich gerne falsch.
Im kalten Krieg war es die rote Gefahr! Es war Fakt das Russland Atomwaffen besaß und uns potentiell jede Sekunde angreift. Heute ist es der Terrorist. Ein viel praktischeres Feindbild als der Kommunist...

Fakt ist, das wir z.B. vor über 150 Jahren angefangen haben Afrika zu fic... ähm... zu "entwickeln".
Und nun wollen wir dort helfen?
Es sterben täglich 5000 Kinder an Hunger. Fakt.
Es werden jährlich rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel weggeschmissen. Fakt.
Anstatt das wir versuchen durch Änderung des Konsumverhaltens bis zu 5000 Kinder täglich zu retten, ziehen wir lieber in den Krieg. Oh, Entschuldigung: Hilfseinsätze.
Niemand will tatsächlich anderen Menschen helfen.
Es geht um Geschäfte, um den Erhalt des Wirtschaftswachstums. Das ist Fakt. Merkels Aussage:
Wirtschaftswachstum um JEDEN Preis. Damit war bestimmt kein aggressives Marketing gemeint.
Wir sind weltweit "nur noch" 4. größter Waffenexporteur! Fakt.
Und ich soll ernsthaft glauben, so ein Ziegenhirte, der sich aus Verzweiflung ein "lecker Bömbje" um den Allerwertesten wickelt, sei die größere Gefahr für die Menschheit?
DIe BP Katastrophe hat soviel Leben auf dem Gewissen wie kein verfluchter Terrorist.
Aber das ist ok. Denn es geht um unseren Wohlstand. Also unseren "Glauben".
Der dreckige Terrorist hingegen, der tötet einfach nur aus verblendetem Irrtum oder gar Hass heraus.

Oh mann... da hab ich mir aber einen von der Seele geredet. ;)
Achso, ElChefo, ich spreche dich nur anfangs direkt an... meine letztendlich abschweifende Rede ist eher Ergebnis gestauter Frustration. xD

Ich denke, das wir in vielen Punkten wahrscheinlich nicht sooo unterschiedlich denken. ;)

Beste Grüße

[ nachträglich editiert von Kingkollo ]
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31.10.2013 00:21 Uhr von Perisecor
 
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@ Kingkollo

"Die, ich nenne es mal, eigene Staatshoheit einer Botschaft ergibt sich woraus?"

Das Hoheitsgebiet ist das Gebiet, in welchem das jeweilige Land Hoheitsrechte hat.


In verschiedensten Gesetzen, Richtlinien und Vereinbarungen ist geregelt, dass auf den von mir genannten Objekten deutsche Behörden (ohne absolute und ausdrückliche Ausnahmegenehmigung des jeweiligen Gastlandes!) keinerlei Befugnisse haben.

Das betrifft das Betreten, aber auch das Ermitteln sowie das Befragen von Personen.


Des Weiteren betrifft das natürlich auch Botschaftsangehörige und Soldaten - und zwar nicht nur US-Staatsangehörige. In Paderborn z.B. wird bei Problemen die britische Militärpolizei verständigt - welche dann exklusiv ermittelt und, unter Umständen, die deutschen Rechtsansprüche durchsetzt (z.B. geprellte Taxifahrer, verwüstete Bar etc.).



Den einschlägigen Vertrag für Botschaften und Konsulate hat dir ElChefo genannt. Für Stützpunkte gilt in unserem Falle hier das NATO-Truppenstatut sowie Zusatzprotokolle dazu, u.U. auch bilaterale Verträge - ich bin kein juristischer Experte für Völkerrecht und kann dir daher ohne gewissen Aufwand nicht die exakten Stellen nennen, die prinzipielle Existenz war aber auch Bestandteil des allgemeinen juristischen Studiums.




"Wenn nun ein "Gastgeber" etwas gegen menschenverachtende Maßnahmen hat, gebietet es Moral und Anstand des Gastes auf diese "Bitte" einzugehen."

