04.10.13 13:24 Uhr
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Jobcenter - Hartz IV: Ehrenamt wird zum Nachteil

Seit zwei Jahren ist die 30-jährige Bürokauffrau nun schon erwerbslos. Da sie keine Stelle fand, entschied sie sich dazu, eine ehrenamtliche Tätigkeit beim Bundesfreiwilligendienst (BFD) zu übernehmen. Sie hätte dafür 176,40 Euro pro Monat als Aufwandsentschädigung erhalten sollen.

Obwohl ihr 200 Euro Freibetrag zustehen, entschied das Jobcenter Spremberg (Spree-Neiße), dieses Geld an die Regelleistung anzurechnen. Grund: Sie hatte noch einen Minijob als Kellnerin. Dort verdiente sie monatlich 50 Euro. Zwei Jobs seien im Rahmen des Freibetrages nicht möglich.

Obwohl sie das Ehrenamt kündigte, besteht das Jobcenter auf die Anrechnung der 176,40 Euro. Die Frau hätte durch "sozialwidriges Handeln" ihre Hilfebedürftigkeit mit zu verantworten.


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WebReporter: Schmollschwund
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Jobcenter, Einkommen, Ehrenamt
Quelle: www.gegen-hartz.de

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38 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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04.10.2013 13:30 Uhr von Mankind3
 
+64 | -2
 
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Man besteht also auf die anrechnung einer Tätigkeit die nichmehr ausgeführt wird...Jobcenter Logik...

[ nachträglich editiert von Mankind3 ]
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04.10.2013 13:31 Uhr von Timmer
 
+47 | -5
 
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Versteh ich das richtig, ehrenamtliches Arbeiten wird als sozialwidriges Handeln gesehen selbst wenn man diese Arbeit aufgibt um keine Kürzungen mehr zu bekommen?
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04.10.2013 13:33 Uhr von Venytanion
 
+48 | -2
 
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Ich verstehe die Welt nicht mehr.
Da wird ein Mensch der arbeiten will bestraft.
Und auf der anderen Seite werden aber tausende Menschen, die NICHT arbeiten wollen, durchgefüttert.
Ab nächstes Jahr werden es ja ein "paar" mehr.

Verstehen kann ich bis heute nicht wieso Die sich Jobcenter nennen.
Das einzige was die machen ist Armut verwalten.
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04.10.2013 13:39 Uhr von Johnny Cache
 
+9 | -44
 
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04.10.2013 13:46 Uhr von Venytanion
 
+12 | -5
 
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Johnny C, du hast da etwas missverstanden.
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04.10.2013 13:48 Uhr von Götterspötter
 
+11 | -4
 
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so wird also "arbeiten" zur Strafe !!

Danke lieber Sozialstaat ! .... dass sich "Arbeit wieder lohnt" !!
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04.10.2013 13:51 Uhr von Schmollschwund
 
+24 | -1
 
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Das man "gezwungen" wird sich einen Job zu suchen um seine Existenz zu sichern, ist ja OK und auch irgendwo richtig. Das kann aber nur funktionieren, wenn genügend Jobs da sind.

Wenn nun jemand ein gewisses Alter erreicht hat, oder auch jemand der sich erfolglos über einen längeren Zeitraum hinweg beworben hat, was spräche hier dagegen, das sich so jemand eine ehrenamtliche Tätigkeit sucht?

Der Staat zieht sich aus dem sozialen Leben mehr und mehr zurück. Pflegenotstand, selbst einfache Betreuung, oder auch Beschäftigung mit den Hilfebedürftigen scheint ein Problem. Da kann man doch froh sein für alle die sich dafür entscheiden?! Noch dazu für einen Apfel und ein Ei. Der Staat würde sogar noch sparen.