Das ist leider nicht die Realität. Als die USA den russischen Spionagering um Chapman aufgedeckt haben, haben die Russen ihre Spione _selbstverständlich_ nicht übergeben, sondern mit dem Mantel der diplomatischen Immunität nach Russland ausgeflogen.

So läuft das Spiel. Für alle. Auch wenn der hier auf Shortnews so gerne und oft genannte ´deutsche Michel´ davon nichts mitbekommt und dann ganz überrascht ist, wenn es doch mal passiert.



"Genau das selbe mit Militärbasen. Jedoch gibt es da mindestens einen bedeutenden Unterschied:"

Natürlich können Militärbasen nicht einfach so in anderen Ländern errichtet werden. 1945-1949 war Deutschland okkupiert, 1949-1955 hatte Deutschland die Basen zu dulden. Mit Gründung der NATO bzw. des Warschauer Paktes wurden Militärbasen dann auf Einladung des Bündnisses behalten bzw. bezogen.



"Dabei wäre dann auch logisch, das der Besatzer sich einen Scheiß um die Gesetze des entsprechenden Landes kümmert."

Dann ist Deutschland Besatzer in Österreich, weil deutsche Diplomaten sich dort regelmäßig daneben benehmen?



"Von daher, stößt vielen Menschen das Verhalten der Amerikaner an den Kopf. "

Ja, viele Menschen waren auch total überrascht, dass sie überwacht wurden.

Das sagt nur leider viel mehr über diese Menschen aus als über die Länder, die seit 70 Jahren Überwachungen durchführen - und das auch in der Öffentlichkeit bekannt, u.a. mit eigenen Wikipedia-Artikeln.



Du redest von Moral. Von schlechtem Verhalten.

Dabei ist das völlig subjektiv - ohne nun weiter darauf einzugehen, dass es den meisten Menschen leider erfahrungsgemäß an Hintergrundwissen fehlt und deshalb ihre Bewertungen sowieso - nun - unbeachtenswert sind.
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31.10.2013 00:48 Uhr von ElChefo
 
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Kingkollo

"Danke für die informative Antwort. :)"

Immer gerne ;-)

Das nur vorneweg. Ebenfalls, ich werde mich anhand einiger Catch-Phrases aus deinem Post entlanghangeln. Nicht, weil ich selektiv zitieren will, sondern als Anhalt, wovon ich rede.

"Glaubst du, dass offizielle Berichte (...)"

Nein. Man muss schon selbst filtern können und wollen. Ich masse mir diese Fähigkeit an, da ich vieles von dem, was ich hier in den Medien gelesen habe, vorrangig bzgl. Sicherheitspolitik, selbst vor Ort mitbekommen habe und daher zu unterscheiden weiss, was "wirklich" gewesen ist und was hier berichtet wird. Mein Paradebeispiel dazu ist das Tanklaster-Bombardement. Eine grössere Schere zwischen der Meinung vor Ort und "hier" habe ich nie im Leben bei irgendwas erlebt, nicht mal bei Schiedsrichterentscheidungen im Fussball.

"Jedes Militär hat schon intern eine Einheit (...)"

Es gibt eine Pressestelle, das ist korrekt.
Es geht aber noch subtiler. Tu dir mal den Selbstversuch an und durchsuche Wikileaks nach dem eigentlich geheimen Bericht der Feldjäger/E&E zu den Vorfällen am Kunduz-Fluss bei Aliabad an. Vergleiche speziell die Befragung der Einwohner dort mit der hiesigen Berichterstattung. Dann nimm dazu die Berichte der Pressesprecher der Bundeswehr. Transparenter geht es nicht, fiesere Unterstellungen seitens der (eigenen) Presse finden sich auch kaum. Von fieser Schlachtfeldpropaganda kann gerade in Deutschland keine Rede sein.

"Fakt ist aber auch, dass die Grenze Israel heute (...)"

Da kann man ja noch recht einfach die Frage stellen, wieso das so ist. Da kommen als Antwort die zahlreichen Angriffe der Nachbarn in Frage, die aufgrund dessen diese Gebiete verloren, etwa die Westbank oder den Golan. Gerade, was die Golanhöhen angeht, ist es ja offensichtlich. Ein Gelände, das der Feind (der sich weigert, Frieden zu schliessen) zu Aufmärschen und Bombardements ziviler Dörfer nutzt, einzunehmen, gehört eigentlich zum gesunden Menschenverstand militärischer Logik.

""Siedlungspolitik""

Durchaus ein streitbares Thema. Allerdings im Vergleich zum Gesamtbild der Region eher unwichtig. Vollkommen aussenvorgelassen wird in der Berichterstattung die Aufteilung der Verwaltung der Westbank in drei Zonen unterschiedlicher Verwaltungshoheit. Ebenfalls wird nicht beachtet, das der Löwenanteil dieser Siedlungen in Gebieten liegt, die nach aktuellem Verhandlungsstand sowieso Israel zugeschlagen werden. Ebenfalls keine Beachtung findet dabei, das dieses Gebilde, das die "Palästinenser" anstreben, eine "judenreiner" Staat ist. Sogar mit Legitimation der UN. Israel hingegen kann sich nicht mal im Ansatz solche Rhetorik leisten, ohne gleich wieder gebrandmarkt zu werden. Gibt zu denken.

"Es war "Fakt", dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt."

Zumindest, wenn man den Ereignissen des ersten und zweiten Golfkrieges gefolgt ist und dann später die 2002er/03er Berichte der UNMOVIC gelesen hat. Jeder mag für sich entscheiden, ob die daraus gebastelte Begründung für die Invasion richtig oder falsch sein mag, am Ende bleibt allerdings eben, das Erfahrungen und Berichte genau auf diesen Besitzstand hingewiesen haben. Das bleibt auch so, auch wenn ich selbst mich eher zu den Gegnern dieses Krieges zähle.

"Wir alle glauben, das das heute auf einmal anders sei."

Es ist anders. Alleine schon deshalb, weil wir heute im Besitz viel breiter gestreuter, viel höher entwickelter Werkzeuge sind, unsere Meinungen zu bilden. Informativ sind wir heutzutage weitaus breiter aufgestellt und selbstständiger.

"Wie löst du Streitigkeiten mit Menschen die dir nicht egal sind?"

Kommt ganz auf die Situation an. Hier, zuhause, ist das sehr einfach. Hier wird mich aber auf der Strasse auch keiner mit AKs und IEDs angreifen, weil ich den falschen Glauben bzw. die falsche Meinung habe oder dem falschen Warlord folge.
Es gibt allerdings Regionen auf der Welt, in denen das eben nicht so einfach möglich ist. Wir sind schon beschossen worden wegen der Reihenfolge, in der wir Hilfsgüter in verschiedene Dörfer gebracht haben. Wir wurden schon angesprengt, weil die UNO eine Mädchenschule in einer Kleinstadt nebenan aufgemacht hat - die dann unter Giftgas gesetzt wurde. Sprengfallen reichen ja als Meinungsäusserung nicht mehr aus.
...aber das hat ja mit Streit an sich nichts zu tun.

"Alles fängt damit an, das einer auf die Idee kommt, den anderen den selben "Wohlstand" zu bringen, wie man ihn selber genießt."

Kommt immer drauf an, was man als "Wohlstand" definiert. Für eine afghanische Familie bedeutet es schon Wohlstand, wenn man hingeht und ihnen einen Dollar mehr für die Wassermelonen oder das Brot bezahlt, als man verlangt.
Es reicht ja einfach schon aus, wenn man Wohlstand dadurch schafft, das man sie nicht so scheisse behandelt, wie sie es von den örtlichen Gruppierungen wie Taliban oder Haqqani bzw. ihren Warlords gewohnt sind.
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31.10.2013 00:48 Uhr von ElChefo
 
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kingkollo pt2

"Heute sind wir modern. Und bringen den anderen armen Ländern unsere gute Demokratie!"