Realität ist aber leider, dass man das Jobcenter sogar um Erlaubnis bitten muss um sich Ehrenamtlich engagieren zu können, dürfen. Verweigern die das, dann musst du halt zu Hause bleiben. Antriebslosigkeit wird gefördert, Eigeninitiative (außer du suchst dir einen willigen Job bei einer Zeitarbeitsfirma) wird unterdrückt. Denn man weiß nicht mit was man sich alles eine Sanktion einfahren kann, ergo: macht man lieber nichts, dann passiert auch nichts.

Traurig für ein Land das von den Ideen und der Schaffenskraft der Menschen lebt. Arbeits- und Fachkräftemangel gibt es nicht. Es wird nur falsch gesteuert. CDU halt, ordnungspolitische Entscheidungen sind da wichtiger als die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen.
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04.10.2013 13:58 Uhr von Johnny Cache
 
+3 | -8
 
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@ Venytanion
Das will ich nicht ausschließen, aber ist hatte es so verstanden als ob sie(!) eine Stelle gekündigt hätte, was normalerweise zu einer Sperrfrist führen müßte.
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04.10.2013 14:04 Uhr von IMurDOOM
 
+12 | -6
 
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Niemand arbeitet nur 5-10 Stunden im Monat in einer Kneipe
um auf die "wirklichen 50€" zu kommen. Den Rest gibts wohl schwarz
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04.10.2013 14:11 Uhr von Child_of_Sun_24
 
+7 | -28
 
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04.10.2013 14:13 Uhr von Bildungsminister
 
+6 | -15
 
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@ Johnny Cache

So sieht es aus. Zwischen den ganzen Schreihälsen einer der es verstanden hat.

Wer als H4-Empfänger einen Job hat, und diesen nur deswegen aufgibt, weil dieser angerechnet wird, der läuft Gefahr, dass der so entstandene Betrag aufgerechnet wird, bis das Arbeitsverhältnis regulär beendet worden wäre.

Man kann da über Sinn und Logik streiten, aber würde jeder, der durch einen Job nicht mehr als H4 hat, diesen aufgeben, dann gäbe es ne ganze Menge mehr Arbeitsloser, weil das eben sehr viele betrifft.

Sie hätte die soziale Tätigkeit ja auch weiterführen können, quasi aus sozialen Gründen. In der Zeit hätte sie sich dann einen anderen Job suchen können, und hätte quasi regulär kündigen können.

[ nachträglich editiert von Bildungsminister ]
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04.10.2013 14:31 Uhr von Marco Werner
 
+10 | -0
 
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@Johnny_Speed
Genau so ist es. Wenn man von solchen Aktionen der Jobcenter liest, zwängt sich einem der Eindruck auf,daß es nicht darum geht,die Leute irgendwie in Arbeit zu bringen, sondern sie lediglich von ihrer selbstgesuchten Beschäftigung abzuhalten und den Willen des JC aufzuzwingen. Selbst dann wenn dadurch keinerlei Verbesserung zu erwarten ist.
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04.10.2013 14:37 Uhr von Bud_Bundyy
 
+6 | -15
 
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Naja Ehrenamt ist nicht gleich Ehrenamt.

Wenn ich 4 h die Woche ehrenamtlich tätig bin, dann kann ich mich parallel bewerben und Weiterbilden.
Wenn ich aber 30 h im Tierheim arbeite, kann das schief gehen.


Eine Ausgebildete Bürokauffrau sollte etwas finden, ansonsten hilft es eine weitere Sprache zu lernen, o.ä.
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04.10.2013 14:44 Uhr von ThomasHambrecht
 
+9 | -14
 
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Sie ist einfach nur dämlich
Es ist eine der obersten Regeln, dass man jede Veränderung VORHER mit der ARGE bespricht.
Erst behindert sie durch die Annahme des Ehrenamtes jede Chance auf einen Vollzeitjob - dann gibt sie ihn ohne Rückfrage wieder auf. Vor der Annahme solcher Ehrenämter geht man kurz zur ARGE und spricht mit seinem Berater.

Bei ihrer Ausbildung bekommt sie binnen 8 Wochen einen Job, wenn sie sich richtig bewerben würde.
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04.10.2013 15:02 Uhr von Perisecor
 
+5 | -17
 
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04.10.2013 15:11 Uhr von Marco73230
 
+7 | -7
 
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Aus der Quelle:
"Auf Anfrage teilte das Bundesarbeitsministerium zu dem Fall mit, dass das vorgehen des Jobcenters nicht rechtens sei: „Eine fortgesetzte Kürzung des Bedarfs um die 176,40 Euro, unabhängig davon, ob sie überhaupt zufließen, erscheint nicht plausibel.“ Der BFD sei keine „Möglichkeit, die Hilfebedürftigkeit mit Erwerbstätigkeit zu mindern“."

Also ist die Sache eigentlich so gut wie geklärt, Sie klagt (der Steuerzahler zahlts ja) und wird Ihr Geld sicher rückwirkend bekommen. Verursacht natürlich durch den Fehler des Jobcenters. Schon ne harte Nummer vom Jobcenter, keine Frage.

Aber mal ehrlich:
ne 30jährige mit ner anständigen Ausbildung findet 2 Jahre keine Stelle... Vielleicht sollte man Ihr mal n Bewerbungstraining sponsern.
Zudem geht Sie für n Fuffi n Monat lang Kellnern... das ist ja wohl n Witz bzw. sieht ganz nach Schwarzarbeit aus.

PS:
Die Quelle is ja geil "http://www.gegen-hartz.de" könnte auch "http://www.gegen-soziale-Haengematte.de heißen.

[ nachträglich editiert von Marco73230 ]
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04.10.2013 15:14 Uhr von ThomasHambrecht
 
+4 | -9
 
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@Wil
Und was spräche jetzt dagegen, dass sie selbst zu einer Zeitarbeitsfirma geht?
Bei meinestadt.de und bei der Jobbörse vom Amt stehen jede Woche mindestens 50 Jobs, davon 40 über Zeitfirmen, bei denen eine kaufmännische Ausbildung (z.B. für Sachbearbeiter) gewünscht ist.
Sie hat jede Möglichkeit zu nutzen ihre Bedürftigkeit zu beenden. Ihren Wunschjob kann sie dann immer noch nebenher suchen.
Meine Freundin ist ohne jede Ausbildung und hat immer nach 8 Wochen einen Job.

Logischerweise wird sie das einbehaltene Geld zurückbekommen - aber wie üblich liegt es an der mangelnden Kommunikation, dass dieser Ärger überhaupt erst entsteht.

[ nachträglich editiert von ThomasHambrecht ]
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04.10.2013 15:40 Uhr von Ms.Ria
 
+10 | -0
 
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@ Wil:

Ich weiß nicht auf welchem Zug du mitfährst, jedenfalls fährt er falsch :) Vllt kennst du dich bzgl. Ehrenämter nicht aus, aber sehr viele caritative und städtische Einrichtungen sind tatsächlich auf diese Leute angewiesen. Neues, festes Personal ist zu teuer - ehrenamtliche Mitarbeiter entlasten bestehendes Personal. Sicher hast du schon mal von z.b. den "grünen Damen" in Altenheimen oder Krankenhäusern gehört, die kleinere Aufgaben bzgl. Betreuung der Bewohner/Patienten für ein paar Stunden die Woche übernehmen.

Ein Ehrenamt ist kein "fester" Job sondern eine Freiwilligkeit, und ich finds gut dass es Menschen gibt die sowas machen. Diese Frau aus der News könnte genauso gut jeden Tag hartzen und bis mittags pennen - stattdessen lebt sie zwar von der Allgemeinheit, gibt ihr aber auch durch ihre Tätigkeit wieder etwas zurück.

Schade dass es Meinungen wie deine gibt, die einen *ehrenvollen* Einsatz nicht zu respektieren wissen. Aber wer weiß...vllt bist du eines Tages auch mal auf solche Ehrenamtler angewiesen, dann weißt du sie zu schätzen.
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04.10.2013 15:46 Uhr von jschling
 
+5 | -1
 
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Naja auf jedenfall kann man es der Frau nicht nachträglich anlasten, dass sie die 176 Euro nicht mehr "verdient" - denn es war ja kein Verdienst, sondern eine Aufwandsentschädigung für ein Ehrenamt. Von daher kann sie unmöglich "einen richtigen Job" gekündigt haben.