...und das ist der Punkt, an dem wir an uns selbst scheitern. Da gebe ich dir sogar in Ansätzen recht. "Wir" können auf der einen Seite nicht begreifen, das bei uns erfolgreiche Systeme in anderen Ländern und Kulturen nicht fruchten, auf der anderen Seite setzen wir uns der eigenen Kritik aus, das "wir" dort nichts schaffen. Wir ertragen "deren" Anblick nicht, weil sie in "diesen" Verhältnissen leben, andererseits können oder wollen "die" gar nichts anderes, weil sie es entweder anders nicht kennen oder eben anders nicht leben wollen.

"Im kalten Krieg war es die rote Gefahr! (...)"

Im Grunde genommen war die rote Flut doch praktischer. Sie war berechenbarer, abstrakter und doch durch ihre Symbole ("eiserner Vorhang", etc) omnipräsent.
Der Terrorist ist einfach nur da. Er könnte hier sein, da sein, nicht vorhanden sein, aber es gibt ihn. Man braucht ihn medial gar nicht groß aufbauen, er sorgt schon selbst dafür, da er seine Taten ungleich dem Kommunisten eben für die große Bühne plant.

"Und nun wollen wir dort helfen?"

Natürlich.
Was wäre die Alternative? Sie sich selbst überlassen, nachdem wir das mit ihnen veranstaltet haben, was du so blumig umschreibst? Da wäre ja gleich der nächste große Aufschrei vorprogrammiert. Dummerweise ist es allerdings so, das dort mittlerweile genug Nutzniesser gelernt haben, wie sie die Hilfen zum eigenen Vorteil nutzen können (Aidid, Kenyatta, Kony, etc). Das ist nun schon eine Zwickmühle, oder? Um die gewährten Hilfen fruchtbar ins Ziel zu bringen, müsste man wohl - wieder - in den Krieg ziehen. Um sich wieder dafür kritisieren zu lassen, das man in den Krieg zieht.

"Es geht um Geschäfte, um den Erhalt des Wirtschaftswachstums. (...)"

Natürlich.
Die Lösung der Probleme sollte doch eher eine Verbesserung für alle statt Armut für alle sein, oder? Würden wir künstlich unser Wachstum (zer)stören, würden automatisch auch die Entwicklungsleistungen zurückgefahren werden, sogar wohl als erstes. Damit ist diesen Ländern, geschweige denn, den armen Menschen nicht geholfen.

"Wir sind weltweit "nur noch" 4. größter Waffenexporteur! Fakt."

Wie überall in der Wirtschaft müsste dazu die Kundenmentalität geändert werden. Jeder Markt wird bedient. So schlimm das ist, das ist Fakt. Die zentrale Frage, die dabei gestellt werden sollte, ist, wie man die Käufer dazu bringt, weniger in Waffen und stattdessen in Infrastruktur, Bildung und ihr Volk zu investieren. Das wäre aber bei weitem nicht so einfach und vor allem nicht so profitabel für diejenigen.

Halte dir dabei einfach mal eines vor Augen: Aus dem Gaza-Streifen liest man extrem häufig, wie arm diese Menschen sind und das sie total isoliert sind. Stell dir mal vor, wie es dort aussähe, wenn sie statt in Waffen in Bildung und Infrastruktur investiert hätten. Bring das mal in Einklang mit den Bildern der Hamas-Paraden in Gaza-Stadt, wo diese "Märtyrer" mit neuesten Waffen aus Allerwelts-Produktion marschieren. Wieviel Mehl kriegt man für eine Kalashnikov? Wieviel Wasser kann man für einen Raketenwerfer aufbereiten? Wieviele Ziegel kann man für einen Sprengstoffgürtel kaufen?

"Und ich soll ernsthaft glauben, so ein Ziegenhirte, (...)"