Zumindestens bei Politikern (in Stadt und Kreis nicht selten H4ler) wird die Entschädigung nicht angegriffen vom Amt - denn wie eigentlich auch bei der Frau gilt: es ist eine Aufwandsentschädigung und keine Entlohnung :-)

Weiss selber nicht wirklich, was ich davon halten soll... zumindest frag ich mich, ab welchen Summen durch Nebenverdienst und Aufwandsentschädigungen ein Abzug durch das Amt gerechtfertigt ist ?
350€+Miete+bis-zu200€ = schnell 750 Euro. Dafür gehen manche Leute ordentlich knüppeln
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04.10.2013 16:09 Uhr von Bud_Bundyy
 
+3 | -3
 
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@Wil
"oder sie sogar von der Arge 0- bis 1-Ein-Euro-Jobber gesponsert bekommen."

Wo hast du das denn erlebt? Was hast du unternommen?


"Ja, aber nur wenn NICHT vorher einer von einer Zeitarbeitsfirma dort hingeschickt wird,"

Dir ist schon klar das Zeitarbeitsfirmen recht teuer sind?
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04.10.2013 16:23 Uhr von CoffeMaker
 
+7 | -1
 
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"350€+Miete+bis-zu200€ = schnell 750 Euro. Dafür gehen manche Leute ordentlich knüppeln "

Bei 750€ muss man aufstocken so das derjenige am Ende doch mehr hat. Davon mal abgesehen solche Beispiele zu nennen kommt einer Nötigung gleich sich doch gefälligst zu versklaven. Für 750€ Netto würde ich max. 90 Stunden im Monat arbeiten, mehr nicht.
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04.10.2013 16:56 Uhr von Perisecor
 
+3 | -11
 
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@ schraegervogel

Das war nicht in Deutschland, keine Sorge.

Da wo ich herkomme muss man noch etwas leisten und bekommt nicht einfach alles von der Allgemeinheit in den Arsch geschoben.



@ CoffeMaker

"Für 750€ Netto würde ich max. 90 Stunden im Monat arbeiten, mehr nicht."

Wundert mich nicht, dass ausgerechnet du dich dann lieber von der Allgemeinheit aushalten lassen würdest.
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04.10.2013 17:41 Uhr von GroundHound
 
+1 | -0
 
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Sind Aufwandsentschädigungen aus ehrenamtlichen Tätigkeiten überhaupt anrechenbar?
So, wie ich weiß, bis 175 Euro doch nicht.

http://www.ehrenamt-deutschland.org/...
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04.10.2013 18:01 Uhr von Perisecor
 
+1 | -9
 
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@ gertkarlpaul

Was ich ausdrücken wollte, steht dort eindeutig.

Dass du das dann trotzdem falsch verstehst, ist dein Problem.
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04.10.2013 20:41 Uhr von Isarae
 
+4 | -0
 
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@Para_shut

100 Euro sind dann anrechnungsfähig wenns ein "normaler" Job wäre, die Aufwandsentschädigung fällt in eine andere Kategorie, da diese eig. immer nur im sozialen Bereich gezahlt wird... Max. 2400,-- € dürfen das im Jahr sein, bei H4 wird das auf 12 Monate gesplittet, also 200 Euro im Monat frei. Wie gesagt, dies betrifft nur die AWE... und je nach Bereich ist das oft nur ein Stunden"lohn" von 1,60 € (so z.B. bei uns)

Und... mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit wird nicht irgendein Job weggenommen den jeder x-beliebige machen kann bzw. wollen würde... und noch so am Rande bemerkt... diese ehrenamtlichen Tätigkeiten unterliegen durchaus gewissen Regeln, z.B. wieviele Stunden pro Woche dafür aufgewendet werden dürfen!

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