Natürlich.
Vergleiche einfach mal die Wirkung des einen mit dem Anderen. Erst einmal bindet sich der Ziegenhirte nicht aus Verzweiflung, sondern in 99% der Fälle aus Zwang diese Weste um. Damit verliert die Familie - wenn er oder sein Triggerman auf den Auslöser drückt - einen wenn nicht gar DEN Ernährer. Die gesellschaftlichen Auswirkungen sind enorm. Nimm mal als Vergleich Afghanistan nach dem Bürgerkrieg Anfang/Mitte der ´90er. Die Taliban verboten den Frauen von getöteten Kämpfern egal welcher Seite die Ausübung von Arbeit. Folge: Viele Familien verhungerten auf Kabuls Strassen.
Danach stellt sich die Frage, wen trifft er? Überwiegend eben nicht die "ausländischen Besatzer", sondern irgendwelche armen Schweine, die gerade das Pech hatten, dabei zu sein. Auf dem Basar. Im Strassencafe. Irgendwo auf der Strasse, im Dorf, in der Stadt.

"DIe BP Katastrophe hat soviel Leben auf dem Gewissen wie kein verfluchter Terrorist."

Es bleibt allerdings eine Katastrophe, die durch meinetwegen unverantwortliches Handeln, aber nicht durch gezielten Vorsatz hervorgerufen wurde. Dasselbe gilt nebenbei für Flugzeugabstürze. Nichtsdestotrotz ist Fliegen die sicherste Art der Fortbewegung.

"Achso, ElChefo, ich spreche dich nur anfangs direkt an... meine letztendlich abschweifende Rede ist eher Ergebnis gestauter Frustration. xD"

Macht ja nichts. Du kannst es sachlich ausdrücken, was das Wichtigste ist.

"Ich denke, das wir in vielen Punkten wahrscheinlich so unterschiedlich denken. ;)"

...macht auch nichts. Wäre dem nicht so, gäbe es ja auch kaum Grundlage, darüber zu reden ;-) Gruß zurück!
(...oh. Du hast editiert. Naja. Auch sorum macht es nichts.) ;-)

[ nachträglich editiert von ElChefo ]
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31.10.2013 00:59 Uhr von Perisecor
 
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@ Kingkollo

"Ich meine, schließlich sind es auch Fakten, das Frau Merkel dieses Jahr der Öffentlichkeit mitteilte, dass Deutschland nicht voll souverän ist."

Ja, weil Deutschland Souveränität an NATO, EU, UN etc. abgegeben hat.

Die Schweiz, die USA, Brasilien, Nordkorea, die Volksrepublik China und alle anderen Staaten sind so betrachtet aber ebenfalls nicht Vollsouverän.



"Ebenfalls Fakt ist, das Deutschland (Germany) auf der der UnitedNations als NGO, also Nichtregierungsorganisation aufgeführt war. "

Nein, das ist Unsinn.



"Fakt ist aber auch, dass die Grenze Israel heute absolut nichts mit der von der UN gezogenen Grenze zu tun hat."

Dann hätten die israelischen Nachbarstaaten Israel nicht 1948 den Krieg erklären sollen und sich teilweise bis heute weigern sollen, einen Friedensvertrag zu unterzeichnen.




"Es war "Fakt", dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt. Es wurde dem Volk als zumindest als solcher verkauft."

Es war aber auch tatsächlich Fakt, siehe die irakischen Chemieangriffe auf Iran und die eigene Bevölkerung. Was sich als Fehleinschätzung erwiesen hat war lediglich die Menge der chemischen Waffen, welche sich nach 2003 einsatzbereit finden lassen.



Und ja, es gibt "die Wahrheit". Und zwar in einer auf Fakten basierten Argumentation. Ist es wahr, dass auf deutschen Autobahnen Richtgeschwindigkeit 130km/h herrscht? Ja. Ist es wahr, dass Flugzeuge in der Luft fliegen? Ja.

Diese Wahrheiten basieren auf menschlichen Gesetzen und Naturwissenschaften. Sie sind verlässlich.

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